Früherkennung setzt bei entstehenden Spannungszuständen und Symptomen an, die zu Problemverhalten bzw. Krankheit führen können.

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1 Früherkennung und intervention am Gymnasium Immensee Früherkennung und Menschenbild Früherkennung in der Schule hat zum Ziel, Schülerinnen und Schüler durch Phasen von Schwierigkeiten, Konflikten und Krisen zu begleiten und sie zu unterstützen, damit sie wieder Boden unter den Füssen bekommen und das Leben selbst in die Hand nehmen können. Früherkennung kann eine Chronifizierung von problematischem Verhalten verhindern, z.b. Suchtmittelmissbrauch, Gewalt, Essstörungen, depressive Verstimmungen, Isolation, Ausgrenzung. Mit dem systematischen Früherkennung und interventionskonzept am Gymnasium Immensee nehmen Schuldirektion und Lehrpersonen Leitsätze des Leitbildes der Schule auf und setzen diese konkret um. Das Modell schafft ein soziales Netz, das Menschen systematisch unterstützt und frühzeitig Unterstützung zur Selbsthilfe und Selbstverantwortung anbietet. Im Wortlaut des Leitbildes heisst es: - Sinn- und Lebensfragen geben wir Raum. Auf der Suche nach Antworten begleiten wir die jungen Menschen und suchen einen gemeinsamen Orientierungsrahmen. Wir fördern die praktische Umsetzung christlicher und humanistischer Werte im Alltag. - Für Schülerinnen und Schüler soll das Gymnasium Immensee nicht nur Lernort, sondern auch Lebensraum sein. - Eine wohlwollende Atmosphäre, ein rücksichtsvoller Umgang miteinander in gegenseitigem Respekt auch in Konflikten und eine wohnliche Raumgestaltung sind uns wichtig. Früherkennung im Spannungsfeld zwischen Gesundheitsförderung, Primärprävention und Therapie Früherkennung setzt bei entstehenden Spannungszuständen und Symptomen an, die zu Problemverhalten bzw. Krankheit führen können.

2 Pädagogische Intervention Devise - Frühzeitiges Erkennen von en, Auffälligkeiten und Ereignissen, die zu Abhängigkeit oder anderen Problemen führen können - Frühzeitiges Handeln zur Stabilisierung und oder Verbesserung der Situation Gesundheitsförderung Primärprävention Früherkennung Intervention Beratung Therapie Wahrnehmen von Anzeichen für persönliche, soziale Schwierigkeiten Kontext verstehen und Handlungsmöglichkeiten entwickeln, planen Massnahmen vereinbaren, umsetzen, überprüfen Verhaltensänderungen unterstützen und begleiten Eltern Familie Fachstellen Behörden Schule Internat Vereinbarungen festhalten und überprüfen, Verantwortung wahrnehmen, unter Kolleg/innen austauschen, gesetzliche Bestimmungen und interne Richtlinien (Regelsystem) berücksichtigen Das Interventionsmodell Das Früherkennungs- und Interventionsmodell des Gymnasiums Immensee gibt den Lehrpersonen Orientierung im Umgang mit Krisen, mit schwierigen Situationen, mit Verhaltensauffälligkeiten und Problemverhalten von Schüler/innen. Mögliche Symptome Mögliche Anzeichen für persönliche Schwierigkeiten, Probleme oder Krisen auf Schülerinnen- und Schülerebene sind: - Suchtmittelmissbrauch - Aggression und Gewalt - Depression und Rückzug - Unzugänglichkeit - geringe Frustrationstoleranz - Interessensverlust - Nachlassen von Leistungen - häufige Absenzen - Abnahme der sozialen Anpassung - Nicht-Einhalten von Vereinbarungen / Version 4 2

3 Das Interventionsmodell Die einzelnen Phasen im Überblick Phase 1 Klärendes Phase 5 klären und unterstützen Folgegespräche wahrnehmen und beobachten Phase 2 zielorientiertes vereinbaren und begleiten auswerten Phase 4 Phase 3 weiteres Umfeld näheres Umfeld Das Phasenmodell ist eine Orientierungshilfe, die es erlaubt systematisch und kohärent vorzugehen, wenn sich Auffälligkeiten chronifizieren. Allerdings ist es flexibel zu handhaben. Denkbar sind Vorfälle, die bei Phase 4 einsetzen wie z.b. bei Gewaltanwendung, Suizidgefährdung / Version 4 3

4 Phasen der Intervention Phase Verantwortliche Pädagogische Handlung Vorphase Phase 1 Klärendes Phase 2 Zielorientiertes Phase 3 unter Einbezug des näheren Umfeldes Phase 4 unter Einbezug des weiteren Umfelds Phase 5 Folgegespräche unterrichtendes und nicht unterrichtendes Personal Fachlehrperson FL KL IB ev. Stufenleitung und Schülerberatung Schulleitung Schülerberatung Fachleute Aufmerksames Beobachten, wenn Schüler/innen sich plötzlich ganz anders verhalten (Siehe Symptome) - Aufmerksamkeit gegenüber verhaltensauffälligem/r Schüler/in und gegenüber seinem/ihrem Umfeld (Gruppe, Klasse, Schule, Internat) erhöhen - Auffälliges / unauffälliges Verhalten schriftlich festhalten (vgl. entsprechendes Formular) - Schüler/in mit den Beobachtungen konfrontieren und das weitere Vorgehen (Kontakt und Austausch mit KL, IB) schildern Klärungsgespräch mit Schüler/in, KL/IB/FL in Absprache: - Verantwortliche Person bezieht unterschiedliche Perspektiven, z.b. Beobachtungen und Wahrnehmungen anderer Mitarbeiter/innen und/oder Lehrpersonen ein - Klärungsgespräch mit Schüler/in durch die Verantwortliche Person: Situation klären und Unterstützung zusichern, Tatsachen festhalten, Rahmen klarlegen, Veränderungsperspektiven entwickeln, Vereinbarung treffen (terminieren) Vereinbarungsgespräch mit Schüler/in, KL/IB: - Vereinbarung überprüfen und auswerten, Tatsachen festhalten, Rahmen klären, gemeinsam konkrete Veränderungsziele festlegen, Vereinbarung treffen (terminieren und unterzeichnen) - Konsequenzen aufzeigen bei Nicht-Einhaltung der Vereinbarung - je nach Problemfall Begleit- und Unterstützungsmöglichkeiten angeben (ev. Schülerberatung/externe Fachstellen) - Information an KL/IB und Stufenleitung Massnahmengespräch mit Schüler/in, Eltern, KL/IB, ev. unter Einbezug der Stufenleitung und der Schülerberatung: - bisherige Massnahmen reflektieren, auswerten und die Folgen ableiten - neue Begleit- und Unterstützungsmassnahmen prüfen, die zu einer Veränderung des Verhaltens des/r Schüler/in und seiner/ihrer Situation führen - professionelle Unterstützungsmöglichkeiten (Schülerberatung/externe Fachstellen) empfehlen - sergebnisse zusammenfassen - neue Vereinbarungen mit konkreten Veränderungszielen und massnahmen gemeinsam treffen und schriftlich festhalten - Folgegespräch mit allen Beteiligten zur Überprüfung des Fortschritts terminieren - Information an betroffene Fachlehrpersonen, Stufenleitung, ev. Schulleitung Massnahmengespräch mit Schüler/in, Eltern, KL/IB, Schulleitung, Schülerberatung unter Einbezug von externen Fachleuten (Beratung): - bisherige Interventionen reflektieren, auswerten und die Folgen ableiten - professionelle Unterstützungsmassnahmen auferlegen - alle Beteiligten legen gemeinsam Veränderungsziele und massnahmen fest - Konsequenzen bei Nicht-Einhaltung der Vereinbarung klarlegen (disziplinarische Massnahmen) - Folgegespräch mit allen Beteiligten terminieren Folgegespräch mit Schüler/in, KL/IB: - begleitende e - den Verlauf der Veränderungen unterstützend begleiten - Anerkennung für Erfolge zeigen / Version 4 4

5 Vereinbarung Zwischen folgenden Personen wird eine Vereinbarung abgeschlossen: Name des Schülers Alter Name der Eltern Adresse der Eltern Verantwortliche Person im Gymnasium Immensee Anlass / Ausgangssituation, das Fehlverhalten bzw. das Problemverhalten Ziel der Veränderung Rahmenbedingungen bereits bestehende oder angedrohte Massnahmen: aktuelle Sanktionen begleitende und unterstützende Massnahmen Kriterien zur Erfüllung des Vereinbarung Dauer Sanktion bei Nichteinhalten der Vereinbarung Ort, Datum Unterschrift Schüler/Schülerin: Unterschrift Eltern Verantwortliche Person im Gymnasium Immensee / Version 4 5

6 Auffälliges / unauffälliges Verhalten beobachtbares Verhalten festhalten Schüler/in Lehrperson Bebachtungszeitraum Datum Uhrzeit Beobachtungen: Körperebene, Verhaltensebene, Beziehungsebene / Version 4 6

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