KLAUSURENTRAINING 2. a) Berechnen Sie die Kosten und den Gewinn pro Hektoliter (hl) bei einem betriebsinternen Verrechnungspreis

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1 AUFGABE 1 (15 PUNKTE) KLAUSURENTRAINING 2 Die Lutz Brause Mineralwasser GmbH prüft den Kauf einer neuen Abfüllanlage für Sprudelgetränke. Zur Auswahl stehen von jeweils unterschiedlichen Herstellern: die Abfüllanlage Sprudelfix 100" des Herstellers Bräu & Brunnen die Abfüllanlage Mitsubashi 200" des Herstellers Mitsubashi. Die Planungsabteilung hat aus den Herstellerangaben die folgenden Daten ermittelt: Sprudelfix 100 Mitsubashi 200 Anschaffungskosten , , Nutzungsdauer: 8 Jahre 10 Jahre Abfüllmenge in hl/jahr variable Stückkosten pro hl 1,30 2,10 Fixkosten , 2.800, In den Fixkosten sind keine Abschreibungen bzw. Zinsaufwendungen enthalten. a) Berechnen Sie die Kosten und den Gewinn pro Hektoliter (hl) bei einem betriebsinternen Verrechnungspreis von 6, je hl und einem betriebsinternen Zinssatz von 7% p.a. (10 Punkte) b) Ermitteln Sie den Periodengewinn bei Vollauslastung. Zu welcher Maschine ist nun zu raten? (5 Punkte) AUFGABE 2 (18 PUNKTE) Die Datenwelt AG plant eine Erhöhung ihres Grundkapitals durch Ausgabe junger Aktien, um erhebliche Erweiterungsinvestitionen zu finanzieren. Das Grundkapital soll dabei von 30 Mio. auf 150 Mio. erhöht werden. Die im Verhältnis 4:1 zu erwerbenden neuen Aktien sollen 35, kosten. Der Börsenkurs der Altaktie beträgt zum Zeitpunkt der Kapitalerhöhung 120, (Nennwert: 5, ). a) Erläutern Sie die Begriffe Nennwert" und Kurswert" und nennen Sie zwei Gründe, weshalb es zu erheblichen Unterschieden zwischen beiden Werten kommen kann. b) Welche Mehrheit der Stimmen in der Hauptversammlung schreibt das Aktiengesetz für eine Kapitalerhöhung vor? c) Welcher Zuwachs an Eigenkapital resultiert aus der Erhöhung des Grundkapitals der Datenwelt AG? d) Ermitteln Sie die Anzahl der Aktien, die nach Kapitalerhöhung gehandelt werden. Seite 1 von

2 e) Ermitteln Sie rechnerisch den Wert des Bezugsrechts. f) Warum wird den Altaktionären ein Bezugsrecht eingeräumt? Nennen Sie zwei Gründe dafür. g) Welche Vorteile hat die Kapitalerhöhung gegenüber der Fremdfinanzierung? h) Auf der Hauptversammlung wird auch das Instrument der Innenfinanzierung diskutiert. Erläutern Sie diese Art der Finanzierung anhand von vier Beispielen. AUFGABE 3 (25 PUNKTE) Die Makrosoft AG plant in Bremen den Aufbau einer Fabrik zur Herstellung von Computerbauteilen. Die Fabrik soll am gegründet werden. Für die ersten sechs Monate sind folgende Daten bekannt: 1. Die Pachtzahlungen für Räume und Grundstücke, auf denen die Fabrikation stattfinden soll, betragen monatlich ,. 2. Die Fertigungsanlage soll Anfang Februar geliefert werden. Die Anschaffungskosten betragen 2 Mio., von denen 1 Mio. sofort fällig ist und der Rest in vier gleichen Monatsraten entrichtet werden muss. 3. Ebenfalls Anfang Februar werden Büroeinrichtungen und Fuhrpark geliefert. Während die Büroeinrichtung zum Preis von , erworben und sofort bezahlt wird, wird der Fuhrpark geleast (monatliche Leasingraten: 4000,, einmalige Sonderzahlung am : , ). 4. Die laufenden Materialkosten der ab März anlaufenden Produktion betragen monatlich ,. Die laufenden Personalkosten betragen ab Januar , monatlich, ab März , monatlich. 5. Zum ist Eigenkapital i. H. v. 1,5 Mio. vorhanden. Bis zur Höhe von 1 Mio. hat die AG zudem einen Kontokorrentkredit bei ihrer Hausbank vereinbart, der mtl. mit 1 % zu verzinsen ist (Berechnung der Zinsbelastung auf Basis des Kontenstands am Monatsende, Belastung der Zinsen im Folgemonat). Der Verkauf von Fertigerzeugnissen beginnt Ende März (für die im März erstellten Produkte). Kalkuliert wird mit einem Verkaufspreis von 300% des Materialeinsatzes. Die Verkaufserlöse für die im laufenden Monat verkauften Produkte werden jeweils im Folgemonat dem Konto gutgeschrieben. Stellen Sie für die Zeit vom 1.1. bis einen Finanzplan auf. Dabei sollen Ausgaben zunächst mit Eigenkapital bezahlt werden. Fremdkapital wird erst in Anspruch genommen, wenn das Eigenkapital verbraucht ist. (25 Punkte) AUFGABE 4 (10 PUNKTE) a) Nennen Sie drei Beispiele der Eigenfinanzierung". Seite 2 von

3 b) Erläutern Sie den Begriff der Selbstfinanzierung" und grenzen Sie ihn zur Eigen finanzierung ab. c) Woher kommen die Selbstfinanzierungsmittel im Unternehmen? Nennen Sie Beispiele. AUFGABE 5 (5 PUNKTE) a) Welche Merkmale sind kennzeichnend für den Kontokorrentkredit"? b) Welche Sicherheiten werden von der Bank gefordert? Welche Kosten entstehen im Zusammenhang mit der Inanspruchnahme des Kontokorrentkredits? AUFGABE 6 (15 PUNKTE) a) Was versteht man unter Leasing"? b) Nennen Sie mindestens drei Leasingarten und beschreiben Sie diese kurz. (4,5 Punkte) c) Was versteht man unter Teilamortisationsverträgen" bzw. Vollamortisationsverträgen"? d) Wie werden Leasingverträge steuerrechtlich beurteilt? Skizzieren Sie kurz die wesentlichen Abgrenzungskriterien. (4,5 Punkte) AUFGABE 7 (12 PUNKTE) Aus der Bilanz der Brokkoli TV GmbH zum sind die folgenden Daten bekannt: gezeichnetes Kapital: , Gewinnrücklagen: , Jahresüberschuss in 01: , Fremdkapital: , Die Zinsaufwendungen lt. GuV betrugen in ,. Gezeichnetes Kapital, Gewinnrücklagen und Fremdkapital hatten zu Beginn des Wirtschaftsjahres 07 den gleichen Stand wie zum a) Ermitteln Sie die Gesamtkapitalrendite und die Eigenkapitalrendite. b) Im Jahre 08 werden Investitionen von , fremdfinanziert. Der Zinssatz, das Eigenkapital und die Gesamtkapitalrendite sollen dabei gleich bleiben. Wie hoch ist nun die Eigenkapitalrendite. Erläutern Sie die Abweichungen zu 07. (8 Punkte) Seite 3 von

4 LÖSUNGEN: ZU AUFGABE 1 a) Kostenvergleichsrechnung Erlöse (13000 bzw hl x 6, ) abzgl. Kosten: a) variable Kosten: b) Fixkosten: Abschreibungen (linear) Zinsen (7% von 1 / 2 der AK) sonstige Fixkosten Summe Kosten: Kosten pro hl: Gewinn pro hl: Somit ist die Mitsubashi 200 die kostengünstigere von beiden. b) Periodengewinn bei Vollauslastung: Sprudelfix 100 Mitsubashi , , , (1,30x ) , 5.250, , , 4,05 1, , (2,10x ) 9.000, 3.150, 2.800, , 3,25 2,75 Sprudelfix 100 Mitsubashi 200 Summe Erlöse , , abzgl. Summe Kosten: , , = Gewinn: , , Fazit: Unter Berücksichtigung der Vollauslastung und der Möglichkeit, die gesamte Produktion abzusetzen bleibt die Mitsubashi die vorteilhaftere, auch wenn die Sprudelfix ihren deutlichen Kostennachteil aufgrund der hohen Stückzahl fast ausgleichen konnte. (5 Punkte) ZU AUFGABE 2 a) Der Nennwert einer Aktie ist der auf dem Papier aufgedruckte Nominalwert der Aktie (der Anteil am Grundkapital, der auf die Aktie entfällt). Der Kurswert ist der Wert, zu dem die Aktie an der Börse gehandelt wird. Unterschiede zwischen Nennwert und Kurswert ergeben sich z. B., weil der Kurswert über das Grundkapital hinaus den Wert der offenen und stillen Reserven darstellt und eine gute Geschäftsentwicklung oder eine bevorstehende Dividendenzahlung zu erhöhter Nachfrage nach der Aktie führt, was den Börsenkurs steigen lässt. b) Eine Kapitalerhöhung ist mit einer Satzungsänderung verbunden. Das Aktiengesetz ( 182) schreibt dafür die qualifizierte 3/4 Mehrheit vor, d. h. mindestens 75% des in der Hauptversammlung vertretenen Aktienkapitals müssen der Kapitalerhöhung zustimmen. c) 120 Mio. Grundkapital: 5, Aktien = 24 Mio. Aktien 24 Mio. x Ausgabekurs 35, = 840 Mio

5 Somit steigt das Grundkapital um 120 Mio. auf 150 Mio.. Der übersteigende Betrag von 720 Mio. wird als Kapitalrücklage verbucht. d) Sofern auch das Altkapital in 5, Aktien gehandelt wird, befinden sich (30 Mio.: 5, = 6 Mio.) Altaktien im Handel. Zusammen mit den jungen Aktien sind dann 30 Mio. Aktien im Handel. e) 1 Altaktie: a 120, = 120, 4 neue Aktien a 35, = 140, = 5 Aktien a 52, = 260, = 68, Wert des Bezugsrechts f) Altaktionäre erhalten Bezugsrechte, um sie davor zu schützen, dass bei Ausgabe neuer Aktien ihr bisheriger prozentualer Kapital und Stimmrechtsanteil sinkt. Durch Erwerb der Bezugsrechte bleibt dieser Anteil gleich. Außerdem werden sie durch die Bezugsrechte davor geschützt, dass die Ausgabe junger Aktien zu einer Verminderung des Kurswerts an der Börse führt. Dadurch dass sie die Bezugsrechte erhalten, bleibt bei Ausübung des Bezugsrechts sowohl der Stimmrechtsanteil als auch der Kurswert des Aktienpakets erhalten. g) Im Gegensatz zu Fremdkapital steht das Eigenkapital, das durch eine Kapitalerhöhung entsteht, unbefristet zur Verfügung. Es unterliegt keiner Zinsverpflichtung. Bei hohen Bankkrediten wird der Entscheidungsspielraum von den Banken oft erheblich eingeschränkt. Dies ist bei Eigenkapital nicht der Fall. h) Beispiele für Innenfinanzierung: Bildung von Rückstellungen (= Steuerersparnis) Veräußerung von Vermögen (= Aufdeckung stiller Reserven) Thesaurierung erzielter Gewinne Finanzierung aus Abschreibungen ZU AUFGABE 3 Finanzplan Makrosoft (Angaben in T ) Jan 04 Feb 04 Mrz 04 Apr 04 Mai 04 Jun 04 Eigenkapital 1.500,00 Erlöse aus Verkäufen: 90,00 90,00 90,00 90,00 = Summe Einzahlungen: 1.500,00 90,00 90,00 90,00 Ausgaben: Pachtzahlungen: 40,00 40,00 40,00 40,00 40,00 40,00 Fertigungsanlage: 1.000,00 250,00 250,00 250,00 250,00 Büroeinrichtung: 15,00 Fuhrpark: 14,00 4,00 4,00 4,00 4,00 Materialkosten: 30,00 30,00 30,00 30,00 Personalkosten: 40,00 40,00 50,00 50,00 50,00 50,00 Zinsen:* 0,63 3,48 6,35 = Summe Auszahlungen: 80, ,00 374,00 374,63 377,48 380,35 Kontostand Monatsende: 1.420,00 311,00 63,00 347,63 635,11 925,

6 (* berechnet jeweils vom Kontostand der letzten Periode zzgl. Einzahlungen der laufenden Periode und Auszahlungen der laufenden Periode = Endbestand; sofern negativ: x 1%; Belastung in der Folgeperiode) (25 Punkte) ZU AUFGABE 4 a) Eigenfinanzierung kann beispielsweise erfolgen durch: Einlagen von stillen Gesellschaftern, Kommanditisten, Komplementären u. a. Mitunternehmern bzw. durch den Einzelunternehmer Übernahme von Anteilen an einer GmbH Übernahme von Aktien anlässlich der Ausgabe junger Aktien b) Die Selbstfinanzierung ist eine Sonderform der Eigenfinanzierung. Bei der Selbstfinanzierung stammen die Finanzmittel aus dem Unternehmen selber, d. h. wurden dort erwirtschaftet. c) Bei Selbstfinanzierung kommen die Mittel i. d. R. aus erwirtschafteten Gewinnen, die z. B. als satzungsmäßige oder freiwillige Rücklagen in das Eigenkapital eingestellt werden, als Kapitalerhöhung beschlossen werden, wobei die Mittel dazu als Eigenmittel im Unternehmen bereits vorhanden sind. ZU AUFGABE 5 a) Bei einem Kontokorrentkredit erhält der Kreditnehmer für eine bestimmte Laufzeit die Möglichkeit ein laufendes Konto (eine Art Girokonto) zu überziehen. In der Regel ist für die Überziehung ein Limit festgelegt (Kreditlinie). Die Zinsen werden dabei taggenau nach der Höhe des jeweils in Anspruch genommenen Kredits berechnet. Die Zinsen liegen über dem Niveau langfristiger Darlehen. b) Aufwendungen im Zusammenhang mit einem Kontokorrentkonto: Sollzinsen, Bearbeitungsgebühren, Kreditprovisionen etc. ZU AUFGABE 6 a) Leasing ist vom englischen Begriff to lease" = vermieten/verpachten abgeleitet. Beim Leasing wird zwischen dem Leasinggeber und dem Leasingnehmer ein Vertrag abgeschlossen, mittels dessen der Leasingnehmer ein Wirtschaftsgut nutzen kann. b) Leasing Arten sind z. B.: operate leasing: Dabei wird ein in der Regel kurzfristig kündbarer Vertrag über die Anmietung von meist gängigen Investitions und Konsumgütern geschlossen. Oft übernimmt der Leasinggeber Wartungs und Reparaturarbeiten. Der Leasingnehmer ist in einer dem Mieter vergleichbaren Rechtsposition. sale and lease back: Dies ist eine Finanzierungsform, bei der ein Unternehmen oder die öffentliche Hand Wirtschaftsgüter verkauft und dann zurückmietet. Dadurch ist weniger Kapital gebunden. Spezial Leasing: Die beim Spezialleasing überlassenen Wirtschaftsgüter werden für die Bedürfnisse des Leasingnehmers hergestellt

7 c) Bei Teilamortisationsverträgen ist der Leasinggeber darauf angewiesen, nach Ablauf der Grundmietzeit das Wirtschaftsgut weiter zur Nutzung zu überlassen, da seine gesamten Investitionskosten (Anschaffungskosten des Leasingguts und Finanzierungskosten) noch nicht gedeckt sind. Bei Vollamortisationsverträgen zahlt der Leasingnehmer im Laufe der (unkündbaren) Grundmietzeit insgesamt Beträge an die Leasinggeber, die dessen Investitionskosten abdecken (full pay out). d) Steuerrechtlich stellt sich die Frage, wem das Wirtschaftsgut zuzurechnen ist. Nach 39 Abs. 2 Nr. 1 AO i. V. m. den Leasingerlassen des BMF sind Leasinggüter i. d. R. dem Leasingnehmer zuzuordnen, sofern: es sich nicht um Teilamortisationsverträge handelt die Grundmietzeit weniger als 40 oder mehr als 90% der betriebsgewöhnlichen Nutzungsdauer beträgt bzw. die Miet /Kaufpreiszahlungen nach der Grundmietzeit nicht den Restwert abdecken es sich um Spezialleasing handelt. (4,5 Punkte) ZU AUFGABE 7 a) Eigenkapital: Jahresüberschuss: in % des EK: = EK Rendite , 80000, 26,67% Gesamtkapital (am ): Jahresüberschuss+FK Zinsen: entspricht in % des GK: = GK Rentabilität , , 18,57% b) Gesamtkapital FK Rendite: 12,5% ( T ): , davon 18,57% = , davon Zinsen für FK ( T = 900 T x 12,5%) = , verbleibt EK Zins (= Jahresüberschuss) = , Dies entspricht einer EK Rendite von (110340, x 100 : , = 36,78%) Bei gleichbleibender Verzinsung des Gesamtkapitals steigt die Rendite des EK, sofern das niedriger verzinste FK verstärkt in Anspruch genommen wird (leverage Effekt)

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