Ausbildung und Karriere Das Sonderheft der VerkehrsRundschau

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1 verkehrs RUNDSCHAU SPEZIAL Ausbildung und Karriere Das Sonderheft der VerkehrsRundschau ARBEITGEBER-WÜNSCHE Welche Anforderungen Unternehmen an Hochschulen und Absolventen stellen 5 MARKTÜBERSICHT Anbieter von berufsbegleitenden Logistikstudiengängen mit Abschluss Bachelor, Master und MBA Logistik-Studium Wo und wie angehende Fach- und Führungskräfte ein berufsbegleitendes Hochschulstudium im Bereich Logistik absolvieren können ab Seite 2

2 Andre Kranke stellv. Chefredakteur Shutterstock/Discpicture Lohnt es sich? Lohnt es sich für mich, nach Feierabend noch einmal die Schulbank zu drücken? Diese zentrale Frage stellen sich viele Fach- und Führungskräfte in der Logistik. Wer heutzutage keinen akademischen Titel vorweisen kann, wird irgendwann auf Karrieregrenzen stoßen, und das um so früher, je mehr Mitarbeiter der Arbeitgeber zählt. Auch wenn ihr derzeitiger Chef keinen Wert auf Titel legt, es wechselt sich sicherlich leichter, wenn sie mindestens einen Bachelor in der Tasche haben. Ähnliches gilt auch für den Master. Mag ihrem aktuellen Arbeitgeber der akademische Grad auch egal sein, mit einem solchen Abschluss haben Sie am Arbeitsmarkt mehr Chancen, vor allem wenn der Master den Bachelor sinnvoll ergänzt. Fraglich ist sicherlich, ob ein kostspieliger MBA den Wert eines Logistikarbeitnehmers merklich steigert. Ich würde sagen ja, wenn dieser die Fähigkeiten des Kandidaten entscheidend stärkt. Sei es ein Bachelor, Master, MBA oder Promotion darüber nachdenken sollte jeder mal Spezialist (Ingenieur, Logistiker), der allgemeines Management- Kenntnisse erlernt, ein Generalist (BWL, VWL), der spezifisches Logistikwissen erhält, oder durch ein MBA im Ausland interkulturelle und sprachliche Fähigkeiten ausgebaut werden. Die Art des MBA muss also zur Person passen. Und die Promotion? Hier sollte es weniger um den Titel gehen, sondern um die Begeisterung, sich wissenschaftlich in ein Thema zu vertiefen. Nur dann passt der Doktor zur Person und ist damit authentisch. Die Antwort auf die zentrale Frage lautet also: Es lohnt sich immer darüber nachzudenken, ob ein (zusätzliches) Studium Sinn macht. 03 Arbeitgeber-Wünsche Was Spediteure und Verlader von ihren künftigen Fach- und Führungskräften erwarten 05 Welche Möglichkeiten es für ein Logistikstudium nach Feierabend gibt 09 Bachelor-Abschluss Wo sich berufsbegleitend ein Bachelor mit Schwerpunkt Logistik studieren lässt 12 Master-Abschluss Wo sich berufsbegleitend ein Master mit Schwerpunkt Logistik studieren lässt 15 MBA-Abschluss Wo sich berufsbegleitend ein MBA mit Schwerpunkt Logistik studieren lässt DEIN NETZWERK Club für junge Logistiker YouLoC ist der Young Logistics Club der VerkehrsRundschau. Junge Fach- und Führungskräfte erhalten hier regelmäßig wertvolle Karriereinfos und viele Vorteile. Die Mitgliedschaft ist kostenlos. Mehr unter IMPRESSUM Verlag Heinrich Vogel Springer Fachmedien München GmbH Aschauer Straße München Handelsregister: Amtsgericht München HRB Springer Fachmedien München GmbH ist Teil der Fachverlagsgruppe Springer Science+Business Media Geschäftsführer Joachim Krieger Verlagsleitung Fachzeitschriften Katrin Geißler-Schmidt Chefredakteurin (V.i.S.d.P.) Birgit Bauer 089 / stellv. Chefredakteur Andre Kranke 089 / Chef vom Dienst Tobias Rauser (tr) 089 / Grafik/Layout Alexander Wallnöfer Leitung Sales Logistik & Verkehr Matthias Pioro 089 / Marketing Michaela Wieser 089 / Abonnement-Service Tel.: 089 / Fax: 089 / Druck Stürtz GmbH, Alfred-Nobel-Straße 33, Würzburg Anzeigenpreise Es gilt die Anzeigen-Preisliste Nr. 56 vom Nachdruck und Vervielfältigungen Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind urheberrechtlich geschützt. Mit Ausnahme der gesetzlich zugelassenen Fälle ist eine Verwertung ohne Einwilligung des Verlages strafbar. Manuskripte Für mit Namen gekennzeichnete Beiträge ist der Autor verantwortlich. Der Verlag übernimmt keine Haftung für unverlangt eingesandte Manuskripte. Mit dem Autorenhonorar gehen die Verwertungs-, Nutzungs- und Vervielfältigungsrechte an den Verlag über, insbesondere auch für elektronische Medien (Internet, Datenbank, CD-ROM). Für die Herstellung des Spezials verwenden wir chlorfreies Papier. VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL

3 Karriere in der Logistik Alex Schelbert/Messe München (vl): Andre Kranke, stellvertretender Chefredakteur der VerkehrsRundschau, diskutierte mit Bernhard Simon (Dachser), Michael Krings (Douglas), Thorsten Klaas-Wissing (Universität St. Gallen) und Professor Kai Hoffmann (Europäische Fernhochschule Hamburg) die Chancen eines berufsbegleitenden Studiums Investition in die Zukunft Erst studieren, dann arbeiten dieser Bildungsweg ist vielen Beschäftigten zu starr. Heute sind flexiblere Modelle gefragt. Kann man mit einem berufsbegleitenden Studium aber auch Karriere in der Logistik machen? Studium und Arbeit nebeneinander: Aus der Sicht von immer mehr jungen Erwachsenen führt dieser Bildungsweg direkt zum beruflichen Erfolg. Hinzu kommt, dass Unternehmen zunehmend die persönliche Weiterbildung ihrer Mitarbeiter fördern auch die von Logistikern. Doch lohnt sich die Doppelbelastung durch ein berufsbegleitendes Studium? Sollte man wochenends das Büro gegen Hörsaal tauschen oder besser nach Feierabend zu Hause büffeln? Und welcher Abschluss ist sinnvoll? Diese Fragen erörterten Vertreter aus Lehre und Wirtschaft Anfang Juni im Rahmen einer Podiumsdiskussion auf der Messe Transport Logistic 2013 in München. Wichtiger als der akademische Grad ist die inhaltliche Ausrichtung des Studiums PROFESSOR KAI HOFFMANN, Direktor der Europäischen Fernhochschule Hamburg Der Inhalt ist wichtiger als der Abschluss Rund 300 Messebesucher informierten sich auf der Veranstaltung Karriere in der Logistik über die Chancen und Grenzen des berufsbegleitenden Studiums. So wie viele von ihnen wollte Andre Kranke, stellvertretender Chefredakteur der VerkehrsRundschau, von den Experten im Karriereforum wissen, mit welchem Abschluss man nach einem absolvierten Feierabendstudium die besten Karriereaussichten hat. Den Referenten war dieser Diskussionsansatz allerdings etwas zu kurz gedacht. Wichtiger als der akademische Grad sei die inhaltliche Ausrichtung des Studiums, betonte Professor Kai Hoffmann. Egal ob man nun einen Bachelorabschluss, den Masterabschluss oder beides anstrebt man sollte vorab einen Blick in die Lehrpläne werfen, um herauszufinden, wie viel der Studiengang mit Logistik zu tun hat, erklärte der Direktor der Europäischen Fernhochschule Hamburg (Euro-FH). Helfen bei der Wahl des berufsbegleitenden Studiums könne ein Gespräch mit einem Personalverantwortlichen oder dem Abteilungsleiter. Laut Professor Hoffmann werden derzeit in Deutschland 21 echte Logistikstudiengänge angeboten, die man parallel zum Beruf absolvieren kann. Welcher der richtige ist, hänge stark von der Vorbildung und den persönlichen Vorstellungen ab. Man sollte sich frühzeitig Gedanken machen und Zeit bei der Entscheidung lassen, sagte Professor Hoffmann. Der Bachelor sei häufig Voraussetzung für eine Position im mittleren Management. Wenn man einen weiteren Karrieresprung machen möchte, führt an einer 3 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

4 Karriere in der Logistik Ausbildung + Karriere weiteren Spezialisierung und somit am Master kein Weg vorbei, sagte er. Für Michael Krings von Douglas spielt der Abschluss eine untergeordnete Rolle. Der Logistikchef der Parfümerie legt vielmehr Wert auf konzeptionelle Fähigkeiten: Im Handel sind die Anforderungen an die Logistiker gestiegen wir sind die Schnittstelle zu Einkauf, Marketing, Vertrieb und IT und müssen unternehmensübergreifend in Wertschöpfungsketten denken, sagte er auf der VerkehrsRundschau-Veranstaltung. Mehr Bedeutung misst er deshalb den Soft Skills zu. Ich würde einem Mitarbeiter, der schon über gewisse Fähigkeiten wie ausgeprägtes Abstraktionsvermögen verfügt zum Beispiel nicht empfehlen, nach dem Bachelor- noch den Masterabschluss zu machen, sagte er. Berufsgleitend Studieren kommt gut an Genauso wie seine Vorredner stellte Thorsten Klaas-Wissing die Frage nach dem Titel zunächst hinten an. Ein berufsbegleitendes Studium ist in jedem Fall eine lohnende Investition in die eigene Qualifikation, sagte der Vize-Direktor der Universität St. Gallen und Leiter des Diplomstudiengangs Logistikmanagement. Allein deshalb, weil eine akademische Ausbildung den Absolventen gewisse Fähigkeiten bescheinige. Zum Beispiel, dass sie in der Lage sind, sich mit komplizierten Themen auseinanderzusetzen und komplexe Zusammenhänge zu verstehen. Dass sie sich selbst organisieren und motivieren können. Dass sie kommunizieren und im Team arbeiten können. Und, dass sie belastbar und auch unter Zeitdruck fleißig sein können. Wer neben dem Beruf studiert, gilt als engagiert, zielstrebig und selbstständig, bestätigte Professor Hoffmann von der Euro-FH. Das berufsbegleitende Studium würde deshalb heute von den meisten Personalchefs gewürdigt. Viele Unternehmen setzen bei Angestellten, die eine Führungsposition anstreben, mittlerweile eine akademische Ausbildung voraus. Wer Leistung zeigt und Verantwortung übernimmt, der kommt auf jeden Fall weiter im Unternehmen egal ob Bachelor oder Master, erklärte Bernhard Simon, der Sprecher der Geschäftsführung von Dachser. Höhere Aufgaben erforderten aber mitunter ein umfangreicheres Methodenwissen. Crashkurs für angehende Top-Manager Eben jenes Methodenwissen kann man inzwischen an vielen Hochschulen lernen und danach mit dem Titel des Master of Business Administration (MBA) abschließen. Dieser Alex Schelbert/Messe München Personalchefs befürworten berufsbegleitendes Studium Die Forsa-Gesellschaft für Sozialforschung und statistische Analysen hat im Januar dieses Jahres im Auftrag der Europäischen Fernhochschule Hamburg (Euro FH) branchenübergreifend 300 Personalchefs von Unternehmen mit mehr als 150 Mitarbeitern gefragt, für welchen Bewerber sie sich entscheiden würden: einen Absolventen eines Fernstudiums oder einen Absolventen eines Präsenzstudiums. Das ist das Ergebnis: Bewerber mit abgeschlossenem Präsenzstudium 28% Weiß ich nicht/ Keine Angabe 6% UMFRAGE Ich mache dazwischen keinen Unterschied 29% Bewerber mit abgeschlossenem Fernstudium 37% Quelle: Forsa Abschluss gilt als Eintrittskarte in die Chefetage, das dazugehörige Aufbaustudium als Crashkurs für angehende Führungskräfte, die nicht eine kaufmännische Vorbildung mitbringen. Wenn jemand mehrjährige Berufserfahrung und bereits einen Bachelorabschluss in der Tasche hat, dann ist er ein echter Logistikprofi. Hat dieser Mitarbeiter auch noch Führungsqualitäten bewiesen, empfehlen wir ihm, sich generalistisch in Richtung des MBA weiterzuentwickeln, damit er sich das notwendige Knowhow aneignen kann, das für den nächsten Karriereschritt notwendig ist, erklärte Dachser-Chef Simon. Ein MBA-Studium mit Logistikbezug ist laut Krings in der Regel aber wenig sinnvoll. Es sollte darum gehen, strategische Fertigkeiten zu erlangen und ein unternehmerisches Bauchgefühl zu entwickeln und nicht darum, Fachkenntnisse noch weiter zu vertiefen, so Krings. Doktor neben dem Beruf ist umstritten Professor Kai Hoffmann relativierte, dass eine Spezialisierung auf Logistik im Masterstudium durchaus angebracht sein kann, wenn es im Bachelorstudium kaum Schnittpunkte mit dem Job gibt. Insgesamt sollte man sich möglichst breit aufstellen, riet er. Zudem betonte der Direktor der Euro-FH, dass es Unternehmen bei dem berufsbegleitenden Studium nicht allein darauf ankommt, dass fundiertes Fachwissen vermittelt wird. Es zählt die Nähe zum Job, sagte Professor Hoffmann. Daher sei zum Beispiel die Promotion umstritten. Was nützt dem Chef der Doktortitel eines Mitarbeiters?, hinterfragte Dachser-Sprecher Berhard Simon. Die Nebenbei-Dissertation sei mit immensem Aufwand verbunden und habe selten Praxisbezug, stimmte ihm Michael Krings von Douglas zu: Man braucht keinen Doktortitel, um Karriere in der Logistik zu machen. Eine Video-Zusammenfassung der Veranstaltung finden Sie unter André Gieße Rund 300 Nachwuchslogistiker informierten sich über Chancen und Grenzen des berufsbegleitenden Studiums VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL

5 Karrierestatt Immer mehr Logistikprofis wollen neben ihrem Beruf noch einen Bachelor-, Master- oder MBA-Abschluss erwerben. Der Auftakt zur großen VerkehrsRundschau-Serie. DIE SERIE Hochschulstudium neben dem Job absolvieren die große VerkehrsRundschau-Serie VR 4: Warum und wie Logistik- Arbeitgeber berufsbegleitendes Studieren unterstützen VR 13: Berufsbegleitendes Bachelor-Studium VR 17: Berufsbegleitendes Master-Studium VR 22: Berufsbegleitendes MBA-Studium VIDEO-TIPP Feierabend Einmal am Anfang des Berufslebens lernen und dann bis zur Rente vom Wissensvorrat zehren dieses Modell hat auch in der Logistikbranche ausgedient. Es wird ganz klar mehr berufsbegleitend studiert, sagt Bettina Pick, Referentin Personalentwicklung bei Fiege in Greven. Ihre Beobachtung: Immer mehr Mitarbeiter des Logistikkonzerns entschließen sich, in der Mitte ihres Berufslebens noch einmal akademisches Wissen nachzutanken. Zusammen mit den dualen Studenten sind es 50 bis 60, schätzt Pick. Die dabei genutzten Programme reichen vom Fernstudium Wirtschaftsinformatik über Marketing-Studiengänge bis zum MBA-Abschluss. Und Fiege rechnet mit weiter zunehmendem Bildungshunger seiner insgesamt Beschäftigen in 18 Ländern. Immer mehr Mitarbeiter, die zum Beispiel mit einem Bachelor kommen, werden später noch einen Master-Abschluss anstreben, erwartet Pick. Angebot zum Studium im Job, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben Anforderungen eines CEO Welche Schwerpunkte setzt der Chef eines führenden deutschen Logistikunternehmens beim Thema Aus- und Weiterbildung von Fach- und Führungskräften? Bernhard Simon erläutert auf VerkehrsRundschau TV (www.verkehrsrundschau.de/videos), welche Anforderungen der Sprecher der Geschäftsführung des Kemptener Logistikdienstleisters Dachser an Mitarbeiter mit akademischer Ausbildung stellt. ak Dachser/Robert Martin Der Trend zum berufsbegleitenden Studieren ist quer durch die gesamte Logistikbranche zu beobachten und das aus einem einfachen Grund. Outsourcing, globale Supply Chains, neue Technologien die Anforderungen steigen einfach. Das treibt die Akademisierung voran, erklärt Karlheinz Schwuchow, Professor für Internationales Management an der Hochschule Bremen. Der Weiterbildungsexperte beobachtet, dass immer mehr Firmen schon bei der Rekrutierung mit der Möglichkeit zum berufsbegleitenden Studium werben. Vor allem die großen und mittleren Unternehmen machen das, um als Arbeitgeber attraktiv zu bleiben, sagt der Professor aus Bremen. Fotolia/Contrastwerkstatt Der Traum vieler Young Professionals in der Logistik: parallel zum Job noch ein Studium absolvieren 5 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

6 Ausbildung + Karriere Neben dem Job studieren das ist auch bei Dachser an der Tagesordnung: Am stärksten verbreitet ist immer noch das sogenannte Duale Studium, das heißt, der Mitarbeiter absolviert Praxisphasen im Betrieb und besucht parallel dazu eine Hochschule. Rund 200 Angestellte nutzen derzeit diese Möglichkeit. Dafür kooperiert Dachser eng mit über zehn Hochschulen in Deutschland, darunter Mannheim, Lörrach, Glauchau und Berlin. Schwerpunkt des Studiums ist Logistik. Doch auch erfahrenen Kräften, vom ausgelernten Speditionskaufmann bis zur Führungskraft, steht der Weg an eine Hochschule offen. Dachser unterstützt Mitarbeiter Wer sich für neue Aufgaben rüsten will und den passenden Studiengang ins Auge gefasst hat, kann üblicherweise mit Unterstützung rechnen. Einzige Voraussetzung: Das Studium muss eine enge Verknüp- HINTERGRUND Akademische Abschlüsse Bachelor: Die erste Stufe eines Hochschulstudiums, dauert in Vollzeit üblicherweise drei bis vier Jahre, berufsbegleitend auch länger. Der Bachelor-Titel ist üblicherweise die Voraussetzung für ein Master-Studium. Master: Die zweite Stufe eines Hochschulstudiums, dauert in Vollzeit zwei bis vier Semester. Der Titel ist meist äquivalent zu den alten Magister- und Diplom- Abschlüssen. Viele Studenten schließen den Master direkt an den Bachelor an (konsekutiv), in diesem Fall ist das Studium an einer öffentlichen Hochschule kostenlos. Daneben kann der Master auch nach einigen Jahren im Beruf erworben werden (nicht-konsekutiv), dann allerdings kostenpflichtig. Master of Business Administration (MBA): Ein Aufbaustudium, das umfassendes Managementwissen vermitteln soll. Voraussetzung, um an einem MBA- Programm teilnehmen zu können, ist in der Regel ein abgeschlossenes Hochschulstudium. Für die Kurse fallen je nach Anbieter bis zu sechsstellige Gebühren an. Für erfahrene Führungskräfte bieten Business Schools sogenannte Executive MBAs (EMBA) an: Diese Programme werden berufsbegleitend absolviert und vom Arbeitgeber oft auch mitfinanziert. cg Shutterstock/Discpicture VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL

7 Hochschule Bremen Viele Anbieter vermitteln direkt umsetzbares operatives Wissen KARLHEINZ SCHWUCHOW, Professor an der Hochschule Bremen fung zur Berufspraxis haben, betont Hermann Grünheidt, Bereichsleiter Human Resources (HR) Management Road. Rund 40 erfahrene Dachser-Mitarbeiter durchlaufen derzeit eine berufsbegleitende akademische Ausbildung. Sie greifen bevorzugt zu logistikspezifischen Angeboten, doch auch in Fachthemen wie IT, HR oder Management (Executive MBA) rüsten die Mitarbeiter nach. Je nach Bedarf stößt das Kemptener Logistikunternehmen mit seinen weltweit Mitarbeitern solche Weiterbildungen auch selbst an, wenn das im Rahmen einer persönlichen Entwicklungsplanung sinnvoll ist, erklärt Grünheidt und fügt hinzu: In vielen Bereichen steigt einfach die Komplexität des Geschäfts. Die meisten Arbeitgeber unterstützen die Lernenden, generelle Regelungen gibt es dazu jedoch meist nicht. Man entscheidet im Einzelfall, in welcher Höhe Kurs- oder Studiengebühren übernommen werden. Üblicherweise knüpfen Unternehmen dies an die Bedingung, dass der jeweilige Mitarbeiter auch im Unternehmen bleibt. Ein verbreitetes Vorgehen: Die Firma trägt die Studienkosten, und die Mitarbeiter verpflichten sich im Gegenzug, im Fall des Ausscheidens innerhalb eines vordefinierten Zeitraums das Geld (anteilig) zurückzuzahlen. Bei Dachser etwa wird so verfahren. Fiege gewährt Lerntage Auch bei Fiege können Teilzeitstudenten mit finanzieller Unterstützung rechnen. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, im Rahmen einer Fortbildungsvereinbarung eine gewisse Anzahl von sogenannten Lerntagen oder -wochen auszuhandeln, die dann wie unbezahlter Urlaub behandelt werden. Wer ein Vollzeitstudium beginnt, kann sich auf Wunsch auch als Werkstudent weiterbeschäftigen lassen. Die Bezahlung fällt dann oft höher aus als bei externen Universitätsstudenten, da die Mitarbeiter in der Regel in der Abteilung bleiben, in der sie schon einige Jahre Vollzeit gearbeitet haben, betont Personalreferentin Pick. Letztlich werde aber jeder Fall einzeln geregelt und flexibel gehandhabt. Das gilt auch bei der Wahl des Studiengangs: Obwohl Fiege mit einigen Hochschulen bevorzugt zusammenarbeitet (zum Beispiel Münster, Osnabrück oder Duisburg-Essen), können die Mitarbeiter auch andere Lernangebote wahrnehmen. Daran indes mangelt es nicht, schließlich gibt es weit über 100 Studiengänge mit Logistikbezug hierzulande. Welcher Anbieter für einen Interessenten der Richtige ist, hängt stark von der jeweiligen Position und den Karriereplänen ab. Wer Führungsaufgaben bei einem internationalen Konzern anstrebt, sollte sich eine Hochschule mit starker wissenschaftlicher Fundierung suchen. Die Kühne Logistics University in Hamburg wäre ein Beispiel für einen solchen akademischen Leuchtturm, sagt Marktkenner Schwuchow. Logistikprofis, die sich bei Methoden und Technologien auf den neuesten Stand bringen wollen, sind bei einer Fachhochschule gut aufgehoben. Viele Anbieter vermitteln direkt umsetzbares operatives Wissen, so Schwuchow. Duales Hochschulstudium bei Rewe Für Berufseinsteiger ohne Ausbildung oder akademischen Abschluss besonders interessant und bei vielen Unternehmen gern gesehen: Ein Duales Hochschulstudium, wie es beispielsweise Dominic Loske beim Handelshaus Rewe absolviert. Loske muss alle drei Monate umdenken. Dann steht I N T E R V I E W AuchohneakademischeVorbildung ImGesprächmitThorstenKlaas-Wissing,StudienleiterdesberufsbegleitendenDiplomstudiums LogistikmanagementanderUniversitätSt.GalleninderSchweiz. Uni St. Gallen Die Universität St. Gallen bieten schon seit fünf Jahren einen berufsbegleitenden Diplomstudiengang Logistik an. Warum? Thorsten Klaas-Wissing: Wir haben gemerkt, dass es in der Branche ein großes Interesse an einem berufsbegleitenden Studiengang gibt, an dem man auch ohne akademische Vorbildung Bachelor oder Master teilnehmen kann. Genau das bieten wir mit dem Diplomstudium Logistikmanagement an. Für wen macht eine solche Ausbildung Sinn? Für Mitarbeiter aus der Thorsten Klaas-Wissing mittleren und oberen Führungsebene, sowohl von Verlader- als auch von Dienstleisterseite. Die Spannbreite unserer Teilnehmer reicht vom geschäftsführenden Gesellschafter eines mittelständischen Unternehmens über den Niederlassungsleiter eines Logistikkonzerns bis zum Chief Operating Officer eines Produktionsunternehmens. Was können diese gestandenen Profis an der Hochschule noch lernen? Zum einen helfen wir dabei, das vorhandene Wissen noch einmal strukturiert zu vertiefen. Zum anderen bietet das Studium die Möglichkeit, ein Netzwerk zu anderen Fachleuten aufzubauen. Wie unterscheidet sich das berufsbegleitende Studium von einer Erstausbildung? Die berufserfahrenen Teilnehmer sind konstruktiv-kritisch und diskussionsfreudig. Anders als bei jungen Studierenden gibt es in den Kurseinheiten viele Einwürfe und Nachfragen. Die Teilnehmer stellen hohe Ansprüche an die fachliche Kompetenz, Praxiserfahrungen und didaktische Flexibilität. Da ist schlichtweg eine hohe Qualität bei den Dozenten gefragt. Die hat allerdings auch ihren Preis: Der Studiengang kostet rund Euro. Wer zahlt diese Gebühren üblicherweise? Es gibt Firmen, die alle Kosten tragen, aber auch Teilnehmer, die komplett selbst zahlen und ihren Urlaub in den Kurs investieren. Am häufigsten ist eine Mischfinanzierung, bei der der Arbeitgeber beispielsweise die Kursgebühren übernimmt und der Teilnehmer dann die Reisekosten trägt. cg 7 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

8 Ausbildung + Karriere ZAHLEN + FAKTEN Das Logistik-Studium Derzeit gibt es in Deutschland rund 180 Studiengänge (Bachelor und Master) in denen Logistik in Form von Fächern, Modulen oder Schwerpunkten gelehrt wird, so das Ergebnis einer Untersuchung von Professor Kay Hoffmann von der Europäischen Fernhochschule in Hamburg. Davon seien 50 Studiengänge als echte Logistikstudiengänge anzusehen, so Hoffmann. Zu diesen zählt der Professor Studiengänge, die einen Logistikanteil in ECTS (European Credit Transfer and Accumulation System) von mindestens 35 Prozent vorweisen können. Berufsbegleitende Bachelor Logistikstudiengänge gibt es demnach zwölf, davon sieben berufsbegleitend in Präsenz und fünf berufsbegleitend im Fernstudium. Zum Master-Abschluss führen neun berufsbegleitende Logistikstudiengänge, davon sechs berufsbegleitend in Präsenz und drei berufsbegleitend im Fernstudium. ak wieder ein Wechsel an vom Büro in den Hörsaal oder umgekehrt. Denn der 21-Jährige absolviert bei Rewe Logistik eine duale Ausbildung: Er arbeitet jeweils drei Monate im Lager Eitting bei München, lernt hier die Abläufe in Warenein-/ausgang, Kommissionierung und Fuhrpark kennen. Danach folgen wieder drei Monate an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Mosbach. Auf dem Lehrplan stehen dort klassische Betriebswirtschaftslehre mit Marketing und Buchhaltung plus spezielle Logistikvorlesungen. Loske schätzt das berufsbegleitende Studieren: Man ist finanziell unabhängig und hat eine Perspektive auf Festanstellung. Der Ausbildungsgang besteht aus insgesamt sechs Theorie- und Praxissemestern. Einsteiger werden im ersten Lehrjahr mit 1200 Euro brutto pro Monat entlohnt. Aus dem Studiengang, der mit dem Titel Bachelor für Warenwirtschaft und Logistik abgeschlossen wird, soll in Zukunft der Führungsnachwuchs für Rewe kommen. Auch Student Loske hat große Pläne: Kommissionierungs- oder Lagerleiter könnte ich mir gut vorstellen, sagt der angehende Bachelor. Das Pendeln zwischen Hochschule und Betrieb macht ihm nichts aus. Nur nach drei Monaten Vorlesung Fiege Es wird ganz klar mehr berufsbegleitend studiert BETTINA PICK, Referentin Personalentwicklung bei Fiege wieder um fünf in der Frischeabteilung zu stehen das ist nicht einfach, lacht Loske. Wie die einzelnen berufsbegleitenden Studienangebote zum Bachelor, Master und MBA im Detail aussehen, zeigt die VerkehrsRundschau in den folgenden drei Teilen unserer Serie. Constantin Gillies, freier Journalist Die Nachwuchsinitiative Hallo, Zukunft! hilft Ihnen, qualifizierte Auszubildende für Ihr Unternehmen zu finden. Präsentieren Sie sich beim Nachwuchs der Verkehrs-, Transport- und Logistikbranche. Treten Sie in direkten Kontakt mit Schülern. Mehr Infos unter Deine ZUkUnft in Verkehr UnD LogiStik. Schirmherr Unterstützt von

9 Ausbildung + Karriere Bachelor-Abschluss Viele junge Fach- und Führungskräfte träumen vom Studium parallel zum Job. Wo und wie das geht, zeigt Teil 2 der Serie Berufsbegleitend studieren. So schaffen Sie den Bachelor-Abschluss im Präsenz- oder Fernstudium. in 5000 Stunden DIE SERIE Berufsbegleitend studieren Hochschulstudium neben dem Job absolvieren die große VerkehrsRundschau-Serie VR 4: Warum und wie Logistik- Arbeitgeber berufsbegleitendes Studieren unterstützen VR 13: Berufsbegleitendes Bachelor- Studium VR 17: Berufsbegleitendes Master- Studium VR 22: Berufsbegleitendes MBA-Studium Fotolia Tagsüber in der Logistikabteilung arbeiten und abends und am Wochenende büffeln für den Bachelor-Abschluss Berufserfahrung ist mir wichtiger als tagelang in Vorlesungen zu sitzen, sagt Synia Breuninger und lacht. Die 27-Jährige arbeitet seit fünf Jahren bei einem süddeutschen Automobilhersteller in der Auftragssteuerung. Sie kümmert sich darum, dass Bestellungen aus dem asiatischen Raum pünktlich bearbeitet und versendet werden. Ein interessanter Job aber Breuninger will mehr. Mich interessieren strategische Aufgaben. Deshalb hat sich die Assistentin für internationales Wirtschaftsrecht entschlossen, eine akademische Ausbildung nachzulegen. Im Jahr 2009 nahm sie ein Fernstudium an der Euro-FH in Hamburg auf. Hier können Berufstätige einen Bachelor-Abschluss mit Schwerpunkt Logistik erwerben. Das ist wichtig für den nächsten Karriereschritt, ist Breuninger überzeugt. Neben dem Beruf einen akademischen Titel erwerben das liegt auch in der Logistik im Trend. Denn einerseits wächst die Branche und Tätigkeiten werden immer komplexer. Andererseits liefern Hochschulen und Arbeitsmarkt nicht mehr genug Nachwuchs. VR-TIPP Studieren ohne Abitur Auch Personen ohne Abitur oder Fachhochschulreife können einen Bachelor-Abschluss erreichen. Dazu müssen sie sich über im Beruf erworbene Qualifikationen für ein Studium qualifiziert haben. Darunter fallen Personen, die über eine abgeschlossene Berufsausbildung verfügen oder eine mehrjährige Berufspraxis vorweisen können. Außerdem kann die Studierfähigkeit durch eine Sonderprüfung bei einer Landesschulbehörde nachgewiesen werden. ak Unternehmen sprechen uns immer häufiger an, berichtet Günter Truszkiewitz, Professor und Dekan für Logistik an der SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft Hamm. Sein Haus bietet ein Fernstudium im Wirtschaftsingenieurwesen mit Schwerpunkt Logistik an. Für die meisten Angestellten, die neben dem Job studieren wollen, ist dieses Lernen auf Distanz der Weg der Wahl. Was einfach klingt, ist jedoch mit hohem Aufwand verbunden: Wer den Bachelor in sechs Semestern erwerben will, muss die gleiche Arbeitsleistung erbringen wie ein ganz normaler Präsenzstudent. Das geht nicht nebenher, das muss man in sein Leben integrieren, sagt Kai Hoffmann, Professor und Studiengangsdekan an der Euro-FH in Hamburg. Aufwand ist nicht zu unterschätzen Eine kleine Rechnung macht den Zeitaufwand deutlich: In den meisten Studiengängen gilt es, 180 so genannte Leistungspunkte (ECTS) erwerben. Die Bildungspolitik rechnet pro Punkt mit einem Zeitaufwand von 30 Stunden, das heißt, bis zum Abschluss vergehen über 5000 Stunden mit Lernen, Wiederholen und Prüfungen ablegen. Wer schon einige Jahre in der Logistikbranche gearbeitet hat, kommt erfahrungsgemäß mit deutlich weniger Arbeitsstunden pro Leistungspunkt aus, dennoch gilt es, viel persönliche Energie zu investieren. Studenten sagen immer wieder: Ich habe den Aufwand unterschätzt, so Truszkiewitz. Um Berufstätigen, die nicht so viel Zeit erübrigen können, entgegenzukommen, bie- VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL

10 Euro-FH Das geht nicht nebenher, das muss man in sein Leben integrieren PROFESSOR KAI HOFFMANN, Euro-FH Hamburg tet die Hochschule Hamm verschiedene Varianten mit sieben bis neun Semestern an. Das Fernlernen selbst läuft noch immer nach dem bewährten Muster: Lernende erhalten regelmäßig Studienbriefe, in denen der Lernstoff häppchenweise vermittelt wird heutzutage zusätzlich per als PDF-Datei. Daneben hat in den letzten Jahren auch die Elektronik Einzug gehalten. Immer mehr E-Learning ergänzt das klassische Selbststudium. In Hamm etwa finden wöchentlich abends zwischen und 20 Uhr Webinare statt, bei denen der Dozent per Videobild eine Vorlesung hält und live Fragen beantwortet, die Studenten per Textchat stellen. Ganz ohne persönlichen Kontakt geht es natürlich auch im Fernstudium nicht. In der Regel sind mehrere Präsenzvorlesungen eingestreut, die am Wochenende stattfinden. Bei der Euro-FH gibt es vier zweitägige Seminare, in Hamm sind es sieben Präsenz- Samstage. Angehende Bachelor, die nicht zum Hochschulstandort anreisen können, haben die Möglichkeit, die Vorlesung als Livevideo oder Aufzeichnung zu verfolgen. Gerade Fernstudenten, die in Asien, Amerika oder Afrika auf Montage sind, schätzen das, wirbt Dekan Truszkiewitz. Um berufsbegleitend zu studieren, ist übrigens nicht mehr zwingend das Abitur oder Fachabitur nötig. Die Hochschulen haben ihre Kurse für jedermann geöffnet, Voraussetzung sind eine zweijährige Ausbildung sowie drei Jahre Berufserfahrung in der Logistik. Branchenfremde müssen üblicher- H O C H S C H U L E N M I T B E R U F S B E G L E I T E N D E M L O G I S T I K - B A C H E L O R Webseite Standort Hochschulzugangsberechtigung Regelstudienzeit Abschluss Kursgebühren Studiengang International School of Management (ISM) studium-berufsbegleitend/bachelorbusiness-administration/auf-einenblick Dortmund, Frankfurt/Main, Hamburg Göttingen, weitere zehn Fernstudienzentren Zugangsvoraussetzung Hochschulzugangsberechtigung Europäische Fernhochschule Hamburg (Euro-FH) in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer IML Hamburg, bundesweite Testzentren Abitur oder Fachhochschulreife, fachspezifische Fortbildungsprüfung, abgeschlossene Berufsausbildung und mehrjährige Berufserfahrung SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft de/studiengaenge/ logistics-school/logistikmanagementbachelor/ Hamm Abitur, Fachabitur, Meisterprüfung, Fachwirt oder Fachkaufmann, Berufsausbildung und mindestens 3 Jahre Berufserfahrung ggf. Probestudium PFH Private Hochschule Göttingen Mindestens Fachhochschulreife 7 Semester * 36 oder 48 Monate 6 oder 9 Semester 8 Semester, Verkürzung auf 6 möglich Bachelor of Arts (B.A.) in Business Administration Studiengebühren pro Monat: 295 Euro, Immatrikulationsgebühr: 177 Euro, Thesisgebühr: 300 Euro Bachelor mit Schwerpunkt Transport & Logistik Bachelor of Science (B.Sc.) Euro (36 Monate), Euro (48 Monate) Bachelor of Science (B.Sc.) Immatrikulationsgebühr 250 Euro,dann monatliche Gebühren von 350 Euro (bei 6 Semestern) oder 250 Euro (bei 9 Semestern) Bachelor of Science in Logistikmanagement Wirtschaftsingenieurwesen Logistik/ Energie (B.Sc.) Bachelor of Arts (B.A.) Euro inkl. 650 Euro Prüfungsgebühr bei 8 Semester Studiendauer Fernstudium BWL (B.A.): Schwerpunkt Logistik & Supply Chain Management Wilhelm Büchner Hochschule Pfungstadt bei Darmstadt Abitur, Fachhochschulreife, Hochschulzulassungsberechtigung, Berufsausbildung und 3 Jahre Berufserfahrung ggf. Weiterbildung (mind. 400 Stunden) Europäischer Hochschulverband (EHV Fernstudium und Weiterbildung GmbH) Hamburg Hochschule Neuss für Internationale Wirtschaft fernstudium/ schwerpunkte/fernstudium-bwl-bachelor-of-arts-schwerpunkt-logistik-asupply-chainmanagement.html wirtschaft/bachelorstudiengang-wirtschaftsingenieurlogistik/ bachelor/wirtschaftlogistik/bwllogistik/ Neuss Abitur oder Fachhochschulreife, Meister oder Fortbildungsabschluss, Berufsausbildung und mindestens drei Jahre Berufserfahrung ggf. Probestudium 7 Semester 7 Semester 8 Semester Bachelor of Engineering (B. Eng.) 309 Euro pro Monat, insgesamt Euro Wirtschaftsingenieurwesen Logistik Bachelor of Arts (B.A.) 239 Euro pro Monat, zusätzlich 30 Euro Gebühr pro Modulprüfung, 150 Euro für die Abschlussprüfung Bachelor Wirtschaft Logistik Bachelor of Science (B.Sc.) 360 Euro pro Monat, 190 Euro Einschreibegebühr Logistics and Supply Chain Management Bemerkung Präsenzstudium ** Fernstudium Fernstudium Fernstudium Fernstudium Fernstudium Präsenzstudium Akkreditierung FIBAA FIBAA AQAS ZEVA ACQUIN AQAS FIBAA *) Möglichkeit zu verkürzen, sofern weiterführende Abschlüsse, z.b. IHK Verkehrsfachwirt, vorhanden sind **) wird wieder ab WS 2013/2014 angeboten Quelle: VerkehrsRundschau 10 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

11 Ausbildung + Karriere weise eine Eingangsprüfung bestehen, ein Probestudium absolvieren oder sich vor Studienbeginn weiterbilden. Den typischen Teilnehmer beschreibt Professor Hoffmann so: Es handelt sich meist um junge, sehr ehrgeizige Mitarbeiter, die im Job eine Perspektive aufgezeigt bekommen, aber keine Zeit für Präsenzvorlesungen haben. Zwischen Sachbearbeiter und mittlerem Manager sei alles vertreten, so Hoffmann. Den passenden Studiengang finden Rund 50 Bachelor-Studiengänge mit ernst zu nehmendem Logistikanteil gibt es derzeit in Deutschland. Berufsbegleitend sind davon nur die wenigsten (siehe Tabelle Seite 38), aber der Anteil nimmt zu. Bleibt die Frage, wie ein Interessent einen qualitativ hochwertigen Kurs für sich findet. Ein klares Plus ist sicherlich, wenn die Hochschule auf langjährige Erfahrung im Fernlernen verweisen kann. Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist der Anteil der Logistikinhalte. Bei der Euro-FH in Hamburg liegt er nach eigenen Angaben bei 50 Prozent ein Wert, den die meisten Konkurrenten nicht erreichen. Ein Blick in das Curriculum im Internet offenbart oft, wie groß der Schwerpunkt SRH Hamm Studenten sagen immer wieder: Ich habe den Aufwand unterschätzt PROFESSOR GÜNTER TRUSZKIEWITZ, SRH Hochschule Hamm tatsächlich ist. Und zu guter Letzt zeigt sich die Qualität eines Fernstudiums auch darin, wie leicht den Studenten die Arbeit gemacht wird: Können Prüfungen nur an der Hochschule abgelegt werden oder eventuell auch in Testzentren an anderen Standorten? Gibt es fixe Termine für Prüfungen oder ist eine Teilnahme jederzeit möglich? Stehen persönliche Tutoren oder Studienbegleiter zur Verfügung? Solche vermeintlich kleinen Details machen in der Praxis oft den Unterschied. Noch ein Hinweis: Einige wenige Hochschulen bieten auch klassische Präsenzkurse an, die zum Bachelor führen. An der Hochschule Neuss etwa kann der Studiengang Logistics and Supply Chain Management belegt werden. Die Vorlesungen finden freitagabends und ganztägig samstags statt. Um die Lernenden nicht zu überfordern, ist die wöchentliche Stundenzahl auf zwölf begrenzt. Allerdings müssen die Studenten zur Hochschule pendeln. Dafür sind die Abbrecherquoten deutlich niedriger als beim Fernstudium, wirbt Otto Jockel, Dekan der School of Logistics. Für Bachelor-Studentin Breuninger haben sich die vielen Lernstunden abends und am Wochenende übrigens ausgezahlt: Sie konnte das Fernstudium unlängst abschließen und hat fast zeitgleich eine neue Aufgabe bei ihrem Arbeitgeber im Lean Management übernommen. Sie reist zu den verschiedenen Standorten, um dort in Sachen schlanke Logistik zu schulen. Dafür konnte ich vieles aus dem Studium mitnehmen. Constantin Gillies -- Aktuelles aus dem heinrich-vogel-shop.de Fachkunde Güterkraftverkehr Vorbereitung auf die IHK-Prüfung Softcover, 304 Seiten, 58. Auflage 2013 Bestell-Nr.: ,00 zzgl. MwSt. und Versand ab 5 Stk. 32,40 ab 10 Stk. 29,88 ab 25 Stk. 27,00, Dieses Lehrbuch beinhaltet sämtliche fachspezifischen Bereiche, die Bestandteil der Sach- und Fachkundeprüfung Güterkraftverkehr sind. Der Aufbau richtet sich nach dem Rahmenlehrplan der Fachkundeprüfung und eignet sich daher hervorragend für die Vorbereitung zur Prüfung. Das könnte Sie auch noch interessieren: Sparen im Paket Prüfungstest Fachkunde Güterkraftverkehr Betriebliches Rechnungswesen Ausbildungspaket Güterkraftverkehrsunternehmer Bestellfax: 089/ Service-Telefon: 089/ VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL

12 Mehr Chancen Die Serie berufsbegleitend studieren zeigt im dritten Teil, wo und wie Logistiker neben dem Job einen Master-Titel erwerben können. Es lohnt sich, genau hinzuschauen, was die Studiengänge im Einzelnen bieten und kosten. mit Master-Titel Mich hat schon immer interessiert, nach welchen Kriterien die Kunden Logistikdienstleistungen einkaufen, sagt Sebastian Flaskamp und lacht. Demnächst wird er mehr wissen, denn Flaskamp arbeitet an einer Masterarbeit zu genau diesem Thema Einkauf von Logistikdienstleistungen. Student ist er allerdings nur am Feierabend, tagsüber arbeitet er bei DB Schenker in Essen. Von der Tatsache, dass er nebenher an der FOM Hochschule in Duisburg seinen Master-Abschluss macht, erwartet der 29-Jährige zweierlei: zum einen zusätzliche Fachkenntnisse, und zum anderen einen Schub für seine Karriere. Gerade wenn man jung ist, läuft in der Logistik viel über den Abschluss, meint Flaskamp. Anderthalb Jahre hat er schon absolviert, im Sommer kann er sich wenn alles glatt läuft den Titel Master of Arts auf die Visitenkarte drucken. Büffeln, wenn andere schon frei haben das ist für immer mehr Angestellte normal. In den letzten zehn Jahren hat sich die Zahl der Fernstudenten hier zu Lande verdoppelt. Vor allem die Nachfrage nach DIE SERIE Das Hochschulstudium neben dem Job absolvieren die große Serie in der VerkehrsRundschau VR 4: Warum und wie Logistik- Arbeitgeber berufsbegleitendes Studieren unterstützen VR 13: Berufsbegleitendes Bachelor-Studium VR 17: Berufsbegleitendes Master-Studium VR 22: Berufsbegleitendes MBA-Studium Fotolia/Goodluz Abends nach Feierabend und am Wochenende müssen die Studenten büffeln Via Internetstudium in nur vier Semestern einen Master in Logistikmanagement erwerben berufsbegleitenden Master-Studiengängen zieht stark an. Das Kalkül: Wer seinen Diplom- oder Bachelor-Abschluss mit einem zweiten akademischen Grad krönt, steigert seine Chancen auf eine Führungsposition. Mindestens 50 Prozent schaffen es auch wirklich in anspruchsvolle Leitungspositionen, sagt Professor Matthias Klumpp, Leiter des Instituts für Logistik- & Dienstleistungsmanagement an der FOM Hochschule. Sein Haus bietet den Masterstudiengang Logistikmanagement (M. Sc.) an, an dem auch Schenker-Mann Flaskamp teilnimmt. Er findet in Blöcken am Wochenende statt, es handelt sich also um ein klassisches Abendstudium. So entsteht ein Gruppenverhalten. Die Teilnehmer ziehen sich gegenseitig mit, lobt Klumpp. Natürlich gibt es auch reine Fernkurse. Die Universität Stuttgart etwa bietet den Master als Internetstudium an: Hier können Berufstätige, die zum Beispiel schon ein Hochschuldiplom in der Tasche haben, in nur vier Semestern einen Master in Logistikmanagement erwerben. Die Ausbildung findet zu 80 Prozent im Internet statt, erklärt Professor Karl-Heinz Wehking, Leiter des Studiengangs. Konkret bedeutet das zum Beispiel: Lernende sitzen nicht im Hörsaal, sondern können speziell aufbereitete Audio-Mitschnitte einer realen Vorlesung herunterladen. Gruppenübungen finden in einem elektronischen Klassenzimmer statt, wo sich die Teilnehmer wie in einer Telefon- VERANSTALTUNGS-TIPP Karriere in der Logistik Am 7. Juni veranstaltet die VerkehrsRundschau in München im Rahmen der Messe Transport Logistic die Fachveranstaltung Karriere in der Logistik. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema berufsbegleitendes Studium. Namhafte Vertreter aus Lehre und Logistikwirtschaft erörtern, für wen Bachelor, Master oder MBA Sinn machen. Die Teilnahme ist im Rahmen des Messebesuchs kostenfrei (Verlosung von Freitickets für die Messe für Youloc-Mitglieder). Weitere Infos unter ak 12 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

13 Ausbildung + Karriere konferenz unterhalten können. Präsenztermine dagegen sind rar, maximal dreimal pro Semester müssen die Studenten freitags und samstags nach Stuttgart kommen und noch einmal am Ende des Studiums zur Verteidigung der Master-Arbeit. Schwerpunkt Intralogistik Ein wichtiges Qualitätskriterium bei der Auswahl eines Studienganges ist der Raum, den Logistikinhalte auch tatsächlich einnehmen. Hier gehen die Vorstellungen der Hochschulen teilweise weit auseinander und Interessenten sind gut beraten, einen ausführlichen Blick in die Lehrpläne zu werfen. Zu den Anbietern, bei denen nicht nur Logistik draufsteht, sondern auch Logistik drin ist, gehört die Universität Stuttgart. Hier drehen sich die Vorlesungen zum Beispiel um Themen wie Distributions- und Entsorgungslogistik oder Komponenten und Modellierung in der Fördertechnik. Das Angebot ist auf die Intralogistik ausgerichtet, erklärt Studiengangsleiter Wehking. Ein typisches Betätigungsfeld für die frisch Mindestens 50 Prozent schaffen es auch wirklich in anspruchsvolle Leitungspositionen PROFESSOR MATTHIAS KLUMPP, Institutsleiter an der FOM Hochschule gebackenen Master of Business and Engineering in Logistics Management so der offizielle Abschluss sei die Leitungsebene eines Logistikzentrums. Die Bilanz der Schwaben kann sich sehen lassen: Rund 120 Anmeldungen hat man seit 2007 gezählt, 51 Studenten haben das Studium schon abgeschlossen, ein Teilnehmer diente währenddessen sogar als Soldat in Afghanistan. Auf solche Beispiele verweisen die Anbieter von Fernkursen freilich gerne. Doch Tatsache ist auch, dass die Abbrecherquoten beim Lernen auf Distanz immens sind. Ein Drittel der angemeldeten Teilnehmer gibt auf das ist vielerorts nichts Ungewöhnliches. Studienleiter Wehking betont jedoch, dass diese Probleme beim Logistikmaster in Stuttgart nicht aufträten. Acht Abbrecher habe es seit dem Start gege-ben, und einige davon hätten schlichtweg nicht weitermachen können, etwa wegen einer Mutterschaft. Die Allerwenigsten sagen: Das schaffe ich nicht. Bei Präsenzkursen bleiben erfahrungsgemäß mehr Teilnehmer dabei, so liegt die Abbrecherquote an der FOM in Duisburg nach eigenen Angaben bei 15 Prozent. Im Großen und Ganzen beurteilen die Studenten solche Programme trotz der Doppelbelastung jedoch als machbar. Natürlich leidet das Privatleben, vor allem in den Klausurphasen, räumt Schenker-Mann Flaskamp ein. Doch trotz des hohen Anspruchs werde man nicht überfordert. Dass relativ wenige Teilneh-

14 mer in den berufsbegleitenden Kursen abspringen, liegt sicher auch an den Kursgebühren. Bei nahezu keinem Anbieter ist der Abschluss für weniger als Euro zu haben; in Stuttgart werden 3000 Euro pro Semester fällig, an der FOM sind es 300 Euro pro Monat. Master für Nicht-Akademiker Aber der überwiegende Teil wird vom Arbeitgeber unterstützt, betont Professor Wehking. Eine verbreitete Regelung: Das Unternehmen unterstützt das Studium finanziell, dafür muss sich der Mitarbeiter verpflichten, nach dem Abschluss einen gewissen Zeitraum im Betrieb zu bleiben. Andere Firmen kommen den Lernenden entgegen, indem sie sie für die Tage, an denen Kurse stattfinden, freistellen. Eine Der überwiegende Teil der Studenten wird vom Arbeitgeber unterstützt PROFESSOR KARL-HEINZ WEHKING, Studiengangsleiter an der Universität Stuttgart Sonderstellung unter den berufsbegleitenden Master-Kursen nimmt das Angebot der Schweizer Universität St. Gallen ein vor allem dadurch, dass hier gar kein Master verliehen wird, sondern der eidgenössische Titel Weiterbildungsdiplom HSG in Logistikmanagement. Lehrveranstaltungen finden nicht nach Feierabend, sondern in Wochenblöcken statt. Dafür müssen die Lernenden anders als bei den anderen Masterkursen nicht zwingend eine akademische Vorbildung mitbringen. Der Premium-Studiengang, den die Schweizer gemeinsam mit dem Fraunhofer IML in Dortmund durchführen, hat allerdings auch seinen Preis: Euro. Constantin Gillies, freier Journalist H O C H S C H U L E N M I T B E R U F S B E G L E I T E N D E M L O G I S T I K - M A S T E R Europäische Fachhochschule SRH Hochschule für Logistik und Wirtschaft Universität Stuttgart FOM Hochschule Technische Hochschule Mittelhessen Hochschule Hof Universität St. Gallen in Kooperation mit Fraunhofer IML Dortmund Standort Köln und Neuss Hamm Stuttgart Dortmund etc.** Gießen Hof und Nürnberg St. Gallen, Dortmund Webseite Zugangsvoraussetzung Mindestens fünf Jahre Praxiserfahrung, davon mindestens drei Jahre Management- und Führungserfahrung, Tätigkeit in Logistik, Produktion, Distribution, Vertrieb, Entwicklung, Controlling oder IT in Industrie-, Handels- und Dienstleistungsunternehmen Regelstudienzeit Erster akademischer Abschluss (mindestens 180 Credits), wirtschaftswissenschaftliche Vorkenntnisse in Form eines entsprechenden Studiums oder nach individueller Prüfung; in Ausnahmefällen durch entsprechende Berufserfahrung, Englischkenntnisse 4 Semester + Master Thesis Abgeschlossenes Erststudium (Bachelor oder Diplom) in den Fächern Wirtschaftswissenschaften, Ingenieurswissenschaften oder Informationstechnologie, mindestens einjährige Berufspraxis in Arbeitsbereichen der Logistik Abschluss Master of Arts Master of Logistik Management Master of Science Master of Science Master of Arts Weiterbildungsdiplom HSG in Logistikmanagement Kursgebühren CHF (circa Euro) plus 500 CHF (circa 400 Euro) Bewerbungsgebühr Studiengang 495 Euro pro Monat Diplomstudium Logistikmanagement Bemerkungen Lehrveranstaltungen finden unter der Woche abends und etwa jeden zweiten Samstag statt Abgeschlossenes Erststudium der Ingenieurswissenschaft, Betriebswirtschaftslehre oder Wirtschafts- Ingenieurwissenschaften (Notendurchschnitt besser als 2,4), ein Jahr Berufserfahrung in der Logistikbranche Hochschulabschluss mit einem wirtschaftswissenschaftlichen Anteil von mindestens 60 Credit Points oder Hochschulabschluss gleich welcher Fachrichtung und anderthalbjährige Berufserfahrung (Brückenkurs BWL Grundlagen muss absolviert werden) 4 Semester 4 Semester* 3 Semester + Master Thesis 375 Euro pro Monat Masterstudium Logistikmanagement Masterstudiengang Logistikmanagement Fernstudium Master of Business and Engineering in Logis tics Management 3000 Euro pro Semester Master in Logistikmanagement Reines Online- Studium Abgeschlossenes Hochschulstudium (Bachelor oder Diplom) als Ingenieurwissenschaftler, Wirtschaftswissenschaftler, Naturwissenschaftler oder Informatiker, Abschluss einer Berufsakademie mit dem Abschluss Bachelor (beispielsweise als Ingenieur, Betriebswirt oder Informatiker), 2 Jahre Berufserfahrung 3 Semester + Master Thesis Abgeschlossenes Hochschulstudium in einem wirtschaftswissenschaftlichen oder einem ingenieurwissenschaftlichen Studiengang mit überdurchschnittlichem Abschluss (unter 210 ECTS ist eine Nachqualifikation nachzuweisen), mindestens zwei Jahre Berufserfahrung 4 Semester + Master Thesis 33 Tage Unterricht über insgesamt zwölf Monate verteilt Euro Gesamtkosten Master-Studiengang Logistik Lehrveranstaltungen finden zweibis dreimal pro Monat abends unter der Woche statt sowie am Samstag cirka 6410 Euro Gesamtkosten Master Logistik Fernstudium mit Präsenztagen (samstags) Euro Gesamtkosten Masterstudiengang Einkauf und Logistik/ Supply Chain Management Lehrveranstaltungen finden freitags und samstags statt Lehrveranstaltungen finden in Wochenblöcken statt * wenn schon ein erster Abschluss mit 240 ECTS-Punkten vorliegt ** Duisburg, Hamburg, Hannover, München, Wesel Quelle: VerkehrsRundschau 14 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

15 Für so manchen Logistiker und manches Unternehmen ist der MBA die Krönung aller Hochschul-Abschlüsse Fotolia/Lightpoet Drei-Buchstaben-Club Wie ein berufsbegleitendes MBA-Studium die Karriere voranbringen kann und worauf Logistiker bei der Hochschulwahl unbedingt achten sollten. Ich wollte mich selbst noch einmal fordern. So begründet Andreas Schlimgen seine Rückkehr an die Universität. Seit letztem Jahr pendelt der Rheinländer einmal im Monat nach Hamburg, um an der dortigen Kühne Logistics University (KLU) den Titel eines Master of Business Administration zu erwerben. Theoretisch müsste er diese Belastung nicht auf sich nehmen, denn Schlimgen ist schon Prokurist im elterlichen MBA als Eintrittskarte in die Chefetage auch bei Logistikunternehmen DIE SERIE Das Hochschulstudium neben dem Job absolvieren die große Serie in der VerkehrsRundschau VR 4: Warum und wie Logistik- Arbeitgeber berufsbegleitendes Studieren unterstützen VR 13: Berufsbegleitendes Bachelor-Studium VR 17: Berufsbegleitendes Master-Studium VR 22: Berufsbegleitendes MBA-Studium Betrieb, der sich auf Dienstleistungen für Speditionen und Airlines spezialisiert hat. Dennoch investiert der 29-Jährige vier Tage pro Monat in den Kurs und verzichtet auf Teile seines Gehalts, um die Kursgebühr von Euro zu stemmen. Schlimgen hofft, dass sich diese Investition auszahlt. Von dem strategischen Wissen, das bei der KLU vermittelt wird, profitiert sicher langfristig auch die Firma. MBA dieser Abschluss gilt nach wie vor als Eintrittskarte in die Chefetagen, zunehmend auch in der Logistikbranche. Vor allem die großen Dienstleister rüsten ihre Mitarbeiter intellektuell auf, erklärt Karlheinz Schwuchow, Professor für Internationales Management an der Hochschule Bremen und Kenner der Weiterbildungslandschaft. Er beobachtet, dass gerade große Player wie Fiege oder Hellmann ihre Führungskräfte bei der persönlichen Weiterentwicklung unterstützen und bisweilen auch beim MBA. Aneignung von Hintergrundwissen Für Logistiker dürfte unter anderem das Angebot der KLU sehr i ntere ssant s e i n, schließlich bietet die Hochschule als eine der ersten hierzulande einen MBA mit Logistikschwerpunkt an. Die Zielgruppe beschreibt Rod Franklin, Professor und Leiter des Programms, folgendermaßen: Personen aus der mittleren Führungsebene, die sich das Hintergrund- 15 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

16 Ausbildung + Karriere wissen aneignen wollen, um ins obere Management aufzusteigen. Unter den Teilnehmern in Hamburg finden sich Betriebsleiter genauso wie Ingenieure, die Altersspanne reicht von 30 bis 35, alle Unternehmensgrößen vom Mittelständler bis zum Konzern sind vertreten. Nur wenige Angebote für Logistik-MBA Grundsätzlich versteht sich ein MBA als Crashkurs für all jene angehenden Führungskräfte, die nicht zwingenderweise eine kaufmännische Vorbildung mitbringen. Das zeigt auch ein Blick in das Curriculum der KLU: 80 Prozent des Lernstoffs entfallen auf klassische BWL-Themen Finanzierung, Marketing, Strategie. Nur 20 Prozent sind Inhalte mit Logistikbezug wie Supply Chain Management. Deshalb gibt es in der MBA-Szene auch einige Stimmen, die das Angebot kritisch sehen. Der MBA richtet sich von Natur aus an Generalisten, eine Spezialisierung ist überflüssig, sagt zum Beispiel der Studienleiter einer Fernuniversität. In Hamburg sieht man diese Kritik gelassen, die KLU versteht sich schlichtweg als Vorreiter. Programmleiter Franklin: Ein Executive MBA in Logistik ist eben neu. Tatsächlich gibt es bisher nur eine Handvoll MBA-Kurse, die den Schwerpunkt auf Supply Chain Management oder Ähnliches legen (siehe Tabelle Seite 60); der Rest der rund 300 MBA-Kurse, die in Deutschland angeboten werden, vermittelt nur allgemeines Managementwissen oder ist auf andere Themen fokussiert. Derzeit ist das Angebot noch differenziert: Auf der einen Seite stehen renommierte Topadressen wie die WHU in Valendar oder die HHL Leipzig, auf der anderen ein Heer von Fachhochschulen und kleinere Universitäten, die sich von den MBA-Studenten zusätzliche Einnahmen erhoffen. Der einhellige Rat von Experten: Wer seine Karriere bei einem großen Unternehmen voranbringen will, sollte auf eine bekannte Bildungsmarke setzen. Die Eintrittsbarrieren beim sogenannten Executive MBA (EMBA), also dem berufsbegleitenden Studium, sind im Vergleich zum normalen Master oder Bachelor hoch. Grundvoraussetzungen sind üblicherweise ein Hochschulabschluss, zwei Jahre Berufserfahrung sowie gute Englisch-Kenntnisse, belegt durch einen Toefl-Test. Darüber hinaus nutzen viele deutsche Business Schools mittlerweile den Graduate Management KLU Ein Executive MBA im Bereich Logistik ist eben neu ROD FRANKLIN, Professor an der Kühne Logistics University Admission Test (GMAT), eine amerikanische Eignungsprüfung, um Bewerber auszuwählen: Der Test soll nachweisen, wie gut ein Kandidat logisch denken und Probleme lösen kann. Abgelegt wird er vor dem Bildschirm in einem Prüfungscenter (Adressen unter Der Kandidat muss Rechenaufgaben lösen, Metaphern in Tex- - Aktuelles aus dem heinrich-vogel-shop.de LaSi 3Eck Berechnungshilfe und Winkelmesser Neu Cardfolder, farbig, gefaltet: 8,6 x 5,7 cm, entfaltet: 24 x 37 cm, Bestell-Nr.: Praxishilfe für die Ladungssicherung mit Winkelmesser Mit dem LaSi 3Eck können Sie schnell und einfach die für die Ladungssicherung wichtigen Winkel α und β messen sowie die nötigen Zurrmittel berechnen - für Nieder- und Diagonalzurren! Das könnte Sie auch noch interessieren: 3,30 zzgl. MwSt. und Versand ab 20 Stk.2,97, ab 50 Stk. 2,81, ab 100 Stk. 2,48 Ladungssicherung leicht gemacht Ladungssicherung - bei schweren Nutzfahrzeugen Fahreranweisung Ladungssicherung in KEP-Transportern Fahreranweisung Bestellfax: 089/ Service-Telefon: 089/ VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL

17 Ein MBA hat auch immer etwas mit Image zu tun VERANSTALTUNGS-TIPP Karriere in der Logistik Am 7. Juni veranstaltet die VerkehrsRundschau in München im Rahmen der Messe Transport Logistic die Fachveranstaltung Karriere in der Logistik. In diesem Jahr dreht sich alles um das Thema berufsbegleitendes Studium. Namhafte Vertreter aus Lehre und Logistikwirtschaft erörtern, für wen Bachelor, Master oder MBA Sinn machen. Die Teilnahme ist im Rahmen des Messebesuchs kostenfrei. Zeit: 10 bis 11:30 Uhr, Forum Halle A6. Das Programm und weitere Infos unter ak ten erkennen oder Sätze so korrigieren, dass sie einen Sachverhalt am besten darstellen. Um den GMAT zu meistern, reicht es nicht aus, im Abitur Englisch-Leistungskurs gehabt zu haben. Wer eine hohe Punktzahl anstrebt, muss mit 50 bis 100 Stunden Vorbereitung rechnen. Als letzte Hürde muss der MBA-Interessent ein (meist telefonisches) Interview mit seinem zukünftigen Kursleiter überstehen. Grundsätzlich ist die MBA-Bewerbung auch kurzfristig möglich. Bei der WHU etwa gab es schon Teilnehmer, die sich erst einen Monat vor Kursbeginn beworben haben. Empfehlenswert ist eine solche Hauruck-Aktion aber nicht. Man sollte ein Jahr im Voraus planen, sagt Detlev Kran, Autor des bekannten Nachschlagewerks MBA Guide. Der Marktkenner empfiehlt, sich viel Zeit bei der Auswahl zu lassen und sich dann bei zwei bis drei Schulen zu bewerben. Aber welcher Anbieter ist der richtige? Hier zieht Kran den Vergleich zum Automarkt. Ein MBA hat auch immer etwas mit Image zu tun es gibt den Bentley und die Golfklasse. In die Oberklasse sortiert er alle Schulen ein, die in namhaften Top-50-Rankings wie dem der Financial Times auftauchen ESMT, ESCP, WHU, Mannheim, HHL. Doch in dieser teuren Oberliga zu spielen, sei keineswegs immer nötig, so Kran: Im Großkonzern brauchen Sie den Bentley, doch im Mittelstand tut es auch der Golf. Zu hoch hängen sollten MBA-Interessenten ihre Vorbereitung allerdings auch nicht, sagen Experten. Denn gerade in Deutschland ist das begehrte Drei-Buchstaben-Kürzel ziemlich leicht zu bekommen. Das ist ein Nachfragermarkt freie Plätze sind nur selten rar, verrät ein ehemaliger Programmmanager. Amerikanische Verhältnisse selten Tatsache ist: Verhältnisse wie in den USA, wo bei Top-Schulen von Tausenden von Bewerbern nur eine Handvoll aufgenommen wird, gibt es in Deutschland selten. Die große Mehrheit der über 130 Anbieter von MBA-Kursen hierzulande stellt nur eine Anforderung an Bewerber: dass sie die Kursgebühr zahlen können. Die allerdings hat es in sich. Für die meisten Programme müssen die Teilnehmer zwischen und Euro auf den Tisch legen. Constantin Gillies, freier Journalist PDF-Sonderheft mit allen Serienteilen und weiteren Infos ab 21. Juni für Premiumleser und Youloc-Mitglieder unter H O C H S C H U L E N M I T B E R U F S B E G L E I T E N D E M L O G I S T I K - M B A Hochschule Hochschule Kempten Hochschule Ludwigshafen am Rhein Studiengang/ Programmname MBA Track International Logistics Management Logistik Management & Consulting Graduate School Rhein-Neckar Logistics Management and Leadership Dresden International University MBA Logistik Kühne Logistics University Executive MBA Logistics & Leadership Dauer 4 Semester 4 Semester plus Thesis 4 Semester 4 Semester 18 Monate Kursgebühren Euro 9000 Euro Euro Euro Euro (gesamt) Zugangsvoraussetzungen Abgeschlossenes Hochschulstudium, mindestens zwei Jahre Berufserfahrung Abgeschlossenes Studium (Notendurchschnitt von 2,5 oder besser) an einer Universität oder Fachhochschule oder einen akkreditierten Bachelorabschluss einer Berufsakademie, mindestens einjährige Berufserfahrung im Bereich BWL, Technologie oder IT Fach- und Führungskräfte der Logistik mit einem ersten ingenieurwissenschaftlich, naturwissenschaftlich oder betriebswirtschaftlich (technisch orientiert) ausgerichteten Hochschulabschluss, zwei Jahre Berufserfahrung Ein Hochschulabschluss*, zweijährige berufspraktische Erfahrung im Bereich Logistik, Produktion, Vertrieb, Controlling oder IT, Nachweis von grundlegenden Kenntnissen auf dem Gebiet der Wirtschaftswissenschaften Bachelor-Abschluss einer Hochschule, fünf Jahre Berufserfahrung, gute Englischkenntnisse (Toefl IBT 79 oder Ielts Band 6.5) Webseite Standort Kempten Ludwigshafen Mannheim Dresden Hamburg Bemerkungen Teilzeit-Präsenzstudium (5 Wochen Blockunterricht, 14 bis 16 Wochenendseminare); es besteht auch die Möglichkeit zum Vollzeitstudium Fernstudium (zzgl. 25 Präsenztage) Teilzeit-Präsenzstudium (Unterricht freitags bis Uhr und samstags 9.00 bis Uhr) Teilzeit-Präsenzstudium (Unterricht in Wochenblöcken) Teilzeit-Präsenzstudium (Unterricht in 3- bis 9-tägigen Blöcken) * wirtschaftswissenschaftlich, technisch, naturwissenschaftlich oder geisteswissenschaftlich Quelle VerkehrsRundschau 17 VerkehrsRUNDSCHAU SPEZIAL 2013

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