Lerncoaching als Bestandteil und Rahmen des individualisierten Lernens

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1 eferat Berufliche Bildung Lerncoaching als Bestandteil und Rahmen des individualisierten Lernens

2 Lernende im Mittelpunkt

3 Übersicht 1. Lernen und Coaching 2. Haltung und Kommunikation im Lerncoaching 3. Lerncoaching als Teil und Rahmen des individualisierten Lernens

4 Lernrelevante Faktoren Rollenverständnis Lernverständnis Interaktion Lernarrangements Verstehen/ Auseinandersetzung Orientierung/Referenzwerte Evaluation Menschenbild Lernumgebung Funktionsverständnis Nach Max Woodtli, klick metakommunikation

5 Lernen ist eine individuelle Konstruktion eines menschlichen Geistes. Aus diesem Grund gibt es so viele eigene unvorhersehbare Lernwege wie es Lernende gibt.

6 issen ist nicht vermittelbar Der Lehrkraft ist es unmöglich, ihre Kenntnisse dem Lernenden direkt weiterzugeben. Vielmehr hilft sie den Lernenden durch Tun, durch Hinweise, durch Fragen und durch Informationen, selbst Wissen zu konstruieren.

7 Coaching ist eine professionelle Beratungsform

8 Professionelle Beratung heißt Ressourcen- und Lösungsorientierung Zielführender Methodeneinsatz Es geht um das Thema des Coachees Angebote machen, keine Ratschläge verteilen

9

10 Professionelle Beratung heißt Haltung des Nicht-Wissens Wertschätzung Sich selbst als Lernenden sehen Sich der eigenen Beobachterrelativität bewusst sein

11 dem Lernenden das Steuer zu überlassen Erfolgserfahrungen bewusst zu machen die Perspektive des Lernenden zu respektieren Lerncoaching heißt eine motivierende Lernatmosphäre zu schaffen Lernerfolge zu feiern nach: Carina Fuchs: Anstiftung zum Lernerfolg, h.e.p. Verlag Bern 2006

12

13 as Lerncoaching-Ziel Zwischen Lerner und Lerngegenstand eine Passung ermöglichen bedeutungsvolles, motiviertes Lernen unterstützen, Lerner Lernkompetenzen und Selbstmanagement erweitern Lerngegenstand

14 Begriffliche Abgrenzung Lerncoaching Lerncoaching = Lernentwicklungsgespräch Ziel: Zwischen Lerner und Lerngegenstand eine Passung ermöglichen, d.h. der Lerner optimiert sein eigenes Lernverhalten und strukturiert seinen Lernweg Es gibt einen verbindlichen Rahmen bzw. eine Rhythmisierung der Gespräche Coaching = Beratungsgespräch Ziel: Den Ratsuchenden unterstützen, seinen Weg zur Problembewältigung zu finden und zu gehen und mögliche Unterstützungsangebote aufzeigen Es gilt das Prinzip der Freiwilligkeit Krisenintervention = Problemansprache Ziel: Optimale Lernatmosphäre und geregeltes Schulleben ermöglichen Der Lehrer interveniert Haltung: Ich bin Teil der Welt Überzeugung: Nichts ist wirklich wirklich Leitbild: Jeder Mensch lernt selbst und ständig

15 Grundpfeiler des Gelingens Haltung Kommunikation

16 Jeder Mensch konstruiert sich seine Wirklichkeit!

17 Jeder Mensch konstruiert sich seine Wirklichkeit Folgerung 1 Mein Gesprächspartner folgt seinen eigenen Konstruktionen! Verstehen, nachvollziehen

18

19 Jeder Mensch konstruiert sich seine Wirklichkeit Folgerung 2 Mein Selbstbild und die Einschätzung einer Situation folgen meinen eigenen Konstruktionen! Überprüfen, erkennen blinder Flecken

20 Es sind nicht die Dinge, die uns beunruhigen, sondern die Meinung, die wir von den Dingen haben. (Epiktet, griechischer Philosoph)

21 Die Bedeutung, die ein Ereignis, eine Aussage, ein Verhalten usw. für uns hat, hängt vom Kontext, von dem Rahmen ab, in den wir es hineinstellen.

22 Kontext und Verhalten Nach Max Woodtli, klick metakommunikation

23 Haltungen (nach Sonja Radatz)

24 Nach Max Woodtli, klick metakommunikation Nichts ist Sie ist faul Er ist ein Teamarbeiter Er ist ein Choleriker Sie ist eine Neinsagerin Sie ist unzuverlässig

25 Menschen verhalten sich Jemand, der etwas tut, kann im nächsten Augenblick etwas anderes tun Sonja Radatz

26 Systemische Blickweise Alle Themen werden im zwischenmenschlichen und sozialen Kontext gesehen Es wird nicht linear nach dem Motto Ursache = Wirkung gedacht Auch die einzelnen Menschen werden als eigenständige Systeme angesehen, die bestrebt sind, ihr Leben auf bestmögliche Weise zu führen Menschen entscheiden selbst, welche Anregungen sie aufnehmen

27 Jeder Mensch tut alles, was er tut, so gut wie er es jetzt und hier kann. Sein Handeln macht Sinn und ist Sinn. Wäre ihm Anderes, Besseres möglich, würde er es tun. Viktor Frankl

28 Systemische Fragen Wer fragt, muss keine Antwort geben Nach: Sonja Radatz; Beratung ohne Ratschlag, Verlag Systemisches Management Wien, 4. Auflage 2006

29 Systemisch fragen Welche X Ursachen hat das Problem? Was müsste wer in Zukunft anders machen, damit ein besseres Ergebnis herauskommt? Wer Xhat das Problem verursacht? Was müssten vor allem Sie tun / unterlassen? Was X ist in der Vergangenheit schief gelaufen? Was soll in Zukunft anders sein? An welchem Verhalten von Ihnen würden Sie / jemand anderes bemerken, dass Sie Ihr Ziel erreicht haben?

30 Ziele entwickeln, statt Probleme lösen Ziele erreichen Defizite beheben Ziel Ziel Nullstand Nullstand 0 0 Problemstand Problemstand

31 Institut Beatenberg Instrument: SMART bauen Das ist mein Wochenschwerpunkt Name: 1. Worum geht es genau? (Thema) 2. Was kann ich damit? (Tätigkeit) 3. Woran wird es zu erkennen sein? (Form) S Spezifisch, eindeutig, klar M Messbar, Fortschritt A Ausführbar, machbar R Relevant, was hat das mit mir zu tun? T Terminiert Beginn? Endpunkt?

32 Grundlegende Prinzipien im Lerncoaching 1. Was will der/die Lernende? Wörter wie nicht, kein usw. vermeiden, quantifizierbar: wie viel genau? 2. Prozesshaft und spezifisch Wann, wo, mit wem? Was werden Sie genau tun? 3. Wahrnehmung Wenn ich mein Ziel erreicht habe, was werde ich innerlich und äußerlich sehen, hören, fühlen? 4. Im Kontrollbereich der Lernenden Was werden Sie tun, wenn das eintritt? 5. In der Sprache der Lernenden Aussagen der Lernenden zusammenfassen und Schlüsselwörter ihrer Sprache benutzen Nach Max Woodtli, klick metakommunikation

33 Lerncoaching als Teil und Rahmen des Gesamtsystems des individualisierten Lernens Referenzrahmen (Kompetenzraster) Lerncoaching Phasen selbst verantworteten Lernens Lehrer zentrierter Unterricht Das Lernen gestalten Handlungsorientierter Unterricht Schüler aktivierender Unterricht Kompetenzfeststellung Portfolio

34 Individualisiertes kompetenzorientiertes Lernen Kompetenzfeststellung Wo stehe ich? Was kann ich? [Einstufungstests/ Selbstevaluation] Kompetenzraster/Checklisten Individuelle Zielsetzung und Lernvereinbarungen Wohin will ich und was muss ich dafür tun? Individuelle Lernberatung Was habe ich wie erreicht? (neue Referenzierungen) Erfolge präsentieren Feedback Leistungsnachweise Präsentations- bzw. Leistungsportfolio Kompetenzentwicklung und Dokumentation Lerncoaching Was hilft mir, mein Ziel zu erreichen? Checklisten Lernaufgaben Wochenplan Arbeitsportfolio Selbstlernzeiten und Selbstlernmaterial

35 Was heißt das für den Lehrer? Anknüpfen an Ressourcen des Schülers Austausch und Absprachen im Lehrerteam Verfahren zur Bestimmung der Lernausgangslage nutzen Die Rolle des Begleiters und Lerncoachs ausüben Methodische Sicherheit und Vielfalt Transparenz über die zu erwerbenden Kompetenzen schaffen (Kompetenzraster/Checklisten) Checklisten und Lernmaterialien ausarbeiten

36 Konzeptionelle Verankerung im System Schule

37 Leistungen des Unterstützungssystems Referat Berufliche Bildung 14 Seminare zum Lerncoaching mit 390 Teilnehmer/- innen von März 2009 bis September 2009: Qualifizierung zum Lerncoach (27 Personen) Seminare: Lernentwicklungsgespräche führen die Lehrkraft in der begleitenden Rolle Juni 2009: Lerncoaching III

38 Literaturhinweise

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