Besondere zahnärztliche Versorgung für die im Einzelfall gültige endodontische Behandlung

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1 Vereinbarung Besondere zahnärztliche Versorgung für die im Einzelfall gültige endodontische Behandlung zwischen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin (KZV-Berlin) und der. (Gesetzlichen Krankenversicherung) jeweils vertreten durch den Vorstand wird in Ergänzung der geltenden gesamtvertraglichen Regelungen die nachfolgende Vereinbarung zur Abrechnung und Vergütung einer qualitätsgesicherten Wurzelkanalbehandlung nach 82, 83 SGB V geschlossen. 1. Gesetzliche Regelungen, Vorbemerkung: Die geltenden Bestimmungen der vertragszahnärztlichen Versorgung stellen im Sinne des SGB V und der geltenden Verträge (BMV-Z, GV-Z) eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche zahnmedizinische Versorgung der Patienten bzw. der Versicherten sicher. Wählen Versicherte unter dem Blickwinkel der Qualitätsverbesserung im Bereich der endodontischen Versorgung ein zusätzliches Versorgungsangebot, so haben sie die Mehrkosten selbst zu tragen. Im Rahmen dieser Vereinbarung können die Versicherten bei endodontischen Behandlungen Therapie- und Behandlungsverfahren nach neuestem wissenschaftlichen Stand wählen, welche nicht von der vertragszahnärztlichen Versorgung umfasst sind, ohne ihren Anspruch auf die zu Grunde liegenden Sachleistungen zu verlieren. Diese Vereinbarung nimmt damit den Rechtsgedanken von 28 Abs. 2 SGB V in entsprechender Form auf. Diese Vereinbarung gilt nur für Versicherte der ( gesetzliche Krankenversicherung) und für die im Land Berlin (Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland) niedergelassenen Vertragszahnärzte. 2. Vertragsgegenstand 2.1. Die nachfolgenden Regelungen beschreiben den Umfang der besonderen zahn-ärztlichen Versorgung bei endodontischen Leistungen für Versicherte der. (gesetzliche Krankenversicherung) und gelten nur für endodontische Leistungen im Rahmen der vertragszahnärztlichen Versorgung. Seite 1 von 10

2 2.2. Beide Vertragsparteien sehen in diesem Vertrag eine nachhaltige und wissenschaftlich begründete Qualitätsverbesserung. Es werden gesetzlich geregelte Ansätze vereinbart, welche bei einem gesetzlich Versicherten es ermöglichen sollen, einen drohenden Zahnverlust zu vermeiden, wenn dies über die vereinbarte vertragszahnärztliche hinausgehende Behandlung ermöglicht wird. Die Art der Verfahren, die zu einer Anwendung dieser Vereinbarung führen, ist in der Anlage 2 näher beschrieben Die Durchführung der Behandlungsleistungen nach diesem Vertrag soll nach den Behandlungsprinzipien gemäß Anlage 1 erfolgen. 3. Leistungen und Vergütung 3.1. Bei Leistungen nach den BEMA-Nummern: 32 (WK = Aufbereitung des Wurzelkanals); 34 (Med = Medikamentöse Einlage) und 35 (WF = Wurzelkanalfüllung) kann der Versicherte der (gesetzliche Krankenversicherung) moderne Endodontieverfahren gem. Anlage 2wählen, die einen erheblichen zahnärztlichen Mehraufwand bedeuten Diese Leistungen kann der Vertragszahnarzt nach entsprechender vorheriger Aufklärung des Patienten und schriftlicher Vereinbarung (Anlage 3) mit dem Patienten auf der Grundlage der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ 2012) direkt abrechnen Der Vertragszahnarzt bringt dabei das entsprechende, über die KVK abzurechnende BEMA- Honorar der Nrn. 32, 34 und 35 jeweils in Abzug. Die Abrechnung der erbrachten Leistungen nach dieser Vereinbarung erfolgt in der Regel bis zum 3,5fachen Steigerungsfaktor. Der 2 GOZ in der jeweils geltenden Fassung bleibt hiervon unberührt Der Vertragszahnarzt rechnet alle weiteren notwendigen Begleitleistungen (z. B. Anästhesien, Röntgenmessaufnahmen, Röntgenkontrollaufnahmen und Diagnostik-leistungen (z. B. 01, I, L1, Vipr., Rö2), auf die der Versicherte nach BEMA Anspruch hat, über die Krankenversichertenkarte (KVK) mit der KZV-Berlin Die Behandlungsfälle unterliegen in der Patientenkartei des Vertragszahnarztes einer besonderen Dokumentationspflicht. Hierzu gehören insbesondere die zusätzlich oder besonders aufwändig erfolgten Verfahren und Maßnahmen. Diese Dokumentation ist Voraussetzung für die Abrechnung nach dieser Vereinbarung. 4. Qualitätsanforderungen und Regelungen 4.1. Alle Vertragszahnärzte, welche die Teilnahmeerklärung Anlage 4 unterzeichnet haben und der KZV Berlin bestätigen, dass sie regelmäßige endodontische Behandlungen durchführen und über qualitätssichernde Erfahrungen verfügen, sind berechtigt, an diesem Vertrag teilzunehmen. Seite 2 von 10

3 4.2. Nach Prüfung der Voraussetzungen gemäß Absatz 1 erhält der Vertragszahnarzt eine Teilnahmebestätigung von der KZV-Berlin, korrespondierend dazu die beteiligte Vertragskasse Die Qualitätssicherung wird von einem Qualitäts-Sicherungsgremium überwacht. Dieses Gremium besteht aus einem Mitglied des Prüfungsausschusses der KZV Berlin und aus zwei Vertragszahnärzten, welche gleichzeitig bestellte KCH-Gutachter sein müssen. Es ist der gesetzlichen Vertragskasse vorbehalten, einen Gutachter zu benennen. Das Gremium wird von der Vertreterversammlung der KZV Berlin gewählt und bei der KZV-Berlin angesiedelt Aufgabe dieses Gremiums ist es, die im Rahmen dieser Vereinbarung erbrachten Leistungen stichprobenartig zu überprüfen. Auf entsprechende Anforderung sind die teilnehmenden Vertragszahnärzte verpflichtet, diesem Gremium einzelfallbezogene Behandlungsunterlagen zur Verfügung zu stellen Das Gremium tagt mindestens zweimal im Kalenderjahr, beginnend im Jahr Hierzu werden von der KZV-Berlin die Behandlungsunterlagen von 10 % stichprobenartig ausgewählter, teilnehmender Vertragszahnärzte angefordert. Über die jeweiligen Sitzungen wird ein Ergebnisprotokoll angefertigt, welches den Vertragspartnern zur Verfügung gestellt wird Das Gremium ist berechtigt, nach Auswertung der zur Verfügung gestellten Unterlagen und einem fachlichen Abgleich in Form eines Gespräches mit dem teilnehmenden Zahnarzt/Zahnärzten, die Vertragsauflösung der KZV-Berlin zu empfehlen. Die Vertragsauflösung kann entweder bis zu einem zu benennenden Datum ausgesetzt werden oder bis neue qualitätssichernde Unterlagen eingereicht werden. 5. Geltungsdauer, Kündigung, salvatorische Klausel 5.1. Diese Vereinbarung gilt ab Sie kann mit einer Frist von drei Monaten zum Jahresende, frühestens aber zum gekündigt werden. Im Falle der Kündigung endet diese Vereinbarung zum Ablauf der Kündigungsfrist endgültig Der Vertrag kann vorzeitig aus wichtigem Grund gekündigt werden. Als wichtiger Grund in diesem Sinne gelten insbesondere gesetzliche, gerichtliche oder aufsichts-rechtliche Maßnahmen, die diesem Vertrag die rechtliche oder tatsächliche Grundlage entziehen Sollten gesetzliche Änderungen oder eine bestandskräftige bzw. sofort vollziehbare Entscheidung einem Vertragspartner die Durchführung dieses Vertrages nicht mehr erlauben, kann dieser außerordentlich mit sofortiger Wirkung kündigen. Der andere Vertragspartner verzichtet in den benannten Fällen auf die Geltendmachung von Schadensersatzansprüchen gegen die kündigende Vertragspartei Für beide Vertragsparteien entfällt ein Rechtsanspruch auf eine Rückforderung abgerechneter Leistungen Sollten einzelne Bestimmungen dieses Vertrages unwirksam oder nicht durchführbar sein, wird dadurch die Wirksamkeit der übrigen Regelungen nicht berührt. Die Vertragsparteien werden Seite 3 von 10

4 in diesem Fall, unter Beachtung des Grundsatzes von Treu und Glauben, die unwirksame oder nicht durchführbare Regelung durch eine geeignete, Sinn entsprechende, wirksame Regelung ersetzen Gleiches gilt für etwaige Lücken in dem Vertrag. Berlin, den für die Kassenzahnärztliche Vereinigung Berlin für die jeweilige gesetzliche Krankenversicherung. Seite 4 von 10

5 Anlage 1 Vereinbarung zur besonderen zahnärztlichen Versorgung bei der endodontischen Behandlung A. Diagnose, Indikation und Therapie A.1. Die Indikation einer endodontischen Versorgung liegt bei einer irreversiblen akuten oder einer irreversiblen chronischen Erkrankung der Zahnpulpa vor. Ziel der endodontischen Versorgung ist die Erhaltung des Zahnes und seine Integration in das stomatognathe System durch einen apikal vollständigen und vollständig randständigen Verschluss des Wurzelkanals, unter Berücksichtigung des apikalen und/oder transapikalen Gewebes. A.2. Die endodontische Behandlung ist auf die Pathogenese der Erkrankung abzustellen unter Berücksichtigung von: natürlichem oder erkranktem transapikalem Gewebe, eines abgeschlossenen Wurzelwachstums, Berücksichtigung anatomischer Nachbarstrukturen, Diagnosesicherung durch eine visuelle Darstellung, (Röntgenbild) und einer einer günstigen Langzeitprognose. A.3. Irreversible akute oder chronische Pulpitiden sind bei positiver Vitalität durch eine Vitalexstirpation, einer Devitalisation mit geeigneten Mitteln und durch vollständige Ausräumung des Zahnmarkes mit anschließender Wurzelbehandlung durchzuführen. A.4. Nekrotische bzw. Veränderungen mit oder ohne transapikale Beteiligungen sind durch eine deutliche Keimreduktion mittels geeigneter Medikamente, durch Ausschachtung infizierten Kanaldentins mit anschließender Wurzelkanalbehandlung durchzuführen. Ist eine infektiöse oder chronische, transapikale Beteiligung nachgewiesen, so ist die endodontische Behandlung auch auf die Heilung dieses Gewebes auszurichten. A.5. Vor dem Beginn jedweder endodontischen Maßnahme ist eine Röntgenaufnahme anzufertigen. Diese dient der gestellten Diagnosesicherung oder deren Revision, der Einbeziehung einer möglichen apikalen Beteiligung in die Wurzelkanalbehandlungsmaß-nahmen, der Berücksichtigung der Anatomie, der Anzahl der Wurzelkanäle sowie deren Morphologie. B: Behandlungsprinzipien: Eine endodontische Behandlung sollte unter folgende Bedingungen erfüllt werden und folgende Ziele enthalten: B.1. Der Patient ist vor der endodontische Behandlung umfassend darüber medizinisch aufzuklären; B.2. Die endodontische Behandlung ist unter absoluter Trockenlegung durchzuführen (Kofferdam); Seite 5 von 10

6 B.3. vollständige Entfernung von vitalem, erkranktem oder nekrotischem Gewebe und von Fremdstoffen; B.4. Eliminierung von Mikroorganismen und von infiziertem Dentin;, B.5. Beibehaltung des anatomischen, originären Wurzelkanalverlaufes; B.6. Konische Aufbereitung des Wurzelkanals von apikal nach korornal unter Würdigung der statischen Integrität; B.7. Übereinstimmung von Arbeits- und Aufbereitungslänge durch Kontrolle von röntgenologischen und endometrischen Verfahren; B.8. Vermeidung von Über- oder Unterinstrumentierung; B.9. Im Rahmen der Vitalexstirpationsbehandlung ist die apikale Konstriktion des Wurzelkanals zu erhalten; B.10. Wurzelfüllmaterialien sollen biologisch verträgliche, wissenschaftlich bestätigte, reversibel plastische und röntgenpositive Eigenschaften besitzen. Seite 6 von 10

7 Anlage 2 Vereinbarung zur besonderen zahnärztlichen Versorgung bei der endodontischen Behandlung A. Präambel: Der Fortschritt in der Zahn- Mund- und Kieferheilkunde hat auch in der wissenschaftlich begründeten Endodontie neue Behandlungsoptionen eröffnet. Diesem wissenschaftlichen Fortschritt kann sich die Berliner Vertragszahnärzteschaft nicht entziehen. Die Weiterentwicklung der Endodontie eröffnet neue Optionen in der gesamten konservierenden und chirurgischen Zahnerhaltung. B: Beschreibung moderner Endodontieverfahren: B.1. Folgende Entwicklungen neuerer wissenschaftlich untersuchter und begründeter Endodontie-Verfahren sind in der konservierend/chirurgischen Zahnerhaltung erfolgreich angewandte Methoden (beispielhafte Aufzählungen): Balanced force; Crown-down-Verfahren; Double flare; laterale und vertikale Kondensation; Step-down-Verfahren. B.2. Zusätzliche zahnärztliche Leistungen im Rahmen dieser Versorgungen sind: Entfernung von insuffizienten Wurzelkanalfüllungen; Entfernung von zementierten oder adhäsiv befestigten Stiftaufbauten; präendodontische, adhäsive Restaurationen elektrometrische Längenbestimmung, endodontische Behandlung unter dem OP-Mikroskop; hydrodynamische Wurzelkanal-Spültechniken; Anwendung besonders kostenintensiver Einmal-Instrumente; Anwendung besonders kostenintensiver Materialien zusätzliche medizinisch indizierte Röntgendiagnostik Diese zusätzlichen Leistungen und der verwendeten Materialien sind als Kosten ansatzfähig. Seite 7 von 10

8 Anlage 3 Mehrkostenvereinbarung für zusätzliche Leistungen in der besonderen zahnärztlichen Versorgung bei der endodontischen Behandlung (Muster Vereinbarung) Es werden zwischen dem Versicherten der.. (gesetzliche Krankenversicherung) und Herrn/Frau.. Berlin (Patient/Zahlungspflichtiger bzw. gesetzlicher Vertreter) und Herrn/Frau Dr. (Zahnarzt/Zahnärztin, Stempelnr. folgende verbindliche Vereinbarung abgeschlossen: Die nachstehend aufgeführten zahnärztlichen Leistungen gehen über eine gem. 12 SGB V ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Form der Versorgung hinaus, welche mir ebenfalls vom Zahnarzt angeboten worden ist. Unter Zugrundelegung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) wünsche ich eine gemäß der Endodontie-Qualitäts-Vereinbarung zwischen der Kassenzahnärztlichen Vereinigung Berlin und der.. (gesetzliche Krankenversicherung) eine Versorgung, die über die Grundversorgung bei der Wurzelbehandlung hinausgeht. Die Mehrkosten für die endodontische Behandlung.werden wie folgt veranschlagt: (System/Technik) Zahn GOZ--Ziffer Leistungsbezeichnung Faktor Betrag/EUR Materialkosten. Summe Euro _ abzüglich der mit der KZV Berlin abgerechneten Kassenleistung Euro.... voraussichtlicher Eigenanteil Euro.. Gesamtbetrag Euro ========= Eine abschließende Festsetzung des zahnärztlichen Honorars ist nach den allgemeinen Bestimmungen der GOZ erst nach Abschluss der Behandlung möglich. Ebenso können auch die Materialkosten lediglich vorausgeschätzt werden. Seite 8 von 10

9 Dem Zahlungspflichtigen bzw. seinem gesetzlichen Vertreter wurde eine Ausfertigung dieser vom Vertragszahnarzt unterschriebenen Zweitschrift dieser Vereinbarung ausge-händigt. Ort, Datum Unterschrift Zahnarzt/Zahnärztin Ort, Datum Unterschrift des zahlungspflichtigen bzw. gesetzlicher Vertreter Seite 9 von 10

10 Anlage 4 Teilnahme-Erklärung des Vertragszahnarztes Zahnarzt Titel, Name, Vorname Straße, Abrechnungsstempel Vertragszahnarzt PLZ, Ort Durch Unterschrift erkläre ich meine Teilnahme an der Vereinbarung zur besonderen Versorgung bei der endodontischen Behandlung von gesetzlich Krankenversicherten. Ich bestätige insbesondere, dass ich und meine Praxis : - die endodontische Behandlung im Sinne der Qualitätsverbesserung, zur Kenntnis genommen habe; - mit den qualitätsfördernden endodontischen Therapien vertraut bin; - über eine entsprechende instrumentelle Ausstattung verfügen; - entsprechend qualitätsorientiert behandeln werde; - nach entsprechender Aufklärung meiner Patienten auch diese über die finanziellen Konsequenzen informiere. - die 1-10 der GOZ für die endodontische Versorgung verbindlich sind; - die persönlichen, finanziellen Möglichkeiten des Patienten berücksichtigen werde; - bereit sind, eine konsequente Dokumentation der Behandlungsmaßnahmen durchzuführen und diese dem Qualitätsgremium der KZV Berlin im Bedarfsfall offenlege; - bereit bin, den Patienten nach BEMA-Richtlinien zu behandeln, auch wenn der Patient eine Zuzahlung nicht leisten will. Durch Unterschrift wird für mich und meine Praxis bestätigt, dass bei Nichterfüllung der obigen aufgeführten Kriterien ein begründeter Ausschlussgrund vorliegt und ein Rechtsanspruch darauf nicht besteht Ort, Datum, Vertragszahnarzt Seite 10 von 10

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