Eckpunkte einer verpflichtenden Direktvermarktung

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1 Fachgespräch Bundestagsfraktion Bündnis 90 / Die Grünen Mehr Markt im EEG? Eckpunkte einer verpflichtenden Direktvermarktung Berlin, 14. Februar 2014

2 DV MPM Marktintegration. Vorab zu Begriffsbestimmungen und Verständnis: Direktvermarktung wird mit dem Marktprämienmodell gleich gesetzt. Das ist falsch. Direktvermarktung, bzw. besser gesagt die Marktintegration, ist weit mehr als das Marktprämienmodell (MPM). Das Marktprämienmodell schafft Wettbewerb nur in der Vermarktung der Mengen am Spotmarkt. Vorher war diese Aufgabe den ÜNB vorbehalten (Netzmonopol), jetzt darf sie jeder machen. Statkraft hat sich hohe Marktanteile erarbeitet und die Rolle der ÜNB übernommen. Statkraft macht das Geschäft der Vermarktung der fluktuierend anfallenden EE- Mengen an den Kurzfristmärkten der Börse als Stromgroßhändler auch besser als die (Übertragungs-)Netzbetreiber. Diese Aufgabe also wettbewerblich zu organisieren und sie Stromgroßhändlern zu überlassen, ist also richtig. 2

3 MPM ist keine Marktintegration. Das Marktprämienmodell trägt nur begrenzt zur Marktintegration bei. Es entlässt die EE nicht aus dem Förderregime des EEG. Die Vergütungen werden in voller Höhe weiter gezahlt, nur die Struktur der gezahlten Vergütungen wird in Marktwert/Marktpreis und gleitende Marktprämie aufgeteilt. Das Marktprämienmodell trägt damit nicht zur Senkung der Kosten aus dem EEG bei. Im Gegenteil: durch die zusätzlich gezahlte Managementprämie verteuert es das EEG. Das Marktprämienmodell trägt auch deshalb nur begrenzt zur Marktintegration bei, weil der im Rahmen des Marktprämienmodells vermarktete Strom im Rahmen der gesetzlichen Regelungen zur Stromkennzeichnung Graustrom ist. Der im Rahmen des Marktprämienmodells vermarktete Strom landet an den Großhandelsplätzen der Börse und nicht beim Kunden. Fazit: das Marktprämienmodell trägt nur begrenzt zur Marktintegration und nicht zur Kostensenkung bei. 3

4 Ziel muss sein: die Marktintegration. Der EEG-Strom muss zum Kunden. Das muss das zentrale Ziel der EEG-Reform(en) sein. Wir brauchen also eine echte Marktintegration der EE, die es ermöglicht den hier in Deutschland regenerativ erzeugten Strom in Endkundenportfolien und produkte integrieren zu können. Fazit: der EEG-Strom muss zum Kunden. Das beste Instrument des Gesetzgebers, um dieses Ziel zu erreichen, ist die verpflichtende Direktvermarktung. Der Gesetzgeber schafft damit verpflichtend für alle Anlagenbetreiber - einen vollständig neuen Markt. Es werden sich vielfältige Modell und Akteure etablieren, die je nach Anlagentechnologie (PV, Wind, Biomasse), Anlagengröße und der jeweiligen rechtlichen Konstellation den Anlagenbetreibern die besten Lösungen anbieten werden. Die Anlagenbetreiber werden sich immer für die Dienstleister entscheiden, die ihnen für den Betrieb ihrer Anlage die höchste Wirtschaftlichkeit garantieren. 4

5 Wettbewerbsmarkt Marktintegration. Das zentrale Ziel ist also die Marktintegration. Die verpflichtende Direktvermarktung ist das Instrument zur Zielerreichung. Es wird ein neuer Markt geschaffen, der im Wettbewerb vielfältige und innovative Lösungen hervorbringt, die alle dazu beitragen, EEG-Strom in den Markt zu integrieren und ihn zum Kunden zu bringen. Die Gefahr neuer Oligopole sehen wir nicht. Statkraft mit hohen Marktanteilen in der Vermarktung von Windstrom im Rahmen des derzeitigen Marktprämienmodells ist in einem Teilmarkt tätig, der auf den Großhandel ausgerichtet ist. Anlagen- und Endkundenbezogene und damit sehr kleinteilige Geschäfte und Geschäftsmodelle bietet Statkraft beispielsweise gar nicht an. In diesem neuen Markt sind Vertriebsgesellschaften gefragt, also die der Stadtwerke und Unternehmen wie LichtBlick, Naturstrom, etc. 5

6 Beispiel ZuhauseStrom. Produkt LichtBlick integriert lokale Stromerzeugung (Solar, BHKW) und Stromlieferung zu Mieterstromprodukt ZuhauseStrom einfache, massenmarktfähige Lösung Vorteile für Kunden Günstiger Tarif für Mieter (Eigenstrom) Höhere Erträge für Anlagenbetreiber Attraktivität des Mietobjektes steigt Investitionsanreiz für PV und BHKW Größere Unabhängigkeit von Förderung Sinkende EEG-Kosten für Allgemeinheit ZuhauseStrom ist ein massenmarktfähiges Mieterstrom-Produkt, neben dem Anlagenbetreiber profitieren auch Mieter von günstigem, lokal erzeugten Ökostrom. 6

7 Gelbes Viertel: Entlastung des EEG. ZuhauseStrom im Gelben Viertel (Berlin Hellersdorf) Größte PV-Dachanlage auf Wohnanlagen in Deutschland, 50 Mietshäuser, Mietparteien Erstes kommerzielles Mieterstrom-Großprojekt in Deutschland Das Entlastungspotential für das EEG bei vollständiger Vor-Ort-Vermarktung des Solarstroms im Gelben Viertel beträgt Euro/Jahr. ZuhauseStrom entlastet immer die Allgemeinheit, da keine EEG-Einspeisevergütung mehr in Anspruch genommen wird. ZuhauseStrom deckt i.d.r. 30 bis 50 Prozent des Strombedarfes durch die Erzeugung vor Ort, der Rest kommt aus dem Netz. Dafür werden Abgaben (EEG- Umlage, Netzentgelte) voll bezahlt 7

8 Rahmenbedingungen ZuhauseStrom. Schließt Gerechtigkeitslücke: Mieter werden von reinen Zahlern der Energiewende zu Ökostrom-Nutzern win-win-win-situation kann sich zu dem Treiber des weiteren Ausbaus der EE entwickeln: Mieter profitieren erstmals vom EEG (vorher haben sie nur die immer weiter steigende EEG-Umlage zahlen müssen), das EEG wird entlastet und der Anlagenbetreiber optimiert seine Anlage wirtschaftlich. Vor-Ort-Vermarktung kann EEG als Innovationstreiber beim Solarstrom mittelfristig ersetzen. Rahmenbedingungen für Mieterstrom sollten insgesamt vereinfacht werden. Mieterstrom sollte der Eigenstromnutzung bei der Befreiung von der EEG-Umlage gleich gestellt werden. 8

9 Innovation SchwarmHaus. Das Projekt 3E-Mehrfamlienhaus Eigenerzeugung, Eigenverbrauch, Elektromobilität wird gefördert vom: Optimierung der Eigennutzung Verknüpfung von Erzeugern, Speichern und Verbrauchern in Mehrfamilienhäusern Eingesetzte Technologien: ZuhauseKraftwerk, Wärmespeicher Photovoltaikanlage, Batteriespeicher Elektrofahrzeuge und Eigenverbrauch Intelligente Verknüpfung der Technologien mit dem SchwarmDirigenten ZuhauseStrom-Angebot für Mieter Umsetzung und Praxiserprobung im Feldtest mit 3 Mehrfamilienhäusern Forschungsprojekt von LichtBlick und ifeu In der Energiewelt der Zukunft werden mehrere dezentrale Erzeuger und Verbraucher in einem Gebäude kombiniert, optimiert und im Schwarm gesteuert. 9

10 SchwarmStrom im Smart Grid. Innovationsprojekt Smart Grid Absenkung der Höchstlast im Netz durch gezielten Einsatz von 10 ZuhauseKraftwerken in einer Netzwabe in Hamburg Steuerung ZHKWs auf Signal bzw. im vorgegebenen Zeitfenster des Netzbetreibers ZHKW Einsatz im Smart Grid Aggregierte Messergebnisse bis Rot = Lastkurve ohne ZHKW Blau = Lastkurve mit ZHKW Projektergebnisse Senkung der Spitzenlasten im Verteilnetz durch gesteuerte dezentrale Erzeuger wie ZHKW (SchwarmStrom) möglich Geschäftsmodell der Zukunft, sobald Regulierungsrahmen angepasst Grünes Fenster = Absenkung Höchstlast durch ZHKW-Einsatz In einem Leuchtturmprojekt konnte erfolgreich gezeigt werden, dass durch den Einsatz intelligent gesteuerter ZuhauseKraftwerke Netzausbau vermieden werden kann. 10

11 Innovation SchwarmMobilität. Intelligente Stromspeicher Batterien von Elektromobilen stabilisieren im Schwarm das Stromnetz (Sekundärregelleistung) Feldtest in Berlin ab März 2014 mit 20 eup! von VW Projekt INEES Intelligente Netzanbindung von Elektrofahrzeugen zur Erbringung von Systemdienstleistungen Diese Projekt wird gefördert durch: Energiewirtschaftliche Optimierung durch Anbindung an SchwarmDirigenten Ausgezeichnete Partner Forschungsprojekt von LichtBlick, Volkswagen, SMA und Fraunhofer IWES Leuchtturmprojekt Elektromobilität der Bundesregierung Auch die Batterien von Elektrofahrzeugen können in die Energiemärkte integriert werden. 11

12 Innovation SchwarmStrom-Speicher. Intelligente Stromspeicher Stationäre Batterien im häuslichen Einsatz erhöhen Eigenverbrauch und stabilisieren im Schwarm das Stromnetz Energiewirtschaftliche Optimierung durch Anbindung an den SchwarmDirigenten Einbindung in Märkte für Primär- und Sekundärregelleistung, sowie Day-Ahead, Intraday 1h und Intraday 15min LichtBlick untersucht technische Möglichkeiten und energiewirtschaftliche Potenziale von stationären Speicher im SchwarmStrom Stationäre Batterien können durch intelligentes Be- und Entladen in die Energiemärkte integriert werden und einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten. 12

13 SchwarmKommunikation. Produkt SchwarmKommunikation Komponente zur Einbindung dezentraler Anlagen in den SchwarmDirigenten VHP- und Smart-Meter-Gateway-Ready Entwicklung von LichtBlick und Vorteile für Kunden Günstige und standardisierte Kommunikationsschnittstelle Kommunikationskomponente ist sicher und erweiterbar, so dass neue Anforderungen schnell umgesetzt werden können. Die Kommunikationskomponente verbindet Ihre Anlage mit dem SchwarmDirigenten und sichert Ihnen Zugang zur künftigen Energiewelt. 13

14 Rahmenbedingungen für Marktintegration. Modelle der Vor-Ort-Vermarktung dürfen durch EEG-Reform nicht belastet werden. Mieterstrom sollte der Eigenstromnutzung bei der Befreiung von der EEG-Umlage gleich gestellt werden. Verpflichtung zur Fernsteuerbarkeit ist nicht durch Rundsteuerempfänger zu lösen sondern es müssen durch Dritte diskriminierungsfrei ansteuer- und nutzbare Kommunikationskomponenten installiert werden. Nur so ist eine intelligente Steuerung und Einbindung der Anlagen in den Markt möglich. Die Stromqualität muss uneingeschränkt nutzbar werden, d.h. die Stromkennzeichnung in seinen derzeitigen gesetzlichen Regelungen ist grundsätzlich zu reformieren. Wir werden hierzu mit einem ersten Gutachten Input für die weitere Diskussion liefern (Veröffentlichung kurzfristig). EEG-Umlagebelastung von 70 Prozent für EE- und KWK-Anlagen gefährdet EE- und KWK-Ausbau massiv. Zumindest eine gesonderte Bagatellgrenze von 50 kw für kleine KWK-Anlagen sollte eingeführt werden. System- und Marktintegration sollten beschleunigt werden. Ab 2016 sollten alle EEG- Anlagen zur Vermarktung verpflichtet werden (verpflichtende Direktvermarktung für alle Anlagen). Gleichzeitig sollte der Wert der Ausfallvermarktung auf 90 Prozent erhöht werden. 14

15 Kontakt LichtBlick SE Gero Lücking Geschäftsführung Energiewirtschaft Zirkusweg Hamburg Telefon: Mail: 15

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