Impuls. Lobby. Service. Lokalisierungsstrategie der russischen Regierung: Position der deutschen Wirtschaft

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1 Lokalisierungsstrategie der russischen Regierung: Position der deutschen Wirtschaft Michael Harms Vorstandsvorsitzender der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer

2 Lokalisierung: Motivation Großer, dynamischer Binnenmarkt (Zollunion) Investition folgt Handel Überwindung von Zollschranken und nicht-tarifären Handelshemmnissen (WTO?) Kundennähe, Service, Logistik Minimierung von Währungsrisiken (Fakturierung in Rubeln!) Vorteil Made in Russia Interesse der russischen Politik: Wachstum, Wertschöpfung, Technologien und Arbeitsplätze (zentrale gesellschaftliche Herausforderung!)

3 Lokalisierung: Rahmenbedingungen allgemeine Verbesserung der Rahmenbedingungen (KPI für staatliche Behörden, Weltbank-Index) Wettbewerb der Regionen: deutliche Verbesserung bei Grundstücken, Infrastruktur und Investitionsförderung Modernisierungsstrategie (1 Billion Euro bis 2030) Finanzierung über Föderale Zielprogramme, staatliche Banken und Fond für Direktinvestitionen Deutscher Mittelstand Wunschpartner

4 1. Fairer Wettbewerb und berechenbare Marktentwicklung Die wichtigsten Entscheidungskriterien: - Absatzchancen der eigenen Produkte auf dem nationalen und den Nachbarmärkten - Attraktivität und Nähe von Beschaffungsmärkten - Höhe des Risikos geschäftlich wie politisch - Existenz von fairem Wettbewerb

5 1. Fairer Wettbewerb und berechenbare Marktentwicklung Vorschläge: Identifikation von prioritären Branchen und Segmenten Zusicherung von fairem Wettbewerb in diesen Branchen sowie Entwicklung von Förderprogrammen für Investitionen in diesen Bereichen Transparente und langfristige Gestaltung der Zollpolitik für Branchen/Produkte Festlegung von mehrjährigen Beschaffungs- und Kreditprogrammen in Bereichen, wo die öffentliche Hand eine Rolle spielt

6 2. Berechnung des Lokalisierungsanteils unkompliziert, nachvollziehbar und identisch für alle Der local content eines Produktes muss relativ unkompliziert und nachvollziehbar zu errechnen sein. Eine Errechnung aufgrund der Analyse von Bauteilen, -gruppen und Bestandteilen ist in der Regel viel zu aufwändig. Deutsche Firmen werden oft auch bei einer lokalen Produktion nicht zu staatlichen Förderprogrammen/Tendern zugelassen. Dagegen werden russische Unternehmen, die alle Bestandteile ihres Produkts im Ausland kaufen (Beispiel Pharma), per se als lokaler Hersteller akzeptiert.

7 2. Berechnung des Lokalisierungsanteils unkompliziert, nachvollziehbar und identisch für alle Vorschläge: Festlegung des Lokalisierungsanteils nach der Formel: Preis des Enderzeugnisses ab Werk minus Preis der importierten Teile. Festlegung einer klaren Definition "lokaler Hersteller" unabhängig von der Kapitalstruktur.

8 3. Förderung der Zulieferindustrie Die Fertigungstiefe in modernen Industrieproduktionen von OEMs nimmt immer weiter ab. Wichtige Voraussetzung für die Lokalisierung: das Vorhandensein einer zuverlässig und qualitativ hoch arbeitenden Zulieferindustrie Geringe Wettbewerbsfähigkeit der russischen Zulieferindustrie in punkto Qualität Preis Liefertreue Da in Russland die Zulieferstrukturen immer noch in vielen Bereichen fehlen, ist es nicht förderlich, die Einfuhr von Komponenten mit hohen Einfuhrzöllen zu belegen

9 3. Förderung der Zulieferindustrie Vorschläge: Entwicklung staatlicher Unterstützungs- und Förderprogramme für lokale Zulieferindustrie in den als prioritär eingestuften Branchen Beratung durch die Einkäufer und Ingenieure deutscher Unternehmen, Organisation branchenorientierter Zuliefermessen mit deutscher Unterstützung. Beispiel: Einkaufsoffensive Neue Bundesländer in Deutschland 90-er Jahre Generelle Zollbefreiung für Komponenteneinfuhr für eine Übergangszeit (z.b. 5 Jahre) bis zum Aufbau/Qualifizierung lokaler Zulieferer.

10 4. Bedingungen schaffen für die Lokalisierung von F&E Ein effektiver Schutz des geistigen Eigentums ist Grundvoraussetzung für die Lokalisierung von F&E. Der Staat sollte sich den Schutz von IP als eine der obersten Prioritäten auf die Fahnen schreiben, wenn in der Zukunft mehr F&E in Russland stattfinden soll.

11 4. Bedingungen schaffen für die Lokalisierung von F&E Vorschlag: Spezielle staatliche Unterstützungen für Lokalisierung von F&E mit besonderen Anreizen für gemeinschaftliche Projekte mit lokalen Forschungseinrichtungen und Universitäten

12 5. Verbesserte Rahmenbedingungen für Exportorientierung Es gibt kaum einen Export von lokalisierter Produktion westlicher Firmen von Russland aus auf den Weltmarkt. hohe Produktions- und Logistikkosten erschwerte Exportprozeduren (Zoll und Mehrwertssteuerrückerstattung) viele potentielle Lokalisierungsprojekte werden in Russland nicht realisiert (z.b. Chemie) moderne Anlagen für den russischen Markt allein viel zu groß und nicht ausgelastet Exportorientierung ist darüber hinaus wichtig, um aufgrund des härteren globalen Wettbewerbs Qualitätsstandards einzuhalten

13 5. Verbesserte Rahmenbedingungen für Exportorientierung Vorschläge: Erleichterung der Exportprozeduren im Bereich Zoll Mehrwertsteuerrückerstattung internationales benchmarking bei der Festlegung von Lokalisierungsprioritäten

14 Zuliefermesse Local-Content in Russia Februar 2013 Rahmenprogramm: - Forum und Konferenz - B2B-Gespräche zwischen OEMs und Zulieferern - Hausmesse für die Zulieferer - Firmenpräsentationen für die OEMs Zielgruppen der Veranstaltung: - Ausländische Produzenten, die auf der Suche nach neuen Lieferanten und Lokalisierungspartnern sich befinden - Russische und ausländische Zulieferer von Komponenten, Halbzeugen, Materialien und Ausrüstungen

15 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

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