Kurzfassung: Tiefbahnhof Luzern

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1 Verkehr und Infrastruktur (vif) Arsenalstrasse Kriens Telefon Telefax Kurzfassung: Tiefbahnhof Luzern Teil I: Angebotsvergleich 19. Mai 2010

2 Impressum Empfohlene Zitierweise Autor: Dienststelle Verkehr + Infrastruktur (vif) des Kantons Luzern Titel: Tiefbahnhof Luzern Untertitel: Teil I Angebotsvergleich Ort: Luzern Jahr: 2010 Begleitgruppe Ernst Schmid (vif, Vorsitz) Martin Bürgi (Stadt Luzern) Ernst Eugster (SBB) Christoph Fessler (SBB) Peder Largiadèr (Stadt Luzern) Daniel Meier (Verkehrsverbund Luzern) Roland Meier (vif) Hanspeter Schüpfer (NW) Mike Siegrist (rawi) Harald Woermann (OW) Externes Expertenteam: Ecoplan Heini Sommer (Projektleitung) René Neuenschwander Matthias Amacher

3 Kurzfassung: Angebotsvergleich Zufahrt zum Bahnhof Luzern: Kapazitäten sind ausgeschöpft Heute verkehren im Bahnhof Luzern pro Stunde und Richtung 21 Züge. Damit ist auf der doppelspurigen Zufahrt zum Kopfbahnhof die Leistungsgrenze erreicht. Ebenfalls ausgeschöpft sind die Möglichkeiten auf dem Weichenkopf im Vorbahnhof, bei der Zahl der Perronkanten im Bahnhof selbst sowie auf der einspurigen Rotseestrecke. Die SBB erwarten bis ins Jahr 2030 einen Zuwachs von 40% 1 im Personenverkehr, zudem besteht der Wunsch zur Einführung des Viertelstundentaktes auf verschiedenen S-Bahn- Linien. Ohne Ausbau der Kapazitäten können diese Bedürfnisse nicht befriedigt werden. Wie ist das heutige Bahnangebot in Luzern im Quervergleich zu beurteilen? Das Potenzial an kleinen Ausbauschritten nach dem Grundsatz Organisation vor Elektronik vor Beton wurde bereits vollständig ausgeschöpft. Der nächste Ausbauschritt erfordert daher viel Geld, unabhängig davon ob die Stossrichtung mit dem Ausbau der bestehenden Zufahrten und der Bahnhofshalle realisiert wird oder die Stossrichtung Tiefbahnhof mit dem Bau einer neuen Zufahrt ab Ebikon gebaut wird. Ebenso klar ist, dass im Rahmen von Bahn 2030 aus der ganzen Schweiz zahlreiche Ausbaubedürfnisse angemeldet wurden, die den Finanzierungsrahmen bei Weitem sprengen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, wie prioritär die Ausbauwünsche in Luzern zu beurteilen sind. Ist das Bahnangebot im Vergleich mit anderen Agglomerationen gut und besteht wenig Handlungsbedarf, oder weist Luzern heute schon einen grossen Nachholbedarf auf? Für die Beantwortung dieser Frage, wurde das Luzerner Bahnangebot mit vier anderen Schweizer Agglomerationen verglichen, nämlich zwei grösseren (Bern, Zürich) und zwei kleineren (St. Gallen, Zug). Für die Beurteilung wurden folgende sechs Indikatoren pro Agglomeration einzeln ermittelt: Fahrplantakt auf den bestehenden Linien und Verbindungen Durchbindung der Linien: Direkte Verbindung von Agglomerationsgemeinden über das Zentrum ohne Umsteigevorgänge Qualität der Umsteigebeziehungen bzw. durchschnittliche Wartezeit bis zum nächsten Anschlusszug im Zentrumsbahnhof Anteil Umsteiger und Durchfahrer im Zentrumsbahnhof Bahn Erschliessungsqualität: Anteil Einwohner und Arbeitsplätze in der Agglomeration, die mit Bahnhaltestellen erschlossen sind 1 Die Prognose der SBB korrespondiert mit den Perspektiven des schweizerischen Personenverkehrs, ARE Im Rahmen des Projekts Bahn 2030 gehen die SBB aufgrund neuer Berechnungen von einem wesentlich höheren Nachfragewachstum von 58% aus (Nachfragegestützte Bedarfsanalyse und Referenzangebot Bahn 2030, SBB, Entwurf März 2010). Der vorliegende Bericht basiert aber auf den angegebenen 40%. 3/6

4 Erreichbarkeit im ÖV und Veränderung der Erreichbarkeit im ÖV: Mit Reisezeiten gewichtetes wirtschaftliches Potenzial Luzern weist Nachholbedarf auf, eine Verbesserung drängt sich auf Die zusammenfassende Beurteilung des Angebotsvergleichs ist in der nachfolgenden Tabelle abgebildet. Tabelle K-1: Vergleich des Bahnangebots in ausgewählten Agglomerationen Agglomeration Verbindungen und Fahrplantakt Durchbindungen Umsteigebeziehungen 2 Anteil Umsteiger und Durchfahrer Bahn Erschliessungsqualität Erreichbarkeit und Veränderung der Erreichbarkeit Zürich n.a. Bern Luzern St. Gallen n.a, Zug n.a. = gut, = mittel, = schlecht, n.a. = nicht ausgewertet Luzern schneidet im Vergleich mit den grossen, aber auch mit den kleinen Agglomerationen schlecht ab. Die nur stündliche Schnellverbindung nach Bern ist im Vergleich zu den anderen Agglomerationen als mangelhaft zu bezeichnen. Die fehlenden Durchbindungen im Fernverkehr wirken sich negativ auf die Attraktivität des Bahnangebots aus. Die bahnseitige Erschliessung der Haushalte und Arbeitsplätze ist im Quervergleich schlecht. Zudem zeigt sich, dass Luzern seit 1990 von praktisch keiner Entwicklung in der Erreichbarkeit mit dem öffentlichen Verkehr profitieren konnte, währenddem andere Agglomerationen zum Teil in den Genuss wesentlicher Verbesserungen kamen. Zusammenfassend muss festgestellt werden, dass Luzern im Quervergleich zu den anderen Agglomerationen über ein deutlich schlechteres Bahnangebot verfügt. Sowohl das Niveau des Bahnangebots als auch die Entwicklung der Erreichbarkeit sind in den letzten 15 Jahren unterdurchschnittlich gewesen. Damit läuft Luzern Gefahr, im Standortwettbewerb mit ande- 2 Die Umsteigebeziehungen wurden nur für Bern und Luzern quantitativ ausgewertet. 4/6

5 ren Agglomerationen ins Hintertreffen zu geraten. Je länger diese Situation bestehen bleibt, desto schwieriger wird es sein, die entstandene Lücke beim Bahnangebot wieder zu schliessen. Ergänztes Angebot bedingt Ausbau der Bahnzufahrt Um ein qualitativ vergleichbares Bahnangebot erreichen zu können und die zukünftige Nachfrageentwicklung auffangen zu können, wurde für das Jahr 2030 in Zusammenarbeit mit SBB Personenverkehr ein neues Angebotskonzept ausgearbeitet. Tabelle K-2: Das Angebotskonzept 2030 Linie Bisher (2009) Neu (2030) FV Luzern Zug Zürich S-Bahn Luzern Zug 30' 3 15' FV Luzern Basel 2 pro h Keine Änderung FV Luzern Bern 60' 30' S-Bahn Luzern Sursee 30' Verlängerung bis Olten S-Bahn Luzern Lenzburg 30' 15' während HVZ RE Luzern Olten 60 Keine Änderung RE Luzern Wolhusen Bern/Langenthal 2 pro h 4 2 pro h 5 S-Bahn Luzern Giswil / HVZ: zusätzlich beschleunigte S-Bahn S-Bahn Luzern Stans / Wolfenschiessen / HVZ: zusätzlich beschleunigte S-Bahn FV Luzern Interlaken Ost / 30 bei touristischer HVZ FV Luzern Engelberg / 30 bei touristischer HVZ FV Luzern Tessin 60 Keine Änderung S-Bahn Luzern Küssnacht Arth-Goldau 60' 30' VAE Luzern Küssnacht Arth-Goldau St. Gallen 60 Neu über Rotkreuz Mit zusätzlichem Verdichtungszug während HVZ (2009) Mit zusätzlichem Verdichtungszug während HVZ (2009) Zusätzlicher Verdichtungszug während HVZ entfällt (2030) Zusätzlicher Shuttle zwischen Hergiswil und Stans während HVZ (2009) 5/6

6 Das neue Konzept sieht vor, die Zahl der Züge pro Stunde und Richtung von bisher 19 (ohne schmalspurige Zentralbahn und Güterverkehr) auf 25 im Angebot 2030 zu erhöhen. Dazu muss wie bereits einleitend erwähnt die Bahnhof-Infrastruktur bzw. die Zufahrt zum Bahnhof Luzern ausgebaut werden. Je nach Ausbauvariante lassen sich nicht nur die Kapazitätsprobleme lösen, sondern auch grosse Reisezeitgewinne von bis zu 13 Minuten realisieren. 6/6

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