Von der Schultüte bis zum Studium

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1 > Von der Schultüte bis zum Studium Wer kämpft, kann verlieren, wer nicht kämpft, hat schon verloren. Celui qui se bat, peut perdre celui qui ne se bat pas a déjà perdu. Séquence 7-AL21 183

2 Chapitre 1 > Vom Norden in den Süden A Hamburg - Fuhlsbüttel Lufthansaflug 2568 nach Stuttgart B Von Stuttgart nach Tübingen Chapitre 2 > Lernen mit Überraschungen A Statistik B Lernen international C An der Geschwister - Scholl - Gesamtschule Chapitre 3 > Schon mal was von Hermann Hesse gehört? Hesse - sein Leben und sein Werk Sommaire séquence 7-AL21 185

3 Vom Norden in den Süden A Hamburg Fuhlsbüttel Lufthansaflug 2568 nach Stuttgart avant-propos Mit vielen schönen Erinnerungen an die Insel Rügen sind Katrin und Axel jetzt wieder in Hamburg, aber nur ganz kurz, denn sie wollen vom Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel nach Stuttgart fliegen. Axels Tante Christa lebt in der Nähe von Stuttgart, in der Stadt Tübingen, und sie hat die beiden jungen Leute eingeladen, ein paar Tage in ihrer Familie zu verbringen. Eine tolle Gelegenheit für Axel und Katrin, einen Abstecher 1 in den Süden zu machen. Außerdem werden sie sich am Ende ihres Aufenthalts 2 in Stuttgart mit Julia und Florian treffen und dann gemeinsam nach Dresden weiterfahren. Also, es geht weiter, aber wie gesagt diesmal mit dem Flugzeug! 1. der Abstecher (-) fam. la virée, le saut 2. der Aufenthalt (e) le séjour Katrin und Axel sind im Hamburger Flughafen Fuhlsbüttel a) Drei verschiedene Flüge mit Angaben über die Entfernungen werden aufgerufen. Enr. 24 Welcher Flug ist der richtige für die beiden, die nach Stuttgart fliegen wollen? (Die zwei anderen sind Flüge nach New York und nach Köln/Bonn). (Trois vols sont annoncés leurs numéros de vol, l heure du départ, le guichet, la distance, la durée du vol ; il y en a un à destination de New York, les deux autres pour Cologne/ Bonn et Stuttgart. Complétez les annonces ci-dessous par la destination respective.) Die Passagiere des Lufthansafluges 2598, Abflug um 11 Uhr 45, nach werden gebeten, sich zum Schalter B 11 zu begeben. Der Airbus A 320 wird die Strecke von 553 km in 55 Minuten zurücklegen. Séquence 7-AL21 187

4 Die Passagiere des Lufthansafluges 6987, Abflug um 12 Uhr 10, nach werden gebeten, sich zum Schalter D 56 zu begeben. Der Airbus A 340 wird die Strecke von 6179 km in 7 Stunden und 30 Minuten zurücklegen. Die Passagiere des Lufthansafluges 5384, Abflug um 11 Uhr 10, nach werden gebeten, sich zum Schalter C 1 zu begeben. Der Airbus A 319 wird die Strecke von 365 km in 50 Minuten zurücklegen. b) Notieren Sie hier für den Flug nach Stuttgart die Flugnummer: der Abflug: die Entfernung: den Schalter: die Flugdauer: c) Zum Reisen braucht man Papiere, zum Beispiel einen Reisepass oder einen Personalausweis. Füllen Sie diesen deutschen Reisepass mit Ihren Personalien aus. (Qui dit voyager dit papiers, passeport, visa Remplissez ce passeport par les informations manquantes, les vôtres évidemment) BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND REISEPASS Typ Kode des Landes Reisepassnummer Name Vorname Nationalität Geschlecht Größe Augenfarbe Geburtsdatum Geburtsort Ausstellungsdatum Auslaufdatum d) Das praktische Wort machen Versuchen Sie im folgenden Text, das Verb machen und die Ausdrücke mit dem Verb machen (fett gedruckt) durch ein anderes Verb oder einen Ausdruck zu ersetzen. (Remplacez dans ce petit texte le verbe «machen» et les expressions avec «machen» les éléments en gras par d autres verbes ou expressions proposés ci-dessous mais attention : il y en a en surnombre! Il s agit ici d un exercice pour vous permettre d enrichir votre vocabulaire. Vous n arriverez probablement pas à les remplacer tous : c est tout à fait normal! Complétez la liste en consultant le corrigé, il est là pour ça. N.B. les expressions du texte ne sont pas des pis-allers!) Der Mann am Schalter macht schon ein ganz böses Gesicht und sagt zu Katrin: Machen Sie Ihren Rucksack auf (1)! Wie soll ich sonst meine Kontrolle machen (2)? Was wollen Sie in Stuttgart machen (3)? Machen Sie bei dem Jugendsportfest mit (4)? Nein, mein Freund und ich machen (5) eine Deutschlandtour. Na, dann macht (6) Euch ein paar schöne Tage in Stuttgart! Axel macht inzwischen noch Einkäufe (7). Ein Sportmagazin, ein Paket Kaugummi und ein Schokoriegel das macht (8) 5 Euro 70! 188 Séquence 7-AL21

5 Axel, wir müssen schnell machen (9)! ruft Katrin. Die Flugbegleiterin macht in fünf Minuten ihren Schalter zu (10)! kontrollieren korrigieren telefonieren schließen öffnen böse aus/sehen sich beeilen ein/kaufen kosten verbringen teil/nehmen durch Deutschland reisen unternehmen Beispiel: macht schon ein ganz böses Gesicht sieht schon ganz böse aus Karin und Axel sitzen im Flugzeng Katrin und Axel sitzen angeschnallt 1 auf ihren Plätzen. Das Flugzeug rollt langsam bis zur Startbahn 2, hält kurz und dann geht es los: der Airbus startet, immer schneller und schneller rollt er, bis er plötzlich nicht mehr rollt: er hebt ab 3 und fliegt! Axel und Katrin sehen durch die Fenster, wie Hamburg unter ihnen immer kleiner wird und bald ganz verschwindet. Nur noch Wolken sind unter ihnen zu sehen und darüber überall blauer Himmel. Wunderbar ist das Fliegen! Jetzt kommt eine Flugbegleiterin 4 und bringt ihnen ein Tablett mit einem Imbiss 5 und Getränken. 1. sich an/schnallen s attacher 2. die Startbahn (en) la piste de décollage 3. ab/heben (o, o) décoller 4. die Flugbegleiterin (nen) l hôtesse de l air 5. der Imbiss (e) la collation, en-cas a) Notieren Sie die wichtigsten Vokabeln, die in diesem kurzen Text und in den vorherigen (précédents) mit dem Fliegen zu tun haben: b) Hören Sie aufmerksam zu, was Katrin Axel im Flugzeug erzählt. Antworten Sie dann kurz auf die Fragen. Enr. 25 (Écoutez attentivement ce que Katrin raconte à Axel pendant le vol. Répondez ensuite brièvement aux questions.) Findest du nicht, dass die Flugbegleiterin 1 wie Romy Schneider aussieht?, fragt Katrin. Séquence 7-AL21 189

6 Romy Schneider? Ist das nicht die aus den alten, kitschigen Sissi-Filmen, die es immer zu Weihnachten im Fernsehen gibt?, fragt Axel. Genau! Die mein ich. Sie ist nämlich meine absolute Lieblingsschauspielerin! Und sie hat auch nicht nur Sissi gespielt! Also, ich erzähl dir mal, wer diese tolle Frau war 1. die Flugbegleiterin (nen) l hôtesse de l air Von wem ist hier die Rede? Welchen Beruf hatte diese Frau? Woran denkt Axel, als er den Namen hört? Eine Biografie Wie geht man mit einer Biografie um? Comment s y prendre avec une biographie? a) Hören Sie sich die folgende Biographie aufmerksam an. Unterstreichen Sie anschließend die wirklich wichtigen Elemente, um dann den Kurzlebenslauf von Romy Schneider ausfüllen zu können. Enr. 26 (Écoutez attentivement la biographie suivante et complétez-la. Nous vous demandons par la suite de dégager les éléments importants en les soulignant dans le texte. Ceci vous permettra ensuite de compléter le CV de l actrice Romy Schneider.) Porträt von Romy Schneider Rosemarie Albach wurde am 23. September in Wien geboren. Sie wächst bei ihren Großeltern auf, denn ihre Eltern, die beide sind, haben sich getrennt. Später besucht Romy ein Internat; mit 14 beschließt 1 sie, auch Schauspielerin zu werden, und von diesem Zeitpunkt an sich ihre Mutter wieder mehr um sie und übernimmt das Regiment über die Karriere ihrer Tochter. Deutschland 1955: zehn Jahre nach dem des Krieges träumen die Menschen von Idylle und Harmonie, von Dingen, die ihrem wahren Leben in dieser Zeit fehlen. Aus diesem Grund hat die Trilogie der kitschigen 2 Sissi-Filme, in denen Romy die Haupt-und Titelrolle spielt, einen so enormen. Aber der Ruhm 3 hat auch Schattenseiten 4 : man bietet ihr keine ernsthaften an, sie muss dem Bild des naiven, braven Mädchens entsprechen 5. Als sie sich dagegen auflehnt 6, sind ihr Produzent und ihre Mutter natürlich außer sich 7. Aber ab jetzt will und wird Romy ihr in die Hand nehmen. Sie verläßt Deutschland und Österreich und folgt Alain Delon, in den sie sich hat, nach Frankreich. Hier beginnt auch ihre eigentliche Karriere. Im Laufe ihres Lebens dreht sie über 50 Filme mit den Regisseuren wie Orson Welles oder Luchini Visconti. Aber die Regenbogenpresse 8 lässt sie nicht in Ruhe: Der Rummel 9 macht mich ganz, sagt sie schon Privat erlebt Romy einige Katastrophen. Enttäuschungen, eine Scheidung, der Tod ihres Sohnes und Selbstzweifel führen zu Alkoholproblemen. Sie hat von sich gesagt: Ich kann nichts im Leben aber auf der Leinwand 10. Am 29. Mai 1982 findet sie ihr Lebensgefährte 11, mit dem sie eine hat, tot in ihrer gemeinsamen Wohnung. Die offizielle Diagnose: Herzversagen beschließen (o, o) décider 2. kitschig à l eau de rose 3. der Ruhm la gloire 190 Séquence 7-AL21

7 4. die Schattenseite (n) le revers de la médaille 5. entsprechen (a, o; i) +D correspondre à 6. sich gegen + A auf/lehnen se révolter contre 7. außer sich (D) sein être hors de soi 8. die Regenbogenpresse la presse à sensation, la presse «people» 9. der Rummel le battage, l agitation 10. die Leinwand l écran 11. der Lebensgefährte (n, n) le compagnon 12. das Herzversagen l arrêt cardiaque b) Füllen Sie jetzt den Lebenslauf aus. NAME VORNAME KÜNSTLERNAME GEBURTSDATUM GEBURTSORT BERUF DER ELTERN PERSÖNLICHER BERUF KARRIERE zuerst in: dann in: KINDER TODESDATUM B Von Stuttgart nach Tübingen Nach der Landung fahren die beiden jungen Leute mit dem Bus in die Stuttgarter Innenstadt. An der Haltestelle Hauptbahnhof steigen sie aus, weil sie mit der Bahn weiter nach Tübingen wollen. Aber bis zur Abfahrt der Zuges bleibt ihnen noch ein wenig Zeit, die sie nutzen, um sich kurz über die Stadt zu informieren. Stuttgart im Überblick a) Infos über Stuttgart Enr. 27 Katrin und Axel stehen auf dem Bahnhofsvorplatz, wo eine Stadtführerin einer Touristengruppe Folgendes erzählt. Hören Sie gut zu und füllen Sie die Lücken im Text aus. Die Stadt Stuttgart ist die von Baden-Würtemberg und hat Einwohner. Die Stadt am Neckar ist bekannt für ihr großes Kulturangebot und ihre Gastronomie. Auch die geografische ist ideal: Stuttgart liegt in einem Tal 1 und ist von drei bewaldeten 2 Höhen umgeben. Weinberge 3 und Obstwiesen reichen 4 bis in die! Séquence 7-AL21 191

8 Nicht weit vom Bodensee und vom Schwarzwald, von den Nachbarländern Österreich, Frankreich und der Schweiz. Und woran denkt ein Deutscher auch automatisch, wenn er den Namen der Stadt Stuttgart hört? Natürlich:! 1. das Tal ( -er) la vallée 2. bewaldet boisé 3. der Weinberg (e) le vignoble 4. reichen bis + D ici : s étendre b) Mercedes? Axel, der Auto-Fan, hört jetzt genauer zu, denn die neuen Mercedes- Modelle findet er besonders toll. Enr. 28 Hören Sie weiter zu und füllen Sie die Lücken aus. Angefangen hat alles im Jahre mit dem ersten Motorrad. Natürlich war es nicht mit einem Motorrad von heute zu vergleichen! Gottlieb Daimler hatte damals einem Laufrad 1 einen Motor eingebaut und merkte sehr schnell, dass er damit für jedes Fahrzeug 2 erfunden hatte. Praktisch zur selben Zeit arbeitete Carl Benz in Mannheim an einem ähnlichen 3. Er erhielt 1886 ein Patent 4 für seinen Motorwagen. Auch im Jahre 1886 baute Daimler seinerseits seinen Motor in eine Kutsche 5 ein. Benz wollte Autos bauen, Daimler interessierte sich mehr für die Weiterentwicklung 6 von Motoren für aller Art, zu Lande, zu Wasser und in der Luft. Zu dieser Zeit waren die beiden Konkurrenten, erst 1926 wurde die Firma DAIMLER-Benz AG 7 gegründet. Aber warum heißt der Mercedes eigentlich Mercedes und nicht Charlotte oder Ines? 1. das Laufrad ( -er) précurseur du vélo 2. das Fahrzeug (e) le véhicule 3. ähnlich semblable 4. das Patent (e) le brevet 5. die Kutsche (n) la calèche 6. die Entwicklung (en) le développement 7. die AG (Aktiengesellschaft) la société anonyme c) Und jetzt ein paar Fragen, auf die Sie vielleicht die Antwort wissen, wenn nicht, raten Sie einfach und schauen dann im Corrigé nach. (Penchez-vous maintenant sur les questions suivantes: ou vous connaissez les réponses ou vous les devinez ; vérifiez ensuite vos propositions dans le corrigé) Wissen Sie, warum dieses Auto einen Frauennamen hat? Wissen Sie, welches Markenzeichen dieses Auto hat? Wissen Sie, ob Mercedes auch Formel-1-Rennwagen baut? Wissen Sie, wo man fast alle Mercedes-Modelle vom ersten bis zum letzten sehen kann? Schade, es ist Zeit für Katrin und Axel ihren Zug nach Tübingen zu nehmen. Aber sie werden sicher noch einmal in die Stadt zurückkommen. Aber jetzt schnell in den Zug und weiter geht s in Tübingen. Tübingen Katrin ist zum ersten Mal in Tübingen. Ist die Stadt schön! Wie aus dem Bilderbuch! sagt sie, als sie mit Axel durch die romantische, mittelalterliche Innenstadt geht. Kein Wunder, dass so viele junge Leute nach Tübingen kommen, um dort an einer der vielen und renommierten Universitäten, wie der 192 Séquence 7-AL21

9 Eberhard Karls Universität oder am Max Planck Institut, zu studieren. Und als sie über den Marktplatz gehen, wo heute Wochenmarkt ist, hören sie die Leute reden. Worüber sprechen diese Leute? Ordnen Sie die Aussagen 1 in die richtige Rubrik ein. 1. die Aussage (n) la déclaration, le témoignage Enr. 29 Morgen muss ich schon wieder Überstunden machen! Hoffentlich scheint am Wochenende die Sonne. Die Rechten haben auch nicht immer recht! Meine Tochter will die Schule verlassen! Was soll ich nur tun? Schön, dass man im Zentrum die alten Häuser alle renoviert hat. Das neue Einkaufszentrum gefällt mir gut. Für wen wählst du bei den nächsten Wahlen? Für die Grünen oder die Liberalen? Seit Tagen habe ich Kopfschmerzen. Ob ich ernstlich krank bin? Toll! ich habe meinen Führerschein bestanden! Ich finde, dass eine Straßenbahn viel besser als ein Bus ist. Er hat meinen Geburtstag nicht vergessen und sogar ein Paket geschickt. Ich muss morgen geschäftlich nach Stuttgart. Sie reden über: ihre Stadt private Probleme private Freuden ihren Beruf Politik das Wetter 1) Bei Tante Christa Endlich sind sie bei Axels Verwandten in der Osterbergstraße angekommen. Sie werden herzlich von der Tante und dem Onkel empfangen. Steffi, Axels Kusine, ist noch nicht aus der Schule zurück. Tante Christa und Onkel Felix möchten alles wissen. a) Antworten Sie auf diese Fragen und nehmen Sie Ihre Antworten. Wie seid ihr eigentlich von Hamburg nach Stuttgart gekommen? Séquence 7-AL21 193

10 Mit welcher Fluggesellschaft seid ihr geflogen? Wo seid ihr vor Stuttgart und Tübingen schon gewesen? Wart ihr immer nur mit dem Flugzeug unterwegs? Warst du schon einmal in Tübingen, Katrin? Wo sind eure zwei Freunde im Moment? Und wo endet eure Reise? Enr. 30 b) Aber auch Axel und Katrin stellen Fragen. Sie richten sich an Tante Christa. Versuchen Sie, diese Fragen schriftlich zu formulieren. Nehmen Sie Ihre Fragen dann auf. Beispiel: Axel hat ganz schmutzige Hände. Axel fragt: Tante Christa, wo kann ich mir bitte die Hände waschen? Oder: Kann ich mir (irgendwo) die Hände waschen? Axel hat Hunger. Katrin hat Durst. Katrin fühlt sich nicht sehr frisch und möchte duschen. Axel sucht die Toilette. Axel und Katrin möchten die Stadt besichtigen und bitten die Tante um einen Stadtplan. Katrin ist ziemlich müde und möchte sich eine Stunde ausruhen. Und dann kommt Steffi aus der Schule. Sie begrüßt die beiden Gäste und schlägt ihnen vor, sie morgen zur Schule zu begleiten, natürlich nur, wenn sie Lust haben Und auf diese Weise werden auch Sie ein deutsches Gymnasium kennen lernen. Aber beginnen werden wir unser Schul-Kapitel mit einer Statistik, in der sich alles um Lernen handelt. 194 Séquence 7-AL21

11 Lernen mit Überraschungen A Wie geht man mit einer Statistik um? Zum Thema PISA-STUDIE Was ist die PISA-Studie? PISA ist eine Abkürzung und bedeutet: Programme for International Student Assessment. Man, das heißt die OECD 1, hat die Lernresultate (Lesen/ Mathematik/ Naturwissenschaften) in 31 Ländern der Welt verglichen. Hier sind die Ergebnisse, die 2002 veröffentlicht worden sind. 1. die OECD OCDE a) Hören Sie gut zu und füllen Sie in folgendem Text die Zahlen aus. Enr. 31 Im Jahre hat die OECD Schüler im Alter von Jahren in Ländern in folgenden drei Bereichen 1 getestet: Lesen, Mathematik und Naturwissenschaften 2. In Deutschland haben Jugendliche von Schulen den Fragebogen ausgefüllt der Bereich (e) le domaine 2. die Naturwissenschaft (en) les sciences naturelles 3. aus/füllen + A remplir (un questionnaire) b) Sehen Sie sich die Ergebnisse der Studie an. LESEN MATHEMATIK NATURWISSENSCHAFTEN 1 Finnland 1 Japan 1 Südkorea 2 Kanada 2 Südkorea 2 Japan 3 Neuseeland 3 Neuseeland 3 Finnland 4 Australien 4 Finnland 4 Großbritannien 5 Irland 5 Australien 5 Kanada 6 Südkorea 6 Kanada 6 Neuseeland 7 Großbritannien 7 Schweiz 7 Australien 8 Japan 8 Großbritannien 8 Österreich 9 Schweden 9 Belgien 9 Irland 10 Österreich 10 Frankreich 10 Schweden 11 Österreich 14 Frankreich 12 Frankreich 15 USA 19 USA 20 Deutschland 14 USA 21 Deutschland 20 Deutschland 31 Brasilien 31 Brasilien 31 Brasilien Séquence 7-AL21 195

12 Statistiken interpretieren a) Was stellen Sie fest, wenn Sie sich die ersten vier Plätze in jeder Rubrik ansehen? b) Was können Sie im Allgemeinen : über die Plätze von Frankreich... c) und über die Plätze von Deutschland sagen? d) Was kann man generell zu den Ergebnissen dieser Statistik sagen? Wenn Sie Ihr Wissen testen wollen: hier haben Sie die Möglichkeit! Cet exercice n est pas obligatoire (der Titel der Übung ist: wenn Sie Ihr Wissen testen WOLLEN, nicht MÜSSEN!!!), mais il nous paraissait intéressant de rendre l ensemble un peu plus concret en dehors des chiffres et des données statistiques et de vous présenter au moins une question dans chaque domaine. a) Aus dem Bereich LESEN Schlechter Geschmack Wussten Sie, dass 1996 die australische Bevölkerung fast genauso viel Geld für Schokolade ausgegeben hat wie die australische Regierung für internationale Hilfsmaßnahmen? (Leserbrief von Arnold Jago in einer australischen Tageszeitung von 1997) Was möchte Arnold Jago mit seinem Brief beim Leser auslösen? A Schuldgefühle B Belustigung C Angst D Zufriedenheit b) Aus dem Bereich MATHEMATIK Schlafende Robbe Eine Robbe muss atmen, auch wenn sie schläft. Martin hat eine Robbe eine Stunde lang beobachtet. Zu Beginn seiner Beobachtungen befand sich die Robbe an der Wasseroberfläche und holte Atem. Anschließend tauchte sie zum Meeresboden und begann zu schlafen. Innerhalb von 8 Minuten trieb sie zurück an die Oberfläche und holte Atem. Drei Minuten später war sie wieder auf dem Meeresboden, und der ganze Prozess fing von vorne an. 196 Séquence 7-AL21

13 Nach einer Stunde war die Robbe: A auf dem Meeresboden B auf dem Weg nach oben C beim Atemholen D auf dem Weg nach unten c) Aus dem Bereich NATURWISSENSCHAFTEN Ein Ernährungsexperte sagt, dass Jessica (die sich fast ausschließlich von Schokolade ernährt), nicht genügend Vitamine bekommt. Ein Vitamin, dass in der Schokolade fehlt, ist das Vitamin C. Vielleicht könnte sie ihren Vitamin-C-Mangel kompensieren, indem sie in ihre richtige Mahlzeit alle fünf Tage ein Nahrungsmittel einbezieht, das einen hohen Gehalt an Vitamin C aufweist. 1 Fisch 2 Obst 3 Reis 4 Gemüse Welche zwei Lebensmittel aus der Liste würdest du Jessica empfehlen, um ihren Vitamin-C- Mangel auszugleichen? A 1 und 2 B 1 und 3 C 1 und 4 D 2 und 3 E 2 und 4 F 3 und 4 B Lernen international Beispiele: Schule bei uns und bei euch Erstes Interview Enr. 32 Hören Sie sich die folgenden drei Interviews aufmerksam an und füllen Sie die Lücken aus. Drei Schülerinnen, eine Finnin und zwei Deutsche, erzählen von ihren Erfahrungen an Schulen im Ausland. ANNA TEUWEN, 19, Aachen, hat gerade Abitur gemacht, sie war bis 2000 für ein Jahr in Vimpeli (ein Dorf in Finnland): a) Zuerst fiel mir auf, dass die finnischen unglaublich gut englisch sprechen. Sie hatten einen viel größeren Wortschatz 1 als wir. Auch einen ganz anderen. Bei den Klassenarbeiten gab es neben dem Teil auch immer einen Hörtest. Die Schule hatte dafür zwei Sprachlabors, wo jeder Schüler Kopfhörer und bekommt. Das habe ich in Aachen noch gesehen. Ungewöhnlich fand ich auch, dass sich die finnischen Schüler für alles interessieren, was im passiert. Sie wussten manchmal mehr über Deutschland als ich selbst. Alles in allem 2 hatte ich aber den Eindruck, dass sie in der Schule ungefähr das Gleiche machen wie wir. Das Verhältnis 3 zu den Lehrern war freundlicher und persönlicher als bei uns. Schüler und Lehrer haben sich. 1. der Wortschatz ( -e) das Vokabular 2. alles in allem tout compte fait 3. das Verhältnis (se) le rapport Séquence 7-AL21 197

14 b) Richtig oder falsch? Begründen Sie Ihre Wahl mit einem Zitat oder formulieren Sie persönlich, was Sie verstanden haben. Das erste, was Anna bemerkt hat, waren die guten Englischkenntnisse der jungen Finnen. R oder F Die Englischklassenarbeit hat immer zwei Teile. In Finnland wird mit modernen Methoden unterrichtet. Die Finnen interessieren sich nicht viel für andere Länder. Es gibt keinen großen Unterschied zwischen den Lernprogrammen in Dtd. und in Finnland. In Finnland ist der Kontakt zwischen Schülern und Lehrern unkompliziert. Zweites Interview Enr. 33 ANNA JUNTUNEN, 18, aus Oulu in Finnland, 12. Klasse, ist für ein Jahr zu Gast am Ruhr- Gymnasium in Witten: a) Ich war von dem der PISA-Studie nicht sehr überrascht. Als erstes fiel mir in Deutschland auf, dass sich die Schüler nicht so gut können. Alle geben sich zwar viel Mühe 1, aber die Freude am Lernen kommt nicht auf. Ich habe den Eindruck, dass es den Finnen mehr macht, zur Schule zu gehen. Vielleicht ist der Wille, sich dort wohl zu fühlen, größer als in Deutschland. Schließlich verbringen die Finnen den Tag in der Schule.Das wirkt 2 sich auch auf das Verhältnis zu den Lehrern aus. In Finnland sind Lehrer wie. Wenn man etwas nicht versteht, geben sie Nachhilfe. In Deutschland muss man da zu einem anderen gehen oder Privatstunden nehmen. 1. sich Mühe geben (a, e; i) se donner la peine 2. sich auf + A aus/wirken avoir des conséquences sur b) Richtig oder falsch? Begründen Sie Ihre Wahl mit einem Zitat oder formulieren Sie persönlich, was Sie verstanden haben. Anna ist erstaunt über die Resultate der Studie. R oder F Die Finnen gehen lieber zur Schule als die deutschen Schüler. Die deutschen Schüler sind motiviert und wollen sich in der Schule wohlfühlen. In Finnland gibt es die Ganztagsschule. Nachhilfe ist in Finnland nicht nötig. In Deutschland helfen sich die Schüler untereinander, wenn etwas nicht klar ist. 198 Séquence 7-AL21

15 Drittes Interview Enr. 34 SARAH HELLEBRANDT, 17, 11. Klasse, war bis Frühjahr 2002 elf Monate in Japan: a) Mein Schultag in Japan von morgens um acht Uhr bis nachmittags halb vier. Viele japanische Schüler bleiben sogar bis acht Uhr abends in der Schule, um nach dem normalen Unterricht noch Sportclubs zu besuchen oder über Schönschrift oder Teezeremonie. Sie putzen 1 auch ihre Klassenräume selbst und den Flur und die Klos (Toiletten). Die Schüler sehen ihre Lehrer den ganzen Tag und werden deshalb eher von ihnen erzogen 2 als von ihren Eltern. Die ist riesengroß, alle Schüler sind konzentriert bei der Sache. Deshalb ist es für einen einzigen Lehrer kein Problem, 120 Schüler zusammen im Sportunterricht zu haben. Bei uns würde da das reine Chaos herrschen. Noten gibt es nicht, die Schulstunden bestehen 3 fast nur aus der Lehrer. Alle Schüler tragen, man darf sich die Haare nicht färben, keinen Schmuck 4 tragen oder Make-up. Oft gibt es Testwochen, in denen die Schüler täglich Arbeiten schreiben. Der Vorteil bei ist, dass man sich aktiv mehr beteiligt 5. Das finde ich besser. 1. putzen nettoyer 2. erziehen, erzog, erzogen éduquer 3. bestehen (a, a) aus consister 4. der Schmuck le bijou 5. sich an + D beteiligen participer à b) Richtig oder falsch? Begründen Sie Ihre Wahl mit einem Zitat oder formulieren Sie persönlich, was Sie verstanden haben. Sarah war in einem afrikanischen Land. R oder F Viele japanische Schüler machen mehr als nur den normalen Unterricht. Sie kümmern sich auch persönlich um die Sauberkeit in der Schule. Im Sport herrscht Chaos, weil 120 Schüler zusammen Unterricht haben. Der Unterricht ist im Allgemeinen ein Monolog des Lehrers. Das findet Sarah besser als in Deutschland. c) Sie haben jetzt die drei Interviews gehört und hoffentlich auch verstanden. Zitieren Sie Textelemente, die die Besonderheiten (particularités) der verschiedenen Systeme zeigen (wenn möglich, drei pro System): das finnische Schulsystem das japanische Schulsystem das deutsche Schulsystem Séquence 7-AL21 199

16 d) Was halten Sie persönlich vom japanischen Schulsystem? Sie kennen jetzt die Besonderheiten wie zum Beispiel die Schuluniform und können sich eine Meinung bilden! Sehen Sie sich Steffis Stundenplan aufmerksam an. a) Steffi, Axels Kusine, muss ihre Hausaufgaben machen. Sie hat aber zum Glück nicht zu viel zu tun: Sie hat eine kurze Passage aus De Bello Gallico zu übersetzen, eine Aufgabe in Mathe zu machen, die erste Strophe von einem HESSE-Gedicht auswendig zu lernen und auf dem Computer Informationen über Albert Einstein zu finden. Für die beiden letzten Stunden des nächsten Tages braucht sie nichts vorzubereiten. Sehen Sie sich jetzt ihren Stundenplan an: an welchem Wochentag macht Steffi diese Hausaufgaben? (nicht vergessen: sie macht natürlich ihre Aufgaben für den nächsten Tag!) MONTAG DIENSTAG MITTWOCH DONNERSTAG FREITAG Deutsch Latein Deutsch Sport Englisch Englisch Mathematik Englisch Deutsch Biologie Mathematik Deutsch Geschichte Deutsch Mathematik Musik Physik Mathematik Physik Erdkunde Latein Kunst Erdkunde Musik Geschichte Biologie Kunst Sport - Musik Sport b) Sie haben sich den Stundenplan genau angesehen. Was ist in Deutschland anders als in Frankreich? Notieren Sie die Unterschiede! Beispiel: Die Schule beginnt in Deutschland früher als in Frankreich (7 Uhr 50). c) Was gefällt Ihnen an diesem System? Was sind Ihrer Meinung nach die Vorteile? 200 Séquence 7-AL21

17 d) Was gefällt Ihnen nicht? Was sind Ihrer Meinung nach die Nachteile dieses Systems? e) In welcher Unterrichtsstunde könnte man folgende Fragen hören? Die verschiedenen Fächer stehen auf dem Stundenplan. Beispiel: Stellt euch zum Start auf und auf die Plätze fertig los! Diesen Satz könnte man im Sportunterricht hören. Bitte, Lisa, könntest du mir die Hauptstadt von Brasilien auf der Karte zeigen? Ich werde euch jetzt die Formel E=mc 2 erklären! «Kann mir jemand sagen, was 1961 in Berlin passiert ist? While her personal life was foundering, her career was doing the opposite, In diesem Gedicht spielt HESSE auf die Liebe an. Frank, kannst du uns dieses Lied auf deiner Flöte spielen? Vergesst den Zirkel und das Millimeterpapier für die Klassenarbeit morgen nicht! Zu welcher Pflanzenkategorie gehört die Rose? Was bedeutet fiat lux, Martin? Wir brauchen zwei Mannschaften mit 11 Spielern. Ich bin Schiedsrichter. f) Hören Sie sich die Sätze 1) bis 10) an und wiederholen Sie sie! Nehmen Sie sich auf! Enr. 35 g) Wussten Sie das? Langsam können Sie sich ein Bild vom deutschen Schulsystem machen. Sie haben die Unterschiede zum französischen festgestellt, aber vielleicht wissen Sie folgendes noch nicht: Lehrer unterrichten in Deutschland immer zwei Fächer. In Sprachen gibt es in Deutschland mehr Stunden als in Frankreich. Das Abitur ist kein nationales Examen, die Themen der Prüfungen werden von jedem Gymnasium individuell gewählt. Séquence 7-AL21 201

18 In Deutschland entscheidet jedes Bundesland über die Schulpolitik. Das Notensystem ist anders: 1 ist die beste Note, 6 die schlechteste. Jedes Bundesland hat einen Erziehungsminister. Es gibt keinen Bundesminister für Erziehung. Die Ferientermine werden von jedem Bundesland festgelegt (fest/legen = fixer). Schulvokabular a) Ordnen Sie das Schulvokabular aus den Texten (a, b und c) und Übungen in drei Rubriken ein und prägen Sie es sich gut ein. (Classez le vocabulaire ayant un rapport avec l école des textes a), b) et c) et des exercices dans les rubriques ci-dessous et apprenez-le. Complétez-le au fur et à mesure des exercices) Schüleralltag schulische Einrichtungen Lehrer - Schülerkontakt die Klassenarbeit das Sprachlabor das Verhältnis zwischen b) Aber man hört auch folgendes an deutschen Schulen: Ordnen Sie den Sätzen 1-4 in Umgangssprache die entsprechenden in Hochdeutsch A D zu. (Associez aux phrases en langage familier 1 4 les phrases correspondantes en allemand académique) Umgangsdeutsch : Hochdeutsch : Er schwänzt schon seit drei Tagen. Ich hab keinen Bock auf Physik. Sie hat immer Zoff mit den Lehrern. Er wird wahrscheinlich sitzen bleiben. A) Er geht schon seit drei Tagen nicht mehr zur Schule B) Er wird die Klasse wiederholen müssen. C) Ich habe keine Lust, Physik zu machen D) Sie hat immer Streit (Ärger) mit den Lehrern. 1 = 2 = 3 = 4 = Rappel Zum Unterricht gehört nicht nur ein System, sondern auch eine Methode: zu unserer Methode gehören auch kurze Wiederholungen von wichtigen Punkten der Grammatik wie der Unterschied zwischen den Konjunktionen. a) Als und wenn. Setzen Sie die richtige Konjunktion ein und fassen Sie dann auf Französisch kurz die Regel zusammen. sie in Japan ankam, war sie sehr überrascht. sie klein war, lebte sie in Finnland. es kalt ist, trinken die Finnen Schnaps. 202 Séquence 7-AL21

19 Er schenkt mir immer Blumen, er mich besucht. la règle : on emploie als la règle : on emploie wenn b) Comparatif de supériorité Beispiel: Sind die Finnen als die Deutschen? (intelligent) Sind die Finnen intelligenter als die Deutschen? Die Finnen lernen als die Japaner. (gern) Die Japaner sind als die Finnen. (diszipliniert) Dieses System funktioniert als das andere. (gut) Die Japaner arbeiten als die Deutschen. (viel) c) Comme nous, vous avez peut être constaté que certains verbes très utiles qui plus est! ont «du mal à passer». Wissen, kennen et können en font partie. Complétez la grille ci-dessous et indiquez le sens de ces verbes. présent prétérit parfait ich wissen kennen können weiß wusste habe gewusst er/ sie wissen kennen können wir wissen kennen können Le sens du verbe «wissen» : Le sens du verbe «kennen» : Le sens du verbe «können» : d) Et pour finir un petit rappel du sens des verbes de modalité. Ich kein Finnisch. Du im Physikunterricht auf keinen Fall rauchen, sonst alles explodieren! Sie findet ihren Kollegen sympathisch, sie ihn gern, aber sie ihn nicht heiraten. Der neue Klassenkamerad hat Ticks, er zum Psychiater gehen. Kommst du mit? Nein, ich nicht. Mein Vater an Schultagen nicht, dass ich so oft ausgehe. Nein, ich nicht, ich hab keine Lust. Nein, ich nicht, meine Oma ist zu Besuch! Bitte, wo sind die Klos? fragt der neue Schüler. Ich mal und nicht mehr warten. Séquence 7-AL21 203

20 C An der Geschwister-Scholl-Gesamtschule Am nächsten Morgen müssen Katrin und Axel relativ früh aufstehen, weil sie Steffi in die Schule begleiten wollen. Da die Schule am anderen Ende der Stadt liegt, müssen sie mit dem Bus fahren. Während der Busfahrt erzählt Steffi etwas über die Geschwister Scholl, deren Name die Schule trägt. Wer waren Hans und Sophie Scholl? Hans Scholl wurde 1918 geboren und ab 1941 war er Student der Medizin an der Universität München. Er und seine Schwester Sophie, die 1921 geboren wurde und ab 1942 auch in München Studentin war, sie studierte Biologie und Philosophie, gründeten 1 mit anderen Kommilitonen 1942 eine Widerstandsgruppe 2, die den Namen Weiße Rose hatte. Mit Informationsflugblättern 3 informierten sie über die Realitäten des Krieges und des grausamen 4 Naziregimes und riefen zum Widerstand auf. Sie wurden vom Hausmeister 5 der Münchner Universität denunziert und beide am hingerichtet 6. Die Geschwister Scholl sind unsere Vorbilder 7 : ihr Engagement, ihr Mut und ihre Überzeugung 8 dürfen nicht vergessen werden. Jetzt wisst ihr, warum unsere Schule nach ihnen heißt. 1. gründen fonder 2. der Widerstand la résistance 3. das Flugblatt ( -er) le tract 4. grausam cruel 5. der Hausmeister (-) le concierge 6. hin/richten + A exécuter 7. das Vorbild (er) le modèle 8. die Überzeugung (en) la conviction So, jetzt wissen Sie auch, dass es in Deutschland zwischen 1933 und 1945 nicht nur Nazis gegeben hat, sondern auch tapfere 1 und engagierte Menschen, die ihr eigenes Leben riskierten, um das anderer zu retten 2. In Deutschland tragen viele Schule, Straßen, Plätze und Institutionen den Namen der Geschwister Scholl. 1. tapfer courageux 2. retten + A sauver Das deutsche Schulsystem a) Welche Schule für welchen Schüler? Faites une recherche internet pour répondre aux questions suivantes. Beispiel: Eva möchte Friseuse werden. Steffi möchte Ärztin werden. Paul möchte Tischler 1 werden. Jessika möchte Pilotin werden. Richard möchte in einer Bank arbeiten. Julia möchte Verkäuferin werden. Hanna möchte Lehrerin werden. (Eva sollte zur) Hauptschule (gehen) 1. der Tischler (-) le menuisier 204 Séquence 7-AL21

21 Enr. 36 Dreißig Jahre Schulgeschichte: eine Schule stellt sich vor a) Herr Funke, der Schulleiter, stellt seine Schule vor: Hören Sie gut zu und stellen Sie dann die Fragen. Vorher noch unbekannten Vokabeln, die zum Verständnis des Textes wichtig sind. überwinden (a, u) surmonter die Gemeinsamkeit (en) le point commun betonen die Verpflichtung (en) die Gerechtigkeit accentuer l engagement, l obligation la justice Die Geschwister-Scholl-Gesamtschule gibt es seit dreißig Jahren in Tübingen. Die Devise der Schule ist learning by doing. Die Gesamtschule verbindet die drei traditionellen Schultypen unter einem Dach. Sie wissen vielleicht, dass es im deutschen System mehrere getrennte Schulmodelle gibt. In der Geschwister-Scholl-Gesamtschule hat man versucht, diese Trennung zu überwinden und vielmehr die Gemeinsamkeiten zu betonen. Außerdem ist diese Schule sehr weltoffen und experimentierfreudig, um die Schüler so weit wie möglich auf das Leben vorzubereiten: es gibt an der Schule ein großes Kursangebot, Schulaustausch mit Frankreich, England und den USA, so wie enge Kontakte mit Polen und Russland. Der Name Geschwister-Scholl-Gesamtschule ist eine Verpflichtung, ein Engagement für Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit. Seit wann gibt es die Geschwister-Scholl-Gesamtschule? Welche Vorteile hat eine Gesamtschule? Welches Ziel hat sich die Schule gesetzt? (sich ein Ziel setzen : se fixer un but) Mit welchen Ländern gibt es einen Schulaustausch? Mit welchen Ländern gibt es Kontakte? Welche Werte sind für diese Schule wichtig? (der Wert : la valeur) b) Was macht eigentlich ein Sozialpädagoge an der Schule? Herr Borst, der Sozialpädagoge, hat eine beratende Funktion und er versucht in folgenden Fällen den Schülern zu helfen: Séquence 7-AL21 205

22 Unregelmäßiger Schulbesuch, Schulmüdigkeit, Leistungskrisen Außenseiter 1 -Erfahrungen in der Klasse Agressives Verhalten 2 gegenüber Lehrern Ängste und beunruhigendes 3 Verhalten Selbstschädigendes 4 Verhalten ( Essstörungen, Selbstverletzung, Drogenkonsum) Schwierigkeiten mit Freunden und Eltern 1. der Außenseiter (-) le marginal 2. das Verhalten le comportement 3. beunruhigend inquiétant 4. selbstschädigend autodestructeur Hören Sie jetzt gut zu: Schüler erzählen von ihren Problemen. Zu welcher Kategorie (1-6) gehören die Schwierigkeiten? Enr. 37 Ich kann machen, was ich will: ich werde von meinen Mitschülern einfach nicht akzeptiert, sie lassen mich immer allein. Ich habe schon seit Wochen keinen Hunger mehr und schon 7 Kilo abgenommen. Was soll ich nur tun? Warum ich meinem Englischlehrer mein Heft vor die Füße geknallt (balancer) habe? Er hatte mir eine 6 in der Klassenarbeit gegeben! Deswegen! Ich glaube, ich werde das Abitur nie schaffen. ich fürchte mich auch vor der Zukunft, dem Studium, dem Leben im Allgemeinen. Natürlich denken meine Eltern, dass ich regelmäßig zur Schule gehe, aber in Wirklichkeit laufe ich den ganzen Morgen durch die Stadt oder sitze in Parks herum. Mein großer Bruder Julius ist ein Genie: immer der beste, immer der intelligenteste! Und meine Eltern wollen nicht verstehen, dass ich nicht wie Julius bin! Sie können das nicht begreifen (verstehen)! Immer vergleichen sie mich mit ihm! Hallo, ich bin Céline Cayet Enr. 38 Eine Französin in Tübingen. Céline erzählt selbst: Ich bin Mitte Oktober an der Schule angekommen und mein Jahr als Assistentin dauert bis Ende Mai. Meine Aufgabe ist, den Unterricht mit dem Französischlehrer mitzugestalten 1 oder selbst eine Unterrichtsstunde für eine Klasse vorzubereiten. Ich bin dem Gymnasium zugewiesen 2 und kümmere mich um Schüler ab der 7. Klasse bis zum Leistungskurs Klasse 13. Ich gebe auch Unterricht an der Realschule, zum Beispiel zur Zeit in einer Klasse 9. Ich arbeite insgesamt 3 ungefähr 10 Stunden pro Woche an der Schule. Als Muttersprachlerin bemühe ich mich, die Schüler für die französische Sprache, aber auch für Frankreich allgemein zu begeistern 4, indem ich sie dazu anrege 5, das Land, seine Sitten und seine Kultur wie zum Beispiel seine Musik, seine Essgewohnheiten und weitere Eigenheiten 6 des täglichen Lebens zu entdecken. 206 Séquence 7-AL21

23 Ich war schon letztes Jahr in Tübingen, wo ich an der Universität ein Semester studiert habe und wo ich die Recherchen über meine Magisterarbeit über das studentische Leben im 16. Jahrhundert in Tübingen angefangen habe. Dieses Jahr schreibe ich daran weiter und gehe auch zur Uni. Parallel dazu gebe ich zweisprachig erzogenen Kindern Französischunterricht im Deutsch-Französischen Institut in Tübingen. Die Region um Tübingen herum habe ich vor 10 Jahren durch meinen Schüleraustausch kennen gelernt und bin seitdem fast jedes Jahr während der Schulferien dorthin zurück gekommen. Mit meiner damaligen Brieffreundin habe ich immer noch Kontakte und wir sind sogar sehr gute Freundinnen geworden. Ich hoffe, dass die Schüler dieses Jahr so viel Spaβ mit dem Französischen haben werden wie ich in meiner Schulzeit mit dem Deutschen hatte und vor allem, dass sie für das Nachbarland mehr Interesse bekommen werden. Es kann nur eine bereichernde 7 Erfahrung sein, ein fremdes Land und dessen Bewohner zu entdecken, indem man die Sprache lernt. Und jetzt, wo man dauernd über Europa spricht, wäre es auch Zeit, sich den Anderen zu öffnen. 1. gestalten concevoir, organiser 2. zu/weisen (ie, ie) attribuer, rattacher à 3. insgesamt en tout 4. begeistern enthousiasmer 5. zu + D an/regen inciter à 6. die Eigenheit (en) la particularité 7. bereichernd enrichissant a) Welche Satzelemente gehören zusammen? Wenn Sie den Text global verstanden haben, dürfte das nicht zu schwer sein Verbinden Sie die passenden Satzelemente. Meine Brieffreundin von früher Ende Mai Ich möchte Ich tue alles, Ich weiß natürlich nicht, Meine Aufgabe ist es, Ich bin immer glücklich, Die Schüler waren begeistert, a) ob meine Arbeit Früchte tragen wird. b) meine Schüler für mein Land interessieren c) um mein Deutsch zu verbessern d) den Lehrern zu helfen e) ist meine Arbeit hier zu Ende. f) habe ich nie aus den Augen verloren g) als sie zum ersten Mal Lieder von X hörten.. h) wenn ich nach Tübingen kommen kann. b) Kreuzen Sie die richtige(n) Antwort(en) an. Richten Sie sich nach den Informationen im Text. Sie ist zum ersten Mal nach Tübingen gekommen als Schülerin. als Studentin. als Lehrerin. Sie unterrichtet Eine wichtige Rolle spielt für sie Sie hat seit ihrer Schulzeit am Gymnasium. an der Realschule. an einem Spracheninstitut. ihr Auto. ihr Studium. ihr Freund. Deutsch sehr gern gemocht. Schwierigkeiten in Deutsch. kein Interesse an Deutsch. c) Petite révision du passif avec Céline. Souvenez-vous : le passif est une forme composée de l auxiliaire werden et d un participe passé. (Ne pas confondre avec le futur!) Séquence 7-AL21 207

24 Cochez les phrases au passif dans l exercice suivant. Céline wird morgen wieder nach Hause fahren. Céline wird von ihrer Brieffreundin abgeholt. Ist Célines Kollege ein Deutscher oder ein Franzose? Ist Célines Deutsch oft korrigiert worden? Ihre Brieffreundin kann fließend Französisch sprechen. Ihre Brieffreundin wird fließend Französisch sprechen können. Der Text von Molière ist von einer Schülerin gelesen worden. In deutschen Schulen wird mehr mündlich gearbeitet. d) Transformez ses explications à la voix passive selon l exemple Ich bereite den Unterricht allein vor. Meine Kollegen geben mir gute Tipps. Der Unterricht wird von mir allein vorbereitet. Ich erkläre die französische Grammatik so einfach wie möglich. Die Schüler verstehen oft Lieder besser als Texte. e) Petite révision du passif impersonnel avec Céline. Transformez selon l exemple. Man spricht im Unterricht viel zu oft über ernste Themen. Im Unterricht wird viel zu oft über ernste Themen gesprochen. oder Über ernste Themen wird im Unterricht viel zu oft gesprochen. Man spricht im Unterricht nur Französisch. Darf man auch Fragen stellen? Man kann alles ganz kurz erklären. Nachdem wir nun den Schulleiter, den Sozialpädagogen und die Französischassistentin gehört haben, begleiten wir Steffi in den Deutschunterricht. Die Lehrerin, Frau Langer, hat nichts dagegen, dass Axel und Katrin sie begleiten. Und mitmachen könnt ihr natürlich auch! sagt sie nur und beginnt mit dem Unterricht. Es geht heute um einen sehr bekannten, deutschen Schriftsteller, der Hermann Hesse heißt. Also, was für Axel und Katrin gilt 1, gilt auch für Sie: MITMACHEN! 1. gelten (a, o; i) être valable 208 Séquence 7-AL21

25 Schon mal was von Hermann Hesse gehört? Hesse sein Leben, seine Werke Über den Autor Hermann Hesse Enr. 39 a) Écoutez attentivement et complétez le texte au fur et à mesure par les mots et les dates manquants. Er schrieb große Romane, Novellen und Gedichte. Er malte phantasievolle Aquarelle, erhielt den Goethe-Preis der Stadt Frankfurt am Main und den Nobelpreis für Literatur, den Friedenspreis des deutschen Buchhandels. Trotzdem wurde Hermann Hesse, geboren am 2. Juli in Calw, lange Zeit nicht akzeptiert. Seine Lyrik und Prosa waren seinen Lesern zu gefühlvoll, zu romantisch, zu weltfremd 1. Erst wenige Jahre nach seinem Tod am 9. August in Montagnola bei Lugano wurden Hesse und seine Werke 2 populär: die amerikanische der sechziger Jahre entdeckte den Schriftsteller für sich. Vor allem das Buch: Siddhartha - eine indische Dichtung gefiel den Blumenkindern. Auch der Brahmanen-Sohn Siddhartha ist auf der Suche 3 nach sich selbst. Ein Ziel stand vor Siddhartha, ein einziges : leer 4 werden, leer von, leer von Wunsch, leer von Traum, leer von Freud und Leid 5. Die Begeisterung der Flower-Power-Generation steckte 6 an, und heute, viele Jahre nach seinem Tod, ist Hermann Hesse immer noch einer der am meisten gelesenen deutschsprachigen unseres Jahrhunderts. Hermann Hesse war im so ruhelos wie seine Helden. Von meinem dreizehnten Lebensjahr an war mir klar, daß ich Dichter oder gar nichts werden wollte. Doch bald mußte er erkennen: für jeden Beruf gibt es eine Ausbildung 7, aber nicht für den Beruf des Dichters. Die Konflikte mit dem Elternhaus und der Schule waren vorprogrammiert: Bestrafung, Flucht 8, Selbstmordversuche 9 und die Einlieferung 10 in die Nervenheilanstalt. Ich gehorche 11 nicht und ich werde nicht gehorchen!, schrieb er seinem Vater. Hesses Werke sind Revolten: gegen das Bestehende 12, gegen leere Autorität, gegen Konsum, gegen Profit, gegen Bürgerlichkeit 13, Kirche und Schule. 1. weltfremd éloigné de la réalité 2. das Werk (e) l œuvre 3. auf der Suche nach + D à la recherche de 4. leer vide 5. das Leid (en) la souffrance 6. an/stecken contaminer 7. die Ausbildung (en) la formation professionnelle 8. die Flucht la fugue, la fuite 9. der Selbstmordversuch (e) la tentative de suicide 10. die Einlieferung (en) l hospitalisation 11. gehorchen + D obéir 12. bestehen, bestand, bestanden exister 13. die Bürgerlichkeit le comportement bourgeois b) Lesen Sie diese Biografie aufmerksam durch. Wie bei der Biografie von Romy Schneider, unterstreichen Sie zuerst die wichtigsten Informationen im Text. Füllen Sie jetzt den Lebenslauf von Hermann Hesse mit den fehlenden Informationen aus. Séquence 7-AL21 209

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