Das Privatkundengeschäft der Zukunft

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1 Fakultät für Betriebswirtschaft Munich School of Management Das Privatkundengeschäft der Zukunft Aktuelle Forschungsergebnisse Einflüsse der Regulierung Handlungsimplikationen Fakultätstag 16. November 2013

2 Agenda Typische Fehler von Onlinebroker-Kunden Effekte der Beratung Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Aktuelle Erkenntnisse zum Produktbeipackzettel Das Privatkundengeschäft der Zukunft 1

3 Vorbemerkung Wir nutzen unterschiedliche Datensätze Experimente Befragungen Realdaten 2

4 Typische Fehler von Onlinebroker-Kunden Zu wenig verschiedene Aktien im Depot Ein Aktiendepot mit beispielsweise nur drei verschiedenen Werten ist sehr riskant, da sich jedes Wertpapier aus aktienspezifischen Gründen völlig anders entwickeln kann als man glaubt. Zu wenig internationale Diversifikation Meist haben Anleger hauptsächlich deutsche Aktien im Depot. Durch internationale Diversifikation lässt sich das Risiko des Portfolios bei gleicher erwarteter Rendite deutlich senken. Beschränkung auf wenige Industriebereiche Auch die Investition in nur wenige Industriebereiche (z.b. nur Internetwerte) ist sehr riskant und sollte vermieden werden. Vernachlässigung von Korrelationen Hohe Korrelation zwischen Aktienvermögen und anderen Vermögensbestandteilen: Dies ist beispielsweise der Fall, wenn überwiegend in Aktien des Unternehmens, bei dem man arbeitet, investiert wird. Orientierung der Verkaufsentscheidung an vergangenen Kursen Am Aktienmarkt sollte alleine die erwartete zukünftige Entwicklung einer Aktie für die Verkaufsentscheidung ausschlaggebend sein. Häufig verkaufen Anleger allerdings tendenziell eher Gewinneraktien als Verliereraktien (Dispositionseffekt). Zu viel Handel Anleger glauben, dass sie in der Lage sind, Aktien zu identifizieren, die sich in Zukunft überdurchschnittlich entwickeln werden. Da Aktienkursverläufe aber häufig schwieriger zu prognostizieren sind als viele Anleger glauben, schneidet der durchschnittliche Anleger nach Transaktionskosten oftmals schlechter ab als ein breiter Aktienindex. 3

5 Agenda Typische Fehler von Onlinebroker-Kunden Effekte der Beratung Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Aktuelle Erkenntnisse zum Produktbeipackzettel Das Privatkundengeschäft der Zukunft 4

6 Effekte der Beratung Was die Wissenschaft über Effekte der Beratung weiß Determinanten Beratung Konsequenzen 5

7 Effekte der Beratung Was die Wissenschaft über Effekte der Beratung weiß Determinanten Beratung Konsequenzen Hoechle/Ruenzi/Schaub/Schmid (2013), Don't Answer the Phone - Financial Advice and Individual Investors' Performance 6

8 Agenda Typische Fehler von Onlinebroker-Kunden Effekte der Beratung Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Aktuelle Erkenntnisse zum Produktbeipackzettel Das Privatkundengeschäft der Zukunft 7

9 Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Honorarberater für Geldanlagen werden gestärkt. Die Bundesregierung hat ein Gesetz auf den Weg gebracht, das es Verbrauchern ermöglicht, häufiger auf Honorarberater zu setzen. Es ist eine Alternative zum bisher verbreiteten Provisionsmodell. (Handelsblatt, ) Das Gesetz stärkt die Anlegerrechte. Die Erfahrung hat gezeigt: Provisionsbasierte Beratung kann Fehlanreize setzen. Anleger wurden oftmals schlecht beraten und Risiken bestimmter Produkte verschleiert. (Bundesministerium der Finanzen, ) 8

10 Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Determinanten Beratung Handlungen Konsequenzen Befragung aller 779 Anleger, die freiwillig eine Honorarberatung bei der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Anspruch genommen haben Individueller Fragebogen: Liste mit jeweiligen Ratschlägen Rücklauf: 27% (N=212) 9

11 Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Was treibt Rat-Annahme? Status Quo Situation vor Aufsuchen der Verbraucherzentrale Charakteristika des Anlegers Anleger Rat- Annahme Berater (Wahrgenommene) Charakteristika des Beraters Charakteristika des Rates Rat 10

12 Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Rat umfasst oftmals viele Einzelratschläge (Komplexität) Borgsen/Glaser/ Weber (2013), N=212 11

13 Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Wird der Rat angenommen? 21% Borgsen/Glaser/ Weber (2013), N=212 12

14 Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Subjektive Faktoren haben großen Einfluss auf Rat-Annahme Rationale Faktoren Beispiel: Komplexität des Rates Subjektive Faktoren Beispiel: Wie sympathisch war Ihnen Ihr Berater bei der Verbraucherzentrale? Kaum Einfluss! Starker Einfluss! Borgsen/Glaser/Weber (2013) 13

15 Agenda Typische Fehler von Onlinebroker-Kunden Effekte der Beratung Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Aktuelle Erkenntnisse zum Produktbeipackzettel Das Privatkundengeschäft der Zukunft 14

16 Relative Häufigkeit Aktuelle Erkenntnisse zum Produktbeipackzettel Aktuelle Forschung: Verkaufsprospekt vs. Produktinformationsblatt Verschiedene Fonds zur Auswahl Freie Allokationswahl 0.35 (Naive) Diversifikation Stock Picking Zwei Gruppen mit unterschiedlichen Informationsquellen: Verkaufsprospekte (ca. 30 Seiten) vs. 2. Produktinformationsblätter (2 Seiten) Walther (2013) Verkürzte Anlageinformationen verlocken dazu, sich für spezifische Anlagen zu entscheiden Diversifikationsvorteile könnten verloren gehen 15

17 Agenda Typische Fehler von Onlinebroker-Kunden Effekte der Beratung Aktuelle Erkenntnisse zur Honorarberatung Aktuelle Erkenntnisse zum Produktbeipackzettel Das Privatkundengeschäft der Zukunft 16

18 Das Privatkundengeschäft der Zukunft Herausforderungen des Marktes / Kundenbedürfnisse Big Data (z.b. Kundenbedürfnisse, Kreditwürdigkeit, ) Steigende Mobilität Konkurrenz durch Nicht-Finanzinstitute mit bank-ähnlichen Services Maßgeschneiderte Services, Kundennähe Verschmelzung zwischen Offline und Online Fallende Loyalität Steigende Markttransparenz, Kunde als Vermittler Vertrauen und Glaubwürdigkeit, Beratungsqualität Regulatorische Herausforderungen Beraterhaftung Dokumentationspflichten Rückzug aus Kundenberatung?! 17

19 Behavioral Finance Grundidee: Durch die Berücksichtigung verhaltenswissenschaftlicher Erkenntnisse über individuelles Entscheidungsverhalten lässt sich das Geschehen an den Finanzmärkten und das Verhalten der Finanzmarktteilnehmer besser verstehen und vorhersagen. Psychologie Finanzierungstheorie Empirie Experimentelle Wirtschaftsforschung Die Behavioral Finance Theoretiker greifen neue Erkenntnisse aus der Psychologie auf, um das Anlegerverhalten und andere Phänomene in den Kapitalmärkten zu erklären. Die Behavioral Finance Theorie gehört zu den modernen Teilbereichen der Finanzwirtschaft. (Handelsblatt, ) 18

20 KMF-Forschungsprofil betriebliche Finanzwirtschaft (Corporate Finance) Investition & Finanzierung Corporate Governance zur Messung von Finanzierungsbeschränkungen Finanzintermediation Projekte zu Determinanten von Finanzierungs- und Investitionsentscheidungen zur Effizienz der internen Kapitalallokation zur Messung des Unternehmensrisikos Projekte zu Determinanten guter Unternehmensführung zum Diversifikationsabschlag von Banken und Industrieunternehmen zur Eigentümerstruktur börsennotierter Unternehmen Projekte zu neuen Ansätzen in der Bankensteuerung zur internen Risikoallokation in Finanzkonglomeraten zur Offenlegung und Bewertung illiquider Vermögensgegenstände 19

21 KMF-Forschungsprofil Kapitalmarktforschung Projekte Privatanlegerverhalten zu Determinanten und Mechanismen von Anlageentscheidungen zur Anlageberatung Projekte Institutionelle Investoren zu Fehlern bei der Erwartungsbildung von Fondsmanagern Projekte zum Anlageverhalten von Unternehmensinsidern Portfoliomanagement zur Entwicklung von Sentiment Indikatoren zur Umsetzung von Anlagestrategien zur Entwicklung von Finanzprodukten 20

22 KMF-Forschungsprofil Mehr Informationen unter: 21

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