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2 K _ :45 Uhr Seite 16 TITEL DIE GEWINNER DER AKTIEN-HAUSSE Mit vollem Elan 2005 kamen deutsche Aktien wieder in Mode. Auch Privatanleger kehren nach und nach zurück. An den Börsen stieg der Umsatz um 28 Prozent und wird 2006 wohl erst richtig in Schwung kommen. Wer auf die Profiteure setzt, verdient mit. ins neue Jahr Du bist Deutschland, Du bist der DAX der Deutsche Aktienindex hätte sich einen Platz in der Imagekampagne für eine schwungvollere Republik redlich verdient. Mit einem Plus von 27,1 Prozent gehörte er zu den größten Erfolgsgeschichten des zurückliegenden Jahrgangs. Während noch vor zwölf Monaten kaum jemand Indexstände von mehr als 5000 Punkten für möglich gehalten hat, nehmen Marktbeobachter jetzt sogar die 6000er-Marke ins Visier. Kaum ein Analyst, der nicht auf eine Fortsetzung der Rally setzt. Die Zuversicht ist begründet. Denn fast alle konjunkturellen Frühindikatoren deuten auf einen Aufschwung hin. Besonders optimistisch stimmt der ifo-geschäftsklimaindex, der im Dezember auf 99,6 Punkte kletterte. Das letzte Mal, als die deutschen Firmen so zuversichtlich in die Zukunft blickten, war im Boomjahr Und auch bei den Verbrauchern regt sich endlich wieder Kauflaune: Das Konsumklima sei so gut wie schon lange nicht mehr, stellte die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) kürzlich fest. Die deutsche Wirtschaft scheint nach und nach wieder in Tritt zu kommen, doch an den Kapitalmärkten ist bereits die Hochkonjunktur ausgebrochen. Die Privatanleger ordern wie seit Jahren nicht 16

3 K _ :46 Uhr Seite 17 Quellen: Deutsche Börse AG, TF Datastream Illustration: Rüdiger Trebels für BÖRSE ONLINE Steigende Orderzahlen bringen DAX voran mehr. So schnellte der Aktienumsatz an den Börsen im vergangenen Jahr um 28 Prozent in die Höhe. Im Xetra-Handel stapeln sich die Aufträge. Allein im September und im Oktober wickelte das Computersystem jeweils rund 7,5 Millionen Trades ab in den vergangenen fünf Jahren waren es nur im März 2004 mehr. Zudem dürfte 2006 die geplante Abschaffung der Spekulationssteuer zu mehr Börsenumsätzen führen. Die Angst, dass Kursgewinne, die über Jahre oder gar Jahrzehnte erzielt wurden und bisher als sicher vor dem Fiskus galten, besteuert werden, dürfte allein für eine Orderflut sorgen. Sollte es tatsächlich so kommen, dass Altbestände nicht ausgenommen bleiben, dürften zudem Profis wie Privatanleger massenweise ihre Papiere verkaufen, um sie dann wieder zurückzukaufen. Das alles freut ganze Branchen: Steigende Orderzahlen gleich steigende Erträge gleich steigende Gewinne so lautet die Erfolgsformel von Börsen, Brokern und Banken. Sie alle profitieren von der neuen Börsenlust und mit ihnen ihre Aktien. Wer auf die Fortsetzung der Hausse setzt, kommt gerade an diesen Sektoren nicht vorbei. BÖRSE ONLINE hat die attraktivsten deutschen Papiere und ihre Kurschancen unter die Lupe genommen. Hausse an den deutschen Börsen Keine Aktie verdeutlicht die Euphorie so gut wie die der Deutschen Börse. Das Papier legte im vergangenen Jahr um erstaunliche 95,5 Prozent zu und sicherte sich damit den Titel Kursspitzenreiter im Xetra-Aktien-Trades monatlich, in Tausend DAX in Punkten Gerade im zweiten Halbjahr 2005 stieg die Anzahl ausgeführter Aktienorders kräftig an. Dies spiegelt vor allem die gestiegene Handelslust der Privatanleger wider. Vieles spricht dafür, dass sich dieser Trend 2006 fortsetzen wird. Grundsätzlich dürfte dies dem deutschen Aktienmarkt insgesamt und damit dem DAX Rückenwind verleihen. DAX. Die Performance kommt nicht von ungefähr: Die Frankfurter schafften es dank der Betriebsamkeit an den Kapitalmärkten, Orderzahlen und Umsatz prozentual zweistellig zu steigern. Dass auch der Gewinn zum Jahresende auf einen neuen Rekord klettern wird, daran gibt es schon längst keinen Zweifel mehr. Der Höhenflug der Aktie hat einen weiteren Grund: Nachdem TCI-Hedgefonds-Manager Chris Hohn im Mai des vergangenen Jahres den Machtkampf mit dem damaligen Vorstandschef Werner Seifert gewonnen hatte, startete die Deutsche Börse ein gewaltiges Kapitalrückflussprogramm. So hat sie im Jahr 2005 rund 800 Millionen an die Aktionäre ausgekehrt, und weitere 700 Millionen sollen bis zum Frühjahr 2007 folgen. Mittlerweile ist der Titel mit einem KGV für 2006 von 18 jedoch nicht mehr sehr günstig. Der neue Vorstandschef Reto Francioni muss die Anleger daher positiv überraschen, sei es mit Geschäftszahlen was wir für sehr wahrscheinlich halten oder mit Fusionsplänen. Alleine Spekulationen um eine Börsenhochzeit, wie es sie jüngst mit der Vier-Länder- Börse next gegeben hat, könnten den Kurs noch ein gutes Stück voranbringen. Vor allem für langfristig orientierte Anleger bietet die Aktie der Deutschen Börse eine gelungene Kombination aus Wachstumsphantasie und Substanzstärke. INTERVIEW Bullisch für deutsche Aktien Euwax-Chef Harald Schnabel über die Perspektiven des DAX und der eigenen Aktie BÖRSE ONLINE: Herr Schnabel, der DAX hat 2005 um mehr als 1150 Punkte zugelegt. Eine Überraschung für Sie? HARALD SCHNABEL: Ein DAX-Stand über 5000 Punkten war für mich durchaus denkbar. Unter Berücksichtigung der Dollar-Schwäche und vor allem des deutlich höheren Ölpreises konnte man aber nicht unbedingt auf solch einen erfreulichen Jahresendstand setzen. BÖRSE ONLINE: Wie geht es 2006 weiter? SCHNABEL: Den DAX schon auf das Jahresende zu prognostizieren fällt mir schwer. Doch bin ich für das erste Quartal auf Grund bis dato konstant steigender Unternehmensgewinne weiter bullisch für deutsche Aktien. BÖRSE ONLINE: Die Kapitalmärkte boomen, nur Vorstandschef Euwax AG HARALD SCHNABEL die Börsen-Aktie Euwax nicht. Haben Sie eine Erklärung dafür? SCHNABEL: Es ist tatsächlich verwunderlich, dass die Aktie der Euwax AG gegenüber den Mitbewerbern im Jahr 2005 zurückgeblieben ist. Die Entwicklung der Aktie spiegelt zumindest nicht die operative Entwicklung des Unternehmens wider. BÖRSE ONLINE: Eine gute Nachricht wäre, dass die Ziele für 2005 erreicht worden sind. SCHNABEL: Wie man auch dem Quartalsbericht 3/2005 entnehmen kann, haben wir unsere Planzahlen bis dahin vollauf erfüllt und sind aus heutiger Sicht davon überzeugt, diese für das Gesamtjahr 2005 zu erreichen. WW ONLINE.de Das ausführliche Interview lesen Sie unter 17

4 K _ :46 Uhr Seite 18 TITEL Auch wenn die Derivatebörse Euwax von der DEUTSCHE BÖRSE Hausse an den Kapitalmärkten profitierte, verlief die Kursentwicklung der Aktie enttäuschend. Finanzkreise sorgen sich um die Nachhaltigkeit des Geschäfts, nachdem im November 2005 mit 2005 der Baader Bank ein zweiter Skontroführer EUWAX die Zulassung für den Handel erhielt. Weitere Rivalen sind laut Euwax- Chef Harald Schnabel aber derzeit nicht bekannt und auch nicht absehbar. Dafür bekommen die Stuttgarter Konkurrenz von anderer Seite: Der außerbörsliche Handel (siehe Seite 41) könnte der Euwax wenn nicht jetzt, dann wohl in ein paar Jahren zunehmend das Wasser abgraben Doch noch ist es nicht soweit. Mut macht, dass der Handel mit Hebelprodukten hier haben die Euwax-Derivatehändler einen Marktanteil von gut 90 Prozent in den vergangenen Monaten kräftig zugelegt hat. Für 2006 hat sich Firmenchef Schnabel einiges vorgenommen: Auf dem Wunschzettel ganz oben steht, das Geschäft mit internationalen Orders weiter anzukurbeln. Ein anderes wichtiges Ziel: Der Marktanteil beim Handel mit Anlagezertifikaten soll noch ausgebaut werden. Im Großen und Ganzen stehen die Perspektiven für die Euwax gar nicht so schlecht, wie die niedrige Bewertung der Aktie glauben lässt. Mit einem 2006er-KGV von nur 9,2 hat der Titel einiges nachzuholen, erst recht angesichts der für die Branche ungewöhnlich hohen Dividendenrendite von rund fünf Prozent. Neue Orderflut für die Online-Broker Bevor Orders an den Börsen landen, verdienen Banken und Broker allen voran die Online-Broker. Mit comdirect, DAB und sino stehen drei Aktien zur Auswahl. Sie alle verzeichnen seit Monaten immer mehr Aufträge (siehe Chart Seite 19). Bei der comdirect bank stehen die Zeichen ganz auf Diversifizierung. Bis 2009 will ihr Chef Andre Carls die Hälfte der Erträge, die bisher zu 90 Prozent aus dem Brokerage stammen, weitgehend unabhängig von der Entwicklung der Wertpapiermärkte erwirtschaften. Im dritten Quartal lief das Geschäft so gut, dass Carls seine Gewinnprognose für 2005 anhob. Er will, wie im Vorjahr, 51,1 Millionen vor Steuern erzielen INTERVIEW Die Privatkunden kommen zusehends Geht es nach Jens Hagemann, Vorstand der DAB bank, werden Private 2006 wieder mehr handeln. Auch bei den Profis will er überproportional zulegen. BÖRSE ONLINE: Die DAB bank hat im dritten Quartal gerade von Privatanlegerseite mehr Orders verzeichnet. Hält dieser Trend an? JENS HAGEMANN: In den ersten neun Monaten stiegen die Transaktionen bei Vermögensverwaltern um 40 Prozent. Da Profis meist sechs bis zwölf Monate früher als Privatkunden dran sind, werden diese zusehends kommen denn an der Börsenparty seit 2004 nehmen sie erst seit der zweiten Jahreshälfte teil. Das zeigt das dritte Quartal, das uns trotz der Ferienzeit das beste Transaktionsergebnis seit Jahren bescherte. Das vierte Quartal schließt nahtlos daran an. BÖRSE ONLINE: Wie stark hängt Ihr Ergebnis heute noch von den Transaktionszahlen ab? HAGEMANN: Wir sind keine passive Transaktionsplattform mehr, sondern eine aktive Vertriebsbank. Dadurch ist unsere Abhängigkeit gesunken. Wir erzielten 2004 erstmals weniger als die Hälfte der Erträge mit Orders und 2005 wird sich dieser Trend fortsetzen. BÖRSE ONLINE: Haben Sie Ihr Ziel, das Vorsteuerergebnis 2005 um 30 Prozent auf 21 Millionen zu erhöhen, erreicht? HAGEMANN: Wir haben unsere Zusagen bisher immer eingehalten es ist aber nur ein Zwischenschritt wollen wir eine Vorsteuerrendite von 30 Prozent erzielen. BÖRSE ONLINE: Wird die Dividende steigen? HAGEMANN: Unsere Kapitalausstattung ist vernünftig. Daher werden wir das, was ausschüttungsfähig ist, auch ausschütten. BÖRSE ONLINE: Sind bei Ihnen, wie überall im HVB-Konzern, Italiener aufgetaucht? HAGEMANN: (lacht) Mit Frau Licci haben wir eine italienische Aufsichtsratsvorsitzende wir konzentrieren uns auf unser Geschäft. Dabei bietet uns die Unicredit-Gruppe gute Perspektiven vor allem in Osteuropa. Jens Hagemann Der DAB-Vorstand ist ein echtes Kind des HVB- Konzerns: Über die frühere Hypo-Bank und die HypoVereinsbank kam er zur Direktbank-Tochter. BÖRSE ONLINE: Unterm Strich: Was wird Ihr Geschäft 2006 am meisten ankurbeln? HAGEMANN: Bei den Vermögensverwaltern wollen wir weiter überproportional wachsen. Gleichzeitig profitieren wir von der steigenden Börsenlust der Privatkunden. RG ONLINE.de Das ausführliche Interview lesen unsere Abonnenten im Exklusiv-Bereich 18

5 K _ :47 Uhr Seite 19 Deutliche Auftragszuwächse bei den Web-Brokern Entwicklung der Anzahl ausgeführter Orders DAB bank 1 comdirect bank Quelle: Unternehmensangaben ) DAB veröffentlicht nur Quartalszahlen, gleichmäßig auf Monate verteilt sino Bei Online-Brokern wie comdirect herrscht nach Jahren der Flaute und des Personalabbaus endlich wieder mehr Betriebsamkeit. Im neuen Jahr kommt auf die Mitarbeiter wohl erneut mehr Arbeit zu. Klarer Trend: Die drei börsengelisteten Broker führen immer mehr Orders aus. Prozentual verzeichnete sino die höchsten Zuwächse vor comdirect. Der Sprung bei der DAB liegt an der Übernahme der FondsServiceBank. trotz der Kosten für die Verbreiterung des Geschäftsmodells. Dieses Ziel dürfte die 80-prozentige Tochter der Commerzbank klar übertroffen haben. Anders als die Quickborner bietet die DAB bank bisher kein Girokonto an doch laut Vorstand Jens Hagemann (siehe auch Broker-Roundtable, Seiten 56 bis 58) wird sie nachziehen. Nicht nur daran zeigt sich, dass die Münchner, genauso wie comdirect, vom Börsengeschäft unabhängiger werden wollen. Der Kauf der Vermittlerplattform FondsServiceBank war ein weiterer Schritt in diese Richtung. Hagemann erwartet, dass die Transaktionszahlen 2006 bei unseren Vermögensverwaltern und bei den Privatkunden schon auf Grund der guten Börsenchancen weiter zunehmen. Im Vergleich profitiert comdirect aber noch mehr vom Privatkundentrend als sein Haus. Daher ist die DAB-Aktie konservativer, zumal der 76-prozentigen Tochter der Hypo- COMDIRECT BANK DAB BANK SINO Vereinsbank (HVB) auch das wachsende Geschäft mit Vermögensverwaltern, deren Depots sie führt, entgegenkommt. Indes ist die Spekulation um einen Verkauf der DAB durch die neue HVB- Mutter Unicredito nicht vom Tisch. Wir halten es für nicht unwahrscheinlich, dass comdirect nach der DAB greift. Es hinge dann vom Preis ab, wer mehr profitiert DAB-Aktionären könnte eine Übernahmeprämie winken, comdirect würde zum größten Web-Broker pas aufsteigen. Solche Ambitionen hat sino nicht. Der Nischenanbieter setzt voll auf die Heavy Trader. So betreuen die Düsseldorfer mit nur 22 Mitarbeitern lediglich 450 Depots aber mit einem Durchschnittsvolumen von Diese Klientel ist extrem handelsfreudig die Zahl der ausgeführten Orders kletterte im November im Vorjahresvergleich um zwei Drittel. Im Geschäftsjahr per Ende September stieg das operative Ergebnis auf 2,4 Millionen. Im laufenden Fiskaljahr peilt sino mindestens drei Millionen an für Wachstumsphantasie ist also gesorgt. Was die Performance der Broker-Titel anbelangt, legte der comdirect-kurs seit unserer Kaufstory im Oktober um ein Fünftel zu und damit mehr als die Titel der Konkurrenten. Damit stieg aber auch die Bewertung, wodurch das KGV mittlerweile dem der DAB bank entspricht. Die sino-aktie bleibt hingegen die günstigste, dafür aber auch die spekulativste. Geldregen für Banken, Makler & IPO-Häuser Während die Aktien-Hausse die Gewinne der Discountbroker direkt hebelt, schlägt sie bei Universalbanken nur in Teilbereichen zu Buche. So werden die Aktienpakete von Deutscher Bank & Co. wie auch von Versicherern oder Beteiligungsgesellschaften (siehe Seite 20) mit steigenden Kursen ganz automatisch wertvoller. Gleichzeitig verdienen die Banken im Wertpapiergeschäft glänzend: So begründet die HVB ihr Provisionsplus insbesondere auch durch den Absatz innovativer Finanzprodukte. Und gerade bei führenden Anbietern im Derivatebereich wie ABN Amro (siehe auch Seite 29) oder Société Générale treiben Zertifikate und andere Innovationen den Profit. Dies trifft auch für die Commerzbank und die Deutsche Bank zu. Letztere fährt 19

6 K _ :48 Uhr Seite 20 TITEL BETEILIGUNGSUNTERNEHMEN Kursturbo durch IPO-Phantasie Der IPO-Markt ist wieder in Schwung gekommen. Die heimlichen Profiteure des Booms sind die noch zum Teil unbekannten Venture-Capital-Firmen. Einen triumphalen Abschluss gab das Neuemissionsjahr 2005 mit dem Debüt von Plan Optik. Der Siliziumscheibenhersteller platzierte seine Aktien am 29. Dezember zu 20 einen Tag später kostete das Papier bereits um 50 Prozent mehr. Nutznießer dieser Entwicklung ist UCA. Denn die Münchner Beteiligungsfirma hatte schon im Mai den richtigen Riecher und beteiligte sich mit 51 Prozent an dem Unternehmen. Venture Capital ist wieder en vogue. Dank vieler erfolgreicher Börsengänge allein im Prime Standard gaben 14 Unternehmen ihr Debüt hat sich für Beteiligungsgesellschaften der lukrative Exit-Kanal wieder geöffnet. Auch die Investitionen steigen wieder. Laut dem Bundesverband Deutscher Kapitalgesellschaften übertrafen die Risikogelder im dritten Quartal 2005 mit 251,6 Millionen in 269 Unternehmen die Vorquartale deutlich. Positive Vorzeichen dafür also, dass die Anzahl der Neulinge 2006 zunehmen wird vorausgesetzt, das Börsenklima bleibt freundlich. Auch U.C.A. hat noch einiges im Köcher. Derzeit schlummern sieben nicht börsennotierte Beteiligungen im Portfolio. Wir gehen davon aus, dass die Münchner mindestens vier Unternehmen 2006 an die Börse bringen werden. Gut im Geschäft ist auch GCI Management. Erst im Dezember hat das ebenfalls in der bayerischen Landeshauptstadt ansässige Unternehmen den Traditionskonzern Pfaff Industrie-Nähmaschinen übernommen. Das war ein sehr lukrativer Deal für uns, sagt GCI-Vorstand Albert Kaufen Unternehmen bmp GCI Management U.C.A. 1) in Millionen ; 2) in ; e = erwartet Quellen: Reuters, eigene Prognosen Wahl. Mit einem Bösengang rechnet er für Doch hat die Beteiligungsgesellschaft noch andere Pferde im Stall so beispielsweise die Hansen Holding, einen Spezialisten für Bergwerksausrüstungen, oder das Wertpapierhandelshaus Driver & Bengsch. Beide stehen kurz vor dem Sprung aufs Parkett das sollte der Aktie Rückenwind verleihen. Noch nahezu unbeachtet von der Öffentlichkeit macht der Venture-Spezialist Pfaff-Nähmaschinen: Die Traditionsfirma aus der Pfalz gehört seit Dezember GCI. bmp seine Geschäfte. Jüngst haben sich die Berliner mit einem Drittel an der polnischen Nokaut beteiligt bereits das neunte Engagement auf dem VC-Markt des Nachbarlandes. Einen Börsengang hat bmp 2005 mit der Biotech-Schmiede Jerini ebenfalls schon absolviert. CI DREI BETEILIGUNGSFIRMEN MIT POTENZIAL ISIN Börsenwert Ergebn. je Aktie 2 KGV DE DE DE ,6 102,3 45,6 2005e 0,07 1,05 0, e 0,09 1,15 0, e 25,8 13,5 43,1 Kurs 2 am ,32 15,50 6,47 Stoppkurs 2 1,85 12,40 5,15 besonders im Handel hohe Gewinne ein: Das klassische Aktiengeschäft verzeichnete vor dem Hintergrund hoher Handelsvolumina, positiver Ausblicke für die wichtigsten Aktienindizes und starker Aktivität an den Emissionsmärkten starke Zuwächse, bringen es die Frankfurter auf den Punkt. Da aber bei Großbanken das Handels- und Emissionsgeschäft nur zwei Einnahmequellen unter vielen sind, profitieren Anleger vom Börsentrend noch mehr, wenn sie direkt auf Makler und Emissionshäuser setzen. Zu den Platzhirschen in diesem Bereich gehört mit einem Börsenwert von rund 150 Millionen die Baader Wertpapierhandelsbank. Die Münchner verdienen ihr Geld hauptsächlich mit der Skontroführung, also der Betreuung von Orderbüchern. Die Baader Bank macht dies für rund 850 inländische und mehr als 8100 ausländische Aktien. Hinzu kommen Hunderte von Skontren für Rentenpapiere und Derivate. Aber auch im Platzierungsgeschäft ist die Firma zu Hause. Erst vor einer Woche glänzte das Institut beim erfolgreichen Börsendebüt des Halbleiterhauses Plan Optik als Konsortialführer. Der Zusammenhang zwischen Börsenstimmung und Unternehmenserfolg ist bei der Baader Bank immens eng. Eine Steigerung der Handelsvolumina zeigt sich umgehend in den Ertragswerten, heißt es im Bericht zum dritten Quartal. Und tatsächlich: Dank der aufstrebenden Märkte freute sich Vorstandschef Uto Baader in der Periode von Juli bis September über das ertragsstärkste Quartal seit vielen Jahren. Mit Blick auf eine mindestens ebenso starke Schlussperiode und die anhaltend gute Börsenstimmung räumt BÖRSE ONLINE der Aktie überdurchschnittliche Kurschancen ein, obwohl sie schon in den vergangenen Wochen und Monaten stark zulegte. Ebenso beeindruckend ist die Performance der Berliner Effektengesellschaft. Seit November ist die Aktie um fast 70 Prozent in die Höhe geschossen. Wie die Foto: W. Baum/dpa 20

7 K _ :50 Uhr Seite 21 16,77 Makler und Emissionshäuser verbuchten 2005 hohe Erträge Baader Bank Provisionsergebnis in Mio., jeweils ,84 Berliner Effektengesellschaft Provisionsergebnis in Mio., jeweils ,29 4,17 VEM Aktienbank Operative Nettoerträge in Mio., jeweils ,72 6,16 Quelle: Unternehmensberichte Im Handelsraum der bei München ansässigen Baader Wertpapierhandelsbank betreuen die Händler tausende von Orderbüchern. Dafür gibt es Geld: Sobald die Börsenumsätze zulegen, steigen die Erträge der Bank. Die Einnahmen der Makler und Emissionshäuser hängen direkt von der Entwicklung und Stimmung an den Kapitalmärkten ab. Das abgelaufene Jahr bescherte den Unternehmen gewaltige Ertragssprünge. Baader Bank lebt auch der Rivale aus der Hauptstadt vor allem vom Geschäft als Skontroführer, hat aber mit einer Beteiligungsgesellschaft und einer Investmentbank noch weitere wenn auch derzeit noch nicht sehr einträgliche Sparten. Obwohl die Einnahmenseite laut dem Management nahezu unplanbar und heftigen monatlichen Schwankungen unterworfen ist, sollte die Gesellschaft dank der mehr und mehr aktiven Privatanleger 2006 auf Erfolgskurs bleiben. Im Neun- Monats-Bericht überraschte das Unternehmen mit einem Nettogewinn von 3,1 Millionen. Allerdings ist der Kurs den positiven Perspektiven schon ein wenig vorausgeeilt. Trotzdem: Für spekulative Anleger ist die sehr volatile Aktie immer noch interessant. Ein klares Kaufen gibt es auch für die VEM Aktienbank. BÖRSE ONLINE hat den Titel bereits im Frühjahr 2005 empfohlen. Dass sich der Kurs seither verdreifacht hat, ist auf das IPO-Klima zurückzuführen. Zehn Börsengänge haben die Münchner, die sich auf die Eigenkapitalfinanzierung des börsennotierten Mittelstands fokussiert haben, im Vorjahr begleitet. Und mit Neosino Nanotechnologies brachten sie 2006 gleich die erste neue Aktie aufs Parkett (Seite 30). Beim Gewinn der normalen Geschäftstätigkeit rechnet Vorstandschef Andreas Beyer mit einer Vervierfachung auf mehr als zehn Millionen. Auf Basis dieser Zahl gehört die Aktie mit einem 2005er-KGV von 13,6 zu den günstigsten Titeln des Sektors dürfte sich die Kennziffer noch um ein gutes Stück verbessern. Denn immer mehr mittelständische Unternehmen entdecken angesteckt von der Börsenstimmung die Geldbeschaffung am Kapitalmarkt. VEM-Chef Beyer reibt sich schon Kaufen Unternehmen Börsenbetreiber Deutsche Börse DE Euwax DE Online-Broker comdirect bank DE DAB bank DE sino 1 DE Makler und Emissionshäuser Baader Wertp.handelsbank DE Berliner Effektengesellsch. DE VEM Aktienbank DE BAADER WERTP.HANDEL ,5 147,0 1131,7 522,55 34,4 BERLINER EFFEKTEN. die Hände. Er sieht eine deutliche Zunahme des Neuemissionsgeschäfts. Egal ob Börsen, Broker, Banken oder auch Beteiligungsfirmen: Das neue Jahr dürfte für sie alle ein erfolgreiches werden. Jedenfalls waren die Vorzeichen schon seit Jahren nicht mehr so gut. WILLI WEBER / ROBERT GREIL DIE HAUPTPROFITEURE DER NEUEN LUST AUF AKTIEN ISIN Börsenwert Ergebn. je Aktie KGV Kurs am Stoppkurs in Mio. 2005e 2006e 2006e ,1 86,4 93,8 Angaben in ; e = erwartet; 1) Geschäftsjahresende ; Quellen: Bloomberg, eigene Prognosen 4,05 2,95 0,26 0,22 0,79 0,28 0,25 1, ,80 3,10 0,30 0,26 1,10 0,34 0,22 2,20 18,2 9,2 26,8 26,7 17,9 20,0 23,9 12,1 87,27 28,55 8,04 6,95 19,64 6,80 5,25 26,65 VEM AKTIENBANK 70,50 24,40 6,60 5,80 14,40 5,40 4,20 20,

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