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2 Max Weber Ein Klassiker der Soziologie Inhaltsverzeichnis: 1. Biographie 2. Begriffsdefinition 3. Hauptwerke 4. Historischer Hintergrund 5. Einfluss auf die Soziologie 6. Quellenangabe 1. Biographie Max Weber wurde am 21. April 1864 in Erfurt, Deutschland, geboren. Er wuchs in einer wohlhabenden Familie von Industriellen und Textilhändlern auf, die zum privilegierten Grossbürgertum Deutschlands gehörte. Nachdem er eine Charlottenburger Privatschule und das städtische Gymnasium besuchte, begann Max Weber 1882 sein Studium an der Universität Heidelberg. Er studierte Recht, Agrargeschichte, Natinalökonomie, Philosophie und Theologie. Nach einem einjährigen Militärdienst setzte er seine Studien 1884 in Berlin und ein Jahr später in Göttingen fort wurde Max Weber ein Mitglied des Verein für Sozialpolitik" und erhielt 1889 er den Doktortitel in der Jurisprudenz. Seine Habilitation 1891 liess ihn schnell zu einer Karriere als Dozent und Privatdozent aufsteigen. Mit 29 Jahren konnte sich Max Weber den renommierten Lehrstuhl für Nationalökonomie und Finanzwissenschaft and der Universität Freiburg sichern. Er zeigte ein zuhnemendes politisches Engagement, welches ihm für seinen nächsten Karriereschritt nach oben verhalf übernahm er den Lehrstuhl seines Lehrers, Karl Knies, in derselben Fakultät an der Universität Heidelberg. Doch dieser steile Weg Max Webers nach oben hatte seinen Preis: Völlige Erschöpfung und eine schwere Depression zwangen ihn 1897 zu monatelangen Aufenthalten in psychiatrischen Kliniken und er musste seine Arbeit während vier Jahren unterbrechen.

3 Ab 1901 nahm Weber seine wissenschaftliche Arbeit wieder auf, und ein Jahr später wurde ihm ein freier Lehrstuhl in Heidelberg vorübergehend zugeteilt. Mit 39 Jahren verliess er 1903 aus Gesundheitsgründen endgültig das universitäre Lehramt: er wurde Honorarprofessor mit Lehrauftrag ohne Promotionsrecht und ohne Mitspracherecht in seiner Fakultät. Er lebte als freischaffender Privatgelehrter, und dank einem Erbe 1907 konnte Max Weber sich nun ganz auf seine wissenschaftlichen Arbeiten und Aufsätze konzentrieren. Im März 1919 nahm Weber einen Lehrstuhl für Gesellschaftswissenschaft, Wirtschaftsgeschichte und Nationalökonomie an der Universität München an. Nur ein Jahr später erkrankte er an einer Lungenentzündung, die durch die Spanische Grippe ausgelöst worden war. Max Weber starb am 14.Juni 1920 in München. 2. Begriffsdefinition Mit dem Namen Max Weber werden viele Stichworte assoziiert, die zum heutigen Hauptbestand der internationalen Soziologie gehören. Der wahrscheinlich wichtigste Begriff ist der der Rationalisierung". Mit ihm hat Max Weber eine Säule der Soziologie aufgebaut, die heute als seine Vision der Moderne gilt. Laut der Brockhaus Enzyklopädie ist Rationalisierung wie folgt definiert: 1) allg: vernünftige, zweckmässige Gestaltung ( z.b. von Arbeitsabläufen ). 2) Psychoanalyse: verstandesmässige ( moral., religiöse, Ideolog. u.s.w. ) Rechtfertigung von Gefühlen, Gedanken oder Handlungen, deren tatsächl. Motive nicht bewusst sind oder ( in der Funktion eines psych. Abwehrmechanismus ) nicht eingestanden werden. Max Weber gelangte durch Teilstudien zu folgender Vorstellung: Er sah in der Rationalisierung eine übergreifende und universalhistorische Entwicklung, die in verschiedensten Teilprozessen des modernen Lebens auftrat. Weber nannte diese Teilprozesse unter anderem Bürokratisierung, Industrialisiuerung und Intellektualisierung. Man kann aber nicht sagen, dass Max Weber ein Konzept der Rationalisierung entwickelt hat, sondern vielmehr ein ungewolltes Produkt seiner zahlreichen Einzelforschung geschaffen hat. Allgemein kann man sagen, dass Rationalisierung" für Weber vor allem Ordnung und Systematik bedeutet. So werden unübersichtliche und chaotische Gruppen nach Kriterien geordnet, die von Menschen gesetzt werden. Das Ergebnis dieses systematischen Ordnens führt zu Webers Konzeption von Rationalisierung". Die Ergebnisse seiner Studien über die Rationalisierung hat Max Weber in folgenden Werken publiziert: Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie" und Wirtschaft und Gesellschaft". 3. Hauptwerke Das Werk Max Webers ist äusserst beachtlich und vielfältig. Seine Arbeiten können in vier Kategorien eingeteilt werden: * Die methodologischen, kritischen und philosophischen Studien über Geist, Objekt und die Methoden der Sozialwissenschaften. Sie basieren auf der Auffassung der Beziehungen zwischen Wissenschaft und Handlung. Die Hauptwerke sind zusammmengefasst in Gesammelte Aufsätze zur Wissenschaftslehre".

4 * Die an und für sich historischen Werke, die erst nach dem Tod Webers veröffentlicht wurden. Dazu gehören u.a. die Agrarverhältnisse im Altertum", die eine Studie über die Produktionsverhältnisse in der Landwirtschaft der Antike sind, sowie spezifische Arbeiten über die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands und des zeitgenössischen Europas. * Die Protestantische Ethik und der Geist des Kapitalismus" von 1904/05 beinhaltet die berühmten soziologischen Aufsätze über die Bedeutung der Religion. Dazu schafft Max Weber eine Erweiterung durch eine vergleichende Analyse der grossen Weltreligionen und der wechelseitigen Wirkung zwischen den wirtschaftlichen Bedingungen, den sozialen Umständen und den religiösen Ansichten. * Die letzte Kategorie beinhaltet sein Meisterwerk, das Lehrbuch der allgemeinen Soziologie, Wirtschaft und Gesellschaft". Dieses letzte Werk wurde erst nach dem Tod Max Webers veröffentlicht. Während Weber daran areitete, erkrankte er an der spanischen Grippe. 4. Historischer Hintergrund Max Weber gehörte zu der Generation der Soziologen, die in der Epoche der Klassik gelebt haben. Dieser Zeitabschnitt begann mit dem Ende des 19. Jahrhunderts und endete schon in den 20er Jahren des letzen Jahrhunderts. Grund dafür war der Ausbruch des 1. Weltkrieges, der als Folge eine nationale Isolierung sowie die Herausbildung diverser Schulen" mit sich brachte. Man konzentrierte sich auf verschiedene Theorien und Methoden, und es entstand eine Rivalität zwischen den verschiedenen Schulen" der Klassik, die teilweise bis heute klar definiert ist. Als wichtigste Vertreter dieser Epoche prägten neben Weber folgende Soziologen die Klassik im europäischen Raum: Georg Simmel ( ) Vilfredo Pareto ( ) Emile Durkheim ( ) Diese Autoren der Klassik hatten gemeinsam, dass sie zunehmend klare Vorstellungen über die Schwiergkeit gewannen, die komplizierten Verflechtungen innerhalb sozialer Gruppen oder ganzer Gesellschaften zu entwirren. Trotzdem liessen sie sich ohne Illusionen auf dieses Forschungsabenteuer ein. Somit war zu ihrer Zeit die Soziologie immer mehr auch als empirische Erfahrenswissenschaft zu verstehen, die auf Beobachtungen, Experimenten und systematischen Vergleichen basiert. Es entstand eine Wissenschaft der Gesellschaft. Ein anderes charakteristisches Merkmal dieser Epoche ist, dass sich die Soziologen der Klassik sehr ausfühlich mit den aktuellen sozialen Fragen ihrer Zeit beschäftigten: So befasste sich Max Weber unter anderem mit der sozialen Lage der Landarbeiter, den Produktionsbedingungen in den Webereien und mit dem Zusammenhang zwischen Religion und kapitalistischer Wirtschaftsgesinnug, wo Emil Durkheim sich vor allem den möglichen sozialen Einflüssen auf die Selbstmordraten zuwandte. Einige Themen gehören zu den wichtigen und prägenden Elementen dieser Zeitepoche. Sie wurden von mehreren Soziologen der Klassik gleichzeitig behandelt, wie beispielsweise das Phänomen der Arbeitsteilung, das von sowohl Weber als auch Durkheim ausfürlich analysiert wurde: die Industrialisierung war in vollem Gange und somit ein Thema von zentraler Bedeuting.

5 Abschliessend ist zum historischen Hintergrund zu sagen, dass nebst der sich ständig wiederholenden Frage nach dem Phänomen des sozialen Zusammenhalts ein weiterer Punkt grosses Interesse erweckte: nämlich die Frage nach den wichtigsten Merkmalen des sozialen Handelns der Menschen. 5. Einfluss auf die Soziologie Nach dem Tod Max Webers konnten sich nur wenige vorstellen, dass er achtzig Jahre später als einer der Väter der Soziologie gelten würde. Und noch weniger, dass er auf internationaler Ebene die grösste Bedeutung unter den Klassikern zugeschrieben bekommen sollte. Erst in den 60er Jahren, genauer am Heidelberger Soziologentag zum 100jährigen Geburtstag Webers, wurde das zunehmende Interesse der inernationalen Weber- Forschung auch deutlich: Denn kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wurden vor allem die modernen" US-Amerikaner wie Talcott Parsons und Robert Merton gelesen, und nicht so sehr die deutschen Soziologen der Weimarer Zeit. Schliesslich war es Parsons, der für die Bedeutung Max Webers als Gross- Klassikers verantwortlich war: Parsons verarbeitete die Theorien Max Webers in seinem ersten Hauptwerk The Structure of Social Action" (1937) und erzeugte mit der englischen Übersetzung von Protestantische Ethik" und von Wirtschaft und Gesellschaft" die nötige Aufmerksamkeit auf Weber in der internatinalen Soziologie. Auffallend ist, dass die Weber-Rezeption von hoher Selektivität gekennzeichnet ist: Max Weber wurde nicht nur als Soziologe gesehen, sondern auch als Jurist, Agrarhistoriker, Nationalökonom, Philosoph, Politiker, Religionswissenschaftler, Sozialforscher etc. Diese Periodisierung Webers erschwert bis heute ein umfassendes Verständnis seiner Werke. Auch durch die Zersplitterung des Gesamtwerkes in Lehrstücke" wird ein wesentlicher Teil an die hohe Selektivität beigetragen, wovon die bis heute anhaltende Rezeption gekennzeichnet ist. Allgemein wird sein Werk erst nach 1904, genauer mit der Protestantischen Ethik" und dem Objektivitätsaufsatz", als soziologisch bedeutsam interpretiert. Die Wirkung Webers als Lehrer ist eher unbedeutend, denn er hatte keine eigentliche Nachfolger. Keiner seiner Schüler erlangte eine wissenschaftliche Bedeutung, und so kam es auch nicht zu einer Gründung einer Weber-Schule". Zusammenfassend kann gesagt werden, dass Max Weber die Probe auf Zeit" bestanden hat: seit 1945 erlebt die internationale Weber-Beschäftigung einen Anstieg und seine Arbeiten werden bis heute gelesen. Doch Weber hat keine neuen soziologischen Theorien geschaffen, denn durch die fehlende Systematik in seinem Werk kann seine Arbeit weniger als ein Ganzes, sondern vielmehr als ein Steinbruch" betrachtet werden. Somit besteht sein Werk aus einer Vielzahl von Vermutungen, Hypothesen, Thesen und Prämissen. Max Weber hat auch keinen neuen Problembereich endeckt, der nicht schon vorher oder unabhängig von ihm gefunden worden war. Die Erforschung des modernen Kapitalismus und die materiellen und gesellschaftlichen Voraussetzungen für normative Ordnung waren nur wenige von vielen wissenschaftlichen Problemen, mit denen sich Soziologen vor und nach Max Weber auseinandergesetzt haben. Weber hat weder die Methode des idealtypischen Vorgehens" noch die des Verstehens" erfunden, sondern hat sie für die Soziologie seiner Zeit präzisiert. Diese beiden Hilfsmittel sind jedoch seit Weber stark verändert und ausdifferenziert worden, so dass die Aufsätze Webers zwar immer noch anregende Texte sind, aber mehr antiquarischen als wissenschaftlichen Wert haben.

6 Abschliessend kann man sagen, dass Max Weber bis heute ein umkämpfter" Klassiker geblieben ist. Das sowohl innerhalb der Soziologie als auch zwischen den verschiedenen Disziplinen wie Soziologie, Geisteswissenschaft, Philosophie und Politische Wissenschaft. 6. Quellenangabe * Brockhaus Enzyklopädie. Mannheim;Leipzig 1998 (20. Auflage). * Kaesler, Dirk (Hrsg.): Klassiker der Soziologie. München * Unterrichtsstoff Anne Engel Schriftliche Arbeit Proseminar Soziologie 1 1

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