Sandra Fuchs Fachbereiche & Berufsbilder HPP. Fachbereiche & Berufsbilder

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1 Fachbereiche & Berufsbilder Die Psychiatrie ist eine Fachdisziplin der Medizin, die dich mit der Diagnose, Therapie und Prävention der seelischen Krankheiten des Menschen sowie der Erforschung und Lehre der seelischen Erkrankungen des Menschen befasst. Die moderne Psychiatrie geht zurück auf Wilhelm Griesinger, der Anfang des letzten Jahrhunderts die These vertrat, seelische Erkrankungen seien Erkrankungen des Gehirns. Emil Kraeplin entwickelte in den ersten Jahren des 20. Jahrhunderts erstmals ein Klassifikationssystem (nach der Ätiologie) für psychische Krankheiten, das bis zur Einführung der ICD (International Classification of Diseases) in den 1990er-Jahren klinisch bestimmend blieb. Es bestehen Schnittstellen zur Neurologie, Psychosomatik, Psychotherapie. Forensische Psychiatrie - Facharzt für Psychiatrie & Psychotherapie (Psychiater) med+5 Dieses Teilgebiet der Psychiatrie befasst sich insb. mit der Feststellung der Straffähigkeit bzw. Schuldunfähigkeit einer Person sowie der Behandlung von an psychischen Störungen leidenden Straftätern ( Maßregelvollzug) und der Unterbringung von psychisch Kranken. Für die forensische Psychiatrie sind folgende Gesetzesnormen von Bedeutung: 20, 21, 63, 64 und 323a StGB 3 JGG 104, 105, 1896 und 2229 BGB länderspezifische Unterbringungsgesetze, z.b. NI-Psych-KG Gerontopsychiatrie Schwerpunkt sind psychische Erkrankungen bei älteren Menschen (ca. ab dem 60 Lj.) Sozialpsychiatrie Die Sozialpsychiatrie kann als sozialmedizinischer Zweig der Psychiatrie verstanden werden, Sie versucht, psychische Störungen von ihren sozialen Ursachen her zu verstehen und bezieht das Lebensumfeld des Patienten, z. B. Familie, Arbeitsplatz, Wohnung,, in die Behandlung mit ein. Neurologie (Teildisziplin der Medizin) Inhalt ist die Erforschung und Therapie von Erkrankungen des Nervensystems (ZNS, PNS, VNS), z. B. MS, Epilepsie, CH, Morbus Parkinson, SHT. Im Vordergrund stehen allerdings nicht die psychischen Symptome. 1 - Facharzt für Neurologie (Neurologe) med+5 - Arzt für Nervenheilkunde (Nervenarzt) med+6

2 Psychologie - Dipl.-Psych. oder M.Sc. Psychologie + 3 oder 5 Jahre Ausbildung nach PsychThG Psycholog. Psychotherapeut Die Psychologie ist eine empirische Wissenschaft, deren Gegenstand die Zustände des bewussten oder unbewussten Seelenlebens eines gesunden Menschen sind. Wissenschaft vom Erleben und Verhalten (Städtler) Klinische Psychologie / Psychopathologie befasst sich mit gestörtem psychischen Erleben und Verhalten bzw. mit Erleben und Verhalten bei psychischen Störungen und psychischen Aspekten somatischer Störungen und Krankheiten bei Personen in allen Altersgruppen. Die gegenwärtige Klinische Psychologie ist nach Reinecker charakterisiert durch 1. Ätiologie und Bedingungsanalyse 2. Klassifikation und Diagnostik 3. Prävention, Psychotherapie und Rehabilitation 4. Epidemiologie, Gesundheitsversorgung und Evaluation Klinische Neuropsychologie Untersuchung und Behandlung psychischer Funktionen bzw. Funktionsstörungen nach Hirnschädigungen. Allgemeine Psychologie befasst sich mit dem allgemeinmöglichsten Aspekt der Seele des Menschen, sofern unter Seele ein Sammelbegriff für seelische Eigenschaften, Prozesse und Funktionen des Menschen verstanden wird. Sie erforscht psychische Funktionen, die dem Erleben, Verhalten und Handeln zugrunde liegen unter möglichst allgemeinen Gesichtspunkten (Tiere und Menschen). Zu ihren Aufgaben gehört es, eine allgemeine Taxonomie psychischer Funktionen vorzunehmen. Biologische Psychologie Die Biologische Psychologie ist dasjenige Teilgebiet der Psychologie, das zum Studium und zur Erklärung menschlichen Verhaltens und Erlebens einen (neuro)biologischen Zugang wählt (nur Menschen!). 2

3 Sozialpsychologie beschäftigt sich mit der Beschreibung, Prognose und Erklärung menschlichen Erlebens und Verhaltens im sozialen Kontext, d.h. sie erforscht, wie sich soziale und psychologische Prozesse darauf auswirken, wie Menschen einander wahrnehmen, Einfluss aufeinander nehmen und wie sie ihre sozialen Beziehungen gestalten. Entwicklungspsychologie Im Zentrum der Entwicklungspsychologie stehen Fragen nach Entstehung, nachhaltiger Veränderung und letztlich den Zustandekommen von Stabilität psychischer Phänomene und Funktionen über die Lebensspanne hinweg. Veränderung ist das weitere Konzept, Entwicklung das engere Konzept: Unser Leben unterliegt ständig Veränderungen, durch die wir uns entwickeln. Differentielle und Persönlichkeitspsychologie Während die Allg. Psychologie nach Gesetzmäßigkeiten sucht, die für nahezu alle Menschen gelten, ist es Ziel der Differentiellen Psychologie Unterschiede zwischen einzelnen Personen oder Gruppen von Personen auf bestimmten Dimensionen bzw. Merkmalen zu identifizieren. Die Persönlichkeitspsychologie i.e.s. (=Persönlichkeitsforschung) untersucht die einzigartige Organisation von psychischen Merkmalen innerhalb einer Person; sie umfasst Strukturen und Prozesse, spiegelt nature (genetische Anlagen) und nurture (Erfahrung) wider. Persönlichkeitspsychologie Differentielle Psychologie Persönlichkeitsforschung Psychologische Diagnostik Gegenstand der psychologischen Diagnostik ist die gezielte und regelgeleitete Sammlung und Verarbeitung von Daten, die für die Bearbeitung von Fragestellungen relevant sind. Zur Datensammlung werden spezielle diagnostische Verfahren (Tests, Fragebogen, Interview, Verhaltensbeobachtung, ) eingesetzt, die sowohl empirisch und praktisch bewährt als auch theoretisch fundiert sein müssen. Zu den grundlegenden Fragestellungen der Diagnostik zählen die Beschreibung, Klassifikation, Vorhersage und Evaluation von Unterschieden zwischen und innerhalb von Personen im Hinblick auf psychische Zustände (Angst), Eigenschaften (Intelligenz) und deren Veränderungen sowie damit einhergehender relevanter Bedingungen. Psychologisches Diagnostizieren ist ein Prozess, der mehrere Phasen umfasst und Entscheidungen nach wissenschaftlichen Kriterien und ethischen Standards vorbereitet. 3

4 Arbeits- und Organisationspsychologie Die AO beschäftigt sich mit der Gewinnung und Anerkennung psychologischer Erkenntnisse in der Arbeitswelt. Die AO ist die Wissenschaft vom Erleben und Verhalten von Menschen in (Arbeits-) Organisationen, z.b. Arbeitsanalyse, Arbeitsbewertung, Berufseignungsdiagnostik, Organisationsentwicklung, Führung, Pädagogische Psychologie. befasst sich mit Prozessen der Erziehung, der schulischen Entwicklungsförderung, der Didaktik und des Unterrichtens, der Gestaltung von Lehr- und Lernmaterialien in allen möglichen Institutionen und Organisationen, die mit Aus-, Fort- und Weiterbildung beschäftigt sind. Pädagogische Psychologie Lehren & Lernen Erziehung & Sozialisation Community Psychology beschäftigt sich im engen Austausch mit anderen gesundheits- und sozialpsychologischen Disziplinen damit, wie sich das Wohl von Gemeinden, kommunalen Institutionen, Gruppe und Individuen durch psychologische und partizipative Methoden verbessern und optimieren lässt. 4

5 Psychotherapie Sammelbegriff für wissenschaftlich fundierte, nichtmedikamentöse Methoden bzw. Behandlungstechniken zur Therapie psychischer oder psychosomatischer Störungen verbal oder nonverbal. Ihr Ziel ist es, die Persönlichkeitsstruktur des Patienten günstig zu beeinflussen sowie dessen Verhaltensweisen oder Denkmuster positiv zu ändern und dadurch Leid zu vermindern. Zur Verfügung stehen zahlreiche Therapieverfahren. Die Anwendung orientiert sich am individuellen Störungsbild, der Kompetenz des Behandlers sowie den Wünschen des Patienten. Oft ist eine Kombination verschiedener Verfahren und/oder eine begleitende Psychopharmakotherapie sinnvoll. Psychische Störungen, die den Einsatz von Medikamenten erfordern, gehören in den Kompetenzbereich von Ärzten (v.a. Psychiater) Psychotherapeutisch tätig werden dürfen: ärztliche Psychotherapeuten (med+5) - Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie - Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie (Psychiater) - Ärzte mit Zusatzbezeichnung Fachgebundene Psychotherapie psychologische Psychotherapeuten - Dipl.-Psych. + 3 oder 5 Jahre - KJP (Psych/Soz.Päd./Lehrer/Soz.Arbeiter + KJT-Ausbildung) Nicht jeder Psychologie = Psychotherapeut! HPP in beschränktem Maße - nicht Bezeichnung Psychotherapeut! (vergl. PsychThG 1999) 5

6 Psychosomatik - Facharzt für Psychosomatische Medizin & Psychotherapie (vor 2003: Facharzt für Psychotherapeutische Medizin) Die Psychosomatik ist eine personenzentrierte Teildisziplin der Medizin, die sich mit den wechselseitigen Beeinflussungen zwischen Körper und Seele befasst, welche für die Entstehung, den Verlauf und die Behandlung von Erkrankungen bedeutsam ist. Die Psychosomatik geht davon aus, dass psychische und biologische Abläufe durch vegetative, zentralnervöse und endokrine Funktionskreise miteinander verknüpft sind und durch äußere ( soziale ) Faktoren beeinflusst werden. biopsychosoziales Integrationsmodell Genetische, Biografische und somatische Aspekte des Patienten werden miteinander in Beziehung gesetzt und es wird eine integrative Therapie entwickelt. Der Begriff Psychosomatik geht zurück auf Johann Christian August Heinroth. Der Facharzt für Psychosomatische Medizin wendet zum einen psychotherapeutische Methoden an, zum anderen arbeitet er im Rahmen seiner Konsiliartätigkeit eng mit Ärzten anderer Disziplinen zusammen. nach ICF 6

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