Beispiele für Untersuchungen und Verfahren

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1 Die Untersuchung WAS MICH INTERESSIEREN SOLLTE In der Untersuchung sind Sie vor allem beobachtend, analysierend oder interpretierend tätig. Es interessiert Sie neue Erkenntnisse zu gewinnen, selbst zu forschen und eigene Schlüsse zu ziehen. Zum Beispiel messen Sie die Wasserqualität in Ihrer Wohngemeinde, beobachten das Jagdverhalten von Tieren, befragen Zeitzeugen über ihre Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg oder analysieren die wirtschaftliche Entwicklung von Ski-Gebieten auf 1000 Metern. Untersuchungen können Sie nicht nur in den Naturwissenschaften, sondern auch in Fächern wie Geschichte, Wirtschaft, Sport oder Kunstgeschichte durchführen. WORAUF ZU ACHTEN IST Untersuchungen fordern ein konsequent durchgeführtes Verfahren, zum Beispiel eine Messreihe, eine Naturbeobachtung, eine Zeitzeugenbefragung oder eine Unternehmensanalyse. Das Verfahren sollte die Grundlage Ihrer gesamten Arbeit bilden. Wenn Sie der Balkankrieg interessiert, dann können Sie eine Zeitzeugenbefragung als Verfahren wählen. Die gewonnenen Ergebnisse bilden den wesentlichen Teil der Arbeit. Achten Sie auch darauf, Ihre Ergebnisse in einen Kontext zu stellen, die Zeitzeugenbefragung zum Beispiel in den Lauf der Geschichte einzuordnen. Ein solches Vorgehen bewirkt, dass Ihre Arbeit eine eigenständige Sichtweise auf das Thema enthält. WELCHE THEMEN UND VERFAHREN MÖGLICH SIND Auf den folgenden Seiten finden Sie einige ausgewählte Themen und Verfahren vorgestellt. Diese sind so eingegrenzt und konkretisiert, dass eine umfassende Eigenleistung möglich wird. Nutzen Sie die Auswahl als Anregung. Sie können gerne andere Themen und Verfahren wählen. Entscheidend ist, dass Sie sich persönlich dafür interessieren. WAS ICH ABGEBE Am Ende geben Sie die Ergebnisse der Untersuchung in einer schriftlichen Arbeit ab, die dem Kapitel Aufbau einer Untersuchung entspricht. Die Arbeit sollte einen Umfang von maximal bis Worten (etwa 40 bis 50 Seiten) haben. Schreiben Sie lieber kürzer, dafür aber mit Tiefgang. WIE BEWERTET WIRD Gemeinsam mit den betreuenden Lehrpersonen legen Sie die Bewertung fest. In einer als Steinbruch bezeichneten Übersicht finden Sie Kriterien vorgeschlagen, die Sie übernehmen, zusammenfassen oder abwandeln können. Es steht Ihnen auch frei, neue Kriterien zu formulieren, die sich konkret auf Ihre Arbeit beziehen. Berücksichtigen Sie in diesem Prozess mindestens zwei Drittel der grau geschriebenen Kriterien. Kriterien können Sie gewichten und im gegenseitigen Einverständnis aktualisieren. Die Kriterien für die Arbeit sind schon der Projektvereinbarung beizulegen; die für Arbeitsprozess und Präsentation können auch später folgen. 1

2 Beispiele für Untersuchungen und Verfahren THEMA / FACH EINGRENZUNG / KONKRETISIERUNG VERFAHREN MÖGLICHE EIGENLEISTUNGEN Gletscher Naturwissenschaft Veränderung von sieben Gletschern im Berner Oberland Naturbeobachtung Periodische Gletscherbegehungen, Beobachtung der Gletscher während eines Jahres, Dokumentation und Auswertung der Beobachtungen Trinkwasser Naturwissenschaft Die Untersuchung des Emmenwassers anhand von Bioindikation an drei verschiedenen Standorten Eine Messreihe durchführen Messmethoden erarbeiten, Messreihe einrichten und durchführen, Ergebnisse auswerten und dokumentieren Balkankrieg Geschichte Der Kroatienkrieg aus der Sicht von Zeitzeugen Zeitzeugenbefragung Zeitzeugen suchen und befragen, deren Berichte dokumentieren, auswerten und in die Geschichte des Krieges einordnen Immigration Geschichte Die italienische Einwanderung in Schmerikon. Die Geschichte von vier italienischen Immigranten Narrative Interviews führen / regionalgeschichtliche Untersuchung Kontaktaufnahme zu italienischen Immigranten; Konzeption, Durchführung und Dokumentation der Interviews; Ausarbeitung der Interviews; Einordnung der vier Schicksale in die Geschichte der Immigration Laufen Sport Auswirkungen eines viermonatigen Joggingtrainings auf die Leistungsfähigkeit des eigenen Körpers Trainingsplananalyse Trainingsplan aufstellen und ausführen; Wirkung erfassen, beschreiben und dokumentieren Fünfkampf Sport Fünfkampf Phänomenologische Beschreibung Üben der 5 Disziplinen mit Geräten (athletisch) und ohne Geräte (gymnastisch). Beschreibung, wie Bewusstsein und Gestalt geschult werden 2

3 THEMA / FACH EINGRENZUNG / KONKRETISIERUNG VERFAHREN MÖGLICHE EIGENLEISTUNGEN Windenergie Wirtschaft Hat die Windenergie in der Schweiz eine Zukunft? Analyse eines Pilotprojektes im Berner Jura Unternehmensanalyse Interviews mit der Projektleitung, Analyse des betriebswirtschaftlichen und politischen Rahmens, Aufbereitung der Ergebnisse Rhetorik Sprache Rhetorik des Gesprächs am Beispiel von Arena-Sendungen Sprachanalyse Eine Reihe von Arena-Sendungen untersuchen, daraus eine Rhetorik des Gesprächs aufstellen, die selbst aufgestellte Rhetorik einer anderen gegenüberstellen Nonverbale Kommunikation Sprache Nonverbale Kommunikation zwischen Jugendlichen im Alter von Jahren Einen Sprachgebrauch untersuchen Beobachtung, Beschreibung und Fotografie nonverbaler Kommunikation, Auswertung dieser Grundlagen, Vergleich der eigenen Ergebnisse mit nonverbaler Kommunikation von Kleinkindern oder Erwachsenen Ausländer Integration und Abgrenzung: Ausländerfamilien in der Schweiz Eine teilnehmende Beobachtung durchführen Untersuchung eines Milieus, das einem vertraut ist; Einarbeitung in die Methode der teilnehmenden Beobachtung; Durchführung, Dokumentation, Auswertung; Einordnung des Milieus in die Gesellschaft Terrorismus Auswirkungen von Terror auf die Sicherheitskontrollen am Flughafen Zürich und daraus resultierende Folgen für den Datenschutz Ein ethisches oder rechtliches Problem untersuchen Sicherheitssystem am Flughafen Zürich vor und nach dem 11. September vergleichen Pädagogik Die 2. Klasse der Steinerschule Oberland und der Primarschule Sonnhalde ein Vergleich Schriftliche Befragung / teilnehmende Beobachtung Beschreibung des pädagogischen Konzeptes von Steinerschule und Primarschule, Vergleich der beiden Konzepte, Beobachtung und Befragung der Schüler/innen in Bezug auf die Konzepte 3

4 Steinbruch für Bewertungskriterien ARBEIT Sie erfüllen die formalen Anforderungen der Wegleitung. Übernommene Aussagen weisen Sie aus. Ihre Arbeit zeigt einen klaren Aufbau (Einleitung, Hauptteil, Schluss). Sprachlich sind Sie sicher (Stil, Rechtschreibung, Grammatik). Ihre Fragestellung zieht sich durch die gesamte Arbeit. Ihre Fragestellung zeigt ein persönliches Erkenntnisinteresse. Sie ist konkretisiert und verbindet die Teile der Arbeit miteinander (roter Faden). Sie führen ein Verfahren konsequent durch. Sie wenden ein Verfahren an (z.b. Messung, Interview, Interpretation), führen es konsequent durch (z.b. Interviews sind keine Anhängsel, sondern Grundlage der Arbeit) und kommen zu nachvollziehbaren Ergebnissen. Die Aussagen Ihrer Arbeit sind sachlich und kompetent. Die Aussagen Ihrer Arbeit sind richtig, begründet und kompetent. Aussagen und eigene Meinung unterscheiden Sie. Ihre Ergebnisse stellen Sie in einen übergeordneten Zusammenhang (z.b. eine Zeitzeugenbefragung steht im Lauf der Geschichte oder andere Autoren werden einbezogen). Ihre Arbeit zeigt Originalität. Ihre Arbeit zeigt eigene Ideen oder Einfälle. Sie kommen zu teilweise oder überwiegend eigenständigen Aussagen. Ihre Ergebnisse enthalten etwas, das es noch nicht gibt. ARBEITSPROZESS Sie setzen die Anforderungen der Wegleitung um. Ihre Unterlagen führen Sie überzeugend (z.b. Arbeitsjournal, Konzept, Projektvereinbarung). Absprachen halten Sie ein. Den Arbeitsprozess führen Sie eigeninitiativ. Sie fordern etwas von sich selbst und arbeiten eigeninitiativ. Selbst gestellte Vorgaben aktualisieren Sie sinnvoll (z.b. den Zeitplan der Realität anpassen). Sie können sich selbst korrigieren und korrigieren lassen. Mit Rückmeldungen können Sie konstruktiv umgehen. Sie können einschätzen, wann Sie Ihre Betreuer kontaktieren. PRÄSENTATION Ihr Thema vermitteln Sie kompetent. Ihre Ergebnisse vertreten Sie überzeugend. Fragen beantworten Sie richtig. Die Inhalte Ihres Vortrags wählen Sie repräsentativ aus. Die Darstellung Ihres Themas überzeugt. Die Darstellung (Ausstellung, schriftlicher Teil) erschliesst dem Publikum Ihr Thema. Die Darstellung zeigt eine Gestaltungsidee. Sie können öffentlich reden. Ihr Vortrag berücksichtigt die Grundregeln öffentlicher Rede (z.b. Aufbau, Kontakt zum Publikum, Einsatz technischer Hilfsmittel, Einhaltung der Zeit). Auf Ihre Gesprächspartner gehen Sie ein (z.b. schweifen Sie nicht ab). 4

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