Klug, klüger, Kopenhagen

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1 Klug, klüger, Kopenhagen Smartest Cities -Ranking - Kopenhagen ist die schlauste Stadt Europas Jetzt ist es raus: Kopenhagen ist die schlauste Stadt Europas. Überhaupt sind vi e- le der nordeuropäischen Städte klug durch grün: Fahrräder statt Autos, Elektromobilität und regenerative Energien. Und auch im Vergleich zum Ranking der Smartest Cities in Nordamerika, stechen Europas Städte eher durch ihr nachhaltiges Lebensumfeld hervor. Das macht sie zu einem Vorbild für Städte auf der ganzen Welt, sagt Boyd Cohen. Der Klima-Stratege nimmt die Metropolen für sein Smartest Cities -Ranking genauer unter die Lupe und regt damit Diskussionen über die Zukunft vieler Städte an, die von der Top Ten noch einiges lernen können... Dr. Boyd Cohen ist Klimastratege und bewertet jedes Jahr Städte auf der ganzen Welt im Smartest Cities - Ranking. Dr. Boyd Cohen Im Vergleich zum Ranking der smartesten Städte Nordamerikas findet Cohen, dass die europäischen Städte generell einen Vorsprung in den Bereichen Mobilität und Nachhaltigkeit haben. Cohen begründet dies mit der langen Geschichte von Stadtplanung auf engstem Raum und den gut ausgebauten Systemen für ö f- fentliche Verkehrsmittel. Der Vorteil der amerikanischen Metropolen sei aber, dass diese schneller darin sind, neue Technologien umzusetzen, als viele der europäischen Städte. 1 of 7

2 Der Hintergrund für die jährlichen Rankings ist, Cohen zufolge, dass Smart C i- ties als wichtige Komponente für urbane Entwicklung und Innovation gelten. Städte sind unsere Zukunft. Wenn wir ihre Ressourcen nicht durchdachter nu t- zen und lokale Innovationen, sowie politische Transparenz, nicht gefördert we r- den, sind unsere Nachkommen in Gefahr, befürchtet Cohen. Die Rankings di e- nen somit als Diskussionsgrundlage, um einen Weg zu finden, wie sich Metropolen auf der ganzen Welt entwickeln sollten und wie sie voneinander lernen und profitieren können. Für das Ranking entwarf Cohen ein eigenes System mit vielfältigen Bewertungskriterien. Dr. Boyd Cohen 2 of 7

3 Um herauszufinden, welche Städte in Europa so schlau sind, dass sich andere etwas von ihnen abschauen sollten, bewertet Cohen die Metropolen nach einem eigens entwickelten Kriterienkatalog. Dieser umfasst die wirtschaftliche Situat i- on der Städte, ihre Mobilitätslösungen, den Grad der Umweltfreundlichkeit, die Bildung und Kreativität der Bewohner, die Lebensqualität in der Stadt und die Aktivitäten der städtischen Regierung. Die Spitze im Smartest Cities -Ranking für Europa belegt die dänische Hauptstadt Kopenhagen. Sie macht ihrem Ruf als grünste Stadt der Welt alle Ehre. Bereits jetzt hat Kopenhagen mit weniger als zwei Tonnen pro Kopf den geringsten Kohlenstoff-Gesamtausstoß auf der Erde. Dank eines sehr ambitionierten Plans, will die Stadt bereits in zwölf Jahren ko m- plett klimaneutral sein. Man könnte ein ganzes Buch über Kopenhagens Strat e- gie und die Initiativen für eine bessere Klimabilanz schreiben, sagt Cohen, der selbst sechs Monate in Kopenhagen gelebt hat. Dazu zählen besondere Richtlinien zu Energieeffizienz und Standards für grünes Bauen. Wie die meisten europäischen Städte, hat auch Kopenhagen eine lange Geschichte zum Thema Nachhaltigkeit. Grün zu leben liegt in der dänischen Kultur und auch in der Kultur der meisten Länder Skandinaviens, erklärt Cohen den Hintergrund. Ähnlich wie im Ranking der klügsten Städte Nordamerikas, spielt die lokale Regierung eine große Rolle dabei, ob Städte smart sind, oder nicht. Kopenhagen hat den politischen Willen allen anderen Städten in diesem Punkt voraus zu sein. Den Anfang machte Bürgermeister Frank Jensen, der sich verpflichtet hat, aus Kopenhagen eine Hauptstadt mit grüner Klimabilanz und sie damit gleichzeitig wirtschaftlich konkurrenzfähiger zu machen. In Kopenhagen glaubt man, dass ihr die Verpflichtung zu Klimaneutralität Vorteile verschafft, da sie damit ein attra k- tiver Ort für nachhaltige Unternehmen wird. 3 of 7

4 Kopenhagen steht an der Spitze, wenn es um schlaue Städte in Europa geht. Die Dänen haben sich den ersten Platz im Ranking zu Europas Smartest Cities -Ranking gesichert. Corinna Ruby Um den Standort zusätzlich attraktiv zu machen, arbeitet die Stadt beispielsweise mit dem Massachusetts Institute of Technology (MIT) zusammen, um Sensoren an Smart Bikes anzubringen. Sie liefern Daten über die Umgebung des Fahrers in Echtzeit. Diese Informationen kommen nicht nur den Fahrradfahrern zugute, sondern geben auch Zwischenstände, beispielsweise zur Luftverschmutzung oder Verkehrssituation, an die Stadtbüros weiter. Der offene Umgang mit Daten ist für Cohen eine wichtige Voraussetzung, damit sich Städte smart weiterentwickeln können. Immer mehr Sensoren, Smartphones, Bluetooth und vieles mehr sa m- meln Daten. Diese können zusammengefasst einen großen Mehrwert liefern: Für die Bewohner, die Stadt und Unternehmen, die in der Stadt ansässig sind, erklärt Cohen. Ob zur Verbesserung in den Bereichen Logistik und Verkehr bis zur Optimierung von Anfahrtswegen im Notfall zur Rettung von Leben offener Datenumgang dient einem realen Zweck und wird in Zukunft immer wichtiger werden. 4 of 7

5 Nordeuropa schneidet gut ab im Ranking nicht zuletzt wegen der etablierten Fahrradkultur. So zum Beispiel in der Kopenhagener Innenstadt. Corinna Ruby Die zweitklügste Stadt im Ranking von Boyd Cohen ist die Amsterdam. 67 Prozent der Fortbewegung finden hier auf dem Rad oder zu Fuß statt. Um weitere Strecken zurückzulegen, fährt man meist mit den öffentlichen Verkehrsmitteln. Kein Wunder also, dass täglich um die Fahrräder auf jedem freien Fleck um den Hauptbahnhof der Stadt geparkt sind. Neben der Fahrradkultur ist auch die Elektromobilität in Amsterdam bereits sehr etabliert. An vielen Stellen der Stadt und ihrem Umland stehen Ladestationen für strombetriebene Autos. 5 of 7

6 Platz zwei im Ranking der klügsten Städte Europas: Amsterdam. Hier prägen Fußgänger und Fahrradfahrer das Stadtbild. Franziska Queling Auf dem dritten Platz des Rankings liegt Wien. Das überrascht nicht, denn Wien ist bekannt für die hohe Lebensqualität. Mit zurzeit über 100 Smart City Proje k- ten arbeitet die österreichische Hauptstadt daran, ihrer Bevölkerung auch weiterhin ein gutes Umfeld und viele Möglichkeiten zu bieten. Dazu gehört, dass Wien Elektromobilität, wie Carsharing mit Elektroautos oder den Verleih von Elektr o- fahrrädern fördert. Dazu wird beispielsweise die Anzahl der Ladestationen bis 2015 von 130 auf 440 Stück erweitert. Außerdem wird die Anzahl der Autos innerhalb der Stadt reduziert, indem dicht besiedelte Gebiete keine Parkmöglic h- keiten mehr aufweisen und die Bewohner sich dort für ein Leben ohne eigenes Auto entscheiden. An vierter Stelle der klügsten Städte Europas steht Barcelona. Paris landet auf dem fünften Platz. Beide Städte stehen für hohe Kreativität in der Bevölkerung und dem daraus folgend guten Nährboden für Unternehmen und Startups. St ockholm ist die sechstklügste Stadt Europas. Neben vielen Projekten, die Klimaneu t- ralität bis 2050 und offenen Datenumgang zum Ziel haben, stechen die insgesamt 800 Kilometer langen Fahrradwege in der Stadt heraus. 6 of 7

7 Auf dem siebten Platz der Smartest Cities liegt Englands Hauptstadt London. Sie schnitt besonders gut im Bereich der ökonomischen Faktoren ab. Außerdem arbeitet die Stadt daran umweltfreundlicher zu werden. Allerdings steht London wegen der Gebühren für Autofahrer zum Teil schwer in der Kritik. Auf Platz acht und neun folgen die deutschen Städte Hamburg und Berlin. Auf dem letzten Platz der Top 10 landet die finnische Stadt Helsinki. Hamburg landet auf Platz acht des Rankings. Neben Berlin ist es die einzige Stadt, die es in die Top Ten g e- schafft hat. Franziska Queling 7 of 7

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