urban und mobil klimafreundliche Verkehrskonzepte als städtebauliche Aufgabe Dipl.-Ing. Tobias Häberle, Stadtplanungsamt Augsburg

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1 urban und mobil klimafreundliche Verkehrskonzepte als städtebauliche Aufgabe Dipl.-Ing. Tobias Häberle, Stadtplanungsamt Augsburg

2 Ausgangssituation Mobilität (= Anzahl der Wege) ist in Deutschland langfristig stabil. Statistisch unternimmt jeder Augsburger 3,4 Wege am Tag. Ziele: 12,5% Arbeitsplatz, 10% Ausbildung, 16% Einkauf, 15% Freizeit Verkehrsleistung (z.b. Personenkilometer/d) nimmt deutschlandweit weiter zu. Ein berufstätiger Augsburger legt jeden Tag durchschnittlich 28,8 km zurück. Er benötigt hierfür 65 min. Motorisierungsgrad steigt weiter. In den Städten geringer als im ländlichen Raum. 60% der Augsburger Haushalte verfügen über 1 Pkw (12 % über 2 oder mehr Pkw) In Städten mit EW (gutes ÖPNV Angebot, gute Größe für Fußgänger und Radfahrer) werden immer noch 40-50% des Verkehrs mit dem Auto abgewickelt. Verkehrsmittelwahl in Augsburg: 44% MIV, 19% ÖPNV, 13% Rad, 24% zu Fuß Quellen: Umweltbundesamt / Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung / SrV-Studie Mobilität in den Städten

3 Ausgangssituation Verkehr verursacht 24% der CO2-Emissionen im Wirtschaftsraum Augsburg ( t/a) zum Vergleich: Anteil der privaten Haushalte = 28% weitere Auswirkungen: - Lärm / Luftschadstoffe - Platzbedarf (40% der gesamten Verkehrsfläche alleine für Stellplätze) - Verlust an Aufenthaltsqualität Quelle: Regionales Klimaschutzkonzept

4 Einflussmöglichkeiten der Stadtplanung Mobilität (Anzahl der Wege) - Wege vermeiden - Wegeketten ermöglichen Verkehrsleistung (z.b. Personenkilometer) - Wegelänge reduzieren - Nahmobilität verbessern Verkehrsmittelwahl (modal split) - Umsteigen auf Umweltverbund Stadt der kurzen Wege - hohe Dichte und Nutzungsmischung - Nahversorgung / Bildung / Naherholung im Stadtviertel push and pull-strategie - ÖPNV stärken (Quantität, Qualität) - Situation für Radfahrer und Fußgänger verbessern - Schnittstellen ausbauen - Dominanz des MIV reduzieren (Straßennetz, Fahrspuren u. Stellplätze, Tempo) weitere Ansätze: Mobilitätsmanagement, City-Logistik, Carsharing, Elektromobilität,.

5 Sheridan-Park Stadt der kurzen Wege - neues Stadtquartier auf dem Areal einer ehemaligen Kaserne (70 ha) - je zu 1/3 Wohnen, Gewerbe und Park Einwohner / Arbeitsplätze - Nahversorgungszentrum öff. Einrichtungen (Kita, Schule, Kirche) - dichtes Fuß- und Radwegenetz Anbindung an Straßenbahn / Bus Hauptachsen für Kfz gesperrt

6 Hochzoll Stadt der kurzen Wege - Stadterneuerung in einem bestehenden Stadtteil mit Einwohnern - Stärkung / Entwicklung des Zentrums als Standort für Geschäfte, Gastronomie, soziale und kulturelle Einrichtungen Sicherung der Nebenzentren - Neubau der Straßenbahnlinie 6 Umgestaltung der Friedberger Str. - Konzept für Nahmobilität - Ausbau eines engmaschigen Fuß- und Radwegenetzes

7 Mobilitätsdrehscheibe ÖPNV / Schnittstellen - Erweiterung des Straßenbahnnetzes * Linie 6 nach Friedberg * Linie 5 zum Klinikum * Verlängerung Linie 1 - Ertüchtigung des Netzknotens Königsplatz - bessere Verknüpfung mit dem Regional- und Fernverkehr * Umbau Hauptbahnhof * Bahnhof Hochzoll

8 Querschnitt durch den neuen Hauptbahnhof Stadt Augsburg

9 Königsplatz ÖPNV / Fußgänger u. Radfahrer / Schnittstellen / MIV vor dem Umbau: - beengtes Haltestellendreieck auf einer Verkehrsinsel - Fuggerstraße ( Kfz/Tag) als Barriere vor der Innenstadt - geringe Aufenthaltsqualität - schlechte Fußgängeranbindung zum Hauptbahnhof

10 nach dem Umbau: - autofreier Königsplatz verbindet Innenstadt mit Haltestellendreieck - großzügiges Haltestellendreieck mit zusätzlichen Bahnsteigen - Bündelung Kfz-Verkehr auf Schaezlerstraße/Schießgrabenstraße - verbesserte Anbindung Innenstadt-Königsplatz-Hauptbahnhof - verkehrsberuhigter Boulevard als Radverkehrsachse in Süd-Nord-Richtung

11 vor dem Umbau (bis März 2012)

12 Eröffnung (Dez. 2013) Stadtplanungsamt

13 in Betrieb (Feb. 2014) Stadtplanungsamt

14 Übersichtsplan Königsplatz und Fuggerstraße Stadtplanungsamt

15 der neue Königsplatz Stadtplanungsamt

16 Blick in die Fuggerstraße

17 Maximilianstraße Fußgänger u. Radfahrer / MIV / ÖPNV - neue Verkehrsführung am Königsplatz reduziert KFZ-Verkehr - Beschluss des Stadtrats zur Führung einer Straßenbahnlinie - Aufwertung des Straßenraums durch Umbau zum Verkehrsberuhigten Geschäftsbereich Verbreiterung der Fußgängerbereiche / Reduzierung und Neuordnung der Stellplätze - sensible Integration der Straßenbahn - Herausarbeiten von Platzbereichen und Straßenabschnitten Die bisherigen Bordsteinkanten sind blau eingetragen. 17

18 vor Stadt dem Augsburg Umbau 2011 Stadtplanungsamt

19 nach Stadt dem Augsburg Umbau 2011 Stadtplanungsamt

20 Linie 5 Planungskultur - Erschließung der Konversionsflächen im Augsburger Westen - schnelle Verbindung zwischen Klinikum und Hbf / Innenstadt - P+R Augsburg West - Trassenführung großteils entlang Bgm.-Ackermann-Straße - 5 Varianten für Abschnitt zwischen Hbf und Wertach

21 Bürgerdialog GoWest - ausgewogene Zusammensetzung (kein St.-Florians-Prinzip ) jeder Straßenzug entsendet 4 Delegierte Vertreter von Interessensgruppen / Institutionen aus dem Stadtteil - inhaltliche Begleitung und Moderation durch externe Fachleute (Verkehrsplanung / Städtebau) öffentliche Auftaktveranstaltung Workshops - zwischen den Arbeitskreisen jeweils Zeit für Zuarbeit durch Stadtwerke und Bauverwaltung (Arbeitsgrundlagen, Prüfaufträge) - Internetauftritt mit umfassenden Informationen und Dokumentation des Verfahrens öffentliche Abschlussveranstaltung

22 Impulsfragen Welche Funktionen haben Straßen, Plätze und Freiflächen heute außer Verkehr? Welchen Nutzungen sollen sie in Zukunft dienen? Wie fahren die Radfahrer zukünftig zum Hauptbahnhof bzw. in die Innenstadt? Wo werden Abstellanlagen benötigt? Wie kann die Straßenbahn mit dem Radverkehr verknüpft werden? Wie können die Hauptstraße des Viertels aufgewertet werden? Welchen Beitrag kann der neue Bahnhofsvorplatz für das Quartier leisten? Welche Ausstattung ist hierfür erforderlich? Wie kann die hohe Verkehrsbelastung des Viertels reduziert werden? Welchen Einfluss hat die Straßenbahn auf die Führung des KFZ-Verkehrs? Wie kann eine moderne Straßenbahn sensibel in das hochwertige Umfeld einer Jugendstil-Gartenstadt integriert werden? Wo verlaufen wichtige Fußwege? An welchen Stellen soll man die Straßenbahn queren können? Wie können Eingriffe ins Grün minimiert werden? Welche Grünbestände sind besonders schützenswert? Wo sind mögliche Ersatzpflanzungen denkbar?

23 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit Stadtplanungsamt

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