Business Plan Modelling für Start-ups. 29. April 2014 Berlin

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1 Business Plan Modelling für Start-ups Berlin

2 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 2

3 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 3

4 Start-up Unternehmen und der Business Plan Charakteristika von Start-up Unternehmen junge Unternehmen innovative Geschäftsidee geringes Startkapital überdurchschnittliches Wachstum / großes Potential hohe Dynamik große Unsicherheit hohe Konzentration des Vermögens auf immaterielle Assets Finanzierungsbedarf (unter hoher Unsicherheit) Anforderungen an einen Business Plan? Seite 4

5 Start-up Unternehmen und der Business Plan Ein gutes Finanzmodell macht meine Geschäftsidee nicht besser ich demonstriere jedoch meine Bereitschaft, mich mit den Entwicklungsmöglichkeiten meines Unternehmens auseinanderzusetzen und erhalte selbst ein besseres Bewusstsein für das Potential meiner Idee. Seite 5

6 Der Business Plan in MS Excel Abbildung des Business Plan Finanzmodells in MS Excel Standardsoftware (z.b. Businessplaner Gründen des BMWi) Business Plan in MS Excel + - Flexibilität Abbildung auch komplexerer Geschäftsmodelle Ermittlung von Sensitivitäten Erstellungsaufwand Fehlerteufel Akzeptanz durch Investoren und Banken Seite 6

7 Bestandteile eines Business Plans in Excel Ein Business Plan erfordert eine integrierte Planungsrechnung bestehend aus: Gewinn- und Verlustrechnung Bilanz Cashflow Rechnung GuV C Bilanz Cashflow Anlagevermögen Forderungen LuL Liquide Mittel AKTIVA Eigenkapital Aufsatzbilanz als Ausgangspunkt Darlehen PASSIVA Seite 7

8 Komponenten eines Finanzmodells Aufgabe: Für die dargestellte Graphik sind die fehlenden Komponenten zu identifizieren und anschließend anhand der Beurteilung den Kästchen zuzuordnen, die eine bestmögliche Modellstruktur und Informationsfluss gewährleisten [2 min]. Umsatz Outputs Fremdkapital Kosten Anforderungen Timing / Zeitraum Steuern Seite 8

9 Komponenten eines Finanzmodells Aufgabe: Für die dargestellte Graphik sind die fehlenden Komponenten zu identifizieren und anschließend anhand der Beurteilung den Kästchen zuzuordnen, die eine bestmögliche Modellstruktur und Informationsfluss gewährleisten [2 min]. Umsatz Outputs Fremdkapital Kosten Anforderungen Timing / Zeitraum Steuern Anforderungen Seite 9

10 Integrierte Planungsrechnung Cashflow Year ending 31 Dec 2002 Cashflow in period (5) Cash b/f 30 Cash c/f 25 Balance sheet 31 Dec Dec 2002 Fixed assets 1,000 1,200 Current assets Debtors Cash Current liabilities (45) (55) P&L Year ending 31 Dec 2002 Operating profit 500 Tax (150) Debt (100) (150) Net assets 925 1,075 Represented by: Share capital P&L reserve Shareholder funds 925 1,075 Dividends (200) Retained profit 150 Retained profit b/f 775 Retained profit c/f 925 Seite 10

11 Integration Gewinn- und Verlustrechnung à in Bilanz Seite 11

12 Integration Bilanz aus CF aus GuV Seite 12

13 Integration Cashflow à in Bilanz Seite 13

14 Zielkonflikt bei der Business Plan Erstellung in Excel Genauigkeit Seite 14

15 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 15

16 Was sind best practices? Tabellenkalkulationen stellen eine einzigartige Programmiersprache in Hinblick auf ihre Flexibilität dar Es gibt unzählige verschiedene Wege, um ein und dieselbe Aufgabe zu lösen Best practices sind solche Ansätze, die flexibler und/oder zuverlässiger als andere sind Seite 16

17 Trennung von Inputs, Berechnungen und Outputs Inputs Berechnungen Outputs Nutzer können alle Eingabefelder im Modell leicht finden Gruppierung der Inputs in logische Abschnitte (P&L Inputs, BS Inputs, etc.) Logische Struktur auch auf Berechnungs- und Ausgabeblättern Stellt sicher, dass jede Eingabe nur an einer Stelle möglich ist (Verminderung Fehleranfälligkeit) Erleichtert die Implementierung von Sensitivitäten Seite 17

18 Logischer Fluss der Berechnungen Verlauf der Logik wie folgt: von links à nach rechts von oben à nach unten von vorne à nach hinten Modell einfacher nachzuvollziehen Verringert Berechnungszeit Änderungen / Parameteranpassungen einfacher möglich Sheet 3 Sheet 2 Sheet 1 Seite 18

19 Verwendung einheitlicher Spaltenstruktur Es müssen sich auf jedem Sheet die gleichen Zeiträume in den gleichen Spalten befinden Gleiche Spalte (D) für Februar 2010 auf beiden Sheets Seite 19

20 Verwendung einheitlicher Formeln Die Anzahl von einzigartigen Formeln sollte möglichst gering gehalten werden, indem die gleiche Formel für eine gesamte Zeile verwendet wird Formel für gesamte Zeile verwenden Formel für gesamte Zeile verwenden Formel für gesamte Zeile verwenden einzigartige Formeln Seite 20

21 Verwendung einheitlicher Formeln (Forts.) Vorteile: Leichter anzupassen Einfacher zu testen Weniger fehleranfällig Hinweise bei der Umsetzung: Zeilen gruppieren mit Alt + Shift + à Timing flags können für periodische Events verwendet werden Keine Zwischensummen (z.b. Total 2010) möglich Ausnahmen möglichst farblich hervorheben Seite 21

22 Keine Inputs in Formeln integrieren = D4 * 1,19 Mit harten Werten schwerer anzupassen Inputs nicht getrennt Ohne harte Werte flexibel transparent = D8 * (1 + $C7) Seite 22

23 Zirkelbezüge nur selektiv verwenden Was ist ein Zirkelbezug? Woran erkennt man, dass das Modell einen Zirkelbezug enthält? Probleme mit Zirkelbezügen Geringere Zuverlässigkeit des Modells Modell kann ggf. Berechnung nicht voll durchführen Mehrere Lösungen oder KEINE Lösung Seite 23

24 Keine Spalten oder Zeilen ausblenden Ausnahme Gruppieren statt verstecken Spalten und Zeilen leichter zu kopieren und einzufügen, z.b. um neue Formel einzutragen: Strg + Shift + Pfeiltaste Formel eingeben Strg + Enter Leichter zu ergänzen Leichter zu navigieren Formeln verstecken? Geringe Flexibilität? Seite 24

25 Bereichsnamen moderat verwenden Gewöhnlich enthalten die Formeln in Excel A1 Referenzierungen, z.b. = D6 * (1 + $H$1) Dennoch können Namen für einzelne oder eine Gruppe von Zellen vergeben werden, z.b. = Nettoumsatz * (1 + Steuer) Formeln verständlicher aufgrund zusätzlicher Information Nützlich in Makros Weitere Kniffe Schnell keine adäquaten Namen mehr frei Mehrdeutige oder überflüssige Namen Schwerer zu testen Seite 25

26 Checks erstellen Automatischer Vergleich ausgewählter Modellergebnisse mit anderen Modellergebnissen oder vorgeschriebenen Benchmarks, um mögliche Fehler auszumachen oder bestimmte Sachverhalte hervorzuheben Zeitsicheres Aufspüren von Fehlern wird möglich Master Check einfügen und auf jedem Sheet darstellen Selbst wenn alles Checks funktionieren, kann das Modell noch Fehler enthalten Beispiele: Bilanzsumme (Aktiva = Passiva) Werte die an verschiedenen Stellen vorkommen sind gleich (z.b. Gewinn; Summe Mittelherkunft = Summe Mittelverwendung) Keine negativen Kassenbestände Seite 26

27 Timing Flags verwenden Nahezu alle Modelle verwenden endliche Zeiträume mit diskreten Zeitintervallen Jeder Cashflow und jedes Ereignis sind mit einem bestimmten Intervall verknüpft Verwendung von timing flags Timing flag für ein Ereignis ist entweder 0 oder 1 (0 = Ereignis findet nicht statt, 1 = Ereignis findet statt Einbindung in Berechnungen anhand von Multiplikation Seite 27

28 Keep it simple Komplexe Berechnungen in einzelne Schritte teilen: Lieber fünf einfache als eine verdichtete, komplexe Berechnung Verschachtelte WENN Funktionen aufgliedern (theoretisch bis zu 64 Verschachtelungen möglich) Keine Methoden verwenden, die Dritten unvertraut sind: Ungewöhnliche/komplizierte Funktionen vermeiden Formeln mit Feldern (Arrays) und eigene Funktionen vermeiden Keine Spalten und Zeilen ausblenden Seite 28

29 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 29

30 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 30

31 Umsatzmodellierung Vorgehensweise Bottom-up Planung z.b. Preis-Mengen-Gerüst Preis-Mengen-Gerüst periodenspezifische Prognose von Preisen und Mengen Planung z.b. auf Segment- oder Produktgruppenbasis anhand spezifischer Determinanten Planung nominal vs. real Top-down Planung z.b. erreichbarer Anteil an Gesamtmarktvolumen ggf. Berücksichtigung von Marktumfeldfaktoren und Markteintrittsbarrieren Schwierigkeit: Verfügbarkeit verlässlicher Daten Verwendung prognostizierter Wachstumsraten (konstant über Planungszeitraum oder periodenspezifisch) ggf. Mischansatz Berücksichtigung rechnungslegungsbezogener Vorschriften z.b. Umsatzrealisierung / Periodenabgrenzung bei Upfront-payments Seite 31

32 Umsatzmodellierung Eingabedaten Eingaben sollten auf einem Input Sheet erfasst werden. Eingaben sollten inhaltlich zugeordnet und unter einer Überschrift gruppiert werden Jede Eingabe darf nur an einer Stelle möglich sein Einheiten und Vorzeichen der Eingabe angeben Bezeichnungen von Inputzellen müssen eindeutig sein Input Sheet Seite 32

33 Umsatzmodellierung Beispiele Umsatzmodellierung am folgenden Beispiel: Online Handel für Sportzubehör: Sport am Limit GmbH Seite 33

34 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 34

35 Sensitivitäten Was ist eine Sensitivität? Ein Modell basiert auf Annahmen hinsichtlich historischer, aktueller oder zukünftiger Werte Einige Mengen können nicht verlässlich geschätzt werden und ihr wahrer Wert ist daher unsicher Eine Sensitivität ist eine Veränderung der unsicheren Annahmen im Modell Die Ergebnisse der Sensitivität zeigen den potentiellen Effekt hinsichtlich der unsicheren Annahmen Seite 35

36 Sensitivitäten vs. Szenarien Sensitivität Variation einzelner Parameter des Business Plans unter ansonsten unveränderten Annahmen Szenario Kombination von Ausprägungen mehrerer Parameter des Business Plans z.b. Worst Case, Base Case, Best Case Seite 36

37 Sensitivitäten Auswahl Welche Eingaben werden verändert? Wie stark werden die unsicheren Annahmen verändert? Es gibt keinen Standard der Vorgehensweise Anzahl und Höhe der vorzunehmenden Veränderungen liegt im eigenen Ermessen Die Auswahl der zu verändernden Annahmen hängt insbesondere ab von Variablen die schwer zu schätzen sind und gleichzeitig einen großen Ergebniseffekt haben Erwartungen des Nutzers sowie weiterer Stakeholder wie Investoren und Banken Break-even Fällen (kritische Erfolgsfaktoren für das Erreichen des Break-even) Anpassung der Annahmen sollte im Hinblick auf die gewünschte Bereitstellung von Kapital in einer Bandbreite von möglichen Prämissen erfolgen und somit auch downsides abdecken Seite 37

38 Sensitivitäten Durchführung Die Ursprungsversion des Modells ohne angepasste Annahmen ist der sog. Base Case Sensitivitäten sollten sich nur aus der Veränderung der Eingaben ergeben Bezugssensitivität Sensitivität Eingabe Berechnung Ergebnis Veränderte Eingabe Berechnung Angepasstes Ergebnis Gefahr: Die Ursprungsannahmen können nicht wiederhergestellt werden Seite 38

39 Sensitivitäten frühzeitig beachten Schlüsselsensitivitäten sollten rechtzeitig identifiziert werden In der Entwurfsphase sollte entschieden werden, wie Szenarien im Modell durchgeführt werden sollen (Integration oder Veränderung der Eingaben) Seite 39

40 Sensitivitäten Umsetzungsmöglichkeiten (1) Integration von verschiedenen Cases im Modell und Auswahl z.b. durch Drop-Down-Listen Seite 40

41 Sensitivitäten Umsetzungsmöglichkeiten (2) Integration einer Datentabelle ins Modell Hinweis: Die Ergebnisse werden in einer Matrix ausgegeben, daher gelten besondere Anforderungen an den Aufbau des entsprechenden Sheets Seite 41

42 Sensitivitäten Umsetzungsmöglichkeiten (3) Nutzung des Szenariomanagers. Verschiedene Eingaben können abgespeichert werden. Ein Aufrufen ist jederzeit möglich Seite 42

43 Agenda Business Plan Modelling für Start-ups Der Business Plan in MS Excel Best Practice für die Modellierung in Excel Ausgewählte Business Plan Komponenten a b c Umsatzmodellierung Implementierung von Sensitivitäten Finanzierungsauswirkungen Seite 43

44 Abbildung der Finanzierung Deterministische Planung von Eigenkapitalfinanzierungen Fremdkapitalfinanzierungen Mezzaninen Finanzierungsformen Ermittlung des Finanzierungsbedarfs in Form einer Residualgröße Finanzierungsbedarfsermittlung ( Finanzierungslücke ) und Deckung durch Eigenkapitalfinanzierungen Fremdkapitalfinanzierungen Mezzanine Finanzierungsformen Modellierung möglicher Verwässerungen des Anteilsbesitzes bei Eigenkapitalfinanzierung sowie Mezzaninen Finanzierungsformen Seite 44

45 Fragen und Diskussion Seite 45

46 Sebastian Schmidt Senior Manager Tel: Mobil: Assurance Tax Transactions Advisory GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Alle Rechte vorbehalten.

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