Aufbau 1 - Zertifikatskurs

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1 Insoweit erfahrene Fachkraft / Kinderschutzfachkraft gemäß SGB VIII und KKG Aufbau 1 - Zertifikatskurs Januar und Februar 2016 in Augsburg Modul 1: Aufsichtspflicht und Haftung - Baustein des Kinderschutzes (Prof. Lehmann, ) Frühe Hilfen werden im Rahmen des Kinderschutzes als ein wesentliches Unterstützungselement für Eltern bei der Wahrnehmung ihres Erziehungsrechts und ihrer Erziehungsverantwortung durch die staatliche Gemeinschaft eingesetzt. Sie verfolgen das Ziel, Elternkompetenzen von Anfang an zu stärken, um Entwicklungsmöglichkeiten von Kindern bestmöglich zu fördern, Risiken für ihr Wohl möglichst früh wahrzunehmen und Gefährdungen systematisch abzuwenden. Zu den Bausteinen im Kinderschutz gehören die Grundkenntnisse der Aufsichtspflicht. Ziele: Die Teilnehmer/innen der Fortbildung können Aufsichtspflichtverletzungen sicher erkennen und in ihrem Ausmaß beurteilen. Sie beherrschen die Grundlagen der Aufsichtspflicht und Haftung. Inhalte: Verstöße der Personensorgeberechtigten gegen die Aufsichtspflicht können das Kindeswohl gefährden. Obwohl die bloße Aufsichtspflichtverletzung allein nicht strafbar ist, kann aber das Unterlassen der gebotenen Aufsicht als Beschützer- oder Überwachergarant doch nach Vorschriften des Strafrechts geahndet werden. Auch wenn notwendigerweise Rechtsgrundlagen erörtert werden, wird durch den hohen Praxisbezug und die Art und Weise der Vermittlung des Basiswissens das Vorurteil, Recht sei langweilig, widerlegt. Die Kriterien der Aufsichtspflicht werden gemeinsam erarbeitet und durch Gerichtsurteile erläutert. 1 Aufbaukurs: Voraussetzungen für die Zertifikatserteilung siehe vorletzte Seite der Ausschreibung.

2 Modul 2: Datenschutz/ Sozialdatenschutz (Prof. Lehmann, ) Im Arbeitsalltag ist der Datenschutz oft nur ein geduldetes Mauerblümchen. Eltern, Kinder und Jugendliche, Erzieher, Sozialarbeiter sind unsicher: Habe ich Anspruch darauf, dass meine Eltern über mein bestimmtes Problem nicht unterrichtet werden? Darf ich als Sozialpädagoge mir anvertraute Geheimnisse an andere schweigepflichtige Teammitglieder weitergeben? Datenschutzrechtliche verbindliche Normen sind in einer Reihe von Gesetzen erfasst. Diese geringe Transparenz schürt die Unsicherheit und vertieft die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit. Ziele: Die bei der Arbeit im Kinderschutz zentralen datenschutzrechtlichen Grundlagen sind vermittelt. Inhalte: Datenschutz als Haltung Grundlagen der beruflichen Schweigepflicht nach 203 StGB Sozialdatenschutz Fragen der Praxis an eigenen Fällen erörtert Das neue Bundeskinderschutzgesetz

3 Modul 3: Vertiefung: Das Modell der Kurzberatung zur Risikoeinschätzung nach 8a SGB VIII Ressourcenorientiertes Vorgehen im Graubereich und im Gefährdungsbereich: Gestaltung von Auflagen und Aufträgen (Donath, ) In der Durchführung der Kollegialen Beratung zur Risikoeinschätzung stellt sowohl die Formulierung von fokussierten, ressourcenorientierten Fragen und Perspektivwechslerfragen als auch die fundierte Begründung und konkrete Benennung des weiteren Vorgehens immer wieder eine Herausforderung dar. Nur fokussiertes Arbeiten in der Risikoeinschätzung bietet die Chance sich nicht im Fall zu verlieren, sondern Klarheit für die Entscheidung zu bekommen. Zudem zieht die fallführende Fachkraft gerade den fundierten Begründung und der konkreten Benennung des weiteren Vorgehens die wesentliche Unterstützung für ihre Arbeit mit den Personensorgeberechtigten, ggf. auch für eine Meldung ans Jugendamt. Zur Qualifizierung dessen, was die fallführende Fachkraft aus einer Kollegialen Beratung zur Risikoeinschätzung mitnehmen kann, wir in diesem Training im Anschluss an die kollegiale Beratung zur Risikoeinschätzung explizit an Begründungen und Konkretisierungen für das Vorgehen gearbeitet und ggf. auch Auflagen oder Aufträge formuliert. Ziele: Die Praxis der Fallbesprechungen in Kindesschutzfällen und die Gestaltung von Auflagen und Aufträgen sind unter fachlicher Begleitung vertieft, insbesondere mit Blick auf die erlernten Inhalte aus der Qualifizierung. Inhalte: Coaching bei Kollegialen Beratung zur Risikoeinschätzung Kurskorrektur in Sackgassen während der Umsetzungsphase Begründung der Falleinordnung Konkretisierung von weiterem Vorgehen

4 Modul 4: Training und Präsentation des Erlernten (Donath, ) An diesem Abschlusstag wird neben der Thematisierung abschließender Fragen der Teilnehmenden im Wesentlichen das Erlernte von den Teilnehmenden präsentiert und durchgeführt. Dies bedeutet zum einen, dass jede/r Teilnehmende einen auf dem Falldarstellungsbogen verschriftlichten Fall zur Kollegialen Beratung zur Risikoeinschätzung mitbringt. Zum anderen haben alle Teilnehmenden in mindestens einer Kollegialen Beratung zur Risikoeinschätzung Moderation, Perspektivwechsel, Protokoll und/oder Beratungsaufgabe zu übernehmen. So werden Berufsfeld und Qualifizierungselemente handlungsorientiert verbunden und jede/r Teilnehmende kann an konkreten Praxisfällen das eigene Vorgehen in der Risikoeinschätzung reflektieren und präsentierten.

5 Arbeitsform/Methode/Materialien: Vermittlung theoretischen Grundlagenwissens anhand von Impulsreferaten, kurzen Inputs mit alltagstauglichen knappen Arbeitspapieren; Gruppenarbeiten; Bearbeitung von Fragen und Fällen aus der Praxis der Teilnehmer/nnen Termine: Kosten: Anmeldung: Ort: , jeweils 9:30 16:30 Uhr (incl. 1 Std. Mittagspause) , jeweils 9:30 16:30 Uhr (incl. 1 Std. Mittagspause) , jeweils 9:30 16:30 Uhr (incl. 1 Std. Mittagspause) , jeweils 9:30 16:30 Uhr (incl. 1 Std. Mittagspause) 450,- Euro (Kosten incl. Kaffee und kalte Getränke) Jugendherberge Augsburg, Seminarpavillon Unterer Graben 6, Augsburg Referent/innen: Lisa Donath Diplom-Sozialpädagogin (FH) und Diplom-Soziologin, Case Management-Ausbilderin (DGCC), Mitarbeiterin am Institut LüttringHaus mit den Schwerpunkten: Zielerarbeitung, Kollegiale Beratung, Projektentwicklung, Evaluation; Begleitung der Qualifizierungsprozesse im Rahmen sozialräumlicher Umbauprozesse in Münster, Augsburg und Ravensburg; Mitarbeiterin am Sine-Institut, München; ehemals Dozentin an der BA Heidenheim; ehemals Beraterin in der Jugendhilfe und Drogenhilfe und Mitarbeiterin in der stationären Jugendhilfe Kontakt: Prof. M. Karl-Heinz Lehmann Ass.jur., Referent für Fortbildungsveranstaltungen von Jugendämtern, freien Trägern und Wohlfahrtsverbänden mit den Schwerpunkten Aufsichtspflicht und Haftung, Sozialdatenschutz und Betäubungsmittelrecht sowie externer Datenschutzbeauftragter in sozialen Einrichtungen (www.sozialdatenschutz.net), Lehrbeauftragter an der Fachhochschule Hannover, außerdem tätig beim Institut LüttringHaus (Institut für Sozialraumorientierung, Quartier- und Case-Management).

6 Aufbau-Zertifikatskurs: Insoweit erfahrene Fachkraft / Kinderschutzfachkraft gemäß SGB VIII und KKG Das Zertifikat Insoweit erfahrene Fachkraft/Kindesschutzfachkraft gemäß SGB VIII und KKG kann bei diesem Aufbaukurs nur erteilt werden, wenn die folgenden Seminarveranstaltungen des Instituts LüttringHaus im Vorfeld besucht wurden: Das Modell der Kurzberatung zur Risikoeinschätzung nach 8a SGB VIII (2 Tage) Ressourcenorientiertes Vorgehen im Graubereich und im Gefährdungsbereich: Gestaltung von Auflagen und Aufträgen (1 Tag) Die Teilnahme an diesen Veranstaltungen muss mit Teilnahmebestätigung nachgewiesen werden. Die Reihe orientiert sich an den aktuellen theoretischen und praktischen Anforderungen für einen zeitgemäßen Kindesschutz. Die Fortbildungsreihe spiegelt die zentralen Vorgaben anderer Zertifikatskurse wieder, berücksichtigt jedoch insbesondere Aspekte des Fachkonzeptes Sozialraumorientierung und ist deshalb besonders geeignet für Mitarbeiter/innen von öffentlichen und freien Jugendhilfeträgern, die in Kommunen arbeiten, die das Modell des Fachkonzeptes Sozialraumorientierung umsetzen. Die für die Zertifizierung zentralen Inhalte werden anhand der folgenden inhaltlichen und methodischen Schwerpunkte vermittelt: Gesetzliche Grundlagen und deren praktische Umsetzung (Gesetzesgrundlagen incl. Datenschutz; Aufsichtspflicht- und Haftungsfragen) Klärung der verschiedenen Arbeitsbereiche der Jugendhilfe (Freiwillige Leistung? Kinderschutz?) Unterscheidung zwischen Sondierungsphase und Risikoeinschätzung; Das Modell der Kurzberatung zur Risikoeinschätzung Die Gestaltung von Auflagen und Aufträgen Kenntnisse über psychische Erkrankungen als Grundlage für den Kindesschutz Rollenteilung im Bereich Kindesschutz Kollegiale Fallbesprechung zu Risikoeinschätzung Dokumentationsmöglichkeiten Zentrale Facetten des Datenschutzes Grundlagenwissen zum Thema Aufsichtspflicht und Haftung Hierzu gehörten u. a.: Der erweiterte Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung Neue Vorgaben durch 4 KKG und 8a SGB VIII für öffentliche und freie Träger: Anlass und Zielsetzung des 4 KKG/ 8a SGB VIII Kindeswohlgefährdung im Spektrum rechtlicher Rahmenbedingungen und fachlicher Einschätzung insbesondere anhand des Modells der Kurzberatung zur Risikoeinschätzung Perspektivwechsel Familiengericht: Gerichtliche Entscheidungen bei Kindeswohlgefährdung

7 Gegenstand und Verfahren zur Risikoeinschätzung Kindeswohlgefährdung Möglichkeiten des frühzeitigen Erkennens, Beurteilens und Handelns Rechtsgrundlagen und Handlungsoptionen in Fragen des Datenschutzes Grundlagenwissen zum Thema Aufsichtspflicht und Haftung Gestaltung von internen Prozessabläufen zur Abschätzung des Gefährdungsrisikos Kommunikation und Kontaktaufnahme mit den Personensorgeberechtigten Dokumentation der Entscheidungsgrundlagen (ggf. als Beweismittel) Training on the Job: Fallberatungen insbesondere zur Risikoeinschätzung Gestaltung von Auflagen und Aufträgen nach Standards Für den Erwerb des Zertifikats ist neben einer aktiven und regelmäßigen Teilnahme die Präsentation von Arbeitsergebnissen und Literaturarbeit Voraussetzung.

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