LANDKREIS REUTLINGEN PRESSE- UND KOORDINIERUNGSSTELLE

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1 LANDKREIS REUTLINGEN PRESSE- UND KOORDINIERUNGSSTELLE PRESSEMITTEILUNG Nr.: 14/2008 Superschnell ins Internet Tipps der Akademie ländlichen Raum für Ausbau der Breitband-Versorgung In unserer Informations- und Wissensgesellschaft kommt den Infrastrukturen zur Übertragung digitaler Daten eine mindestens gleich wichtige Bedeutung zu, wie den trditionellen Verkehrsverbindungen Straße und Schiene. Es ist deshalb zwingend, dem Ausbau der digitalen Infrastrukturen die gleiche Aufmerksamkeit zu widmen. Mit dieser Feststellung eröffnete Landrat Thomas Reumann kürzlich eine Informationsveranstaltung zur Breitbandversorgung im ländlichen Raum der Akademie Ländlicher Raum Baden-Württemberg, und begrüßte hierzu mehr als 60 Bürgermeister und kommunale Internet-Verantwortliche aus der Region im großen Sitzungssaal des Landratsamtes Reutlingen. Die entscheidende Voraussetzung für eine innovative Entwicklung sei die Bereitstellung leistungsfähiger Infrastrukturen zur Datenübertragung, wobei der schnelle Zugang zu Datenverbindungen nicht nur für Privatpersonen interessant sei und den Städten und Gemeinden angesichts der demographischen Entwicklung nicht gleichgültig sein dürfe, so der Landrat. In vielen Fällen entscheide die Breitbandversorgung auch darüber, ob sich Unternehmen ansiedeln, oder an ihrem Standort in einer ländlichen Gemeinde bleiben. 1

2 Den schnellen Internetverbindungen und leistungsfähigen Informationstechnologien kommt auch nach Überzeugung des Ministeriums für Ernährung und Ländlichen Raum Baden-Württemberg (MLR) eine bedeutende Rolle bei der Gewerbeansiedlung zu. Das Ministerium hat es sich daher zum Ziel gesetzt, den ländlichen Raum bei der Ausstattung mit einer modernen und leistungsfähigen Kommunikationsinfrastruktur zu beraten und zu unterstützen. Aus diesem Grund hat die Akademie Ländlicher Raum an mehreren Orten im Land Informationsveranstaltungen angeboten. Eines dieser Seminare fand nun mit mehr als 60 Teilnehmern zentral für die Region im Landratsamt Reutlingen statt. In dem Seminar vermittelten Medieninformatik-Professor Dr. Fritz Steimer und Bürgermeister Friedrich Scheerer, Vorsitzender der Clearingstelle Neue Medien im Ländlichen Raum, dass sich Investitionen in die Breitbandverkabelung schon nach wenigen Jahren amortisieren könnten und appellierten an die Seminarteilnehmerinnen und Teilnehmer, sich für die längst begonnene Zukunft zu öffnen. Es sei wichtig, alle Möglichkeiten zu nutzen, zumindest Leerrohre zu verlegen, um spätere anbieterunabhängige Anschlüsse möglich zu machen. Derzeit hätten 2/3 aller Haushalte in Baden- Württemberg einen Internetzugang mit dynamisch steigender Tendenz. Aber lediglich 60 % dieser Anschlüsse seien breitbandig, so Professor Steimer. Angesichts der dynamischen Entwicklung und der Ansprüche der Nutzer rechnet Steimer in absehbarer Zeit mit einem Verkehrsinfarkt auf den Datenleitungen, wenn nicht investiert werde. Andererseits könnten nach einer Studie durch die Möglichkeiten schneller Internetverbindungen im Web 2.0 bis bundesweit zum Jahr 2010 zusätzlich neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Das Seminar vermittelte das Handwerkszeug zur notwendigen Bedarfsabschätzung für schnelles Internet, eine Kos- 2

3 ten-nutzen-analyse sowie Erfahrungsberichte zur Netzwerkbildung. In einem Leitfaden für Kommunen wurden den Gemeinden konkrete Hilfen in rechtlichen und planerischen Fragen gegeben, wie eine besseren Breitbandversorgung des ländlichen Raums erreicht werden kann. Unterstützend helfen - etwa bei bisher erfolglos verlaufenden Verhandlungen mit Anbietern könne die Clearingstelle Neue Medien, bot dessen Vorsitzender, Bürgermeister Friedrich Scheerer an. Wichtig seien aber vor allem Gesamtkonzepte, das durchaus auch Gemeindeübergreifende Lösungen zum Inhalt haben dürfen. Solche Konzepte fänden auch finanzielle Unterstützung im Impulsprogramm des Landes, das neu aufgelegt wurde und für das laufende und kommende Jahr je 11 Mio. EURO zur Verfügung stelle. Für die Versorgung des gesamten Landes sieht Scheerer jedoch einen Bedarf von rund einer Milliarde EURO. Um die Breitbandversorgung zu beschleunigen plant das Land bei Kreis- und Landstraßenbaumaßnahmen deshalb die Baulastträger zu verpflichten, Lehrrohre zu verlegen. Funklösungen gaben die beiden Referenten nur dann eine Chance, wenn eine Verkabelung mittelfristig gänzlich ausgeschlossen ist. Die Akademie Ländlicher Raum empfiehlt aufgrund steigender Bandbreiten die Glasfaser bis zum Endkunden oder zumindest bis zum Ortskern als das leistungsfähigste und störungssicherste Medium zur Versorgung mit Internet. Diese Technik sei noch besser und moderner als das weit- aber noch längst nicht überall verbreitete DSL. Bei der Breitbandversorgung von Gemeinden stelle jedoch häufig der letzte Kilometer ein großes Problem dar. Tiefbauarbeiten speziell für den Aufbau einer Glasfaserverkabelung seien die teuerste Lösung. Deshalb sollten nach Ansicht der Akademie ab sofort bei allen auch partiellen Tiefbaumaßnahmen innerund außerorts vorsorglich kostengünstige Leerrohre verlegt werden, die später einfach mit Glasfaser bestückt werden 3

4 könnten. Dadurch werde es jedem potenziellen Anbieter ermöglicht, seine Dienstleistungen über diese Leerrohre anzubieten. FOTOS: Dem Aufbau des superschnellen Glasfaser-Internets im ländlichen Raum widmete sich eine Informationsveranstaltung im Landratsamt Reutlingen. Professor Dr. Fritz Steimer von der Hochschule Furtwangen erläutert Entwicklungspotentiale und Möglichkeiten der Breitbandversorgung. Informationen: Verteiler: Lokalmedien, Gemeinden Landkreis Reutlingen, den Pressestelle Herbert Binsch Tel.: 07121/ , Fax: Medienservice unter: > Aktuell 4

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