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1 Prof. Dr. Gabriele Taentzer Daniel Strüber Philipps-Universität Marburg Fachbereich Mathematik und Informatik Software-Praktikum Rechnerübung 01 Sommersemester April 2013 Ü b e r s ich t Heute werdet ihr euch mit Eclipse beschäftigen. Eclipse ist nicht nur eine hervorragende integrierte Entwicklungsumgebung (IDE) für Java-Programmierung im Allgemeinen, sondern auch die offizielle Standard-Entwicklungsumgebung für Android-Entwicklung. Da Eclipse viele Features hat, gibt es einen gewissen Einarbeitungsaufwand. Ihr werdet Eclipse aber schon nach einigen Tagen nicht mehr entbehren wollen. Ein Vorteil von Eclipse ist die Erweiterbarkeit via Plugins. Dies kommt uns sehr gelegen, denn ihr sollt zur besseren Unterstützung von Teamarbeit mit einem sogenannten Subversion-Server (SVN) arbeiten. Dank dem Subversive-Plugin für Eclipse ist dies sehr einfach, wie ihr später sehen werdet. Schließlich sollt ihr euch mit diversen Features und Details von Eclipse beschäftigen. Diese Aufgaben sollten als letztes bearbeitet werden und können auch gut ohne Betreuung bearbeitet werden. 1 Website der Veranstaltung Gut vorbereitet habt ihr den Inhalt der Softwarepraktikumsseite: bereits gelesen und euch ein Bookmark in Ihrem Browser darauf gesetzt. Wenn nicht, holt das nach. Denkt daran, diese Seite im Semester regelmäßig zu lesen. 2 Software Die Software, die für diese Veranstaltung benötigt wird, liegt auf den Rechnern in den beiden Übungsräumen jeweils im Verzeichnis swprak auf dem Laufwerk D:\ vor (in einigen Ausnahmen auf C:\). Laptop-Benutzer können sich die Software selbst zusammenstellen. Ihr benötigt die folgenden Komponenten: von das Android SDK, welches ein Eclipse-Paket mit Plugins und Programmierschnittstellen für die Android-Entwicklung enthält. Wir empfehlen, die 32-Bit-Version zu verwenden (gilt auch für 64-Bit-Betriebssysteme). das Subversive-Plugin für kollaboratives Arbeiten. Zur Installation, startet Eclipse und wählt: Help -> Install New Software -> Work With: Juno -> Collaboration -> Häkchen vor Subversive SVN Team Provider -> Next. Folgt den Anweisungen. Nach dem Neustart von Eclipse werdet ihr nach einem Connector gefragt. Wählt das aktuellste SVN Kit. von das Modellierungswerkzeug Topcased. Topcased liegt als separates Eclipse-Paket vor. Ihr könnt Android SDK und Topcased gut zusammen verwenden, indem ihr beide Werkzeuge auf einem gemeinsamen Workspace - letztlich ein Arbeitsverzeichnis in eurem Dateisystem - arbeiten lasst. Bestandteil der Android SDK ist der SDK Manager, mit dem ihr unterschiedliche Versionen der Android-Plattform als Entwicklungsplattform herunterladen könnt. Im Rahmen des Praktikums werden wir für die Android-Version entwickeln (Plattform-Version 15).

2 3 Hallo Welt in Eclipse Zunächst sollt ihr einen schnellen Start mit Eclipse haben. Im Wesentlichen sind dazu folgende Schritte nötig: Herunterladen, Entpacken und Starten des Android SDK, Erstellen eines neuen Projektes, Erstellen einer neuen Klasse in diesem Projekt und Ausführen dieser Klasse. Diese Schritte sind gut in folgenden Tutorial mit Screenshots beschrieben: Beachtet, dass die Oberfläche im Tutorial etwas anders aussieht als in dem von euch verwendeten auf Android spezialisierten Eclipse. Wichtig: Wenn ihr an der Uni arbeitet, gibt es leider keinen perfekten Vorschlag, wo ihr euren Workspace ablegen solltet: Wenn ihr den Workspace unter U:\ oder unter W:\ speichert, habt ihr den Workspace immer griffbereit, aber der Zugriff dauert unter Umständen lange. Wenn ihr den Workspace lokal auf D:\ ablegt, ist der Zugriff zwar schnell, allerdings müsst ihr immer an den gleichen Rechner, um arbeiten zu können. Ihr könnt den Workspace auch auf einem der Netzlaufwerke ablegen und vor jeder Sitzung auf die lokale Festplatte kopieren. Entscheidet euch für eine Lösung. 4 Optional: Java-Auffrischung Diese Übungsaufgabe dient zum Auffrischen eurer Java-Kenntnisse. Sollte dies nicht notwendig sein, springt direkt weiter zur Aufgabe 5. Palindrombildung mit Dateilesen und -schreiben: Erstellt in dem soeben erstellten Projekt eine Java-Klasse PalindromWriter. Lasst beim Erstellen die enthaltene main-methode gleich mit erzeugen. Schreibt nun in der Klasse einer Methode, die den Inhalt einer Textdatei ausliest, den Inhalt Zeichen für Zeichen herumdreht, um dann Inhalt sowie herumgedrehten Inhalt auf der Konsole auszugeben und zurück in die Datei zu schreiben. Eine Textdatei mit dem Inhalt PALINDROM soll also mit dem Inhalt PALINDROMMORDNILAP überschrieben werden. public class PalindromWriter { public static void main(string[] args) { public static void writepalindrom(string filepath) { Führt bei Bedarf weitere Methoden ein, um die Methode logisch zu unterteilen: Etwa durch Methoden für das Auslesen einer Textdatei in einen String, das Invertierten eines Strings sowie das Speichern des Strings in der Datei. Ein Beispiel für Java-Klasse, die eine Textdatei ausliest und beschreibt, findet ihr unter Testet die Methode während mit einer Beispiel-Textdatei. Ruft hierfür im Rumpf der main- Methode die writepalindrom-methode auf, wobei ihr den Pfad zur Beispieldatei als Parameter übergebt.

3 5 Subversion (SVN) und Subversive Hinweis: Bevor ihr SVN benutzt, noch ein paar Worte vorweg. Das SVN--Repository wurde mit Sorgfalt erstellt und läuft auf einem Linux-Rechner. Wenn dieser ausfällt, ist das Repository nicht verfügbar. Deswegen solltet ihr euren Code zusätzlich selber sichern bzw. dabei haben (auf dem Rechner zu Hause + USB-Stick bzw. Laptop sollten hierfür ausreichen). Solltet ihr längere Zeit keinen Zugriff auf das Repository erhalten, obwohl der Rechner erreichbar ist, wendet euch bitte an Daniel Strüber. Nun zur eigentlichen Aufgabe. Macht euch mit dem Subversive-Plugin in Eclipse vertraut: a. Bekanntmachung des Repositories in Eclipse: i. Wechselt zur SVN Repository Exploring -Perspektive: Window Open Perspective Other SVN Repository Exploring. ii. Im Kontextmenü des SVN Repositories Fensters (i.d.r. links angeordnet): New New Repository Location wählen und folgende URL eingeben: svn://unirepo.dyndns.org:8781/swprak13/gruppexy (wobei XY durch die zweistellige Gruppennummer zu ersetzen ist). Eclipse verlangt nun die Eingabe einer Benutzerkennung und eines Passworts, welche Ihr von Eurem Tutor erhalten haben solltet. b. Projekt ins Repository aufnehmen (einchecken): i. Wechselt zurück in die Java-Perspektive und selektiert das in Punkt 3 erstellte Projekt. ii. Rechte Maustaste Team Share Project SVN Repository selektieren Finish. Tragt eine Beschreibung ein z.b. Erstes Einchecken der Quellen Finish Hinweis: Tragt möglichst immer eine Beschreibung ein, wenn ihr Dateien ins Repository einfügt oder aktualisiert. Das erleichtert den Gruppenmitgliedern die Nachverfolgbarkeit. c. Projekt aus dem Repository auschecken: i. Wechselt zur SVN Repository Exploring -Perspektive: Repository selektieren gewünschtes Verzeichnis selektieren ( buggy ) Check out Hinweis zu sonstigen SVN-Menüeinträgen: - Update: aktualisiert den lokalen Stand mit dem Stand im Repository, falls dieser aktueller/neuer ist. Dieser Vorgang wird im Allgemeinen Auschecken genannt. - Revert: lädt die letzte aktuelle Version einer Datei/eines Verzeichnisses aus dem Repository herunter, d.h. die lokalen Änderungen werden rückgängig gemacht. - Lock: Exklusiver schreibender Zugriff, bis ein Unlock durchgeführt wurde. - Disconnect: Entfernt die Verbindung der Datei/ des Verzeichnisses zum Repository. Änderungen werden danach nicht mehr mit dem Repository abgeglichen. - Add to Version Control: Neue Dateien innerhalb eines SVN-verwalteten Projektes werden damit in das Repository aufgenommen. - Add to svn:ignore: Fügt der Liste der zu ignorierenden Dateien/Verzeichnisse das selektierte Element hinzu, d.h. es wird generell beim Einchecken/Auschecken ignoriert. 6 Arbeiten mit Eclipse Macht euch mit unterschiedlichen Features, Perspektiven und Views von Eclipse vertraut. Verwendet für die folgenden Teilübungen das Projekt buggy, welches ihr in der vorherigen Aufgabe aus Ihrem Repository ausgecheckt habt. a. Java-Perspektive. Findet heraus, wie ihr zwischen einer hierarchischen und flachen Darstellung der Packages wechselt.

4 b. Java- Perspektive. Das Projekt enthält leider viele Fehler. Findet heraus, wie innerhalb der Problems-View nur Fehlermeldungen aus einer Datei bzw. des aktuellen Projektes anzeigt werden. c. In Eclipse kann man viele Einstellungen tätigen. Findet im Menüpunkt Window Preferences Möglichkeiten, um folgendes zu tun: i. Im Editor sollen die Zeilennummern eingeblendet werden. ii. Beim Erstellen einer neuen Java-Klasse soll automatisch ihr Name im Kopf der Datei als Kommentar erscheinen. Wie könnt ihr einen anderen Java-Compiler auswählen? iv. Schaut euch noch etwas weiter um, welche Einstellungsmöglichkeiten bereit stehen. d. Debugger. Im Package f1.f11 befindet sich die Klasse Fibonacci, mittels der ihr euch in den Debugger einarbeiten sollt. Beseitigt die Fehler in der Klasse. Macht euch dabei mit der Debug- und Variables-View in der Debug-Perspektive vertraut. Das Tutorial unter sowie nachfolgende Anregungen könnt Ihr als Hilfestellungen verwenden: i. Setzt ein paar Breakpoints im Code (Rechtsklick an den linken Rand vor dem Code Toggle Breakpoint). Startet den Debugger und macht euch mit den Schaltflächen Resume, Step next, Step into, Step return in der Debug-View vertraut. ii. Setzt einen Breakpoint in einer Methode. Wenn der Debugger dort ankommt, könnt in der Debug-View den Status von den Variablen im Kontext jeder gerade aufgerufenen Methode beobachten. Wechselt den Kontext und beobachtet, wie sich die Variablen in der Variables-View entsprechend verändern. Mit den ersten beiden Punkten und der Tatsache, dass veränderte Variablen in der Variables-View farblich hervorgehoben werden, könnt ihr Programme stufenweise ausführen und überwachen. Dies sollte zum Finden der Fehler reichen. e. Beseitigt die Fehler in den übrigen Dateien. Schaut euch den Code an und überprüft, was Eclipse euch zur Fehlerkorrektur vorschlägt (Linksklick auf den Fehlerpunkt). f. Checkt die berichtigten Klassen ins Repository ein: i. Rechte Maustaste auf die Datei/Projekt/Ordner Team Synchronize with Repository Wechsel in die Team Synchronisation -Perspektive zulassen. ii. In der neuen Perspektive können die Unterschiede der lokalen Dateien zu den Dateien im Repository begutachtet werden. Dazu muss jeweils auf die entsprechende Datei im Synchronize-View (links) geklickt werden. Verschiedene Möglichkeiten stehen nun im Kontextmenü für Dateien/Projekte etc. zur Verfügung: Update: aktualisiert den lokalen Stand mit dem Stand im Repository, falls dieser aktueller/neuer ist. Dieser Vorgang wird im Allgemeinen Auschecken genannt. Revert: lädt die letzte aktuelle Version einer Datei/eines Verzeichnisses aus dem Repository herunter, d.h. die lokalen Änderungen werden rückgängig gemacht. Commit: Die Änderungen werden in das Repository übertragen.

5 7 Zeit sparen mit Eclipse Folgende Funktionalität solltet ihr berücksichtigen sie erspart euch eventuell eine Menge Zeit: Eclipse bietet Möglichkeiten an, mit denen Ihr erreichen könnt, dass die public static void main(string[] args)-methode automatisch generiert wird. zu implementierende Interfaces ausgewählt werden, die dann bereits vorimplementiert sind. bei Vererbung die Oberklasse ausgewählt werden kann. Erstellt eine Java Klasse EasyBean mit 10 Membervariablen a,..., j mit unterschiedlichen primitiven Typen (int, char, float...). Die Aufgabe ist es, für alle diese Variablen Getterund Setter Methoden zu erstellen. Bevor ihr euch die Finger wund tippt, probiert Folgendes aus: Rechtsklick (für Kontextmenü) Source -> Generate Getters and Setters. EasyBean soll nun einen Konstruktor erhalten, der alle Membervariablen initialisiert. Sucht eine schnelle Lösung hierfür, die analog zu (a) funktioniert. Schaut euch auch die anderen Optionen im Kontextmenü unter Source an. Benennt die Membervariable a in z um. Markieren dazu die Variable a und verwendet im Kontextmenü Refactor Rename bzw. Strg+Shift+R. Ähnlich solltet ihr Methoden und Klassen umbenennen. Findet die Bedeutung der Tastenkombination Strg+Leertaste heraus. Schreibt dazu den Anfang einer Java-Anweisung (z.b. System.out.pr) und drückt die Tastenkombination. Probiert auch folgende Abkürzungen in Verbindung mit der Tastenkombination aus: syso, for, try, if. Markiert ein paar Zeilen Java-Code und drückt Strg+7 bzw. Strg+Shift+C. 8 Softwaretechnik Forum Auf der Veranstaltungsseite ist das Softwaretechnik-Forum verlinkt. Falls nicht bereits getan, registriert euch dort und fügt euch der Gruppe SwPrak13 Teilnehmer hinzu. Dort könnt ihr Fragen stellen, Probleme gruppenübergreifend diskutieren bzw. Lösungen zu bereits diskutierten Problemen lesen.

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