Medizin in der Dritten Welt Basishygiene

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1 Medizin in der Dritten Welt Basishygiene Univ. Prof. Dr. W. Sixl Geomedizinische Forschungsstelle Institut für Hygiene Medizinische Universität Graz Projekt: Direkte Entwicklungshilfe ( /2005) dzt.: Büro- Attemsgasse A 8010 Graz Teil 2

2 Ländliche Regionen Ländliche Entwicklung ist ein Schlüsselelement für die Bekämpfung des Hungers Ausbau der Infrastruktur und Unterstützung der Kleinbauern Durch großflächigen Anbau von Exportpflanzen werden Bauern vertrieben und dadurch gehindert sich und ihre Familien selbst zu ernähren z.b. Guatemala, wo Kleinbauern durch die Großgrundbesitzer von ihren kleinen Feldern verdrängt werden. Als wichtig haben sich Investitionen in sauberes Trinkwasser für ländliche Gemeinden erwiesen; Kinder und Frauen gehen täglich weite Strecken um Trinkwasser zu holen- Zeit, die für produktive Arbeit genützt werden könnte und die Kinder versäumen die Schule; zusätzlich wichtig ist die Gewinnung von Regenwasser, die Kontrolle von Abwasser und Müll und die Errichtung geeigneter Sanitärer Anlagen; die Ausstattung und das Betreiben von Gesundheitsstationen erweist sich als besonders wichtig. Bildung ist eine Investition in die Zukunft: derzeit hungern 923 Millionen Menschen und weltweit gibt es rund 780 Millionen Analphabeten; Bildungsarmut und Hunger konzentriert sich in ländlichen Regionen; Bildung als Schlüssel zur Reduzierung der Armut; Bildung besonders von Mädchen und Frauen als eine Voraussetzung für Anerkennung, Gesundheit, Produktionssteigerung, Teilnahme an der Gesellschaft und an der Demokratisierung. Alle Hilfe muss in Direkter Zusammenarbeit und durch die Anforderung der Betroffenen an Ort und in Anwesenheit der Helfer an Ort geschehen.

3 Flüchtlingslager UNHCR: Weltflüchtlings-Statistik 2007 Daten aus 151 Ländern- wegen Hunger, Krieg, Gewalt und Naturkatastrophen 16 Millionen Flüchtlinge und Menschen in ähnlichen Situationen 26 Millionen Binnenflüchtlinge ( Internally Displaced People/IDP ) Menschen auf der Flucht:75% sind Frauen und Kinder Herkunftsländer: z.b. Afghanistan 3.o6Mio, Irak 2.31Mio, Kolumbien , Sudan 523.o32, Somalia , Burundi , Kongo , Vietnam , Türkei ,Eritrea Wichtigste Aufnahmeländer: Pakistan, Syrien, Iran, Deutschland, Jordanien, Tansanien, China, Großbritannien, Tschad, USA

4 Müllmenschen Menschen, die von, in und mit dem Müll leben, den sie sammeln, selbst verwerten, recyceln oder verkaufen: Nahrung, Plastik, Papier, Stoffe, Metall, Glas ca 60% Biomüll Müllmenschen meist aus ländlicher Region in Großstädten aller Kontinente/z.B.: Kambodscha- Phnom Penh Philippinen- Manila, Quezon, Cebu Mexico- Mexico City (Pepenadores) Nicaragua-Managua Guatemala-Guatemalacity Brasilien-Porto Alegro Ägypten-Kairo (Zabaleens) Lebenserwartung:50 Jahre und weniger wegen Infektionen, Verletzungen, etc 1990 waren Schätzungen-920 Mio. Slumbewohner in verschiedenen Ländern, dzt 1.2 Milliarden Mexico, Nicaragua, Guatemala, Ägypten waren Basis-Hygiene-Projekte

5 Armenviertel-Slums UN-HABITAT definiert den Begriff Slum als Siedlung, in der Einwohner in unzumutbaren Unterkünften ohne grundlegende Versorgungs-Einrichtung leben. Slumbewohner leben ohne Eigentumsrechte, ohne Zugang zu sauberen Trinkwasser, ohne Zugang zu sanitären Einrichtungen und ohne ausreichend Wohnraum Als Slums bzw Elendsviertel werden in der Türkei die Gecekondu, im Mittleren Osten die Compounds, in Argentinien die Marginalsiedlungen oder Villa Miseria, in Brasilien die Favelas oder Invasoes, in Ecuador die Invasiones oder Guasmos, in Peru die Barriadas, in Afrika die Bidonvilles oder Shanty Towns und auf den Philippinen die Tondos bezeichnet. Weltweit leben mehr als 1 Milliarde Menschen in Slums Slums sind durch hohe Armuts- und Arbeitslosenraten gekennzeichnetauch soziale Probleme wie Kriminalität, Drogenmissbrauch und Alkoholismus, schlechte sanitäre Bedingungen Slums führen zu Ghettos (Ghettoisierung von Stadtteilen)

6 Minderheiten-Ureinwohner am Beispiel INDIEN Adivasi (Ureinwohner) als Selbstbezeichnung der indigenen Bevölkerung Indiens. Adivasi bedeutet erste Siedler und werden als tribals (Stammesvölker) bezeichnet Keine homogene Bevölkerungsgruppe - sondern bestimmten Tribes zugehörig Die meisten Adivasi- Gemeinschaften sind im Ackerbau, Viehhaltung und Handwerk tätig. Mit den unberührbaren Kasten (Dalits) gehören die Adivasi zu den Ärmsten in Indien. Dalits bedeutet unterdrückt oder zerbrochen ; Dalits leben in Indien, Nepal und Sri Lanka. Dalits - Frauen sind diskriminiert wegen der sozialen Stellung, Hautfarbe und des Geschlechtes und sind körperlicher Gewalt und Missbrauch ausgesetzt. Ca 8% der Bevölkerung sind Adivasi - 16,2 % der indischen Bevölkerung sind Dalits. Adivasi stellen den größten Anteil an der Indigenen Weltbevölkerung von 220 Millionen. People of India - ein Forschungsprojekt hat 635 verschiedene Gruppen erfasst 95% leben auf dem Land, überwiegend in abgelegen Berg- und Waldgebieten Adivasi sind traditionelle Jäger, Sammler, Viehzüchter und Brandrodungs- Feldbauern. Sie leben von natürlichen Ressourcen und gehen entsprechend schonend damit um. Von den Zuwanderern, später von der Britischen Kolonialmacht und heute von der indischen Regierung werden die Ureinwohner vertrieben, in ihren Rechten unterdrückt und ausgebeutet. 10 Millionen Adivasi leben mittlerweile in Slums und mehrere Millionen sind in Schuldknechtschaft geraten. Viele Adivasi haben sich in Wälder zurückgezogen

7 Kairo, Ägypten Basishygieneprojekt Mülldeponien

8 Die Zabbalin - Müllsammler von Kairo 80 Tonnen Müll pro Tag werden gesammelt und verarbeitet Die Zabbalin nennen sich gyptios - bedeutet Ureinwohner Ägyptens Die Muslime nennen sie gins farauni - von den Pharaonen abstammend Allgemein als Garbage people bezeichnet man vor allem Koptische Christen Esbet en Nakhl---- eine Müllhalde mit ca Menschen Kein Strom und keine Wasserleitung, Grundwasser als Trinkwasser ist verseucht durch Schadstoffe des verwesenden Mülls, Abfälle aus Kliniken, sowie durch Verbrennungsrückstände, Fäkalien der Haustierhaltung, Die Lebenserwartung der Zabbalin ist wesentlich niedriger, mit zahlreichen gesundheitlichen Risiken; insgesamt gibt es bis Zabbalin auf verschiedenen Müllplätzen in Kairo. Hauptbestandteil des gesammelten Mülls: 60%Organischer Abfall,10%Papier,12% Plastik, 3%Glas,2%Metall,2%Textilien,11% Sonstiges

9 Aufsammeln der Abfälle in den Straßen von Kairo Material-Recycling von Abfällen Dr.Adel- Arzt der Müllmenschen Tagesablauf bei den Müllmenschen

10 Begrüßung durch Müll-Kinder Kinderzimmer am Müllplatz Bearbeitung von Blechdosen Tagesablauf bei den Müllmenschen

11 Frauen und Kinder bei der Recycling-Arbeit

12 RECYCLING VON TIERKADAVER

13 Sammeln von verschiedenen Medikamenten aus dem Müll zur Wiederverwendung

14 Trinkwasserbrunnen Schweinehaltung

15 Wohnraum mit Wanderratten

16 Trinkwasser-Aufbewahrung Gasthaus Männer und Frauen bei der Arbeit Fliegenbekämpfung durch Spinnen im Wohnraum

17 Küche Schlafraum

18 Trockenmilch als Säuglingsnahrung

19 Rehydrierung eines Mädchens Trinkwasserverkauf auf der Mülldeponie

Flüchtlinge* Flüchtlinge * Nach Herkunftsstaaten in abso Nach Herkunftsstaaten in abso luten Zahlen, Ende 2008 luten Zahlen, Ende 2008

Flüchtlinge* Flüchtlinge * Nach Herkunftsstaaten in abso Nach Herkunftsstaaten in abso luten Zahlen, Ende 2008 luten Zahlen, Ende 2008 Flüchtlinge * Nach Herkunftsstaaten in absoluten in Zahlen, Zahlen, Ende 2008 Ende 2008 Flüchtlinge nach Herkunftsstaaten, in abs. Zahlen Afghanistan 2.833.100 Irak ** 1.903.500 Somalia 561.200 Sudan 419.200

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