Bibliographieren. Sekundärliteratur. Internet

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1 Bibliographieren Sekundärliteratur Zugang zu Sekundärliteratur findest du über Bibliographien, über die Literaturverzeichnisse wissenschaftlicher Werke und über die grossen Lexika, insbesondere auch Speziallexika. Wenn immer möglich solltest du dir die neuesten Publikationen beschaffen. Notizen, in denen frei und eher vage festgehalten ist, was du gelesen hast, nützen in der Regel wenig. Es lohnt sich, wichtige Passagen genau abzuschreiben oder zu kopieren. In jedem Fall musst du dir notieren, wo die Textstellen zu finden sind. Du ersparst dir damit viel mühselige Sucharbeit für den Fall, dass du das Zitat nachher brauchst. Wenn du nämlich später einen Ausschnitt in deiner Arbeit zitierst, musst du genau angeben, wo du ihn gefunden hast. Internet Es gibt verschiedenste Wege, wie man im Internet zu Informationen kommen kann. Grundsätzlich gibt es etwa folgende Möglichkeiten für eine gezielte Suche: - Kataloge sind nach Themen geordnete Sammlungen von Links, z. B.: Diese sind geeignet für breite Themen, z. B. «Kuba». - Suchmaschinen finden Begriffe, die in Texten vorkommen, bekannt ist z. B. Sie sind gut für seltene Begriffe und für Begriffskombinationen, z. B. «Zöliakie» oder kombinierte Suche nach «Zöliakie» und «Getreide». - Archive, z. B. von Zeitungen wie «Tages-Anzeiger» (http://tagesanzeiger.ch), sind ideal für Aktualitäten. Allerdings kann das Benützen von Artikeln kostenpflichtig sein. - Newsgroups sind Diskussionsforen im Internet, die sich bestimmten Themen

2 widmen. Hier kannst du dich mit etwas Glück mit Fachleuten aus aller Welt über Aspekte deiner Arbeit austauschen. Wenn du Pech hast, findest du nur Blabla. Eine Spezialform davon sind die Mailing-Listen. Hier erhält man die neusten Mitteilungen jeweils per zugeschickt. Listen-Verzeichnisse informieren über vorhandene Mailing-Listen, z. B. «Publicly Accessible Mailing Lists» (http://paml.net/). - Du kannst auch s an die Betreuer (Master) von Websites schicken und sie um weitere Auskünfte bitten. Schreibst du z. B. eine Arbeit über den Hörspiel-Detektiv «Philip Maloney», so kannst du über die Homepage direkt in Kontakt treten mit dem Autor Roger Graf: Eine gute Einführung in Suchstrategien im Netz gibt die Broschüre «Wellenreiten auf der Daten-Autobahn», die bei bezogen werden kann. Dort findest du auch Übungen. Kataloge und Suchmaschinen informieren ausserdem auf ihren Sites über ihre speziellen erweiterten Suchmöglichkeiten, die sie anbieten. Quellenkritik im Internet Das Internet ist im Vergleich zu den Printmedien anonymer. Deshalb muss bei der Verwendung von Informationen aus dem Web Folgendes beachtet werden: - Höchste Vorsicht ist bei Webseiten geboten, die von Privatleuten oder unbekannten Organisationen veröffentlicht werden! Auf die Verwendung solcher Quellen sollte im Zweifelsfall verzichtet werden. Das Gleiche gilt für Informationen aus Newsgroups. - Eventuell lohnt es sich, mit dem Webmaster einer solchen Seite per Kontakt aufzunehmen, um die Zuverlässigkeit der Angaben sicherzustellen. - Quellenkritisch relativ einfach einzuschätzen sind dagegen Homepages internationaler Organisationen und von Regierungsstellen.

3 Zitieren In einer wissenschaftliche Arbeit gilt der Grundsatz, dass die Autorin/der Autor für alles verantwortlich ist, was sie/er schreibt. Im Falle der Maturaarbeit bist du der Autor oder die Autorin deiner (einfachen) wissenschaftlichen Arbeit. Übernimmst du Ideen, Definitionen, Gedanken, Abbildungen oder Zahlen aus anderen Büchern oder aus dem Internet, so musst du immer Verweise auf deine Informationsquellen einfügen. Dies gilt auch, wenn du nicht wörtlich zitierst sondern nur Gedanken oder Zahlen übernimmst. Mit dem Verweis ist der Autor der Informationsquelle verantwortlich für eine (möglicherweise falsche) Angabe, du bist entlastet. Übernimmst du Informationen aus anderen Werken ohne Quellenangabe, so gibst du fremde Arbeiten als deine eigenen aus. Dies ist Betrug und ein möglicher Grund, warum Maturitätsarbeiten abgelehnt werden können (Plagiatsfall). Beachte beim Zitieren folgende Grundsätze: 1. Als Zitate gelten die wörtliche Übernahme einer Wendung, eines Satzes oder eines längeren Abschnitts sowie die mündliche Aussage eines anderen Autors. 2. Zitate werden, damit sie als solche erkennbar sind, in Anführungszeichen gesetzt. 3. Zeichensetzung und Rechtschreibung, auch Hervorhebung und Kursivdruck, müssen dabei unverändert wiedergegeben werden. 4. Manchmal sind Kürzungen nötig. Diese werden durch drei Punkte in eckigen Klammern [...] gekennzeichnet. 5. Für das Verständnis notwendige Ergänzungen stehen in eckigen Klammern. Beispiel: «Wollen Sie [Albert] mir wohl zu einer vorhabenden Reise Ihre Pistolen leihen?»

4 Zitieren aus dem Internet Wie jedes Zitat muss auch ein Zitat aus dem Internet überprüfbar sein. Es stellen sich besondere Schwierigkeiten, da Internetseiten oft kurzlebig sind. Folgende Angaben sind nötig: - Name des Autors oder der Autorin, des Herausgebers oder der Herausgeberin der Quelle (falls verfügbar) - Titel und/oder Name der Datenbank - Zitierdatum [Stand] und genaue Adresse der Seite Beachte: Auf jeden Fall musst du der Fachlehrkraft auch nach Abschluss der Arbeit Einen Ausdruck oder eine Diskette mit Kopien der verwendeten Seiten zur Verfügung stellen können. Literaturverzeichnis Im Literaturverzeichnis macht man zu den einzelnen benützten Werken immer folgende Angaben: - Autor bzw. Autoren / Herausgeber (mit dem Vermerk Hg.) - Titel des Werkes - Erscheinungsort - Erscheinungsjahr Beispiel: Meier, Hans: Einführung in die englische Sprachwissenschaft, Zürich 1990 Unter Umständen muss man zusätzlich angeben: - den Titel der Reihe oder Zeitschrift, in welcher der Text erschien - den Verlag (bei Werken, die sonst schwer zu finden sind) - die Auflage (sofern es nicht die erste ist), z.b.: Wird der Verlag angegeben, erfolgen die Angaben in dieser Reihenfolge: Mannheim/Wien/Zürich: Dudenverlag 1990.

5 Checkliste zur Überprüfung von Websites Wer veröffentlicht die Site? Manchmal geht dies aus dem Namen der Site hervor, aber auch hinter einem vermeintlich bekannten Namen kann sich jemand anderes verstecken. Im Zweifelsfall kann man dies auf einer "whois"-domain nachprüfen - oder unter Ist diese Homepage privat, gehört sie einer öffentlichen Institution oder einer Firma? Wer unterhält den Server? Ist es ein Provider oder der Herausgeber der Site? In welchem Umfeld die Website publiziert wird, kann man oft durch das schrittweise Kürzen der Adresse herausfinden. Einen gewissen Hinweis können auch die Anzahl und die Standorte der Links geben, die zu dieser Website führen. "Google" (www.google.com) ist eine Maschine, die nicht nur die Anzahl der Links zusammenzählt, sondern sie auch bewertet. So zählt ein Link auf der Site einer Universität mehr als auf einer privaten Homepage. Es ist natürlich auch möglich, die (URL-)Adresse der Website bei einer Suchmaschine einzugeben, um zu sehen, auf welchen Sites mit Links auf diese Website verwiesen wird. Welche Links sind auf dieser Website aufgeführt? Werden auf der Website Referenzen angegeben? Gibt es regelmässig Updates der Site? Kümmert sich jemand um die Website oder wird sie vernachlässigt? Es gibt auch Websites, die seit Jahren "klinisch tot" sind, weil sie nicht unterhalten werden. Quellenkritik herkömmlicher Art - Welche Einstellung hat der Autor? Woran zeigt sich seine Tendenz? - Was wollen die Herausgeber / der Autor mit der Website bewirken? - Gibt es falsche Fakten? Kann man die richtigen herausfinden? - Schreiben andere über das gleiche Thema? Welches ist ihre Meinung? - Wird das Thema kontrovers behandelt? - Werden wesentliche Fakten zu diesem Thema nicht genannt? - Gibt es Quellen zu diesem Thema, die für diese Website nicht gebraucht worden sind? - Ist der Text logisch und widerspruchsfrei? - In welchem Stil ist die Aussage gehalten? - Sind Quellen und Autoren angegeben? Können die angegebenen Quellen gefunden werden? - etc. Achtung: Eine Website, die professionell aussieht, enthält nicht automatisch verlässliche Informationen!

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