SuedLink. Die Hauptschlagader der Energiewende. Eine sichere Stromversorgung im Zeitalter der erneuerbaren Energien

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1 SuedLink Die Hauptschlagader der Energiewende Eine sichere Stromversorgung im Zeitalter der erneuerbaren Energien

2 Herausforderung Energiewende Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die erneuerbaren Energien im Jahr 2050 mindestens 80 Prozent der Stromversorgung abdecken. Die hierzu nötigen Erzeugungskapazitäten werden allerdings vor allem im Norden Deutschlands aufgebaut, etwa durch Windkraftanlagen an der Küste und auf See, während die großen Verbrauchszentren im Süden von Deutschland liegen. Das dadurch entstehende Nord-Süd-Gefälle gefährdet die Versorgungssicherheit in Deutschland sofern nicht rechtzeitig für den Ausbau der Übertragungsnetze gesorgt wird. Der Netzausbau ist daher ein zentraler Erfolgsfaktor für das Gelingen der Energiewende. Mehr noch: Das Tempo des Netzausbaus bestimmt letztlich auch das Tempo der Energiewende. Gemeinsame Bedarfsermittlung: Szenariorahmen und Netzentwicklungsplan Um den notwendigen Netzausbau bundesweit zu koordinieren, wurde im Jahr 2011 ein neues Verfahren zur Bedarfsermittlung gesetzlich verankert. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW entwerfen jährlich gemeinsam einen Szenariorahmen sowie darauf aufbauend einen Netzentwicklungsplan. Im ersten Netzentwicklungsplan 2012 zeigte sich ein deutlicher Nord-Süd-Transportbedarf von den Erzeugungsstandorten zu den Verbrauchszentren. Auch 2013 setzte sich dieser Trend fort. Laut Netzentwicklungsplan 2013 müssen in den nächsten zehn Jahren km Wechselstromverbindungen und km Gleichstromverbindungen neu gebaut werden. Der Szenariorahmen umfasst die wahrscheinlichen Entwicklungen der deutschen Energielandschaft für die folgenden zehn Jahre. Bereits in dieser sehr frühen Phase der Bedarfsermittlung ist die Öffentlichkeit intensiv in die Diskussion eingebunden, deren Ergebnisse im Szenariorahmen berücksichtigt werden. Darauf aufbauend erstellen die Übertragungsnetzbetreiber den Netzentwicklungsplan. Dieser beschreibt die Um- und Ausbaumaßnahmen, die notwendig sind, um den prognostizierten Anforderungen in zehn Jahren gerecht zu werden. Im Rahmen einer öffentlichen Konsultation hat auch in dieser Phase die interessierte Öffentlichkeit die Möglichkeit, ihre Anliegen zu äußern, bevor die Übertragungsnetzbetreiber den Netzentwicklungsplan zur Prüfung an die zuständige Bundesbehörde, die Bundesnetzagentur, übermitteln. Sowohl Szenariorahmen als auch Netzentwicklungsplan werden jährlich durchgeführt und berücksichtigen damit die aktuellen Entwicklungen zur Energieerzeugung und zum Energieverbrauch in Deutschland. Wie notwendig der deutsche Netzausbau ist, verdeutlichen die aktuellen Prognosen für Windenergie: So wird allein das Bundesland Schleswig-Holstein laut Netzentwicklungsplan Strom bis 2023 eine Einspeisung von 6,8 GW aus Onshore- Windenergie erzielen. Hinzu kommen zusätzliche Windenergiekapazitäten in der Nord- und Ostsee. Das Gefälle zwischen Stromangebot und Stromnachfrage wird noch verschärft, wenn zusätzliche Kernkraftwerke in Bayern und Baden-Württemberg vom Netz gehen. Insgesamt fällt durch die Abschaltung weiterer Kernkraftwerke in Süddeutschland eine Erzeugungskapazität von 8,39 GW bis 2022 weg. Bayern, Baden-Württemberg und Hessen werden im Jahr 2023 ca. 30 Prozent ihres Jahresverbrauchs importieren müssen.

3 Szenario Energiewende Energiebilanzen nach Bundesländern HGÜ-Leitungen überbrücken das wachsende Nord-Süd-Gefälle Kernkraftwerk weitere HGÜ-Leitungen SuedLink NordLink Ungleichgewicht Im Norden wird viel mehr Energie erzeugt als verbraucht. Im Süden herrscht dagegen seit der Abschaltung der ersten Kernkraft werke ein Energiedefi zit. Dieses Nord-Süd- Gefälle wird sich in den nächsten Jahren weiter vergrößern. Anbindung von Offshore-Windparks Windparks auf See TenneT-Netzgebiet Energiebilanz nach Bundesländern Eine Prognose für installierte Erzeugungsleistung Energieverbrauch Quelle: NEP 2013, eigene Darstellung Neue Wege im Planungsrecht: Bundesbedarfsplangesetz Um den Bedarf der einzelnen Netzausbaumaßnahmen gesetzlich zu verankern, ist im Juli 2013 ein weiteres Instrument zur Koordinierung des Netzausbaus in Kraft getreten: Das Bundesbedarfsplangesetz. Mindestens alle drei Jahre übermittelt die Bundesnetzagentur den bestätigten Netzentwicklungsplan an die Bundesregierung, die ihrerseits dazu verpfl ichtet ist, dem Bundesgesetzgeber einen Entwurf zum Bundesbedarfsplan zur Abstimmung vorzulegen. Mit Erlass des entsprechenden Bundesbedarfsplangesetzes ist die energiewirtschaftliche Notwendigkeit der entsprechenden Leitungsbauprojekte verbindlich festgestellt.

4 SuedLink: Voraussetzung für eine sichere und zuverlässige Stromversorgung Im Netzentwicklungsplan 2012 und 2013 haben die Übertragungsnetzbetreiber vier leistungsstarke Nord-Süd-Verbindungen zur Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung (HGÜ) vorgeschlagen. Bei der HGÜ-Technologie handelt es sich um ein Verfahren zur besonders effizienten, verlustarmen Übertragung von elektrischer Energie auf langen Strecken. SuedLink ein Gemeinschaftsprojekt von TenneT und TransnetBW ist eine dieser vier HGÜ-Verbindungen von Nord nach Süd. Das Netzausbauprojekt besteht derzeit aus zwei Vorhaben und wurde als Nr. 3 BrunsbüttelGroßgartach und Nr. 4 Wilster-Grafenrheinfeld in den Bundesbedarfsplan aufgenommen. Damit hat der Gesetz geber die energiewirtschaftliche Notwendigkeit von SuedLink verbindlich festgestellt. Durch seine zentrale Lage und die ausgedehnte Länge ist SuedLink das wichtigste Infrastrukturprojekt der Energiewende. Er schafft dabei nicht nur die notwendigen Kapazitäten für den Transport von Windstrom aus dem Norden, der in Süddeutschland dringend benötigt wird. Die Anschlusspunkte wurden strategisch so gewählt, dass der lokale Ausbaubedarf des 380-kV-Netzes minimiert wird. Über das rund um die Anschlusspunkte bereits existierende Stromnetz sammelt SuedLink den erneuerbaren Strom im Norden ein und transportiert ihn in den Süden. Dort wird der Strom mit Hilfe des schon bestehenden Netzes weiter an die Verbraucher verteilt. SuedLink leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die weitere Integration des europäischen E nergiemarktes. So soll die Austauschkapazität von Deutschland mit den s kandinavischen Ländern Norwegen, Dänemark und Schweden bis 2023 auf bis zu 4,5 GW gesteigert werden. Durch entsprechende Seeverbindungen soll die Möglichkeit geschaffen werden, dass erneuerbarer Strom, der aktuell in Deutschland nicht verwendet werden kann, beispielsweise in Norwegen gespeichert werden kann. Umgekehrt kann Deutschland bei einem erhöhten Strombedarf auf skandi navische Energie quellen zurückgreifen. Seekabel wie der geplante NordLink, der Schleswig-Holstein und Norwegen verbinden soll, reichen allein aber nicht aus. Sie müssen durch den Ausbau der Strominfrastruktur auf dem Festland ergänzt werden, die die elektrische Energie weiter transportiert durch Projekte wie SuedLink. Dies hat die EU-Kommission gewürdigt, indem sie das Infrastrukturprojekt in die Liste der Projekte von g emeinsamem Interesse aufgenommen hat. Das Vorverfahren zur Bundesfachplanung für die Verbindung Wilster-Grafenrheinfeld soll nach derzeitigen Planungen noch in diesem Jahr eingeleitet werden; das zweite Vorhaben von Brunsbüttel nach Großgartach soll im Anschluss zeitnah folgen. Die Unternehmen gehen davon aus, die Bundesfachplanung bis 2016/17 abzuschließen. Im Anschluss beginnt das Planfeststellungsverfahren. Mit SuedLink, der über seine bislang bestätigten zwei Verbindungen eine Leistung von insgesamt 4 GW t ransportieren kann, wird eines der wichtigsten Ausbauprojekte im Rahmen der Energie wende auf den Weg gebracht. Eine v erantwortungsvolle Aufgabe, der sich TenneT und T ransnetbw mit einer früh zeitigen, breiten und transparenten öffentlichen Beteiligung stellen möchten.

5 Haben Sie noch Fragen oder möchten weitergehende Informationen? Wenden Sie sich bitte direkt an das SuedLink-Team von TenneT. TenneT TSO GmbH SuedLink Bernecker Straße Bayreuth T +49 (0) F +49 (0) E TenneT TSO GmbH Nichts aus dieser Ausgabe darf ohne ausdrückliche Zustimmung der TenneT TSO GmbH vervielfältigt oder auf irgendeine andere Weise veröffentlicht werden. Aus dem Inhalt des vorliegenden Dokuments können keine Rechte abgeleitet werden. April 2014 TenneT TSO GmbH Bernecker Straße 70, Bayreuth Deutschland Telefon + 49 (0) Fax + 49 (0)

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