Daten und Fakten zur. Windkraft. Ergänzung 2006 zum Windreport der E.ON Netz GmbH

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1 06-143_Windreport_D-korr :24 Uhr Seite 1 Daten und Fakten zur Windkraft Ergänzung 2006 zum Windreport der E.ON Netz GmbH

2 Inhalt 3 Installierte und eingespeiste Windkraftleistung im Jahr Windstromproduktion EEG-Einspeisevergütung 6 Windkraftbedingter Netzausbau 7 Öffentliche Debatte: Kabel versus Freileitung

3 3 Installierte und eingespeiste Windkraftleistung im Jahr 2005 Anlagenzubau setzt sich fort Der Windkraft-Zubau in Deutschland hat sich auch 2005 fortgesetzt. Insgesamt waren Ende 2005 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von rund MW am Netz im Vergleich zum Vorjahr ein Plus von ca. 12 %. Damit ist Deutschland weiterhin weltweiter Windkraft-Spitzenreiter. Aufgrund des unterdurchschnittlichen Windaufkommens nahm im Jahr 2005 die eingespeiste Windstrommenge nur geringfügig um 1,5 % zu. Mit fast MW war nach wie vor der größte Teil der deutschen Windkraftanlagen (41 %) in der Regelzone von E.ON Netz installiert. Grafik 1 Windkraftboom in Deutschland Insgesamt installierte Windenergieleistung (Quellen: ISET, E.ON Netz) in MW Regelzone E.ON Netz übrige Regelzonen Im Jahr 2005 betrug die maximale Windkrafteinspeisung in der Regelzone von E.ON Netz MW sie wurde am 15. Dezember um 9:00 Uhr erreicht. Am 27. Mai 2005 lag die Erzeugungsleistung um 12:15 Uhr dagegen bei nur 8 MW der niedrigste Wert des Jahres. Die durchschnittliche Einspeiseleistung der Windkraftanlagen in der Regelzone betrug MW rund 18 % der im Jahresmittel installierten Leistung. Installierte und eingespeiste Windkraftleistung Installierte Windkraftleistung in Deutschland MW * davon Regelzone E.ON Netz MW * Durchschnittlich eingespeiste Windkraftleistung MW in Regelzone E.ON Netz im Jahr 2005 Höchste eingespeiste Windkraftleistung MW in Regelzone E.ON Netz im Jahr 2005 (am , 9:00 Uhr) Geringste eingespeiste Windkraftleistung 8 MW in Regelzone E.ON Netz im Jahr 2005 (am , 12:15 Uhr) * Quelle: Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) Stand:

4 4 Windstromproduktion 2005 Windstromerzeugung etwa auf Vorjahresniveau Das Windangebot lag im Jahr 2005 unter dem langjährigen Durchschnitt. Die Windstromerzeugung lag deshalb trotz weiter gestiegener Erzeugungskapazitäten etwa auf Vorjahresniveau. Sie betrug deutschlandweit 26,4 Mrd. kwh gegenüber dem Jahr 2004 ein Plus von ca. 1,5 %. Damit konnten etwa 4,7 % des deutschen Bruttostromverbrauchs gedeckt werden. Rund 11,6 Mrd. kwh oder 44 % davon wurden in der Regelzone der E.ON Netz GmbH eingespeist. Wie Grafik 2 zu entnehmen ist, war die Windstromeinspeisung im E.ON-Gebiet ungleichmäßig über die einzelnen Monate verteilt. So war die Windstromproduktion im Januar mit Mio. kwh mehr als doppelt so hoch wie im Februar (1.009 Mio. kwh) und mehr als vier Mal höher als die Windstromproduktion im September (511 Mio. kwh). Trotz des sehr windreichen Januars lag die Jahreseinspeisung insgesamt nur geringfügig über dem Vorjahreswert von 11,3 Mrd. kwh. Windstromproduktion 2005 Windstromproduktion Deutschland 26,4 Mrd. kwh * davon Regelzone E.ON Netz 11,6 Mrd. kwh * Quelle: Institut für Solare Energieversorgungstechnik (ISET) Grafik 2 Monatliche Windstromeinspeisung in Regelzone E.ON Netz im Jahr 2005 (in Mio. kwh) Jan Feb März April Mai Juni Juli Aug Sept Okt Nov Dez

5 5 EEG-Einspeisevergütung Gesamtes Vergütungsvolumen für Windkraft rund 2,7 Mrd. Euro im Jahr 2005 In seiner aktuellsten Prognose hat der Verband der Netzbetreiber (VDN) die Vergütungen, die 2005 gemäß EEG (Erneuerbare-Energien- Gesetz) für eingespeisten Windstrom gezahlt wurden, deutschlandweit mit 2,7 Mrd. Euro veranschlagt. Auf die Regelzone von E.ON Netz entfielen davon ca. 1,2 Mrd. Euro. Die Durchschnittsvergütung für Windstrom betrug 2005 gemäß Prognose 8,9 ct/kwh. Endgültige Werte für das Jahr 2005 liegen erst Ende September 2006 vor. EEG-Vergütungsvolumen 2005 EEG-Einspeisevergütung für Windstrom 2005 (Deutschland) ca. 2,7 Mrd. davon Regelzone E.ON Netz ca. 1,2 Mrd. Gesamte EEG-Einspeisevergütung in Deutschland (alle Erzeugungsarten) ca. 4,4 Mrd. Quelle: VDN-Prognose 10/2005

6 6 Windkraftbedingter Netzausbau Genehmigungsverfahren müssen beschleunigt werden Die erneuerbaren Energien sollen bis zum Jahr 2020 mindestens 20 % des deutschen Strombedarfs decken das ist erklärtes Ziel des Erneuerbare-Energien-Gesetzes ( 1 Abs. 2 EEG). Die zentrale Rolle soll dabei die Windkraft spielen. Das bestehende Stromübertragungsnetz wurde jedoch für eine relativ verbrauchsnahe Stromerzeugung errichtet. Es stößt bereits heute durch die Konzentration großer Windkraftleistungen in Norddeutschland an die Grenzen seiner Übertragungsfähigkeit, da die eingespeiste Energie über große Entfernungen in die Verbrauchszentren, wie z. B. das Ruhrgebiet oder Süddeutschland, abtransportiert werden muss. Für diese Anforderungen sind die vorhandenen Leitungsnetze nicht ausgelegt. Ein weiterer Ausbau der Windkraftnutzung in Norddeutschland erfordert daher dringend einen parallelen Ausbau des Stromnetzes. Bei den derzeitigen gesetzlichen Rahmenbedingungen ist mit langwierigen Genehmigungsund Rechtsschutzverfahren zu rechnen. Bis beantragte Leitungen tatsächlich in Betrieb gehen, können u. U. 10 Jahre und mehr vergehen. Das würde jedoch den geplanten Windkraftzubau gefährden. E.ON Netz unterstützt daher die Anstrengungen der Politik, die behördlichen Genehmigungsverfahren zu beschleunigen. Nur so sind die von der Politik gesteckten ehrgeizigen Ausbauziele für die Windkraft erreichbar. Das hat auch die Netzstudie der Deutschen Energie-Agentur (dena) bestätigt. Derzeit treibt E.ON Netz sechs windkraftbedingte Leitungsbauprojekte voran: Laufende 110-kV-Projekte bei E.ON Netz (alle in Schleswig-Holstein) Breklum Flensburg Heide Pöschendorf Göhl Lübeck Summe: Laufende 380-kV-Projekte bei E.ON Netz ca. 27 km ca. 32 km ca. 50 km ca. 110 km Ganderkesee St. Hülfe (Niedersachsen) ca. 60 km Altenfeld Redwitz (Thüringen, Bayern) ca. 25 km * Hamburg/Nord Dollern (Niedersachsen, Schleswig-Holstein) ca. 45 km Summe: ca. 130 km * auf E.ON Netz entfallender Teil

7 7 Öffentliche Debatte: Kabel versus Freileitung Freileitungsbauweise bietet klare Vorteile gegenüber Kabel In der Debatte um den Ausbau des Übertragungsnetzes für den Windstrom wird immer wieder gefordert, die notwendigen neuen Leitungen als Erdkabel zu bauen, ohne Kosten und Nutzen abzuwägen. Die Mehrkosten für Kabellösungen auf hohen Spannungsebenen sind jedoch erheblich. Die Investitionen für Höchstspannungskabel sind abhängig von den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten 4 bis 10 Mal höher als für eine Freileitung. Gasisolierte Leitungen (GIL) sind sogar 10 bis 12 Mal teurer. Selbst wenn man die geringeren Übertragungsverluste von Kabel bzw. GIL gegenrechnet, bleibt bei einer Gesamtkostenbetrachtung über 40 Jahre die Freileitung klar im Vorteil. Dies hat am Beispiel des Projektes Ganderkesee St. Hülfe eine gemeinsame Studie von Prof. Oswald (Uni Hannover) und dem Institut ForWind im Auftrag des Landes Niedersachsen bestätigt. Würde man den gesamten Netzausbau, der in der dena-netzstudie bis 2020 als notwendig identifiziert wurde, in Kabeltechnik vornehmen, würde dies zwangsläufig zu erheblichen Mehrkosten für die Netznutzer führen. Da E.ON Netz in besonderem Maße vom Ausbau betroffen ist, könnten sich hier die Netzentgelte auf der Höchstspannungsebene nahezu verdoppeln. Der Gesetzgeber hat in 4 Abs. 2 des Erneuerbare-Energien-Gesetzes die Netzbetreiber dazu verpflichtet, ihre Netze bei Bedarf unverzüglich auszubauen. Gleichzeitig unterliegen die Netzbetreiber aber auch den Bestimmungen des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) und sind daher zu einer effizienten Leistungserbringung verpflichtet ( 21 Abs. 2 EnWG). Seit Juli 2005 sind die Netzentgelte der deutschen Übertragungsnetzbetreiber der Regulierung durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) unterworfen. Die BNetzA hat mehrfach deutlich gemacht, dass sie die erheblichen Mehrkosten von Kabellösungen nicht mit dem Effizienzkriterium des EnWG für vereinbar hält. Von den Kosten abgesehen haben Freileitungen aber auch weitere Vorteile gegenüber Kabeln. So sind beispielsweise während der Bauphase deutlich geringere Eingriffe in die Natur notwendig als bei Kabeln: Die für den Bau einer Kabelverbindung notwendigen Erdbewegungen betragen ein Vielfaches dessen, was für die Errichtung einer Freileitung notwendig ist. Das Motto aus den Augen, aus dem Sinn greift zu kurz, wenn die Umweltverträglichkeit von Kabellösungen beurteilt werden soll. Auch Kabel bedeuten einen dauerhaften Eingriff in Natur und Landschaft. Freileitungen sind im Hoch- und Höchstspannungsbereich Stand der Technik und die wirtschaftlichste Lösung. Das ist international unter Netzbetreibern und Regulierungsbehörden Konsens. Ein Beleg hierfür ist, dass von Leitungskilometern im europäischen Höchstspannungsnetz weniger als 100 km verkabelt sind das sind 0,09 %. Aus den genannten Gründen plant E.ON Netz den windkraftbedingt notwendigen Netzausbau in Freileitungsbauweise.

8 E.ON Netz GmbH Bernecker Straße Bayreuth

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