Angelika Ammann MPH. 18. September Transferveranstaltung des Unternehmernetzwerkes MuT

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1 Vereinbarkeit von Pflege und Beruf Demenz als besondere Herausforderung Angelika Ammann MPH 18. September 2012 Transferveranstaltung des Unternehmernetzwerkes MuT

2 Aktuell Situation Anzahl der Pflegebedürftigen steigt Durchschnittliche Pflegedauer liegt bei 7-14 Jahren Jeder 10. Arbeitnehmer ist von der Pflege naher Angehöriger betroffen Ein Großteil der Pflegenden versorgen gleichzeitig Kinder Pflegende Beschäftigte bleiben zumeist berufstätig, viele müssen jedoch ihre Erwerbstätigkeit einschränken oder ganz aufgegeben Es sind vor allem Frauen, die wegen einer Pflege ihre Erwerbstätigkeit aufgeben

3 Spannungsfeld Pflege Beruf Eigene Gesundheit? Familie

4 Tabuthema in der Arbeitswelt Pflege ist noch immer ein Tabuthema im Unternehmen Pflege ist negativ besetzt, man redet nicht so gerne darüber Pflegende Beschäftigte sprechen daher, im Gegensatz zu Eltern, ihre Situation im Betrieb selten an

5 Pflegende Angehörige von Demenzkranken sind höher belastet als Pflegende von nicht Demenzkranken Bildquelle:

6 Entwicklungen

7 Demenz Demenz ist ein Oberbegriff für Veränderungen im psychischen und physischen Bereich, in deren Verlauf bestimmte geistige und körperliche Fähigkeiten abnehmen. Alzheimer ist mit einem Anteil von etwa 60% die häufigste Ursache für Demenz

8 Beeinträchtigungen Gedächtnis Aufmerksamkeit Sprache Denkvermögen Orientierung Zeitgefühl Aktivitäten Kontakte

9 Pflege eines Angehörigen Pflegemanagement aus der Ferne Pflegemanagement vor Ort

10 Besonders belastend für die Angehörigen Gefühl, ständig auf Abruf bereit sein zu müssen Angst, es könnte etwas passieren und sie sind nicht da Angst etwas übersehen zu haben Angst, die Hilfe nicht richtig organisiert zu haben Für niemanden (Eltern, Ehepartner, Kinder, Freunde, sich selbst) genug Zeit zu haben

11 Physische und psychische Belastungen der Pflege Bei nachtaktiven Erkrankten leiden die Pflegenden unter Schlafmangel Schlafstörungen Stress Angstzustände Depressionen

12 Soziale Isolation Familiäre Spannungen im Verlauf der Pflege fühlen sich Pflegende oft isoliert Wenig oder keine Zeit für Freunde Rückzug der Freunde Mangelnde Unterstützung durch Familienangehörige

13 Bedeutung für Unternehmen die Pflegende Angehörige beschäftigen Viele Betriebe wissen nicht, wie viele ihrer Beschäftigten häusliche Pflegeverantwortung übernehmen Pflegende unterbrechen ihre Arbeit häufiger Pflegende am Arbeitsplatz müssen Termine für die Pflege regeln Minderung der Leistungsfähigkeit und Arbeitsqualität Durch den erlebten Zeitmangel nehmen sie weniger an Fort- und Weiterbildungen teil

14 Pflege. Pflege ist weniger planbar als Elternschaft, da sie ohne zeitlichen Vorlauf unerwartet eintreten kann Der Pflegeverlauf ist nicht linear und geprägt von nicht vorhersehbaren, kurzfristig eintretenden Situationen Pflege hat mit geistigem und körperlichem Verfall, Krankheit und Tod zu tun

15 Was bedeutet das für den Pflegenden? Wirkt sich nachteilig auf das berufliche Fortkommen aus versäumte Zeiten werden durch Überstunden nachgeholt Wochenende und Urlaub dienen der intensiveren Pflege des Angehörigen

16 Handlungsempfehlungen oder was ist möglich?

17 Mögliche Unterstützungsangebote durch den Arbeitgeber Aktive Auseinandersetzung mit der Thematik im Unternehmen Befragung/Bedarfserhebung Beauftragten für Vereinbarkeit von Beruf und Pflege im Betrieb Pflegesensible Arbeitszeit- und Urlaubsgestaltung Einbindung der Vereinbarkeit von Pflege und Beruf in Mitarbeitergespräche Betriebsvereinbarung Pflege und Beruf

18 Mögliche Unterstützungsangebote durch den Arbeitgeber Bereitstellen von Broschüren Informationsveranstaltungen, Kompetenztrainings-Pflege anbieten (z. B. in Kooperation mit Pflegeberatung, Wohlfahrtsverbänden) Information im Intranet zu Beratungsangeboten, rechtliche Hintergründe, Pflegeeinrichtungen, Schaffen einer Internetplattform

19 Mögliche Unterstützungsangebote durch den Arbeitgeber Anbieten von Wiedereinstiegs-Programmen Sitzungstermine nicht am frühen Morgen oder späten Nachmittag Tagespflegeangebote im Unternehmen (wie Kindergartenplätze) Notfallplan (Vertretungsregelungen) Take-away -Option beim Mittagessen für Angehörige

20 Weitere Möglichkeiten der Einrichtung Integration in das Betriebliche Gesundheitsmanagement

21 Gemeinsam kann es gelingen Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

22 Angelika Ammann MPH Universität Bielefeld Tel.:

23 Quellen: Berlin-Institut für Bevölkerung und Entwicklung. Berufstätig sein und Angehörige pflegen Schweizer Alzheimervereinigung. URL: DGB Bundesvorstand (Hrg.) (o.j.): Vereinbarkeit von Beruf und Pflege- Handlungsfelder für Betriebsräte. URL: Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Böblingen (Hrg.) (2010): Vereinbarkeit von Pflege und Beruf- Informationsbroschüre. Landkreis Böblingen Bündnis für Familie Heidelberg. URL: Statistisches Bundesamt (2011): Pflegestatistik URL: Wichtige Links: Demenz-Service-Zentrum Demenz Alzheimergesellschaft Landesstelle Pflegende Angehörige NRW

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