Faktenblatt zum Tabakkonsum

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1 Anteil Rauchender in der Bevölkerung (in %) Faktenblatt zum Tabakkonsum Datum: Ausgangslage Ein Viertel der Erwachsenen raucht Tabakmonitoring & Suchtmonitoring Entwicklung des Anteils Rauchender ( ) Anmerkungen: Tabakmonitoring Schweiz ( ): 14- bis 65-Jährige. CoRolAR/ Suchtmonitoring Schweiz ( ): 15-Jährige und älter. Quelle: Keller et al. (2011); Gmel et al. (2012,2013,2014). 1/6

2 Die Zahl der Rauchenden ging in der Schweiz von 2012 bis 2013 leicht zurück und liegt wieder auf dem Niveau von 2011, d.h. bei 25%. Von den Männern rauchen 30%, bei den Frauen sind es 20%. Rauchende, die vor dem Alter von 15 Jahren mit dem täglichen Konsum beginnen, weisen einen höheren Grad der Nikotinabhängigkeit auf als Rauchende, die später mit dem täglichen Konsum beginnen. 1 Der Anteil der Personen, die mehr als ein Päckchen Zigaretten pro Tag rauchen, ist bei Personen, die vor dem Alter von 15 Jahren mit dem täglichen Rauchen begonnen haben, deutlich höher als jenen, die erst nach dem 20. Altersjahr begonnen haben (18% gegenüber 7%). Wenn beide Elternteile rauchen, ist die Wahrscheinlichkeit um den Faktor 3 erhöht, dass auch die Kinder später zu täglichen Rauchenden werden. 2 Junge Erwachsene rauchen am häufigsten In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen beträgt der Anteil der Rauchenden 34%. Damit ist dies die Altersklasse mit dem höchsten Raucheranteil, gefolgt von den 20- bis 24-Jährigen mit 32%. Gleichzeitig ist in der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen der Wunsch, mit dem Rauchen innerhalb der nächsten sechs Monate aufzuhören, mit 34% am grössten. Die Schweiz liegt im europäischen Durchschnitt Das Ausmass des Tabakkonsums in den umliegenden Ländern, namentlich in Deutschland, Italien und Frankreich, ist vergleichbar mit demjenigen der Schweiz. Gemäss Eurobarometer 2012, in welchem ebenfalls Personen ab 15 Jahren berücksichtigt wurden, bezeichneten sich 28% der französischen, 26% der deutschen und 24% der italienischen Bevölkerung als Rauchende. Zum Vergleich: Gemäss Suchtmonitoring Schweiz 2012 belief sich der Anteil der Rauchenden in der Schweiz auf 26%. Deutlich geringer ist der Tabakkonsum in Schweden: Mit einem Raucheranteil von 13% ist Schweden das Land mit der niedrigsten Rauchprävalenz in Europa. 3 1 Suchtmonitoring Schweiz. Konsum von Alkohol, Tabak und illegalen Drogen in der Schweiz im Jahr Publikation: Oktober Monitorage suisse des addictions. Le tabagisme chez les 15 à 25 ans en Publication : décembre Eurobarometer, /6

3 Suizide; 1'360 Verkehrsunfälle; 384 Tötungsdelikte; 245 Illegale Drogen; 193 Aids; 76 Anzahl Totesfälle Tabak; 9' Gesundheitliche Folgen des Rauchens 14 Lebensjahre weniger Die gesundheitlichen Folgen des Rauchens werden von zahlreichen Studien belegt. Die Hälfte aller regelmässig Rauchenden stirbt frühzeitig, davon wiederum die Hälfte vor dem 70. Altersjahr. Im Durchschnitt reduziert sich die Lebenserwartung regelmässig Rauchender gegenüber Nichtrauchenden um 14 Jahre 4. Täglich 25 Tabaktote in der Schweiz Menschen sterben in der Schweiz jedes Jahr vorzeitig an den Folgen des Rauchens. Das sind rund 25 Todesfälle pro Tag starben in der Schweiz Männer und Frauen an den Folgen des Rauchens. Diese Zahl ist mehr als doppelt so hoch wie die Summe aller Todesfälle infolge von Verkehrsunfällen (384 in 2007), illegalem Drogenkonsum (193 in 2007), Aids (76 in 2007), vorsätzlichen Tötungsdelikten (245 in 2007) und Suiziden (1 360 in 2007) zusammen 5. 10'000 9'000 8'000 7'000 6'000 5'000 4'000 3'000 2'000 1'000 0 Todesursachen im 2007 Tabak ist der wichtigste Risikofaktor für nichtübertragbare Krankheiten. Jährlich sterben weltweit über 5 Millionen Menschen infolge des Tabakkonsums. Ohne Gegenmassnahmen dürfte die Zahl laut WHO bis 2030 auf mehr als 8 Millionen ansteigen. 4 Centers for Disease Control and Prevention. Annual Smoking-Attributable Mortality, Years of Potential Life Lost, and Economic Costs United States, Morbidity and Mortality Weekly Report. 2002;51(14): Bundesamt für Statistik: Tabakbedingte Todesfälle in der Schweiz - Schätzung für die Jahre 1995 bis /6

4 Tabak als Ursache vieler Krankheiten Raucherinnen und Raucher sterben am häufigsten an Herz-Kreislauf-Erkrankungen, gefolgt von Lungenkrebs, Atemwegerkrankungen und anderen Krebsarten. Herz-Kreislauf-Krankheiten sind für 41% aller tabakbedingten Todesfälle verantwortlich, Lungenkrebs für 27%, die übrigen Krebsarten für 14% und Erkrankungen der Atemwege für 18%. 6 Tabakbedingte Todesfälle % Herz-Kreislauf- Krankheiten 18% 41% Lungenkrebs Erkrankungen der Atemwege übrige Krebsarten 27% Die krebserregenden Stoffe, die im Zigarettenrauch enthalten sind, haben Auswirkungen auf den gesamten Körper. Aus diesem Grund verursacht der Tabakkonsum viele Krankheiten und frühzeitige Todesfälle. Es gibt keinen unschädlichen Konsum von Tabakwaren. 69 krebserregende Stoffe Im Zigarettenrauch sind chemische Stoffe enthalten, wovon 69 nachweislich krebserregend sind. Unter den giftigen Stoffen befindet sich nebst Cadmium, Quecksilber und Arsen auch Polonium, eine Substanz, die radioaktive Strahlung freisetzt. 7 6 Bundesamt für Statistik: Tabakbedingte Todesfälle in der Schweiz - Schätzung für die Jahre 1995 bis U.S Department of Health and Human Services. How Tobacco Smoke Causes Disease: The Biology and Behavioral Basis for Smoking-Attributable Disease: A Report of the Surgeon General, /6

5 3. Wirtschaftliche Folgen des Rauchens 5 Milliarden Kosten für die Allgemeinheit Der Tabakkonsum verursacht eine Reihe nichtübertragbarer Krankheiten und ist somit auch eine beträchtliche Belastung für die öffentliche Gesundheit und die volkswirtschaftliche Leistungsfähigkeit. Die Kosten für die medizinische Behandlung dieser Krankheiten belaufen sich in der Schweiz auf 1,2 Milliarden Franken pro Jahr. Sie werden vor allem durch ärztliche Leistungen, aber auch durch Ausgaben für Arzneimittel- und Spitalaufenthalte verursacht. Hinzu kommen Erwerbsausfallskosten von 3,8 Milliarden Franken pro Jahr, wenn Rauchende erkranken und für eine kürzere oder längere Zeit arbeitsunfähig werden. 8 Die gesundheitlichen Probleme belasten nicht nur die Volkswirtschaft, sondern auch die Familien und Angehörigen der Rauchenden. Nichtübertragbare Krankheiten wie Krebs, Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegerkrankungen sind heute weltweit die häufigste Todesursache. Sie nehmen aus verschiedenen Gründen zu. Mit einem gesunden Lebensstil lassen sie sich jedoch zu einem grossen Teil verhindern. Der Bundesrat will die Gesundheitsförderung und Vorbeugung im Rahmen seiner Strategie Gesundheit2020 verstärken und die Zahl von nichtübertragbaren Krankheiten spürbar reduzieren. 9 Finanzieller Nutzen der Tabakprävention Der Nutzen der Tabakprävention konnte wissenschaftlich belegt werden: So ermittelte ein Forschungsteam der Universität Neuenburg und der Fachhochschule Zürich in einer Studie einen Return on investment von 41. Dies bedeutet, dass jeder eingesetzte Tabakpräventionsfranken einen gesamtgesellschaftlichen Nettogewinn von 41 Franken erzielt Sarino Vitale, France Priez, Claude Jeanrenaud : Le coût social de la consommation de tabac en Suisse, Université de Neuchâtel, Bundesrat, Die gesundheitspolitischen Prioritäten des Bundesrates. 10 Simon Wieser et al., Synthesebericht Ökonomische Evaluation von Präventionsmassnahmen in der Schweiz, Institut für Wirtschaftsforschung (IRENE), Universität Neuenburg und Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, /6

6 4. Der Wunsch, aufzuhören Fast 60 Prozent wollen aufhören 57% der täglich Rauchenden geben an, mit dem Rauchen aufhören zu wollen. 11 Das sind fast Menschen in der Schweiz. Ungefähr 30% aller Rauchenden planten zum Zeitpunkt der Umfrage in den folgenden sechs Monaten aufzuhören. 68% der Personen, die angaben, einen Aufhörversuch unternommen zu haben und dabei keinen Erfolg hatten, haben bei ihrem letzten Versuch niemanden um Rat gefragt oder keine besonderen Mittel eingesetzt. 12 Erhöhte Erfolgschancen mit Beratung Wer mit einem festen Vorsatz, aber ohne Hilfe mit dem Rauchen aufhört, kann mit einer Erfolgschance nach sechs Monaten von bis zu 5% rechnen. Wer sich telefonisch oder im direkten Gespräch beim Ausstieg begleiten lässt, hat deutlich bessere Chancen: Eine Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt oder ein Anruf auf eine Rauchstopplinie verdoppelt etwa die Erfolgsrate. Kombiniert man eine intensive Unterstützung durch Fachpersonen mit der Anwendung nikotinhaltiger Medikamente, kann man mit einer Erfolgsrate von 28% nach einem Jahr rechnen. Die Betreuung durch eine Fachperson hilft vielen Rauchenden beim Aufhörversuch. Dies wiederum führt zu mehr Aufhörversuchen, womit sich die Aussicht auf Erfolg ebenfalls erhöht. Folgende Behandlungen haben sich als erfolgreich erwiesen: Kurze klinische Intervention, individuelle Beratung, Gruppen- oder Telefonberatung, Verhaltenstherapie, Gruppentherapie, Programme mit Handy-Apps, Medikation. 11 Suchtmonitoring Schweiz, Suchtmonitoring Schweiz, /6

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