Rückblick. Übersicht. Einleitung. Activity Engagement Theory (AET) Studie Zusammenfassung und zukünftige Forschung Literatur. Annahmen Vorhersagen

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1 When Combining Intrinsic Motivations Undermines Interest: A Test of Acitvity Engagement Theory Higgins, E., Lee, J.; Kwon, J. & Trope, Y. (1995) Proseminar Intrinsische und Extrinsische Motivation 12. Dezember 2006 Linda Bodenmann und Christine Zurgilgen Rückblick Anreize Interesse Zielorientierungen Selbstbestimmung und Kompetenz Zielsysteme Korrumpierung intrinsischer Motivation 2 Übersicht Einleitung Activity Engagement Theory (AET) Annahmen Vorhersagen Studie Zusammenfassung und zukünftige Forschung Literatur 3 1

2 Activity Engagement Theory (AET) (Higgins & Trope, 1990) 4 Wichtige Abkürzungen prim_id = primäre Identifikation sek_id = sekundäre Identifikation T1prim_Id = primäre Identifikation zu T1 T2sek_Id = sekundäre Identifikation zu T2 prim_id-malen/sek_id-lesen = malen als primäre Identifikation und lesen als sekundäre Identifikation KG = Kontrollgruppe 5 Zentrale Annahme Jeder Input von T ätigkeitsalternativen kann auf verschiedene Arten identifiziert (interpretiert) werden: - Hierarchische Identifikation von Alternativen (hierarchical identification, übergeordnenteidentifikation) - Gleichgestellte Identifikation von Alternativen (coordinateidentification, simultane Identifikation) Aktivierung chronisch oder momentan. 6 2

3 Weitere Annahmen I Arten von Tätigkeitsidentifikationen: - Primäre Identifikation (prim_id): bedeutender und zeitlich früher - Sekundäre Identifikation (sek_id): konkurriert mit prim ärer Identifikation 7 Weitere Annahmen II Menschen reagieren affektiv auf diese Tätigkeiten Langeweile, Interesse, Reaktionen beziehen sich v.a. auf primär identifizierte Tätigkeit. Welche der Tätigkeiten aber als interessanter betrachtet wird, hängt von der wahrgenommenen Attraktivität der Alternativtätigkeit ab. 8 Weitere Annahmen III Zeitperspektive: Identifikationen zwischen zwei Zeitpunkten müssen nicht übereinstimmen. Z.B.: prim_id zu T2 kann sek_id zu T1, prim_id zu T1 oder zu T1 gar nicht vorkommen. Reaktionen zu der identifizierten Aktivität zu T1 beeinflussen das Verhalten zu T2, wenn diese Aktivität (aus T1) auch in T2 aktiviert ist. 9 3

4 Vorhersagen der Activity Engagement Theory Korrumpierung von intrinsischer Motivation, wenn sek_id Aktivität zu T1 die prim_id zu T2 ist. (Simultane, gleichgestellte Identifikation) Besonders starke Korrumpierung der sek_id Aktivität, wenn die prim_id als wenig attraktiv wahrgenommen wird. Keine Korrumpierung bei übergeordneter Identifikation (Hierarchische Identifikation) 10 Studie 11 Ziel der Studie Bisher: intrinsische und extrinsische Motivation kombiniert. Neu: intrinsische Motivationen (lesen und malen) kombinieren. Förderlicher oder hemmender Effekt auf die intrinsische Motivation von lesen? 12 4

5 Fragestellung der Studie Wie verändert sich die intrinsische Motivation von lesen, wenn lesen mit malen kombiniert wird? malen als T1prim_Id; lesen als T2sek_Id eingeführt Überprüfung der ActivityEngagement Theory (AET) Keine Korrumpierung bei hierarchischer Identifikation? Beeinflusst Attraktivität intrinsische Motivation? 13 Vorgehen 2 Bedingungen 1) Übergeordnete Identifikation: Playbook (lesen und malen als gleichgestellte Aktivitäten keine Konkurrenz) 2) Simultane Identifikation: Malen als primär identifizierte Tätigkeit und Lesen als sekundär identifizierte Tätigkeit (pimalen/si-lesen) Konkurrenz 14 Hypothesen I 1) Vpn in der Bedingung prim_idmalen/sek_id-lesen zu T1 erfahren eine Korrumpierung der intrinsischen Motivation zu T2 2) Vpn in der Playbook-Bedingung zum Zeitpunkt T1 erfahren keine Korrumpierung der intrinsischen Motivation von lesen und malen zu T2 15 5

6 Hypothesen II 3) Eine Veränderung der Attraktivität der Alternativtätigkeit (malen) verändert die Reaktion in der Target-Aktivität (lesen) folgendermassen: a) Attraktivität von Malen am Ende T1 Lesen T2 b) Attraktivität von Lesen am Ende T1 Malen T2 16 Hypothesen 3 c) Die erfahrene Attraktivität der alternativen T ätigkeit zu T1 beeinflusst die Schlussfolgerungen über die Attraktivität von lesen zu T2 in den folgenden zwei Bedingungen nicht: Attraktivität von Malen am Ende T1 Lesen T2 Attraktivität von Lesen am Ende T1 Malen T2 17 Methoden - Versuchspersonen 131 Viert- und Fünftklässler 53 m; 78 w (keine Geschlechtsunterschiede) Mittleres Alter: 10 Jahre Vpn waren intrinsisch an lesen und malen interessiert (erhoben mittels Activityevaluation questionnaire) 18 6

7 Methoden - Material T1: - Malbuch: vier Geschichten und vier Bilder - Playbook: identisch mit Malbuch - Drei Malstifte T2: - 3 Boxen: vier Geschichten, vier Bilder, Penmanship - Taschenrechner 19 Instruktionen T1 Prim_Id-malen/sek_Id-lesen: Ich versuche herauszufinden, was Kinder in deinem Alter gerne machen. Ich habe hier ein Malbuch und bitte dich, die Bilder genau anzuschauen und auszumalen. Ich hoffe, das macht dir Spass. Übrigens hat es noch zu den Bildern passende Geschichten, die du lesen kannst. Playbook: Ich versuche herauszufinden, was Kinder in deinem Alter gerne machen. Ich habe hier ein Buch mit Bildern und Geschichten. Du darfst damit spielen indem du die Geschichten liest oder die Bilder ausmalst. Ich möchte, dass du die Bilder und Geschichten genau anschaust. Ich hoffe, es macht dir Spass mit diesem Buch zu spielen. 20 Feedback T1 (20min später) Tätigkeit unterbrochen und Feedback-Fragebogen Ziel: Attraktivität der Tätigkeit verändern prim_id-malen/sek_id-lesen: - hohe vs. tiefe Attraktivität für lesen - hohe vs. tiefe Attraktivität für malen Playbook: - hohe vs. tiefe Attraktivität für lesen - hohe vs. tiefe Attraktivität für malen Insgesamt 8 Bedingungen 21 7

8 Feedback ein Beispiel Prim_Id-malen/sek_Id-lesen: Hohe Attraktivität lesen - Du hast soeben mit einem Malbuch mit Geschichten gespielt. Andere Schüler in deinem Alter spielten mit dem gleichen Malbuch und meinten, dass ihnen das lesen darin viel Spass gemacht hat. Stimmst du ihnen zu? Ja Nein. - Jetzt möchten wir gerne von dir wissen, wieviel Spass dir das lesen im Malbuch gemacht hat. Ich mochte das lesen im Malbuch : Überhaupt nicht Sehr. Für die übrigen Bedingungen wurde viel Spass durch wenig Spass und/oder lesen durch malen ersetzt. 22 Zeitpunkt T2 (2 Tage später) Neu: KG, die zu T1 nicht mitmachte Alle Vpn erhalten die Instruktion: Wir werden zusammen rechnen. Ich muss aber noch einige Rechnungen vorbereiten. Hier sind Geschichten, Bilder und Penmanship. Du kannst etwas davon machen oder warten bis ich wieder komme. (Dauert 3 Minuten) Wird 3x wiederholt 9 Minuten free Choice 23 Ergebnisse Manipulation Check Vpn wählten als erste Aktivität malen 98% der Vpn stimmten mit Angaben des Feedback-Fragebogens überein (viel vs. wenig Spass) 24 8

9 Ergebnisse Hypothese 1 Zeit, die bei T2 mit lesen verbracht wurde (in Sekunden) Playbook prim_idmalen / sek_id-lesen 25 Ergebnisse Hypothese 1 prim_id-malen/sek_id-lesen: Vpn in Bedingung prim_id-malen/sek_idlesen lesen zu T2 weniger lange als in Playbook-Bedingung H1 bestätigt Korrumpierung der intrinsischen Motivation für lesen durch prim äre Identifikation malen 26 Ergebnisse Hypothese 2 Playbook : Vpn in Playbook-Bedingung verbringen gleich viel Zeit mit allen Aktivitäten zu T2 keine Korrumpierung. H2 bestätigt Zeigt, dass hierarchische Identifikation Korrumpierung vermeiden kann. 27 9

10 Ergebnisse Hypothese 3 Attraktivität: a) malen durch Feedback lesen zu T2 weniger. Playbook kein Unterschied. b) lesen durch Feedback malen mehr zu T2. Playbook kein Unterschied. 28 Ergebnisse Hypothese 3 c) malen durch Feedback lesen zu T2 weniger als in Playbook. lesen durch Feedback malen zu T2 mehr als in Playbook. H3 bestätigt Die Attraktivität der Aktivität beeinflusst die intrinsische Motivation bei simultaner Identifikation 29 Zusammenfassung und zukünftige Forschung 30 10

11 Zusammenfassung I Die Kombination von Lesen und Malen kann die intrinsische Motivation von beiden Aktivitäten schwächen, besonders wenn: Die Aktivitäten simultan identifiziert werden Die Zielaktivität zuerst als sekundär betrachtet wird Die primäre Aktivität bei T1 wenig attraktiv ist Die Reaktion auf die primäre Aktivität (T1) aktiviert wird 31 Zusammenfassung II Die Kombination von zwei intrinsischen Aktivitäten kann zu Korrumpierung führen! Lösung: Hierarchische Identifikation kann Korrumpierung verhindern. (vgl. Playbook-Bedingung) 32 Zukünftige Forschung Weitere Kombinationen von intrinsischer und extrinsischer Motivation untersuchen Negativität reduzieren, indem man zwei intrinsisch negative Aktivitäten kombiniert 33 11

12 Fazit Genau überlegen, von welcher Aktivität die intrinsische Motivation gefördert werden soll! Bei der Förderung von intrinsischer Motivation muss man sehr vorsichtig sein, weil man leicht das Gegenteil erreichen kann! 34 Literatur Higgins, E. T., Lee, J., Kwon, J., & Trope, Y. (1995). When combining intrinsic motivations undermines interest: A test of activity engagement theory. Journal of Personality & Social Psychology, 68, Higgins, E. T & Trope, Y. (1990). Activity engagement theory: Implications of multiply identifiable input for intrinsic motivation. In E.T. Higgins & R.M. Sorrentino (Eds.), Handbook of motivation and cognition: Fondations of social behavior (Vol. 2, pp ). New York: Guilford Press

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