Innovationen in der Medizintechnologie Kernaufgaben und Perspektiven für den Technologischen Wandel: Die Sicht der Hersteller

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1 Innovationen in der Medizintechnologie Kernaufgaben und Perspektiven für den Technologischen Wandel: Die Sicht der Hersteller TU Berlin Innovation Konferenz Berlin, 22. Januar 2009 Joachim M. Schmitt BVMed

2 Faszinierende MedTech-Welt Moderne Medizintechnologien bringen >kranke Herzen in Rhythmus > kranke Gelenke zum schmerzfreien Bewegen > erblindete Augen zum Sehen > taube Ohren zum Hören Sie retten und erhalten Leben und verbessern die Lebensqualität.

3 MedTech in Deutschland > Arbeitsplätze >1.250 Unternehmen mit über 20 Beschäftigten (insgesamt rund Unternehmen) >17 Mrd. Euro Produktion in Deutschland davon 11 Mrd. Euro Export >22 Mrd. Euro Ausgaben für MedTech MedTech ist ein bedeutender Wirtschafts- und Arbeitsmarktfaktor.

4 Innovationskraft Es gibt kaum eine innovativere Branche > rund ein Drittel des Umsatzes mit Produkten, die nicht älter als drei Jahre sind > hohe Investitionen in Forschung und Entwicklung: durchschnittlich rund 9 Prozent > Medizintechnik führend bei Patentanmeldungen

5 Beispiele für Erfolge der Medizintechnologie moderne Stents/Gefäßstützen > deutliche Verringerung der Wiederverschlussrate faltbare IOLs, refraktive Chirurgie > Vermeidung von Erblindungen > schonendere Verfahren künstliche Gelenke für Hüfte, Knie, Schulter etc. > längere Haltbarkeit der Implantate, > schonendere OP-Methoden durch Navigation und minimal-invasive Verfahren moderne feuchte Wundversorgung > beschleunigte Heilungsprozesse, weniger Schmerzen implantierbare Schrittmachertechnologien > deutlich geringere Sterblichkeitsrate

6 Trends der Medizintechnologie Wir stehen an der Schwelle zu einer neuen medizintechnologischen Revolution mit einer Vielfalt neuer Technologien. Beispiele für Medizintechnologien der Zukunft: > Regenerative Medizin/Tissue Engineering > Zelltherapien > Nanomedizin/Nanopartikel > Minimal-invasive chirurgische Technologien > Hochentwickelte biomedizinische Werkstoffe > Vernetzung von Medizintechnologien und Krankenhaussystemen durch IT > Telemedizin

7 Medizintechnologien Innovation Fortschritt Med-tech. Fortschritt Ökonomischer Fortschritt

8 Nutzen Med. & Ök. Fortschritt N 1 N I II III Med. Fortschritt N 0 IV Ök. Fortschritt Kosten I medizinischer & ökonomischer Fortschritt N 1 > N 0 K 2 < K 0 N > K K 2 K 0 N 1 > N 0 K 1 > K 0 N > K K K 1 II medizinischer & ökonomischer Fortschritt III nur medizinischer Fortschritt N > 0 K > 0 N < K IV nur ökonomischer Fortschritt K < 0 N < 0 - K > - N

9 Strategische Positionierung des BVMed (Vision): Kernaufgaben > Wertigkeit und Nutzenstiftung der Medizintechnologie > Abgrenzung von der Pharmaindustrie > Medizintechnologie als hochinnovative Branche > Benefit von "Schrittinnovationen für die Patientenversorgung deutlich machen > Ausreichende versicherungstechnische Vergütung > Aufzeigen von Finanzierungsalternativen < Allianzen zur Realisierung von Prozessoptimierungen > Systempartnerschaften > Healthcare Compliance > Glaubwürdigkeit der Banche > Gründung eines "Research Institute"

10 Fünf Thesen zum Krankenhaus der Zukunft

11 Ausgangssituation Homecare Homecareunternehmen stehen unter großem Druck > Wegfall der Zulassung > Ausschreibungen > Koppelung der Versorgungsberechtigung an einen Vertrag Rahmenbedingungen 2009 > Umwandlung der Soll- in eine Kann-Ausschreibungsvorschrift > Beitrittsrecht zu allen Verhandlungsverträgen > Verlängerung der Übergangsvorschrift bis > Einführung eines Präqualifizierungsverfahrens bis Forderungen der MedTech-Industrie/BVMed > Einführung und Etablierung bundeseinheitlicher Versorgungsstands > Überarbeitung der Präqualifizierungsinhalte für Leistungserbringer > Einführung eines verpflichtenden QualitätsControllings

12 Ausgangssituation Krankenhäuser Krankenhäuser stehen unter großem finanziellen Druck > Lohnsteigerungen, allgemeine Kostensteigerungen > bisher: Krankenhausnotopfer > Budgetbindung an Lohnsummenentwicklung DRG-System hat sich grundsätzlich bewährt > muss aber vernünftig weiterentwickelt werden Grundlegende Forderungen der MedTech-Industrie/BVMed > bessere finanzielle Ausstattung > ausreichende Mittel für Innovationsfinanzierung > mehr Transparenz Krankenhausfinanzierung ab 2009 > Bundestag hat Krankenhausfinanzierungsreformgesetz beschlossen

13 Exkurs: Neuregelungen des Krankenhausfinanzierungsreformgesetzes (KHRG) Krankenhäuser werden partiell finanziell entlastet > teilweise Refinanzierung von Tariferhöhungen > Wegfall des Krankenhausnotopfers > mittelfristig: Orientierungswert statt der Grundlohnanbindung > Förderprogramm für zusätzliches Pflegepersonal DRG-System > Verlängerung der Konvergenzphase um ein Jahr > Einführung eines Basisfallwertkorridors bis 2015 Positiv für die MedTech-Industrie > keine ruinösen Selektivverträge > Klarstellung: Innovationsentgelte sind extrabudgetär > Innovationsentgelte können frühzeitig verhandelt werden

14 These 1: Motor des medizinischen Fortschritts Krankenhäuser müssen die Träger und Treiber des medizinischen Fortschritts bleiben insbesondere im hoch innovativen MedTech-Bereich. Dafür ist erforderlich: > Beibehaltung des Prinzips Erlaubnis mit Verbotsvorbehalt im Krankenhaus (im Unterschied zum ambulanten Bereich) > Entbürokratisierung und Verbesserung der Innovationsklausel für NUBs (Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden) > unterjährige Anträge > Gültigkeit bis zum Vorliegen der DRG > anerkannte Innovation gilt für alle Krankenhäuser

15 These 2: Ideenpartnerschaft mit der Industrie Eine gute und transparente Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern, Ärzten und der Industrie ist der Motor der MedTech-Innovationen. Denn über die Hälfte der MedTech-Innovationen sind vom Anwender initiiert. Dafür ist erforderlich: > Einhaltung der Prinzipien für eine gute und transparente Zusammenarbeit > Medtech Kompass > Aufbau eines Healthcare Compliance Netzwerkes in Krankenhäusern und Unternehmen > mehr präventive Beratungs- und Trainingsprogramme

16 These 3: Bündnis für Qualität bilden Krankenhäuser müssen gemeinsam mit den Partnern im Gesundheitsmarkt wie den MedTech-Unternehmen Bündnisse für Qualität bilden, um sich im stärker werdenden Wettbewerb hervorzuheben. Dafür ist erforderlich: > Qualität der medizinischen Versorgung im Krankenhaus muss messbar gemacht werden > Kennzahlen entwickeln > Qualitätsdaten veröffentlichen > Versorgungsforschung intensivieren > gemeinsame Markenkommunikation von Krankenhaus- und Industriepartnern

17 These 4: Prozesse gemeinsam optimieren Krankenhäuser müssen ihre Prozesse und Behandlungsabläufe optimieren, um Effizienzreserven zu schöpfen. MedTech-Unternehmen können dabei als Partner behilflich sein, beispielweise bei elektronischen Geschäftsprozessen oder bei der Überleitung von Patienten in den ambulanten Bereich. Dafür ist erforderlich: > Prozessinnovationen gemeinsam mit der Industrie > Patienten-orientierte Strukturen etablieren > gemeinsame E-Health-Projekte > Überleitungsmanagement professionalisieren (Übergang vom stationären in den ambulanten Bereich) > Zunehmender Koordinierungsbedarf > Lotsenfunktion für den Patienten

18 These 5: Glaubwürdiges Patientenmarketing Patienten-Marketing wird künftig zu einem Erfolgsfaktor im Wettbewerb der Krankenhäuser. Der Patient will besser über neue MedTech-Verfahren informiert werden. Krankenhäuser und Unternehmen müssen gemeinsam an einem glaubwürdigen, transparenten und wahrhaftigen Patientenmarketing arbeiten. Dafür ist erforderlich: > am Informationsbedürfnis der Patienten orientieren > sensibler Umgang mit Patienteninformationen: überzeugen und informieren statt manipulieren Beispiele: > Aktion meditech: > TV-Service Medizintechnologie:

19 Fazit Krankenkassen, Krankenhäuser, Anwender, MedTech-Unternehmen und Leistungserbringer müssen sich verstärkt > als Partner für eine qualitativ hochwertige medizintechnische Versorgung verstehen > Bündnisse für Qualität entwickeln > und dies auch glaubwürdig und kontinuierlich an den Patienten kommunizieren.

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