PowerSense. flächendeckend eingeführt. smart metering Schweiz Kundenzeitung der Landis+Gyr Schweiz. mehr Transparenz im Verteilnetz

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1 smart metering Schweiz Kundenzeitung der Landis+Gyr Schweiz Ausgabe 12 - Oktober 2014 PowerSense mehr Transparenz im Verteilnetz LKW Smart Metering flächendeckend eingeführt

2 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Liebe Leserinnen und Leser, Der Markt entwickelt sich und mit ihm entwickelt sich Landis+Gyr. Dieses Jahr wurde unsere Produktion in Zug neu aufgestellt um noch besser auf die Kundenbedürfnisse durch Einsatz von modernsten Produktions- und Lagermethoden reagieren zu können. Weiter ist mit PowerSense eine dänische Firma mit einem äusserst attraktiven Smart Grid Produktportfolio für Überwachungsund Steuerungssysteme in Verteilnetzen zu Landis+Gyr gestossen. Unsere Branche wartet gespannt auf die nächsten Entscheide der Politik hinsichtlich Smart Metering. Einige Kunden bereiten sich auf zukünftige Geschäftsmodelle und Herausforderungen vor und implementieren Smart Metering vollständig in ihren Netzen. Dabei sammeln sie jetzt schon wertvolle Erfahrungen mit den Systemen. Die Liechtensteinische Kraftwerke haben den Roll-out von Smart Metering hinter sich und zum jetzigen Zeitpunkt sind 100% ihrer Haushaltszähler «smart». In der Zeit des Roll-outs gewannen die LKW mehr detaillierte Kenntnisse über ihre Netze und konnten Prozesse und Abläufe optimieren. Nun werden sie mit zusätzlichen Servicedienstleistungen die Beziehungen zu ihren Kunden intensivieren. Landis+Gyr passt kontinuierlich das Produktportfolio den neuesten Kundenbedürfnissen und Technologietrends an. In dieser Ausgabe des SMS finden Sie Informationen zu einem neuen E35C 2G/3G Kommunikationsmodul und einem neuen Wärmezähler mit Nenndurchfluss 150m 3. Gerne informieren wir Sie persönlich über Neuigkeiten bei Landis+Gyr. Dazu gibt es in den kommenden Wochen gleich zwei Gelegenheiten auf Konferenzen und Messen. Am 22. und 23. Oktober 2014 sind wir an den Smart Energy Days in Baden vertreten (Stand 13). Möchten Sie sich über die neuesten Entwicklungen am Europäischen Markt informieren? Dann besuchen Sie uns zwischen dem 4. und 6. November an den European Utility Weeks 2014 (EUW) in Amsterdam (Stand 1.A08). Wir freuen uns auf den persönlichen Kontakt mit Ihnen. Bis demnächst, Michael Staudinger 2

3 Inhaltsverzeichnis Vom Landis+Gyr Supermarkt hinaus in die Welt Seite 4 LKW Smart Metering flächendeckend eingeführt Seite 8 PowerSense Strategische Übernahme stärkt das Smart Grid-Portfolio Seite 12 Markteinführung des E35C 2G/3G-Moduls V4.0 Seite 13 Die strengen Prüfungen des Zählers E450 gewährleisten die Integration der Komplettlösung Seite 14 Eine neue Dimension der Ultraschallzähler von Landis+Gyr Seite 15 Prozessoptimierung bei unseren Reparaturen Seite 16 Veränderungen bei der Zählerdaten-Abfrage über öffentliche Datenkanäle Seite 18 Interoperable Device Interface Specifications Neues Whitepaper zur Interoperabilität/IDS jetzt verfügbar Seite 24 Gemeinsam in Amsterdam Seite 25 SMS Newsletter Ausgabe Nr. 12 sms Internetauftritt Seite 26 Personelles Seite 27 3

4 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Vom Landis+Gyr Supermarkt hinaus in die Welt Es ist jeden Morgen die gleiche routinierte Prozedur: pünktlich um 8 Uhr erscheint an der Rampe des Hauptsitzes von Landis+Gyr in Zug ein Laster von DB Schenker. Dort wartet schon ein Logistiker, der die Ware entgegennimmt, kontrolliert und in der Fertigungshalle verteilt. Bei der Ware handelt es sich um alle Komponenten, die in der Produktionsstätte in Zug für die nächsten Stunden gebraucht werden von der Schraube bis zur Leiterplatte. 4

5 Landis+Gyr ist mit diesem Konzept einen bisher neuen Weg gegangen und hat sich entschieden, das Lager nicht mehr unter dem gleichen Dach wie die Fertigung zu halten, sondern eine externe Materialzentrale zu schaffen. Somit kommt nun seit einiger Zeit zwei Mal pro Tag eine Lieferung mit all den Komponenten, die für die Produktion der hochpräzisen Stromzähler, das heisst Industriezähler, Kommunikationsund Gridprodukte, benötigt werden. Jene Arbeitsmaterialien werden dann an eine zentrale Stelle in der Fertigungshalle gebracht, die gemäss seiner Regale, Fächer und des Aufbaus als «Supermarkt» bezeichnet wird. Hier lagert ausreichend Material, um die Fertigung für mindestens einen Tag am Laufen zu halten. Von dort verteilt ein «Milkrunner» (Milchmann) pro Schicht die benötigten Materialien zu den vier Produktionslinien für den E550, E560, E570 und E850. Sobald etwas aus den Regalen entfernt wird, läuft die Prozedur ähnlich wie in einem Supermarkt ab: die Teile werden gescannt und innerhalb des Hause bei den Zuständigen für Bestellungen registriert. Darüber hinaus wird jene Einkaufsliste automatisch 5

6 Ausgabe 12 - Oktober 2014 an das externe Lager bei Schenker weitergeleitet, wo die Positionen für die nächste Lieferung sofort verladen werden und die Regale des Supermarktes somit wenige Stunden später wieder aufgefüllt sind. Auf diese Weise haben die Mitarbeiter, die in einem «one-piece-flow»- System arbeiten, immer alles direkt für die Herstellung der Stromzähler griffbereit. Anders als in vielen anderen Produktionsstätten wird dadurch ermöglicht, einen Stromzähler an einer Produktionslinie von nur einem Mitarbeiter komplett herstellen zu lassen. Die jeweilige Person hat somit einen viel komplexeren Einblick in die Finessen des Stromzählers und führt mehr Arbeitsschritte selbständig und eigenverantwortlich aus. Mit dieser Methode kann Landis+Gyr im Hauptsitz in Zug jährlich Stromzähler in drei Schichten herstellen. Hierbei liegt vor allem der Fokus auf hochpräzise Stromzähler, die Kunden meist in kleineren Stückzahlen bestellen, um das eigene Lager ebenfalls möglichst klein und flexibel zu halten. Für Landis+Gyr bedeutet dies, dass die Aufträge oftmals relativ kurze Lieferfristen haben, häufiger reinkommen und zwischen Bestellung und Ankunft beim Kunden nur 48 Stunden bis maximal 2 Wochen liegen. Darüber hinaus bringt die Lage der Produktionshalle in direkter Nachbarschaft zur Qualitätssicherung, dem Engineering und der Produktentwicklung den Vorteil einer nahtlosen Kommunikation zwischen den Abteilungen, wodurch spezifische Kundenwünsche und Weiterentwicklungen problemlos und rasch umgesetzt werden können. Nach der Fertigstellung eines Stromzählers wird dieser getestet, plombiert, sicher verpackt und auftragsspezifisch für die Abholung bereitgestellt. Dies geschieht ebenfalls zwei Mal pro Tag und wird durch den Laster ausgeführt, der vorher die Materialien für die Herstellung der Zähler gebracht hatte und somit nicht leer ins Zentrallager von Schenker zurückfahren muss. Hier werden dann die Kisten vor der Versendung erneut gescannt und rund um den Globus an die Kunden von Landis+Gyr verschickt. 6

7 Insgesamt arbeiten rund um den Supermarkt, die Produktionslinien, dem Eichamt und der gesamten Logistik über 60 Mitarbeitende, die diesen Kreislauf rund um die Uhr am Laufen halten und sicherstellen, dass die Bestellungen der Kunden fristgerecht und in bewährter Landis+Gyr-Qualität beim Kunden ankommen. MB 7

8 Ausgabe 12 - Oktober 2014 LKW Smart Metering flächendeckend eingeführt Die Liechtensteinischen Kraftwerke (LKW) sind als Anstalt des öffentlichen Rechts mit rund 190 Mitarbeitern für die Versorgung des gesamten Fürstentums Liechtensteins mit elektrischer Energie verantwortlich. Als Produzent und Lieferant von Energie sorgen die LKW seit 1923 für Licht, Wärme und Bewegung in Liechtenstein. Die LKW setzen jährlich rund 400 GWh Energie ab wovon knapp 20% aus Inlanderzeugung stammen und versorgen nebst den Einwohner auch die Arbeitsplätze mit elektrischer Energie. Das Fürstentum ist eine eigene Bilanzgruppe innerhalb der Regelzone swissgrid und seit 2005 voll liberalisiert. Als Netzkompetenz-Center sind die LKW beim Elektrizitäts- und Telekommunikationsnetz dafür verantwortlich, dass Wirtschaft und Privatkunden über leistungsfähige, ausfallsichere und preiswerte Infrastrukturen verfügen. 8 Neben der Grundversorgung Liechtensteins bieten die LKW eine Reihe weiterer Dienstleistungen und Innovationen an, die das Stromgeschäft sinnvoll ergänzen. Im Vordergrund stehen dabei Elektro- und Multimedia-Installationen in den Netzen sowie in Neu- und Umbauten. Der Verkauf von Elektrogeräten und einer Vielzahl von Fachartikeln im Elektrofachgeschäft machen es möglich, dass die LKW-Kunden alles aus einer Hand erhalten.

9 Smart Metering Projekt Im 2011 begannen die LKW die flächendeckende Einführung von Smart Metering mit der L+G Gridstream AIM Solution. Damit verfolgen die LKW folgende Ziele: Effizienzsteigerung und Automatisierung in den Bereichen: Kundenwechselprozess Zählerableseprozess Inkassoprozess Erfüllung der aktuellen gesetzliche Anforderungen sowie des 3. EU-Energiepakets Monatliche Abrechnung 15 Lastgangdatenerfassung Überwachung der Netzqualität (Spannung, Strom, Frequenz, Spannungsausfälle) Optimierung der Energiebeschaffung Bessere Datenbasis durch Lastgangmessung Datengrundlage für bessere Prognosefähigkeit Zusammenarbeit mit anderen Werken Spartenzähler auslesen (Zählerstände für die Medien Gas, Wasser) Manipulationsschutz Manipulationen an der Messeinrichtung (Klemmendeckel öffnen, starke Magnetfelder) Nach der erfolgreichen Softwareintegration in die Systemumgebung der LKW und der abgeschlossenen Testphase mit 850 Zählern wurden bis heute über Haushaltzähler durch integrierte Smart Meter des Typ E450 ausgewechselt. Ein eigens dafür zusammengestelltes Montageteam arbeitete nach einem genau vorgegebenen Rollout-Plan, welcher aufgrund der Trafokreise erstellt wurde. Die Kommunikation zu den Zählern erfolgt über das Niederspannungsnetz. Mittels Power-Line-Communication (PLC) werden die Zählerdaten in 250 Datenkonzentratoren DC450, welche in den Trafostationen installiert sind, zur 9

10 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Zentrale übertragen. Die Konzentratoren versenden die Daten mittels GPRS-Verbindung zum Server. Es mussten dazu keine zusätzlichen Verkabelungen vorgenommen werden, die Zähler melden sich nach der Installation sofort übers PLC am Datenkonzentrator an und sind dadurch im System sofort verfügbar. Alle Smart Meter sind mit einem dreiphasigen Unterbrecher ausgestattet und können bei Bedarf von der Zentrale aus gesteuert werden. Diese Möglichkeit unterstützt den Inkassoprozess und erspart den LKW den aufwändigen Einbau eines Zahlautomaten vor Ort. Die im E450 integrierte MBus-Schnittstelle und die damit verbundene Möglichkeit weitere Sparten wie Gas, Wasser und Wärme auszulesen hat die LKW veranlasst eine Kooperation mit den Gasund Wasserversorgern in Liechtenstein einzugehen. Bereits werden über Fremdzähler via Stromzähler ausgelesen. Im Endausbau könnten es Zähler werden. Die Integration des gesamten Systems in die IT-Umgebung von LKW erfolgt über mehrere dedizierte Schnittstellen. Der Austausch der Daten erfolgt über XML- und CSV-Dateien. 10

11 Damit bei Bedarf ein rascher und effizienter Support möglich ist, besteht ein VPN Fernzugriff für das Landis+Gyr Customer Support Center. Somit kann sehr kurzfristig und ohne Reiseaufwand Hilfe geleistet werden. Während diversen Schulungen vor Ort und im L+G Trainingscenter erlernten die verantwortlichen LKW-Fachleute den Umgang mit der Software, die Installation und Wartung der Feldgeräte (Smart Meter, Datenkonzentrator) und den Aufbau des PLC- Kommunikationsnetzes. Gemeinsam mit der schwedischen Firma SWEMET hat sich LKW das Knowhow zur Beseitigung von Kommunikationsstörungen erarbeitet. Die Spezialisten der LKW bauten ihr Wissen laufend aus und konnten bereits mehrmals andere Energieversorger hilfeleistend bei der Störungssuche unterstützen. Vor kurzem haben die LKW ihr neues Kundenportal in Betrieb genommen. Darin können die Kunden Einsicht in ihre Stromrechnungen und die zugehörigen Stromverbrauchsdaten (Tageswerte) nehmen. Ausserdem lassen sich Mieterwechsel und weitere Interaktionen vom Kunden direkt via eportal abwickeln. mit/ohne Stromwandler) im Smart Metering System integriert werden. Der Profit für die LKW sind aussagekräftige Effektivabrechnungen, die je nach Kundengruppe im Monats- oder Quartalsrhythmus verschickt werden. Sehr geschätzt wird auch die Flexibilität beim Wechsel der Rechnungsperiodizität. Zudem ist der Weg frei für neue Preismodelle. Im Bereich des Inkassoprozesses konnten Kosten für den zeitintensiven Ein- und Ausbau der Zahlautomaten eingespart werden. Fazit von den LKW: Der flächendeckende Roll-out hat sich sehr bewährt und empfiehlt sich allen kleinen und mittelgrossen Energieversorgern. Aus folgenden Gründen würde LKW das gleiche Vorgehen wieder wählen: Roll-out-Planung ist nur einmal notwendig Probleme werden sofort erkannt und PLC-Störungen können rasch behoben werden Überschaubarer Prozess Gleiche Produkte im ganzen Projekt/ Versorgungsgebiet MH In den nächsten Monaten sollen nun in einem Folgeprojekt rund Smart Meter für Kombimessungen (Wirk- und Blindenergie, Leistungsmessung, Rücklieferungen, 11

12 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Strategische Übernahme stärkt das Smart Grid-Portfolio 12 Mit der Übernahme von PowerSense, einem Hersteller hochwertiger Überwachungs- und Steuerungssysteme für die Energieverteilungsbranche, baut Landis+Gyr sein Smart Grid-Portfolio aus. Die Kunden profitieren von einer kostengünstigen, skalierbaren und modularen Technologie, die sich bereits im Masseneinsatz bewährt hat und das Kernportfolio von Landis+Gyr perfekt ergänzt. PowerSense ist eine Ausgliederung des dänischen Versorgers DONG Energy und hat sich seit seiner Gründung im Jahr 2006 zu einem allgemein anerkannten Anbieter patentierter optischer Sensortechnologien sowie von Überwachungs- und Steuerungsprodukten für intelligente Netze entwickelt. Das Produktangebot des Unternehmens soll die vorhandene Infrastruktur für die Energieverteilung digitalisieren, sodass eine Smart Grid-Komplettlösung möglich ist. Realisiert wird diese Lösung durch die Ergänzung der vorhandenen Mittelspannungs- und Niederspannungs-Stromleitungen, -Transformatoren und Schaltanlagen mit Sensoren und die Integration bereits installierter elektronischer Geräte (z. B. S650, Nebenzähler, Fehlererkennungssysteme, Analysesysteme für die Energiequalität usw.) in Unterstationen. Zusammen mit den bereits vorhandenen Angeboten von Landis+Gyr und Toshiba zum Netzmanagement lassen sich noch weitere Synergien erschliessen: So können die Netzbetreiber die Herausforderungen der verteilten Energieerzeugung, durch unerwartete Laständerungen und wechselnde Stromverbrauchsmuster meistern. Seit 2006 hat PowerSense Produkte und Dienstleistungen an 35 Versorger in aller Welt verkauft und geliefert. Landis+Gyr will PowerSense in sein Europageschäft integrieren und somit seinen Kunden einen signifikanten Zusatznutzen anbieten. Andreas Umbach, Geschäftsführer bei Landis+Gyr dazu: «Diese Übernahme ist der Beginn einer attraktiven und leistungsfähigen neuen Generation von Produkten. Unsere Kunden erhalten damit einmalige Vorteile und können Energie in der sich schnell verändernden Welt der Smart Grid- Anwendungen besser verwalten.» PV

13 Markteinführung des E35C 2G/3G-Moduls V4.0 Das neue Kommunikationsmodul übernimmt den GSM- und UMTS-Datenaustausch zwischen dem Zähler E350 und der zentralen Anlage des Kunden. Das E35C 2G/3G-Modul wurde für die Kombination der Zählerplattformen E350 und E450 mit mobiler P2P-Kommunikation konzipiert. Landis+Gyr baut damit sein Angebot für den Zähler E350 als einzige mobile P2P-Plattform der Zukunft aus. In der ersten Phase der Produkteinführung wurden die Funktionen für Hauptanwendungsfälle im Rahmen des Projekts zwischen Landis+Gyr und Elektrilevi in Estland entwickelt. Das nächste Release des Moduls wird über eine noch höhere Funktionalität verfügen, mehrere Energiezähler unterstützen und die standardisierte Verbraucherinformationsschnittstelle CII von Landis+Gyr besitzen. Das E35C 2G/3G-Modul ist entsprechend IDIS Pack II zertifiziert und bietet für jeden installierten Zähler E350 standardisierte IDIS-Funktionen und Einsatzmöglichkeiten, sodass die Investitionen des Kunden langfristig geschützt bleiben. JH 13

14 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Die strengen Prüfungen des Zählers E450 gewährleisten die Integration der Komplettlösung Die neuesten, IDIS-fähigen Haushaltszähler E450 der Serie 3 von Landis+Gyr werden entsprechend den Branchenstandards und internationalen Normen getestet. Die Produkteinführung ist für die zweite Hälfte des Jahres 2014 vorgesehen. Der Zähler wird im Rahmen der Systemintegrationsprüfung mit der Smart Metering-Komplettlösung Gridstream von Landis+Gyr getestet. Das neue System wird in der automatischen Prüfumgebung des Unternehmens untersucht, dies erlaubt eine gründlichere und konsistentere Prüfung in kürzerer Zeit. Die Serie 3 der Zähler E450 ist mit den vorhandenen Zählern E450 der Serie 1 und 2 im Portfolio von Landis+Gyr voll kompatibel und wird ebenfalls vom DC450 unterstützt. Bestandskunden können ihren Zählerbestand mit minimalem Systemsupport auf modernere Geräte umstellen. Neukunden können gleich die Serie 3 mit dem aktuellen Supportsystem bestellen, die die Serie 1 und 2 ersetzen soll. Kunden, welche die Produktfunktionen testen und die erforderlichen lokalen Genehmigungen einholen wollen, können Musterzähler bestellen. JH 14

15 Eine neue Dimension der Ultraschallzähler von Landis+Gyr Landis+Gyr präsentiert mit ULTRAHEAT qp 150 eine neue Generation grosser Ultraschallzähler und erweitert damit das vorhandene Angebot um die Nenngrösse DN 150 mit einem Nenndurchfluss von 150 m 3 /h. Der Zähler kann ab sofort geliefert werden. Das Produkt nutzt ein innovatives Konzept, da das Flanschgehäuse permanent in der Anlage verbleiben kann, ohne dass die Messgenauigkeit und Stabilität verändert werden. Für Prüfungen, Austausch und Neukalibrierung muss nur der kalibrierte Messeinsatz gewechselt werden. Der robuste Strömungsteil und der Messeinsatz bestehen aus hochwertigem Edelstahl. Da das Flanschgehäuse permanent in der Anlage verbleiben kann und der Austausch der Messeinsätze ganz einfach ist, werden langfristig Zeit und Geld gespart. Das neue Konzept ist einmalig; die komplette Messtechnik kann gewechselt, verfeinert und kalibriert werden, ohne dass dadurch Beschränkungen oder Risiken für die Metrologie entstehen. JB 15

16 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Prozessoptimierung bei unseren Reparaturen Ein grosses Anliegen von Landis+Gyr ist es, sich ständig weiterzuentwickeln und sich zu Verbessern. Bei unserem Reparaturprozess ist sowohl unseren Kunden als auch uns selber seit gewisser Zeit klar, dass es Verbesserungspotenzial gibt. Einerseits wollen wir durch schlankere Prozesse und einfachere Administration die Durchlaufzeit verkürzen, andererseits wollen wir die Transparenz verbessern und die Rückverfolgbarkeit gewährleisten. Doch wie können wir das beim angesprochenen Prozess erreichen? Einen grossen Impact erhoffen wir uns durch die Einführung eines RMA-Formulars. (RMA=Return Material Authorization) Das RMA-Formular wird vor dem Einsenden der defekten Geräte durch den Kunden mit Unterstützung des zuständigen Aussendienstmitarbeiters ausgefüllt und an die Mailadresse gesendet. Anhand der Angaben auf dem Formular eröffnet das Logistikteam den Reparaturauftrag und kann dem Kunden die RMA-Nummer, die Reparaturnummer, bekannt geben. Mit dieser Nummer können die Geräte ohne grossen Aufwand zurückverfolgt werden. Danach werden die defekten Geräte zu L+G gesandt. Durch das Vorhandensein der Reparaturnummer beim Wareneingang haben unsere Logistiker die Möglichkeit, den zuständigen Sachbearbeiter direkt zu informieren. Da die nötigen Papiere bereits alle vorbereitet sind, kann der Sachbearbeiter die weiteren Schritte direkt einleiten und die Geräte an die richtige Stelle weiterleiten. So geht bei der nötigen Administration keine Zeit verloren. Durch das Erfassen der Reparaturart oder Fehlerbeschreibung auf dem RMA-Formular hat unser Service & Repair die Möglichkeit, direkt an der richtigen Stelle anzusetzen und gewinnt dadurch zusätzliche Zeit. BG 16

17 Ausgefülltes RMA-Forumular trifft bei L+G ein Auf dem RMA-Formular wären folgende Angaben wünschenswert: Die Kontaktdaten (Name, Telefonnummer, Adresse) Die Versandadresse Der Gerätetyp, die Fabrikationsnummer, der Jahrgang, die Reparaturart und ob das Gerät noch unter Garantie läuft. L+G eröffnet Reparaturauftrag und sendet RMA-Formular mit RMA-Nummer an den Kunden zurück Kunde sendet Geräte inkl. RMA-Formular zu L+G L+G sendet Zähler zur entsprechenden Reparaturstelle (Sollten Sie nicht wissen ob die Geräte noch unter Garantie laufen, steht Ihnen Ihr Key Account Manager gerne zur Verfügung.) Reparierte Geräte werden zum Kunden zurückgesendet Das RMA-Formular können Sie unter folgendem Link downloaden: Deutsch: LG.docx Französisch: LG_f.docx Bitte unterstützen Sie uns beim optimieren unseres Reparaturprozesses mit dem Ausfüllen des RMA-Formulars Sie werden von der kürzeren Durchlaufzeit und dem transparenten Prozess profitieren können! 17

18 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Veränderungen bei der klassischen Datenkommunikation «Veränderungen bei der Zählerdaten- Abfrage über öffentliche Datenkanäle» Ausgangslage Heute wird der klassische Datenverkehr u.a. zur Abfrage der Zählerdaten grundsätzlich über zwei unterschiedliche Kommunikationswege geführt. Entweder findet dies drahtgebunden über bestehende Infrastrukturen wie Telefonnetz, Ethernet/ Internet, ferner über Standleitungen oder drahtlos über Mobilnetze via GSM (CSD = Circuit Switched Data) oder GPRS (= General Packet Radio Service; 2G), eventuell auch über eine Kombination beider Übertragungsarten statt. Drahtgebundene Kommunikation Die Situation heute Diese traditionelle Kommunikation funktioniert mit einem Modem, das auf der ZFA- Seite (Zählerfernauslese-Software) die jeweiligen Kommunikationswege bereitstellt, 18

19 um sich auf der Zählerseite mit den spezifischen Kommunikationseinheiten (CU) zu verbinden. Dies ergibt recht stabile Verbindungen, um die Zählerdaten fehlerfrei in die ZFA zu bringen. Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit ist mit 9600 bit/sec. relativ bescheiden, ist aber für die meist kleine, zu übertragende Datenmenge genügend. Was ändert sich demnächst im Telefonnetz? Seit den 80er-Jahren hat sich das bekannte Internet zum weltweiten und schnellen Austausch von sehr grossen Datenmengen etabliert. Für die meisten kleineren Nutzer dieser Möglichkeiten läuft die letzte Meile, d.h. von der «Telefonzentrale» im Quartier bis ins Haus, immer noch über die alte Zweidrahtleitung (PSTN = public switched telephone network = klassisches analoges Telefonnetz). Zwar wird die Bandbreite derselben inzwischen wesentlich besser ausgenützt als dies nur zum Telefonieren nötig wäre. Neue Gebäude werden jedoch vermehrt direkt über Glasfaserleitungen angebunden, welche die alten Kupferleitungen ersetzen und breitbandigere, auf Internet-Protokoll basierte Kommunikation ermöglichen. Diese sind nicht mehr mit einer klassischen Telefonzentrale verbunden, sondern direkt mit Internet-Servern. Folge: Auch die Telefongespräche werden in Zukunft digitalisiert und über das bestehende Internet, d.h. via Internet-Protokoll übertragen (voice over IP). Alle auf dem alten Festnetz basierten analogen Anschlüsse werden bis Ende 2017 abgelöst gemäss Swisscom-Ankündigung vom Mai Was bedeutet dies für die Zählerdatenübertragung? Heute werden viele Zählerdaten noch mittels Modems über das klassische Telefonnetz übertragen. Auf Zählerseite sind meist analoge Kommunikationseinheiten CU-M22 eingesetzt. Dies wird spätestens ab 2017 nicht mehr auf diese Weise möglich sein. Zwar werden die alten Modems inkl. CU-M22 noch funktionsfähig sein und eine begrenzte Anzahl analoger Leitungen zu lokalen Hauszentralen noch zur Verfügung stehen. Diese Leitungen enden aber dort und die Signale werden über die grösseren Strecken IP-basiert übertragen. Dies hat zur Folge, dass die Qualität der Datenübertragung merkbar beeinträchtigt wird. Grund: Bei der Übertragung entstehen unerwünschte «time jitters» (kurze Zeitverzögerungen bei der Übertragung), welche solche Übertragungen derart stören, dass sie vorübergehend nicht mehr möglich sind und abgebrochen werden müssen. Zwar werden dabei entstehende Übertragungsfehler durch die Protokollarchitektur (z.b. DLMS) laufend korrigiert, aber unter Umständen werden mehrere neue Wahlversuche nötig sein, um die Verbindung wieder aufzubauen. 19

20 Ausgabe 12 - Oktober 2014 Von uns empfohlene Lösungen für drahtgebundene Übertragung Unsere erste Empfehlung ist, die Zählerdatenübertragung über analoge Leitungen via klassische Modems (PSTN) mittelfristig ausser Betrieb zu nehmen. Der Ersatz dafür heisst: direkte Anbindung an ein Ethernet oder ans Internet unter Umgehung der analogen Modems, indem das Modem auf ZFA-Seite ersetzt wird und zählerseitig die CU-M22 durch eine CU-E22 ersetzt wird, falls eine solche direkte Anbindung überhaupt gewährleistet ist. Sollte dies nicht möglich sein, muss alternativ unter erschwerten Bedingungen weiterhin mit den klassischen Möglichkeiten gearbeitet werden. Dabei wird die analoge Kommunikation bereits im Gebäude an die analogen Schnittstellen eines Gateway des Kommunikationsnetzbetreibers angeschlossen, in welchem die analogen Signale auf IP- Kommunikation konvertiert werden. des mobilen Telefonnetzes merkt dabei kaum etwas, denn die Sprachqualität wird davon kaum beeinflusst werden. Die mobile Datenerfassung per CSD Problematischer als für die Sprachanwendung stellt sich die Umstellung von 2G auf nachfolgende Technologien dar. Viele unserer Kunden nutzen für drahtlose Kommunikation CSD (Circuit Switched Data). Dies ist der einfache Datenübertragungsstandard über GSM-Netze. Die ZFA erreicht den Zähler durch Wählen einer Mobilnummer. Der Vorteil ist, dass auf der ZFA-Seite die gleiche Infrastruktur wie bei PSTN benutzt werden kann. Die Kostenabrechnung der Kommunikation erfolgt zeittaxiert, d.h. pro Minute Verbindungszeit. Die Zählerdatenerfassung kann auf der Zählerseite via die Kommunikationseinheit CU-P42 (ältere: Drahtlose Kommunikation Die Mobiltelefonie über das GSM-Netz Diese am besten bekannte Mobiltelefonie geschieht über das 2G-Netz, aber bereits in digitalisierter Form. Auch diese Art der Kommunikation wird mittelfristig durch die nächste, bereits bestehende 3. und 4. Generation (3G = UMTS, Universal Telecommunications System; 4G =LTE, Long Term Evolution) ersetzt werden. Der Benutzer 20

21 CU-P32) mit eingesetzter SIM-Karte erfolgen. Nachteil: diese Übertragungsart ist vor allem bei längeren Verbindungszeiten relativ teuer! Die mobile Datenerfassung per GPRS (General Packet Radio Service) Diese Übertragungsart ist bereits seit längerer Zeit möglich und erfolgt über dasselbe mobile GSM-Telefonnetz 2G. Da GPRS eine Anbindung an das Internet ist, erfolgt die Datenübertragung heute bereits via Internet-Protokoll. Die Verrechnung erfolgt nicht mehr zeit-, sondern volumentaxiert, was für die Zählerdatenerfassung ein grosser Vorteil ist, da die zu übertragene Datenmenge relativ klein ist. Änderungen bei der mobilen Datenübertragung Die Betriebsart CSD wird bereits in einigen Jahren nicht mehr möglich sein und durch andere Betriebsarten wie GPRS, etc. vollständig ersetzt werden. Ankündigungen tendieren hierbei, diese Ablösung bis in etwa 6 Jahren abzuschliessen. Bei CSD stellt sich auch die Umstellung auf IP-Kommunikation in den Backbone-Netzen als problematisch dar, da sich dadurch Laufzeitverzögerungen ergeben und alte verbindungsorientiere Protokolle damit Mühe haben. In weiterer Zukunft ist auch eine Ablösung von GPRS (2G) als M2M-Kommunikationstechnologie durch die jüngeren Generationen vorgesehen. Diese Ablösung kann allerdings zum heutigen Zeitpunkt noch nicht mit einem angekündigten Datum versehen werden. Unsere Empfehlungen Kunden, welche die Zähler heute über analoge Telefonleitungen erfassen Hier gibt es folgende Möglichkeiten: Umstellung auf IP-basierte Datenübertragung. Diese Möglichkeit besteht natürlich nur, falls ein Zugang zum Internet oder zu einem lokalen Ethernet besteht. In der Regel wird mit einer fixen IP-Adresse gearbeitet, so dass auch hier zwischen ZFA und Zähler eine Quasi-Standleitung zur Verfügung 21

22 Ausgabe 12 - Oktober 2014 stehen wird. Die ZFA muss IP-basiert sein und die Kommunikationseinheiten CU-M22 müssen gegen CU-E22 ausgetauscht werden. Umstellung auf GPRS: Auf ZFA-Seite muss eine Anbindung an das Internet erfolgen und die Datenübertragung wird via VPN (virtual private network) über einen vom Provider zur Verfügung gestellten Datenkanal erfolgen. Dieser wird sich ähnlich wie eine Standleitung verhalten. Sämtliche CU-M22 müssen gegen CU-P42 mit GPRS-Parametrierung und neuer SIM- Karte ausgetauscht werden. Alternative: Es kann mit einem FS-Provider (Full Service Provider) gearbeitet werden, der dem EVU die regelmässige Auslesung besorgt und die Daten überweist. Die CUs müssen trotzdem getauscht werden. Benützung bestehender lokaler Analogleitungen: Die vorhandenen Modems auf ZFA-Seite werden weiterhin mit lokalen PSTN-Anschlüssen verbunden sein. Auf Zählerseite muss nichts unternommen werden, d.h. die bestehenden Kommunikationseinheiten CU-M22 müssen weiterhin mit PSTN-Leitungen verbunden sein. Nachteil: Die Übertragungsqualität wird merklich schlechter sein als heute. Es werden unerwartete Verbindungsabbrüche und vermehrt neue Wahlversuche notwendig sein. Landis+Gyr ist am testen, ob solche Verbindungen über die zukünftigen Netzwerke überhaupt noch stabil genug sind um die Anforderungen an die Zählerfernauslesung zu erfüllen. Grössere EVU, die heute noch mit CSD arbeiten Hier muss auf GPRS umgestellt werden (siehe unter 4.1 b). Für grössere EVU lohnt sich der Abschluss eines M2M-Vertrags mit einem Provider (Swisscom, Sunrise oder Orange). Auf Zählerseite müssen die Kommunikationseinheiten CU-M22 gegen CU-P42 mit neuer SIM-Karte ausgetauscht werden. Kleinere EVU, die heute noch mit CSD arbeiten Hier muss ein Abschluss eines M2M-Vertrags individuell beurteilt werden. Es empfiehlt sich aber aus Sicht von Landis+Gyr für die Zählerfernauslesung mit einem FS- Provider (Full Service Provider) zusammenzuarbeiten, der die regelmässige Auslesung besorgt und die Daten überweist. Bestehende CU-P42 können nach einer Umparametrierung auf GPRS weiter verwendet werden. Es muss eventuell die SIM-Karte gewechselt werden. 22

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