Einstieg in den Ausstieg - Energiepolitische Szenarien für einen Atomausstieg in Deutschland

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1 Energiemanagement und Nachhaltigkeit Einstieg in den Ausstieg - Energiepolitische Szenarien für einen Atomausstieg in Deutschland Ergebnisse einer Studie im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung Brigitte Knopf, Michael Pahle, Ottmar Edenhofer Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK) Hendrik Kondziella, Mario Götz, Thomas Bruckner Institut für Infrastruktur und Ressourcenmanagement (IIRM), Universität Leipzig Berlin,

2 Agenda 1) Motivation 2) Modellergebnisse 3) Anforderungen an staatliches Handeln Folie: 2

3 Dimensionen des Kernenergieausstiegs Atomausstieg Klimaschutz Versorgungssicherheit Ziele Sozialverträglichkeit (Haushalte) Wettbewerbsfähigkeit (Industrie) Quelle: Schmid (2011) Folie: 3

4 Dimensionen des Kernenergieausstiegs Atomausstieg Brennstoffpreise Versorgungssicherheit Ersatzkapazitäten Erneuerbare Gas Klimaschutz CO 2 Emissionen Netzausbau Kohle CO 2 -Preis Strompreis Sozialverträglichkeit (Haushalte) Wettbewerbsfähigkeit (Industrie) Quelle: Schmid (2011) Folie: 4

5 Dimensionen des Kernenergieausstiegs Energiepolitik Atomausstieg Ersatzkapazitäten Klimaschutz Umweltpolitik Brennstoffpreise Versorgungssicherheit Erneuerbare Gas CO 2 Emissionen Netzausbau Kohle CO 2 -Preis EU-ETS Strompreis Sozialpolitik Sozialverträglichkeit (Haushalte) Wettbewerbsfähigkeit (Industrie) Industrie-/Wirtschaftspolitik Quelle: Schmid (2011) Folie: 5

6 Darstellung der Modellergebnisse Definition der Ausstiegsszenarien Ersatzbedarf im Bereich der fossilen Kraftwerke Preisbildung am Spotmarkt Entwicklung der Großhandelspreise Auswirkungen auf die Haushaltsstrompreise Auswirkungen auf die CO 2 -Emissionen Sensitivitätsanalysen Folie: 6

7 Kernenergieausstiegsszenarien (Restlaufzeiten) Folie: 7

8 Kernenergieausstiegsszenarien (Restlaufzeiten) Folie: 8

9 Kernenergieausstiegsszenarien (Restlaufzeiten) Folie: 9

10 Definition der Szenarien Ausstieg Kohle Ausstieg Kohle Ersatztechnologien Kohle KE: Ausstieg 2015 Fossile Kraftwerke: Schwerpunkt Kohle KE: Ausstieg 2020 Fossile Kraftwerke: Schwerpunkt Kohle Ausstieg 2022 KE: AtG2002 Fossile Kraftwerke: Kohle und Gas Ausstieg 2038 KE: AtG2010 Fossile Kraftwerke: Kohle und Gas Erdgas Ausstieg Gas KE: Ausstieg 2015 Fossile Kraftwerke: Schwerpunkt Erdgas Ausstieg Gas KE: Ausstieg 2020 Fossile Kraftwerke: Schwerpunkt Erdgas Laufzeit der Kernenergie Folie: 10

11 Zusätzlicher Bedarf an fossilen Kraftwerken Folie: 11

12 Preisbildung im Strommarkt Nachfrage Angebot Kosten, Preis (Euro / MWh) p * Kernenergie Braunkohle Steinkohle Gas Öl erneuerbare Energien gleichgewichtige Menge Arbeit (MWh) Preisbildungsmechanismus an der Strombörse in einer exemplarischen Stunde (schematische Darstellung) Folie: 12

13 Entwicklung der Großhandelspreise Folie: 13

14 Ersatzoptionen: Gas- versus Kohlekraftwerke Folie: 14

15 Zusammensetzung des Strompreises Folie: 15

16 Strompreise für Haushalte Beispiel: Stromverbrauch 3500 kwh Basis Ausstieg 2020 oder 2022: 2 monatliche Mehrbelastung bei einem Ausstieg in ,46 monatliche Entlastung bei einem Ausstieg in 2038 (Laufzeitverlängerung) Beispiel: Stromverbrauch 3500 kwh Basis Ausstieg 2015 oder ,90 monatliche Entlastung bei einem Ausstieg in ,20 monatliche Entlastung bei einem Ausstieg in 2038 (Laufzeitverlängerung) Folie: 16

17 CO 2 -Emissionen Folie: 17

18 Sensitivität der Strompreise Einflussfaktoren Folie: 18

19 Koordinierte Europäische Klima- und Energiepolitik Eine koordinierte europäische Klima- und Energiepolitik unterstützt und erleichtert die Energiewende in Deutschland Geeignete Maßnahmen: Erweiterung des Europäischen Emissionshandels Gemeinsame Förderung der erneuerbaren Energien Folie: 19

20 Erweiterung des Europäischen Emissionshandels EU-27 Treibhausgas Emissionen Landwirtschaft 11% Rest 5% Andere Industrien 12% EU ETS 41% Haushalte und Gewerbe 13% Straßenverkehr 18% Bisher sind nur ca. 40% der EU Emissionen abgedeckt. Erweiterung des Emissionshandels um weitere Sektoren ist notwendig. Folie: 20

21 Förderung der erneuerbaren Energien Prüfung einer europaweiten Harmonisierung der Förderung der erneuerbaren Energien unter Berücksichtigung der Integration bestehender nationaler Fördersysteme Erneuerbare Energien sind lernende Technologien Kosten können durch geeignete Standortwahl gesenkt werden Folie: 21

22 Kostensenkung durch geeignete Standortwahl Unsicherheit bei den Kosten Gestehungskosten Elektrizität Gestehungskosten Wärme Gestehungskosten Treibstoff IPCC SRREN (2011) Folie: 22

23 Erneuerbare Energien sind lernende Technologien Mit jeder weiteren installierten Kapazität sinken die Kosten Photovoltaik (global) Mittlerer Preis [$/W] Onshore Wind (Dänemark) Onshore Wind (USA) Kumulierte globale Kapazität [MW] IPCC SRREN (2011) Folie: 23

24 Die erneuerbaren Energien brauchen den Netzausbau Ausrichtung des Neubaus von Kraftwerken an den Erfordernissen der Netzinfrastruktur (Berücksichtigung regionaler Gegebenheiten). Optimierung des Netzbetriebes im Hinblick auf Stabilität (z.b. durch Zertifizierung für systemsichernde Eigenschaften). Erhebung und Offenlegung der zur Beurteilung der Netzsituation notwendigen Daten. Weitere Beschleunigung des Netzausbaus gemäß den vorliegenden Plänen und Gesetzesinitiativen. Folie: 24

25 Einrichtung eines Rates für Energie- und Klimapolitik Die Langfristigkeit erlaubt eine größere Unabhängigkeit von kurzfristigen politischen Strömungen. Der Rat schlägt nicht nur einen Weg vor, sondern verschiedene Alternativen. Nicht nur Monitoring, sondern aktive Rolle bei der Identifizierung von Forschungslücken und Defiziten bei der Implementierung. Rat muss Rechenschaft gegenüber dem Parlament ablegen. Fortwährende Überprüfung von Zielen und Mitteln. Folie: 25

26 Nicht der Ausstieg aus der Kernkraft ist die eigentliche Herausforderung, sondern der Einstieg in die Energiewende Der Schritt vom Ausstieg zur Energiewende ist machbar Zur Umsetzung der Energiewende bedarf es einer koordinierten europäischen Energie- und Klimapolitik Energiemanagement und Nachhaltigkeit Folie: 26 26

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