Die Förderung der Windkraft: Hauptseminar Umweltökonomik WS 06/ Nina Wagner, Philip Liesenfeld

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1 Hauptseminar Umweltökonomik WS 06/ Nina Wagner, Philip Liesenfeld

2 Gliederung 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland 2. Warum Windkraft? 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele 4. Fokus EEG: Kritik am deutschen Förderinstrument 5. Fazit und Diskussion

3 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland

4 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland

5 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland Anzahl der 2005 in den einzelnen Bundesländern installierten Windkraftanlagen v.a. in den nördlichen Bundesländern finden sich geeignete Standorte dezentrale Installation von Windkraftanlagen

6 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland Quelle: Bundesverband Windenergie e.v. Leistung einer WKA stieg von 1980 bis 2000 um den Faktor 100

7 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland Quelle: Bundesverband Windenergie e.v.

8 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland Folgen der Entwicklung: Quelle: Spiegel 14/2004 Quelle: Energiewirtschaftliche Tagesfragen 10/2003

9 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland Quelle: Spiegel 14/2004 Quelle: Spiegel online Quelle: RWE

10 1. Entwicklung der Windkraftnutzung in Deutschland Ziel der Präsentation ist das Darstellen von: Pro-Argumenten der Windkraft-Befürworter Contra-Argumenten der Windkraft-Gegner Kritischer Betrachtung des EEG

11 2. Warum Windkraft? Internalisierung negativer externer Effekte CO 2 als Kuppelprodukt bei Energieerzeugung mit fossilen Brennstoffen Kosten für die Volkswirtschaft (Gesundheitssystem, Landwirtschaft) Klimawandel als globale Auswirkung Internalisierung = Kostenübernahme nach dem Verursacherprinzip Windkraft ist keine Internalisierung, sondern die Vermeidung von Schadstoffausstoß

12 2. Warum Windkraft? Beschäftigungseffekte direkte Effekte: F & E, Installation, etc. indirekte Effekte: Zulieferbetriebe (Metallindustrie) Bruttobeschäftigung: in 2005 etwa Arbeitsplätze in der Windbranche Nettobeschäftigung: in 2005 etwa Arbeitsplätze Abzüge durch Substitutions- und Budgeteffekt

13 2. Warum Windkraft? Substitutionseffekt: konventionell erzeugte Energie wird durch Ökostrom substituiert Arbeitsplatzabbau im traditionellen Energiesektor Budgeteffekt: Arbeitsplatzabbau in anderen Sektoren wegen sinkender Kaufkraft bei Mehrausgaben für Ökostrom

14 2. Warum Windkraft? Nachhaltigkeit Sustainable Development Erhalt der Umwelt/ Erhalt fossiler Ressourcen für künftige Generationen Vorsorgeprinzip: frühzeitige Präventionsaktivitäten bei wahrscheinlichen Risiken wie Klimawandel Politik der kleinen Schritte : höhere gesellschaftliche Akzeptanz stetige Windkraftentwicklung billiger als abruptes Aufrüsten (Kostendegressionen)

15 2. Warum Windkraft Quelle: Bundesverband Windenergie e.v.

16 2. Warum Windkraft? Versorgungssicherheit und Importunabhängigkeit Endlichkeit fossiler Ressourcen Verknappung und Einbeziehen externer Effekte (Emissionshandel) führen zu Verteuerung irgendwann sind Ressourcen aufgebraucht Unabhängigkeit von Importen konventioneller Energieträger Fossile Energieträger können bei Preissteigerungen (wie aktuell z.b. in Weißrussland) teilweise ersetzt werden

17 2. Warum Windkraft? Umwelt-, Natur- und Klimaschutz Vermeidung von Luftschadstoffen (z.b. Feinstaub) sowie Treibhausgasen global bemerkbar Höhe des CO2-Einsparpotenzials strittig, da konventionelle Kraftwerke beim Vorhalten von Regelenergie mehr CO2 erzeugen als bei normalem Betrieb + überproportionaler Anstieg von vorzuhaltender Regelenergie bei weiterem Ausbau der Windkraft 2005: mit Windenergie etwa 25 Mio. Tonnen CO2 eingespart bei 70 /t CO2: 1,75 Milliarden gespart (Quelle BMU 2006.)

18 2. Warum Windkraft? Quelle: BMU (2006). Braunkohle: bei einer kwh anfallende Emissionen kosten etwa 8 cent Windenergie: nahezu keine Emissionskosten

19 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele 12, 15 EnWG: EVU sind gesetzlich zur Gewährleistung der Versorgungssicherheit verpflichtet Ist Windkraft geeignet eine zuverlässige Versorgung mit Strom zu gewährleisten?

20 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele Bedarfsgerechte Stromerzeugung: Stromproduktion wird jederzeit an die Stromnachfrage angepasst Durch rechtzeitige Planung kann der Kraftwerkspark betriebswirtschaftlich optimal eingesetzt werden Bedarfsgerechte Produktion möglich bei: - konventionellen Kraftwerken - Biomasse-Kraftwerken

21 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele Dargebotsabhängigkeit: Je nach Tages- und Jahreszeit weht der Wind unterschiedlich stark / schwach Tatsächlich produzierte und theoretisch verfügbare Nennleistung können erheblich voneinander abweichen E.on AG: nur 10 % der installierten Windkraftkapazität können als gesichert verfügbar angesehen werden

22 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele Folgen der Dargebotsabhängigkeit: Mit steigender Windstromkapazität erhöht sich auch der Bedarf an zur Garantie der Versorgungssicherheit vorzuhaltender Reservekapazität Volatilität des Windstromangebots erfordert die Produktion von ausreichend Regelenergie um kurzfristige Angebotsschwankungen auffangen zu können Dezentrale Installation von Windkraftanlagen führt zu je nach Region unterschiedlich hohen Anforderungen an den Netzausbau

23 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele Das heißt: Windstrom ist kaum geeignet Strom aus konventionellen Kraftwerken zu ersetzen Fehlallokation Die Förderung von Windstrom ist mit hohen Zusatzkosten verbunden

24 3. Geeignetheit der Windkraft zum Erreichen der Ziele Folgen der (häufig nicht berücksichtigten) Zusatzkosten: Zu hohe CO2 Vermeidungskosten: Berücksichtigung der Zusatzkosten macht CO2 Vermeidung noch ineffizienter Regionale und internationale Wettbewerbsverzerrungen: - Bundesweite Ausgleichsregelung des EEG beinhaltet keine dezentral anfallenden Zusatzkosten - Je nach angewandter Förderpolitik können die Förderkosten für Erneuerbare zwischen einzelnen EU-Staaten stark schwanken Die Berücksichtigung von Zusatzkosten kann das Ergebnis von Kosten-Nutzen-Analysen erheblich beeinflussen

25 4. Fokus EEG Kritik am deutschen Förderinstrument Wichtigste Regelungen des EEG : Anschlusspflicht EVU übernehmen Kosten von Netzausbau, Anlagenbetreiber tragen Anschlusskosten 4: Abnahme- und Übertragungspflicht EVU sind zur vorrangigen Abnahme von regenerativ erzeugtem Strom verpflichtet 10: Feste, degressiv gestaffelte Einspeisevergütung Anlage muss 60% des Referenzertrages erbringen 14: Bundesweite Ausgleichsregelung für die durch die Einspeisevergütung entstehenden Kosten 16: Besondere Ausgleichsregelung für stromintensive Unternehmen

26 4. Fokus EEG Kritik am deutschen Förderinstrument Pro-Argumente Volkswirtschaftliche Kosteneinsparung durch vermiedenes CO2 Steuerzahler: keine direkte Belastung durch EEG WKA-Betreiber haben Planungssicherheit leichter Markteintritt für Neulinge/ langfristig stärkerer Wettbewerb Innovationsanreize durch degressiv gestaffelte Vergütungssätze keine regionalen Kostenverzerrungen durch Einspeisevergütung Begrenzung der Ökostrommenge für stromintensive Unternehmen abgeschwächte Wettbewerbsnachteile

27 4. Fokus EEG Kritik am deutschen Förderinstrument Contra-Argumente Anlagen an windschwachen Standorten erhalten höhere Anfangsvergütung länger als Anlagen an windstarken Standorten Fehlallokation (Hauptkritik am EEG) kein Wettbewerb wegen fehlendem Preis- und Absatzrisiko kein bundesweiter Ausgleich für windbedingte Zusatzkosten : - Anstieg der Erzeugungskosten konventioneller Kraftwerke: 1,5 ct/kwh - Zusätzliche Netzosten: 0,7 ct/kwh - Transportkosten: 0,2 ct/kwh = 2,4 ct/kwh Vgl. EEG-Kosten in 2005: 0,56 ct/kwh (= Einspeisevergütungen)

28 5. Fazit und Diskussion Zwischenergebnis 1: Ist die Förderung der Windkraft (in Deutschland) sinnvoll? Pro: - emissionsfreie Energieerzeugung - Investitionen machen Deutschland zu weltweitem Technologieführer Zukunft im Export? Contra: - Dargebotsabhängigkeit der Windstromerzeugung - kein adäquater Ersatz für konventionelle Kraftwerke - weiteres Ausbaupotenzial in Deutschland fraglich (Repowering / Offshore)

29 5. Fazit und Diskussion Zwischenergebnis 2: Ist das EEG als Förderinstrument geeignet? Pro: keine Steuer keine Wohlfahrtsverluste langfristige Sicherheit für Investoren (Wettbewerb?) mit degressiven Vergütungssätzen Innovationsanreize Contra: Mehr Förderung für WKA an windschwachen Standorten; Vernachlässigung windbedingter Zusatzkosten = regionale Verzerrungen Vgl. mit anderen regenerativen Energieträgern

30 2. Warum Windkraft? Vielen Dank!

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