Einwanderung die letzten 50 Jahre & die nächsten

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1 Vielfalt bildet Zukunft BBRZ Linz Einwanderung die letzten 5 Jahre & die nächsten August Gächter Kinder von EinwanderInnen 1

2 Anteil mit höchstens Pflichtschulabschluss und nicht in Ausbildung Jugendliche mit Schulbesuch im Inland und Eltern aus Drittstaaten Eltern Jährige B N W K St O S T V Beobachtete Bildungsbeteiligung der Jährigen nach Geburtsstaat der Eltern Durchschnitt wahrer Wert mit 95% Wahrscheinlichkeit im farbigen Bereich 1% 9% 8% 7% 6% 5% 4% 3% 2% 1% % AT EU15/EFTA OSO BA SC+MK TR Sonst Total 2

3 Differenz zwischen beobachteter und erwarteter Bildungsbeteiligung Vorteil in den Lebensumständen real aufgrund der bekannten Umstände erwartet bei gleichen Umständen zu erwarten nicht durch die Umstände erklärt AT EU15/EFTA OSO BA SC+MK TR Sonst Anteil aktiv Beschäftigungssuchender Bevölkerung in erwerbsfähigem Alter nach Ausbildung und Herkunft der Bildung bzw. der Eltern Bildung aus dem Ausland Bildung aus dem Inland, Eltern aus dem Ausland Bildung und Eltern aus dem Inland bis Pflicht Lehre/BmS ab Matura 3

4 Anteil passiv Beschäftigungswilliger Bevölkerung in erwerbsfähigem Alter nach Ausbildung und Herkunft der Bildung bzw. der Eltern Bildung aus dem Ausland Bildung aus dem Inland, Eltern aus dem Ausland Bildung und Eltern aus dem Inland bis Pflicht Lehre/BmS ab Matura Umgang mit Problemen am Arbeitsmarkt ist einseitig Behebung von Defiziten der Beschäftigungssuchenden: macht AMS Beschäftigungsfähigkeit Sucheffizienz Behebung von Defiziten auf Seiten der Betriebe: niemand zuständig Vorbeugung gegen Ungleichbehandlung? Betroffene sind allein gelassen 4

5 OECD Vorschlag Herbst 211 gezielte Maßnahmen zur Anhebung des Anteils von Jugendlichen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Sektor, wo Nachkommen von MigrantInnen stark unterrepräsentiert sind. Neuzuzug 5

6 Bevölkerung mit aus dem Ausland mitgebrachter Bildung 213 nach Aufenthaltsbeginn und höchstem Abschluss Hoch Matura Fach>1 Lehre Pflicht Kein Ab bis seit 26 Bevölkerung mit seit 26 aus dem Ausland mitgebrachter Bildung 213 nach Geburtsstaat Kein Ab Pflicht Lehre Fach>1 Matura Hoch EU15/EFTA EU ab 24 Sonst 6

7 Bevölkerung mit seit 26 aus dem Ausland mitgebrachter Bildung 213 nach Abschluss aus dem Ausland & aktueller Ausbildung Keine 5-8St,Poly bis Matura Hoch Kein Ab Pflicht Lehre Fach>1 Matura Hoch Abschlüsse in AT, beim Zuzug mindestens 15 Jahre alt 213 nach Aufenthaltsbeginn und höchstem Abschluss Hoch Lehre bis Matura bis Pflicht bis seit 26 7

8 Bevölkerung mit seit 26 aus dem Ausland mitgebrachter Bildung 213 nach Abschluss aus dem Ausland & aktueller Beschäftigung Nicht Ausb BS HAT Fach Sonst HAT Hilfs- oder Anlerntätigkeit Kein Ab Pflicht Lehre Fach>1 Matura Hoch Anteil HAT an seit 26 aus dem Ausland zugezogenen Beschäftigten 213 nach Abschluss aus dem Ausland & Geburtsstaat HAT Hilfs- oder Anlerntätigkeit EU15/EFTA EU ab 24 Sonst Kein Ab Pflicht Lehre Fach>1 Matura Hoch 8

9 OECD Befund Herbst 211 Der Anteil von MigrantInnen, die einer Beschäftigung nachgehen, die unter ihrem eigentlich erreichten Qualifikationsniveau liegt, ist einer der höchsten in der OECD. Mittleres Einkommen, Frauen Euro netto pro Jahr bei 4 Wochenstunden EU15/EFTA inkl AT Sonst Pflicht Mittel Matura Uni 9

10 Mittleres Einkommen, Männer Euro netto pro Jahr bei 4 Wochenstunden EU15/EFTA inkl AT Sonst Pflicht Mittel Matura Uni Integration sich integrieren geht nicht, wenn man nicht integriert wird man läuft gegen eine Wand 1

11 Aufnahmekompetenz EU Mantra: Integration sei ein zweiseitiger Vorgang. Asymmetrisch: Migrantinnen & Migranten kommen einmal, zweimal an, bleiben Amateure darin. Aufnahmekompetenz entwickeln: Die Gesellschaft hat täglich Zuzug & kann sich professionalisieren. Inkompetenz 1997 stuften sich 42% selbst als rassistisch ein dritt nach Belgien 55% & Frankreich 48% 1997 waren die Gebildeten so vorurteilsbelastet wie die Ungebildeten auch Belgien, Dänemark, evt. Deutschland 11

12 Kann es in Österreich alltägliche Diskriminierung geben? 29 glaubten nur 16% zu wissen, welche Rechte sie im Fall von Diskriminierung haben Aber: 22% fühlten sich diskriminiert 38% gaben an, Diskriminierung beobachtet zu haben Diskriminierung im Alltag ist eines, im Beruf ein anderes In einer professionellen Rolle muss die im Alltag unvermeidliche Diskriminierung beherrschbar gemacht werden Persönliche Virtuosität kann das leisten, aber nur inhaltlich & zeitlich begrenzt Die Organisation muss es leisten 12

13 OECD Vorschläge Herbst 211 Das Antidiskriminierungsrahmenwerk für MigrantInnen sichtbarer machen und MigrantInnen über ihre Rechte aufklären. Diskriminierungstests; Ergebnisse bekannt machen, um Bewusstsein zu schärfen Proaktivere Maßnahmen zur Beseitigung von Diskriminierung überlegen, wie etwa den vermehrten Einsatz von Diversitätsmaßnahmen. Diskriminierungstest AT 213 Einladungsraten, Prozent 6 AT RS TR CN NG 5 Prozent ,4 34,8 29,6 38,1 27,7 26,5 22,7 2, 21,6 17,6 1 Wien Sonst 13

14 Was bewirkt Deutsch? Was muss man können? Grammatik? Der Großteil der Grammatik ist für die inhaltliche Mitteilung unnötig. Sie signalisiert v.a. ein Machtpotential. Wortschatz? Vor allem Akzent! Erwünschte, erlaubte, geduldete und verbotene Akzente. Differenzierung durch Sprachgebrauch macht jede Schicht, jede Generation Deutsch muss man können? Schönes Sprechen missverstehen wir als hohe Intelligenz Wir hören einen Akzent oder einen Fehler und wissen nachher nicht, was die Person gesagt hat Wir sehen Akzent Fazit: Wir achten zu sehr auf die Form und zu wenig auf den Inhalt das ist unhöflich = Mangel an Anerkennung 14

15 Machtspiele, unter anderem mit Deutsch Die Grundform von Partizipation besteht in Hörbarkeit und Sichtbarkeit Bekleidung und Bauwerke ebenso wie Akzent und Deutschgebrauch Ablehnung, Zurückweisung, Verbot mit rechtlichen, administrativen oder anderen Mitteln ist ein Ausschluss von Teilnahme, also von Integration EU Charta der Grundrechte Artikel 21, Absatz 1 Diskriminierungen, insbesondere wegen des Geschlechts, der Rasse, der Hautfarbe, der ethnischen oder sozialen Herkunft, der genetischen Merkmale, der Sprache, der Religion oder der Weltanschauung, der politischen oder sonstigen Anschauung, der Zugehörigkeit zu einer nationalen Minderheit, des Vermögens, der Geburt, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Ausrichtung, sind verboten. 212 vom VfGH als Teil der Verfassung erkannt 15

16 Zum Lesen und Nachsehen Elias, Norbert / Scotson, John J. (1993) Etablierte und Außenseiter; übersetzt von Michael Schröter; Suhrkamp (orig. 1965). Krause, Karolin / Liebig, Thomas (211) The labour market integration of immigrants and their children in Austria; OECD Social, Employment and Migration Working Papers No [mit vierseitiger Zusammenfassung auf Deutsch]. Petersen, Lars Eric / Six, Bernd (Hg) (28) Stereotype, Vorurteile und soziale Diskriminierung. Theorien, Befunde und Interventionen; Beltz. Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit August Gächter Zentrum für soziale Innovation Linke Wienzeile Wien Tel Fax

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