Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen

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1 Christian Foitzik (Hrsg.) Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen

2 Christian Foitzik (Hrsg.) Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Berlin, Chicago, Tokio, Barcelona, Istanbul, London, Mailand, Moskau, Neu Delhi, Paris, Prag, Sao Paulo, Seoul, Singapur, Warschau

3 Bibliografische Informationen der Deutschen Nationalbibliothek Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über < abrufbar. Postfach ; D Berlin Ifenpfad 2 4, D Berlin Copyright 2016 Quintessenz Verlags-GmbH, Berlin Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechts ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen. Lektorat, Layout und Herstellung: Quintessenz Verlags-GmbH, Berlin ISBN: Printed in Poland

4 Inhalt Grußwort des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier zum 60-jährigen Jubiläum der Zahnärztliche Gesellschaft in Hessen e. V Grußwort des Präsidenten der Landeszahnärztekammer Hessen Dr. Michael Frank Grußwort des Präsidenten der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. Dr. Arne König Grußwort des Mitbegründers der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. Dr. Ernst-Ludwig Bechthold Vorwort zur Chronik Die Gründungszeit und die Umstände Der Gründungsinitiator und die vier Mitbegründer Die Organisation der ZGH Die ersten Jahre Die 1960er Jahre Die 1970er Jahre Die 1980er Jahre Die 1990er Jahre Aufbruch ins neue Jahrtausend Besondere Mitglieder

5 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Vorwort zur Chronik Die anlässlich des 60-jährigen Bestehens der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. vorgelegte Chronik wurde anhand einer nahezu lückenlos erhaltenen Dokumentation des Schriftverkehrs und sämtlicher Aktivitäten der jeweiligen Vorstände erstellt. Die Absicht der Autoren dieses Buches war die Darstellung der Schwierigkeiten und Probleme bei der Gründung der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. (ZGH) und ferner einen Überblick über die Weiterentwicklung der in Eigenverantwortung organisierten Fortbildung darzustellen. Die einzelnen Kapitel wurden willkürlich nach Zeitabschnitten eingeteilt, weil so die Aufarbeitung der umfangreichen Vorstandsunterlagen chronologisch am besten bewältigt werden konnte. Der Schwerpunkt der geschichtlichen Darstellung der ZGH lag auf der berufspolitischen Entwicklung und damit natürlicherweise auf der Vorstellung der jeweils verantwortlichen Vorstände der Gesellschaft und von besonderen Ereignissen, die der Entwicklung der Gesellschaft zugute kamen. Die Fortbildungsveranstaltungen selbst konnten nicht im einzelnen aufgearbeitet und analysiert werden, weil dies den Rahmen dieses Buches bei weitem sprengen würde. Vielleicht wird es später möglich sein, auch die Inhalte der vielen Fortbildungsthemen aufzuarbeiten. Der langjährige 1. Vorsitzende der ZGH und spätere erste Ehrenpräsident der Gesellschaft, Walter Mollenkopf, hatte geplant, eine Chronik der ZGH anlässlich ihres 40-jährigen Bestehens zu verfassen, was ihm aber wegen einer schweren Erkrankung nicht gelungen war. Seine bis dahin erarbeiteten Recherchen und Texte konnten im vorliegenden Buch verwendet werden. 14

6 Vorwort zur Chronik Die beteiligten Chronisten wurden gebeten, über die jeweiligen Zeitabschnitte der ZGH zu berichten bzw. diese anhand der vorliegenden und gut dokumentierten Unterlagen zu recherchieren. Nicht zuletzt ist denjenigen Kollegen zu danken, die bereit waren, das Manuskript zu lesen und zu ergänzen. In jedem Fall ist die Chronik der ZGH ein Beitrag zur Geschichte der zahnmedizinischen Fortbildung in Hessen und sicherlich auch über die Grenzen Hessens hinaus. Für die Verfasser Prof. Dr. Dr. Dr. Christian Foitzik Ehrenpräsident der ZGH 15

7 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Die ersten Jahre Walter Mollenkopf, Christian Foitzik Waren die ersten zwei Jahre von Aufbauarbeit und Mitgliederwerbung gekennzeichnet, zeigte sich bereits im Jahre 1958 eine Tendenz zur Durchführung einer Fortbildungsveranstaltung pro Monat. Die Monate Juli, August und September waren wegen der Ferien ausgenommen. Bereits im Dezember 1957 erschien das erste Arbeitsprogramm der ZGH (Tab. 3). Die im Vorstand festgelegten Themen dienten der Orientierung und Vorbereitung der Referate, die nicht selten während der Vorbereitungsphase geändert wurden. Einmal im Jahr meist in den Monaten März oder April wurden auswärtige Referenten eingeladen, die unter der Organisation der ZGH zu einer Jahreshauptveranstaltung sowohl den Anspruch an wissenschaftlich fundierten und qualitativ hochrangigen Vorträgen zeigten als auch die Mitgliedschaft und das Engagement in der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. als für die tägliche Praxis vorteilhaft und erstrebenswert erscheinen ließen. Tab. 3 Das erste Arbeitsprogramm der ZGH. Fortbildungsmonat Dezember 1957 Januar 1958 Februar 1958 März 1958 April 1958 Mai 1958 Juni 1958 Oktober 1958 November 1958 Dezember 1958 Januar 1959 Abhandlungsthema Der Schmalkiefer (Ätiologie, Genese und Symptomatologie) Zahnärztliche Abdruckmaterialien Der Schmalkiefer (Therapie) Die Funktionsanalyse des Gebisses und der Konstruktionsplan der zahnärztlichen Prothese Der Kreuzbiß (Ätiologie, Genese und Symptomatologie) Anatomie und Physiologie der Kaumuskulatur und des Kiefergelenks Der Kreuzbiß (Therapie) Die Okklusionen und die Artikulationsbewegungen Die Progenie (Ätiologie, Genese und Symptomatologie) Artikulationsstörungen (Genese und Diagnostik) Die Progenie (Therapie) 44

8 Die ersten Jahre Die erste eigenständige Fortbildungsveranstaltung der ZGH Für die junge Zahnärztliche Gesellschaft in Hessen e. V. wurde die Durchführung der ersten eigenständigen Fortbildungsveranstaltung am in Offenbach als ein ganz besonderes Ereignis gewertet. Sollte doch mit dieser ersten öffentlichen Veranstaltung zugleich auch die von der Gesellschaft geübte aktive Form der Fortbildung der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Thema der beiden Referate von Prof. Dr. Ther, Leiter des pharmakologischen Laboratoriums der Farbwerke Höchst AG, und Prof. Dr. Hattemer, Universitäts-Zahn- und Kieferklinik Mainz, hieß Pathologische Kreislaufreaktionen im Gefolge der Lokalanästhesie. Die Leitung der Veranstaltung lag in den Händen des 1. Vorsitzenden Dr. Fritz Knolle, der mit seiner Begrüßungsansprache eine kurze Erläuterung über Sinn und Aufgabe der von der Gesellschaft gepflegten Fortbildungsform gab. Zugleich umriss er die neuen Wege der Fortbildungsgestaltung durch eingeschaltete Gruppendiskussionen und bat dann, nach Darstellung des geplanten Ablaufes dieser Veranstaltung Herrn Prof. Ther um sein Referat. Zur weiteren Darstellung dieser Fortbildungsveranstaltung sei den Chronisten gestattet, auf einen Bericht zurückzugreifen, den Herr Dr. Hans-Ulrich Wirth, Dozent des Hauses Schwalbach Arbeitsstätte für Gruppenpädagogik, als kritisch beobachtender Gast erstellt hatte. (Anmerkung: Dr. Fritz Knolle hatte als Seminarteilnehmer des Hauses Schwalbach viele dort erhaltene Anregungen in die Arbeitsmethode der Gesellschaft aufgenommen.) Es wird zugleich um Verständnis dafür gebeten, dass sich dieser Bericht nicht auf den fachlich-wissenschaftlichen Inhalt, sondern vielmehr auf den methodischen Ablauf dieser Veranstaltung bezieht. 45

9 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Bericht von Dr. Hans-Ulrich Wirth: Es folgte der Vortrag mit Lichtbildern von Herrn Prof. Ther. Darauf wurden die (von Prof. Ther und Prof. Hattemer) vorbereiteten Diskussionsfragen 1. Welche Möglichkeiten sind durch Prämedikation gegeben? 2. Lassen sich durch die Anwendung bestimmter Lokalanästhetika Kreislaustörungen vermeiden? 3. Wie behandelt der Zahnarzt in der Praxis die Zwischenfälle im Gefolge der Lokalanästhesie, besonders die Kreislaufzwischenfälle? an der Tafel enthüllt und von dem Vorsitzenden, der zugleich auch Diskussionsleiter war, das Verfahren der Gruppenarbeit erläutert. Die drei Fragen wurden sodann in fünf kleinen Gruppen mit fünf bis acht Teilnehmern gleichzeitig in konkurrierender Arbeitsweise besprochen. Die zur Verfügung gestellte Zeit betrug 35 Minuten. Der bevorstehende Abschluss der Diskussionszeit wurde geschickt durch eine Vorwarnung noch 3 Minuten angezeigt. Die Ergebnisse der Gruppengespräche wurden von den Sprechern der einzelnen Gruppen bekannt gegeben und in Stichworten an die Tafel geschrieben. Dabei war der Versuch einer sinnvollen Gliederung sehr zu begrüßen. Die Berichterstatter gaben keinen Gesamtbericht, sondern gingen punktweise vor, d. h. es wurde zunächst reihum nur zur Frage 1 berichtet. Der Plan war, dass der zweite Referent, Herr Prof. Hattemer, zu den einzelnen Fragen von seinem Standpunkt aus Stellung nehmen sollte. Mit Rücksicht auf den methodischen Versuch hatte er aus eigenem Entschluss auf sein zusammenhängendes Referat verzichtet. Er hat dafür zu den Ergebnissen auf Frage 1 eingehend Stellung genommen. Es folgte Berichterstattung über die 2. Frage, zu der sowohl Prof. Ther als auch Prof. Hattemer ihre Stellungnahmen abgegeben haben. Dank der zielbewussten Steuerung durch den Gesprächsleiter wurden Stellungnahmen oder Fragen aus dem Publikum während der Berichterstattung vermieden. Auch wusste er geschickt in der Reihenfolge der Berichterstatter abzuwechseln, sodass sich niemand benachteiligt fühlen konnte. Nach der Berichterstattung zu Frage 3 (6 Min.) nahmen wiederum die beiden Referenten Stellung: Herr Prof. Ther 9 Minuten, Herr Prof. Hattemer 55 Minuten 46

10 Die ersten Jahre lang, da er dann noch eine Lichtbildreihe zum Thema vorstellte. Zweifellos wurde durch seine langen Ausführungen bei aller guten Absicht des Referenten und bei allem Interesse der Zuhörer das methodische Schema durchbrochen. Die Folgen blieben nicht aus: Die Anregung zu einer Schlussdiskussion blieb ohne Resonanz. Die noch angekündigte Stellungnahme eines anwesenden Chirurgen wurde wohlweislich sehr kurz gehalten. Zwei Zwischenfragen fanden kurze Beantwortung. Die Kurve der inneren Anteilnahme hatte sich stark gesenkt. Mit dem Schlusswort des Vorsitzenden wurde die Tagung nach vierstündiger Dauer pünktlich beendet. Die rege Beteiligung an der noch anschließend stattgefundenen methodischen Auswertung zeugte von starkem Interesse auch nach dieser Seite hin. Die Lehre aus der Besprechung könnte folgende sein: 1. In jedem Fall sollte man nach etwa 2 Stunden eine Pause einlegen. 2. Es ist für einen Referenten, der sich auf einen Vortrag eingestellt hat, sehr schwer, sich nur auf eine Stellungnahme im Anschluss an Gruppendiskussionen zu beschränken. Man sollte daher in der Vorbereitung noch genauere Absprachen treffen über die Art und Weise der Auswertung der Gruppenergebnisse durch den Referenten. 3. Es ist zweckmäßig, die Diskussionsleitung während einer Stellungnahme nicht dem Referenten zu überlassen, sondern sie in der Hand des Vorsitzenden oder Tagungsleiters zu belassen. 4. Für die Zukunft wurde von den Teilnehmern ein Ergebnisprotokoll mit den konkreten Empfehlungen der Referenten für die eigene Praxis gewünscht. Ausblick und Zusammenarbeit mit der Landeszahnärztekammer Hessen Die dritte ordentliche Jahreshauptversammlung der ZGH am im Hotel Kaiserhof in Offenbach brachte dem Vorsitzenden und seinen Vorstandskollegen höchste Anerkennung und herzlichen Dank für die Realisierung der Idee der aktiven Form der Fortbildung. 47

11 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Währen der Vorsitzende in der Rückschau seines Arbeitsberichtes das gemeinsame Hineinwachsen in die vor zwei Jahren selbstgestellte Fortbildungsaufgabe nochmals lebendig werden ließ, vermochten die in jener Zeit zu Referenten bestellten Kollegen, ebenso wie auch alle an den verschiedenen Veranstaltungen beteiligten Mitglieder, den hohen persönlichen Nutzen aus allen im Rahmen dieser aktiven Form der Fortbildung erarbeiteten Fortbildungsthemen zu bestätigen. Wenn die bei dieser Jahreshauptversammlung satzungsgemäß durchgeführte Wahl einstimmig dem bisherigen Vorstand durch seine Wiederwahl Vertrauen und Anerkennung aussprach, so war dieser Vertrauensbeweis einerseits Ausdruck für die hervorragende technische Handhabe der Erfüllung dieser Fortbildungsaufgabe, andererseits aber auch Anerkennung für die Realisierung der Idee, zur Bewältigung dieser Gemeinschaftsaufgabe die Mit- und Eigenverantwortlichkeit eines jeden Mitgliedes vorauszusetzen. Mit dieser Gegebenheit fand zugleich auch die von Fritz Knolle der Gründung der Gesellschaft zugrunde gelegte Erkenntnis ihre Bestätigung, dass allein nur die von den Kollegen selbst ausgehenden Impulse die tragende Kraft einer nutzbringenden, von menschlicher Ethik erfüllten Fortbildung zu sein vermögen. An dieser von Eigenverantwortung und Eigeninitiative getragenen und von menschlicher Ethik erfüllten Fortbildungsaufgabe vermochte sich auch der als Mitglied in die Gesellschaft eingetretene Fortbildungsreferent der Landeszahnärztekammer Hessen, Bezirksstelle Darmstadt, Walter Mollenkopf, nicht nur zu begeistern, sondern sie bewegte ihn auch zu dem Entschluss, Möglichkeiten zu suchen, diese so wirksame Fortbildungsmethode einem größeren Kollegenkreis bekannt und zugänglich zu machen. Eine solche Möglichkeit schien Walter Mollenkopf in einer gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der Landeszahnärztekammer Hessen, Bezirksstelle Darmstadt, mit der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. durchaus realisierbar zu sein. Diese Vorstellung einer gemeinsamen Fortbildung mit der Landeszahnärztekammer vermochte den Vorsitzenden und seine Vorstandskollegen natürlich sofort zu begeistern. 48

12 Die ersten Jahre Bei der Unterbreitung dieses Gedankens einer gemeinsamen Fortbildung mit der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. bei dem Vorstand der Bezirksstelle Darmstadt fand Mollenkopf eine hervorragende Unterstützung durch den Vorsitzenden der Kreisstelle Offenbach, Kollegen Dr. Walter Roth, ebenfalls Mitglied der ZGH. Um die vereinzelt sichtbaren Gegner dieser Kooperation zwischen der ZGH und der LZKH nicht zu provozieren, einigte man sich, die erste gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der beiden Institutionen zunächst in der Kreisstelle Offenbach durchzuführen. Das Thema der 2. Jahreshauptfortbildungsveranstaltung am hieß: Über die Vermeidung von Misserfolgen bei der Lokalanästhesie. Der Referent war Prof. Dr. Dr. Fritz Schön, Bad Reichenhall. Diese Fortbildungsveranstaltung fand in der Robert-Koch-Schule in Offenbach statt. Erinnerungsbericht eines Gründungsmitglieds Dr. Ernst-Ludwig Bechthold, Offenbach, Gründungsmitglied und Beisitzer des ersten Vorstandes der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V., entsprach der Bitte um einen kurzen Erinnerungsbericht über die Gründerzeit mit folgendem recht informativen Beitrag: Ich erinnere mich noch gut an die Aufforderung unseres langjährigen Vorsitzenden und Gründers der Zahnärztlichen Gesellschaft, Fritz Knolle, ob ich nicht bei der damaligen Malaise in Sachen zahnärztlicher Fortbildung in einer selbstorganisierten Gruppe weiterbildend mitmachen wolle. Unser Gespräch hierüber fand dann, wie so oft später noch viele Vorstandssitzungen, in seinem Haus in der Tulpenhofstraße statt. Und während wir Männer uns über die Modalitäten, über Vorstellungen und Perspektiven unterhielten, spielten unsere Frauen und die auf Besuch weilende Tochter Alrun (eine Freundin meiner Frau) im Nebenzimmer das alte chinesische Mah-Jongg-Spiel. Es war für mich der Anfang einer langdauernden, engen Beziehung zu Fritz Knolle, es war der Anfang einer einfachen, aber überaus hilfreichen Fortbildung. 49

13 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Das lag sicher daran, dass die kleine Zahl der Mitglieder eine aktive Teilnahme forderte. Man konnte sich den monatlichen Treffen nicht entziehen, auch wenn es manchmal schwer fiel. Der immer direkten, aber liebenswürdigen Aufforderung Knolles an uns, ein Thema zu übernehmen, als Referat oder Koreferat, konnte man nichts entgegensetzen. Selbst der von mir vorgebrachte Einwand, mir mangele es an entsprechender Literatur, wurde von ihm sofort mit seiner überaus großen Hilfsbereitschaft beim Beschaffen der Bücher und der Fachzeitschriften entkräftet. Es war eine fruchtbare Zeit. Auch weil wir jungen Kollegen damals von den Älteren viel lernen konnten. Dankbar denke ich dabei an die Kollegen Frese, Seitz, Assmann, Klee u. a. Manchmal gab es auch ein Streitgespräch über standespolitische Fragen trutzig von Seitz vorgetragen, besänftigend von Knolle wieder auf das Eigentliche unseres Themas zurückgeführt. Es war die Zeit, in der mit Gruppendiskussionen das Gehörte durch Erfahrungsaustausch vertieft wurde eine Fortbildungsart, die Knolle von einem Kurs über Weiterbildung mitbrachte. Sein Motto: Wenn man nur hört, bleibt weniger hängen. Hört und sieht man, wird das Wissen schon mehr vertieft. Wenn man aber selbst etwas vorbereitet, aufschreibt, vorträgt und dann auch noch Fragen beantwortet, dann ist das Gelernte zu einem hohen Prozentsatz für immer gespeichert. Anfänglich dachte ich, das wäre nur ein kleiner Trick, um uns zu motivieren. Aber mit der Zeit lernte ich schnell, dass diese These stimmte. Wir hatten auch nicht die finanziellen Mittel, um Praktiker oder Wissenschaftler zu einem Vortrag einzuladen. Höchstens einmal im Jahr erlaubte unser Etat eine derartige Veranstaltung. So blieben wir also unter uns im kollegialen Weitergeben von Wissen und Erfahrungen ein Grundzug, der ja bis heute in unserer Gesellschaft erhalten geblieben ist. Orte der Fortbildungsveranstaltungen In seinem Erinnerungsbericht gibt Dr. Ernst-Ludwig Bechthold über den Ort der damaligen Fortbildungsveranstaltungen folgende Beschreibung: 50

14 Die ersten Jahre Ort unserer Zusammenkünfte war damals das Kolleg im Hotel Kaiserhof in Offenbach ein dunkler und spärlich eingerichteter Raum. Uns aber war das genug. Noch fehlten die Diaprojektionsmöglichkeiten; Fotos und grafische Aufstellungen gingen reihum. Von den Chronisten ist hier nun noch zu ergänzen, dass die jährlich einmal zur Durchführung vorgesehene Jahresfortbildung mit geladenen Referenten in den ersten Jahren an unterschiedlichen Orten und ab dem Jahr 1960 im Ledermuseum in Offenbach, das die schlimme Zeit des zweiten Weltkrieges glücklicherweise unversehrt überstanden hatte, stattfand. Ab dem Jahre 1960 kam dann diese Jahresfortbildung als gemeinsame Fortbildungsveranstaltung der Landeszahnärztekammer Hessen und der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. zur Durchführung. Man darf ab dem Jahr 1960 bis heute von einer engen und erfolgreichen Zusammenarbeit zwischen der ZGH und der Landeszahnärztekammer sprechen. Arbeitsgemeinschaft für Zahnerhaltung Der am durch ein schriftliches Übereinkommen zwischen der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde und der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V. bestätigten Mitgliedschaft unserer Gesellschaft in der Arbeitsgemeinschaft für Zahnerhaltung (AfZ) ging ein sehr umfangreicher Briefwechsel zwischen dem 2. Vorsitzenden der AfZ, Herrn Dr. Gerd Jakobsen, Hamburg-Harburg, und Dr. Fritz Knolle, dem Vorsitzenden der ZGH, voraus. Da die Wiedergabe dieser oft mehrseitenlangen Briefe die Aufgabe der informatorischen Darstellung chronologischen Geschehens weit überschreiten würde, soll versucht werden, durch die Auswahl der hier wiedergegebenen Briefauszüge einerseits der den Chronisten gestellten Aufgabe gerecht zu werden, andererseits aber einmal darzustellen, mit welch ungeheurem Zeitaufwand die ehrenamtlich Tätigen ihrer Sache zu dienen allzeit bereit waren. Der Briefwechsel wurde von Dr. Gerd Jakobsen am begonnen: 51

15 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Sehr geehrter Herr Kollege Knolle, der größere Teil der Großversuch-Teilnehmer * ist schon seit längerer Zeit Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft für Zahnerhaltungskunde, deren langjähriger 2. Vorsitzender der Kollege Fechter war. Nachdem ich ebenfalls GV-Teilnehmer Nachfolger des Kollegen Fechter im AfZ-Vorstand geworden bin, habe ich diese Tage ein Rundschreiben an die ehemaligen GV-Kollegen versandt, die noch nicht den Weg in die AfZ gefunden haben. Wenn ich Ihnen diese Rundschreiben nicht übersende, so deswegen, weil z. Z. in Frankfurt Bemühungen im Gange sind, ähnlich wie in anderen Städten eine Arbeitsgruppe der AfZ aufzubauen... Ich möchte nun versuchen, Sie für eine Mitarbeit in der Frankfurter Diskussionsgruppe zu interessieren bzw., falls Ihre Zeit es nicht erlauben sollte, einige Male im Jahr im kollegialen Kreise Fragen der Zahnerhaltungskunde zu diskutieren, für eine unterstützende Mitgliedschaft in der AfZ. Beiträge erhebt die AfZ nicht, allerdings ist die Mitgliedschaft in der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der AfZ, weil die DGZMK aus ihren Etatmitteln Beiträge zur Bestreitung der Unkosten der AfZ bereitstellt. Die AfZ unterrichtet ihre Mitglieder durch jährlich 3 4 Rundschreiben. Außerdem führt die Arbeitsgruppe Hamburg eingehend Protokoll über ihre Sitzungen und stellt diese Niederschriften den Leitern auswärtiger Arbeitsgruppen zur Verfügung, um Anregungen für Diskussionen zu geben. Ich möchte Sie nun bitten, sich zu überlegen, ob Sie sich evtl. der zu gründenden Frankfurter Arbeitsgruppe anschließen wollen bzw. an einer passiven Mitgliedschaft in der AfZ Interesse haben... * Anmerkung der Chronisten: Im Jahre 1951 kamen die beiden Berufsverbände der Deutschen Zahnärzte und der Angestellten-Krankenkassen überein, in dem sogenannten Großversuch an ca Fällen die Möglichkeiten und Grenzen der Behandlung des devitalen Zahnes zu untersuchen und zu prüfen. Die Konsequenz des Untersuchungsergebnisses war entweder die Schaffung der materiellen Voraussetzungen für eine Wurzelbehandlung lege artis oder Exodontismus. 52

16 Die ersten Jahre Die beiden Berufsverbände legten gemeinsam unter Einbeziehung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und der Deutschen Arbeitsgemeinschaft für Herdforschung die Richtlinien zur Durchführung einer wissenschaftlich einwandfreien Wurzelbehandlung und Wurzelfüllung zur Verhütung und Bekämpfung lokaler und allgemeiner Erkrankungen fest. Den statistischen Erhebungen und Auswertungen waren Röntgendokumentationen vor Beginn der Wurzelbehandlung, nach erfolgter Wurzelfüllung und ca. 12 Monate nach der Wurzelfüllung zugrunde gelegt. Mit der Organisation und Durchführung der groß angelegten Untersuchung der in der Praxis nach wissenschaftlich anerkannten Methoden durchgeführten Wurzelbehandlungen wurde eine Kommission betraut, zu deren Mitgliedern Dr. Fechter, praktischer Zahnarzt aus München, Zahnarzt Lotz, Direktor des Lehrinstitutes des Bundesverbandes der Deutschen Zahnärzte in Frankfurt am Main, und Dr. med. Dr. med. dent. Rohrer, beratender Arzt des Verbandes der Angestellten-Krankenkassen in Hamburg, bestellt wurden. Einer der Chronisten (Walter Mollenkopf), der an diesem Projekt beteiligt war, kann sich noch erinnern, mit welcher Sorgfalt und Geduld, mit welcher manueller Geschicklichkeit und mit welchem hohem Zeitaufwand mittels Hedström-Feilen verschiedener Stärken die Erweiterung und Aufbereitung eines Wurzelkanals durchgeführt werden musste. Aus dem ersten Brief Jakobsens ist zu entnehmen, dass auch Fritz Knolle bei dem Projekt mitmachte. Aus dem Antwortschreiben von Knolle an Jakobsen vom soll hier folgender Auszug zitiert werden: Sehr geehrter Herr Kollege Jakobsen, mit Interesse nahm ich von Ihren Ausführungen über eine in Frankfurt am Main zu gründende Arbeitsgruppe der AfZ Kenntnis... Ihre Ausführungen über die Pläne in Frankfurt finden aber auch mein größtes Interesse in meiner Eigenschaft als 1. Vorsitzender der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen e. V., zumal mir bis heute über diese Bestrebungen noch nichts bekannt geworden ist... Für die Zahnärztliche Gesellschaft in Hessen wäre ich interessiert zu hören, wie sich die Zusammenarbeit der AfZ mit den übrigen wissenschaftlichen Gesellschaften auf Länderebene gestaltet hat bzw. wie die Zusammenarbeit geplant ist. 53

17 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Ich würde im Interesse unserer gemeinsamen wissenschaftlichen Aufgabe eine solche Zusammenarbeit begrüßen... Die umfangreiche Rückantwort von Jakobsen vom lautete: Sehr geehrter Herr Kollege Knolle, besten Dank für Ihren Brief vom 26. d. M. Es freut mich, dass Sie Interesse an einer Arbeitsgruppe in Frankfurt haben. Dass Ihnen bisher über die Absicht, in Frankfurt eine Arbeitsgruppe der AfZ zu bilden, nichts bekannt geworden ist, so ist dies erklärlich. Als ehemaliger Wurzelzwerg ist mir schon früher aufgefallen, dass die an dem Großversuch Beteiligten in manchen Städten in Arbeitsgruppen der AfZ mitarbeiten, in anderen überhaupt keine Arbeitsgruppen bestehen. Besonders auffallend waren Frankfurt, Köln, Nürnberg und Stuttgart, Städte, die zu den 10 größten des Bundesgebietes gehören und daneben eine Universität beherbergen bzw. in unmittelbarer Nähe haben. In Städten dieser Größenordnung müssten eigentlich Arbeitsgruppen der AfZ Aussicht auf Erfolg haben... Von den auswärtigen Großversuch-Teilnehmern war mir eigentlich nur der Kollege Lotz etwas näher bekannt. Da er ja Direktor des Frankfurter Lehrinstitutes ist, habe ich ihn vor einigen Wochen angeschrieben und gefragt, warum eigentlich in Frankfurt keine Arbeitsgruppe der AfZ besteht. Kollege Lotz teilte mir damals mit, dass bereits eine solche Gruppe bestanden hat, aber wieder eingeschlafen sei. Er wolle aber dieser Angelegenheit wieder nachgehen... und bei positiver Meinung an die Universität herantreten, um festzustellen, ob sie zur Mitarbeit bereit sei. Dies ist inzwischen geschehen. Wenn auch Herr Prof. Thielemann die Leitung der Arbeitsgruppe nicht selbst übernehmen kann, so wollte doch der Oberarzt der Konservierenden Abteilung, Kollege Dr. Dr. Kreter, diese Aufgabe wahrnehmen... Sie ersehen daraus, dass es nicht ungewöhnlich ist, dass Sie von diesen Bestrebungen noch nichts bemerkt haben... Es wäre noch auf die Zusammenarbeit zwischen den regionalen wissenschaftlichen Gesellschaften und der AfZ einzugehen... Im Grunde war es doch so, dass die wissenschaftlichen Vereinigungen auf Bundes- und Länderebene meist größere 54

18 Die ersten Jahre Veranstaltungen durchführten, während die AfZ ihr Bestreben darin setzte, kleinere örtliche Arbeitsgruppen zu bilden... Die immer stärker werdende mangelhafte Beteiligung der Praktikerschaft an offiziellen Fortbildungsveranstaltungen hat mancherorts scheinbar dazu geführt, Überlegungen anzustellen, ob nicht der Weg der Großveranstaltungen verlassen und dafür der der Bildung kleinster Arbeitsgruppen begangen werden soll... Die völlige Übereinstimmung Knolles mit der hier von Dr. Jakobsen zum Ausdruck gebrachten Feststellung führte zu einem weiteren sehr umfangreichen brieflichen Erfahrungsaustausch, der natürlich von der Zweckdienlichkeit geprägt war, im Gesamtkomplex der wissenschaftlichen Fortbildung der jeweiligen Aufgabenstellung einen besonders hohen Stellenwert einzuräumen. Da die Wiedergabe all der in diesem Erfahrungsaustausch zum Ausdruck gebrachten vielfältigen Gedanken und Vorstellungen den Rahmen der hier gestellten Aufgabe sprengen würde, sollen zur Vervollständigung dieses Berichtes nur jene Briefauszüge Knolles wiedergegeben werden, deren Gedanken letztlich die Grundlage der künftigen Zusammenarbeit beider wissenschaftlichen Fortbildungsorganisationen bildeten. Auszüge aus Knolles Briefen vom und :... nun dürfte es wohl zweckmäßig sein, die Aufgabengebiete der einzelnen Organisationen abzugrenzen, um hier weiter zu kommen. Die wissenschaftlichen Gesellschaften dienen ausschließlich wissenschaftlichen Zwecken und Zielen der gesamten Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde. Ihre Aufgaben sind: 1. Förderung der Forschung, 2. Verbreitung deutscher und ausländischer Forschungsergebnisse, 3. Zahnärztliche Fortbildung, 4. Kontakt zwischen den einzelnen Gesellschaften und Arbeitsgruppen. Die Aufgaben der Arbeitsgemeinschaften liegen auf ihren besonderen Fachgebieten... Die Arbeitsgemeinschaften werden also immer nur einen kleinen Kreis besonders interessierter Wissenschaftler und Praktiker umfassen, der ein verhältnismä- 55

19 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen ßig großes Einzugsgebiet haben wird. Örtliche Gruppen, die die Fortbildung als ihr besonderes Aufgabengebiet betrachten, werden nur lebensfähig sein, wenn sie die gesamte ZMK in den Kreis ihrer Betrachtungen ziehen... Ich gab Ihnen diese Einleitung, um zu der Frage überzuleiten, ob eine Zusammenarbeit zwischen der AfZ und der ZGH möglich ist und wie sie durchzuführen wäre... Eine zu bildende AfZ könnte dann zusammen mit der ZGH in Hessen arbeiten, soweit es sich um Themen der Zahnerhaltungskunde handelt. Mitglieder der AfZ würden kostenlos an den Veranstaltungen teilnehmen können, auch ohne Mitglied der ZGH zu sein. Andererseits würden auch Mitglieder der ZGH bei der AfZ teilnehmen können, ohne in die DGZMK eintreten zu müssen... (Abb. 9). Es folgten danach viele Jahre fruchtbarer Zusammenarbeit zwischen der AfZ und der ZGH, die den interessierten Kollegen in Hessen viele wertvolle Erkenntnisse und Erfahrungen für ihre tägliche Praxisarbeit brachten. Bemühungen um eine Zusammenarbeit mit der LZK Hessen Am richtete Walter Mollenkopf, Fortbildungsreferent der LZKH, an den Vorsitzenden der ZGH folgendes Schreiben: Sehr geehrter Herr Dr. Knolle, bei der augenblicklichen Planung der Fortbildungsveranstaltungen unserer Bezirksstelle für das Winterhalbjahr 1959/60 erinnere ich mich gerne der von Ihrer Gesellschaft und unserer Bezirksstelle gemeinsam durchgeführten Fortbildungsveranstaltung in Offenbach. Das Wiederzustandekommen einer solchen gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung würde von den Kollegen unserer Bezirksstelle bestimmt freudig und dankbar begrüßt werden. Sofern die Einbeziehung einer gemeinsamen Veranstaltung in den Arbeitsplan Ihrer Gesellschaft möglich sein sollte, wäre ich Ihnen, sehr geehrter Herr Kollege Knolle, für eine baldige Übermittlung entsprechender Vorschläge sehr dankbar! 56

20 Die ersten Jahre Abb. 9 Übereinkunft zur Zusammenarbeit zwischen der AfZ und ZGH. 57

21 Historie der Zahnärztlichen Gesellschaft in Hessen Aus dem Antwortschreiben von Dr. Knolle vom : Sehr geehrter Herr Mollenkopf, mit herzlichem Dank nahm ich von Ihrem Schreiben vom Kenntnis. Die Zahnärztliche Gesellschaft in Hessen e. V. hat mit Schreiben vom an die Bezirksstelle Darmstadt, zu Hd. von Herrn Dr. Klingelhöffer, eine gemeinsame Fortbildungsveranstaltung in Offenbach am um 15:00 Uhr mit Herrn Dr. Dr. Jantzen, Krupp-Zahnklinik-Essen, über das Thema Indikation und Kontraindikation der abnehmbaren Prothese mit Stahlbiß vorgeschlagen. Herr Dr. Klingelhöffer war bereit, für die Bezirksstelle Darmstadt DM 300, für die insgesamt DM 400,- betragenden Kosten zu übernehmen. Wenn ich mit Herrn Dr. Klingelhöffer in zwei Ferngesprächen auch noch zu keiner Einigung kommen konnte, so habe ich mich doch in einer späteren Unterredung mit dem Präsidenten der Zahnärztekammer Hessen, Herrn Dr. Euler, mit diesem Vorschlag der Bezirksstelle Darmstadt einverstanden erklärt. Ich nehme an, dass dieses Einverständnis der Bezirksstelle Darmstadt zur Kenntnis gekommen ist. Es steht also der Durchführung dieser gemeinsamen Tagung am nichts mehr im Wege. Ich möchte Sie oder Herrn Dr. Klingelhöffer nur noch um eine Bestätigung für die Übernahme von DM 300, an den Gesamtkosten der Tagung bitten. Um alles Organisatorische (wie Saalmiete, Projektion, Betreuung des Referenten) wird sich die Zahnärztliche Gesellschaft in Hessen bemühen... Leider kam diese gemeinsame Fortbildungsveranstaltung nicht zustande. Ob eine Verärgerung Dr. Klingelhöffers die Ursache für das Scheitern des Vorhabens war, ob Vergesslichkeit eine Rolle spielte oder ob möglicherweise der noch immer im stillen Einvernehmen bestehende Widerstand der vier hessischen Bezirksstellen gegen den sogenannten Knolle-Klub die in Klingelhöffers Schublade ruhenden Unterlagen der Zuständigkeit des Fortbildungsreferenten vorenthielt? Welcher Grund auch immer für das Scheitern der geplanten gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung verantwortlich gewesen sein mag, ist heute nicht mehr feststellbar. Mit der im Jahre 1960 erfolgten Wahl des für alle standespolitischen Aufgabenbereiche sehr aufgeschlossenen Darmstädter Zahnarztes Fritz Fischer zum 1. Vorsitzenden der Bezirksstelle Darmstadt und der ersten gemeinsamen Fortbil- 58

22 Die ersten Jahre dungsveranstaltung am (Abb. 10) begann eine Zeit fruchtbarer Zusammenarbeit der LZKH mit der ZGH. Seither gehört die gemeinsame Fortbildungsveranstaltung zu einer langen Tradition, die bis heute von beiden Institutionen sorgfältig gepflegt wird. Abb. 10 Einladung zur ersten gemeinsamen Fortbildungsveranstaltung der ZGH und der LZKH im Jahre