Arbeitsblatt IV/1.1: Was liegt in meiner Hand? Das Potenzial der Pflege einschätzen

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1 Arbeitsblatt IV/1.1: Was liegt in meiner Hand? Das Potenzial der Pflege einschätzen In dieser Aufgabe geht es darum, eine Aussage von zwei unterschiedlichen Seiten zu betrachten und Argumente gegenüberzustellen, welche für bzw. gegen diese Aussage sprechen. Dies erfolgt anhand der Methode Pro-Kontra-Diskussion. Schritt I: Pro- und Kontra-Argumente sammeln (20 Minuten) Teilen Sie Ihre Großgruppe in zwei möglichst gleich große Untergruppen auf. Die eine Hälfte bildet die Pro -Gruppe, die andere Hälfte die Kontra Gruppe. Sammeln Sie nun in Ihrer Untergruppe Pro- bzw. Contra-Argumente zu folgender Aussage: Pflegende sind in der Lage, den Verlauf einer Demenz zu beeinflussen. Achten Sie darauf, dass Ihre Argumente Begründungen dafür enthalten, warum die Aussage Ihrer Meinung nach stimmt bzw. nicht stimmt. Halten Sie Ihre Argumente stichwortartig auf einer Wandzeitung fest. Bestimmen Sie zwei Personen aus Ihrer Gruppe, die stellvertretend für Ihre Gruppe an der Podiumsdiskussion teilnehmen. Schritt II: Podiumsdiskussion nach vorgegebenem Schema führen (20 Minuten) Die Vertreterinnen und Vertreter der Pro- und Kontragruppe nehmen vorne auf dem Podium Platz. Ihre Lehrerin / Ihr Lehrer wird nun die Diskussion eröffnen und während der Diskussion moderieren. Der Ablauf der Pro-Kontra-Diskussion erfolgt nach folgendem Schema: 1. Die Vertreter/-innen der Pro- Gruppe tragen Ihre Argumente vor, 3. Die Vertreter/-innen der Pro- Gruppe haben Gelegenheit, noch einmal neue Argumente einzubringen, Ablauf der Pro-Kontra-Diskussion Einführung durch den Lehrer / die Lehrerin 2. Die Vertreter/-innen der Kontra- Gruppe tragen Ihre Argumente vor, Die Vertreter/-innen der Kontra- Gruppe haben Gelegenheit, noch einmal neue Argumente einzubringen, In einer offenen Diskussion können alle Anwesenden einsteigen und weitere Pro- oder Kontra-Argumente vortragen Zeit 3 Min. 3 Min. 2 Min. 2 Min Min. Bearbeitungszeit: 40 Minuten Schritt III: Podiumsdiskussion beenden Ihre Lehrerin / Ihr Lehrer wird die Pro-Kontra-Diskussion abschließen und wesentliche Aspekte noch einmal zusammenfassen. BMFSFJ IV/13

2 Arbeitsblatt IV/2.1: Auf die Form kommt es an Interaktionsformen erarbeiten In den folgenden Arbeitsschritten setzen Sie sich mit einigen positiven und negativen Interaktionsformen auseinander, die der Sozialpsychologe Tom Kitwood beschrieben hat. Schritt I: Film Personenzentrierte Pflege als Chance und Perspektive. Über den Umgang mit Verwirrten sehen (1. Mal) Sehen Sie sich den Videofilm ein erstes Mal an. Lassen Sie den Film ganz einfach auf sich wirken. Im Anschluss haben Sie Gelegenheit, in der Großgruppe über die Eindrücke und Gedanken zu sprechen, die Ihnen beim Sehen des Films gekommen sind. Schritt II: Arbeitsblatt IV/2.2 zu den Interaktionsformen lesen In diesem Arbeitsschritt bereiten Sie sich darauf vor, den Videofilm noch einmal mit Hilfe eines gezielten Beobachtungsauftrages zu sehen. Gehen Sie dabei wie folgt vor: Lesen Sie in Einzelarbeit die Erläuterungen zu den positiven und negativen Interaktionsformen auf dem Arbeitsblatt IV/2.2. Bilden Sie anschließend Lernpaare, z. B. mit Ihrem Nachbarn oder Ihrer Nachbarin. Ihr Lehrer / Ihre Lehrerin wird Ihnen nun eine Interaktionsform nennen, auf die Sie sich während des erneuten Ansehens des Films besonders konzentrieren. Tauschen Sie sich mit Ihrem Partner noch einmal kurz darüber aus, was Sie unter Ihrer Interaktionsform verstehen. Bearbeitungszeit für Schritt II: 10 Minuten Schritt III: Film Personenzentrierte Pflege als Chance und Perspektive. Über den Umgang mit Verwirrten sehen (2. Mal) 1. Sehen Sie sich den Videofilm nun ein zweites Mal an: Achten Sie darauf, an welcher Stelle / an welchen Stellen im Film Ihre Interaktionsform auftaucht Beobachten Sie, was beide Interaktionspartner in der dargestellten Szene / in den dargestellten Szenen tun Notieren Sie Ihre Beobachtungen in der freien Spalte der Tabelle auf dem Arbeitsblatt IV/ Tauschen Sie sich am Ende des Films mit Ihrem Partner über Ihre Beobachtungen aus. Vergleichen und ergänzen Sie Ihre Notizen. Bearbeitungszeit für Schritt III.2): 10 Minuten Ihre Ergebnisse werden anschließend in der Großgruppe vorgestellt und besprochen. BMFSFJ IV/14

3 Arbeitsblatt IV/2.2: Auf die Form kommt es an Interaktionsformen erarbeiten Positive Interaktionsformen Informations- und Arbeitsblätter Interaktionsformen Anerkennen Erläuterungen Sich einem Menschen zuwenden, ihn beim Namen nennen und ihn beachten, ihm achtsam zuhören und seine Art der Kommunikation würdigen. Einen Menschen in Rollen, die dieser einst hatte (z. B. Hausfrau, Mutter, berufliche Rolle) wertschätzen und ihn beim Ausfüllen dieser Rollen unterstützen. Beobachtungen während des Films Verhandeln Einer Person ein Stück Selbstbestimmung und Entscheidungsmacht ermöglichen, indem man ihre Wünsche, Vorlieben und Bedürfnisse erfragt bzw. erkennt und sich danach richtet. Zusammenarbeiten Eine Person darin unterstützen, selbsttätig zu sein, indem man mit ihr zusammenarbeitet und ihr Raum zum eigenen Handeln schafft. Einer Person ermöglichen, ihre eigenen Fähigkeiten einzubringen und sich selbst als nützlich und wertvoll wahrzunehmen. BMFSFJ IV/15

4 Feiern Einer Person Gelegenheit geben, zu feiern und sich zu freuen. Feiern ist ansteckend und genussvoll, es spricht die Gefühlsebene von Pflegepersonen und Menschen mit Demenz gleichermaßen an und stellt auf diese Weise emotionale Nähe her. Timalation Eine Person über verschiedene Sinneskanäle (sehen, hören, riechen, fühlen, schmecken) ansprechen und ihr signalisieren, dass sie wahrgenommen wird. Der Person zeigen, dass sie einbezogen ist und ihr dadurch Sicherheit und Wohlbefinden ermöglichen. Spielen Einer Person ermöglichen, ohne Anspannung spielerisch zu handeln und Spaß zu haben. Der Person damit den Raum geben, spontan zu sein und etwas von sich selbst auszudrücken. Das Spiel ist zweckfrei, und es geht dabei nicht um gewinnen oder verlieren, sondern darum, miteinander etwas zu tun. Entspannen Einer Person ermöglichen, zur Ruhe zu kommen, zufrieden mit sich und der Situation zu sein und sich zu entspannen. Einem Menschen dazu das Gefühl geben, dass er sich aufgehoben fühlen kann und dass jemand da bzw. in der Nähe ist. BMFSFJ IV/16

5 Negative Interaktionsformen Interaktionsformen Ignorieren Erläuterungen Eine Handlung an einem Menschen verrichten, ohne tatsächlich einen Kontakt herzustellen oder den Menschen in die Handlung einzubeziehen; mit einem Gespräch oder einer Handlung fortfahren, als sei die Person nicht da. Beobachtungen während des Films Überholen Einem Menschen Informationen so schnell anbieten, dass er sich unter Druck gesetzt fühlt und nicht reagieren kann. Eine Person durch das eigene Tempo überholen, so dass diese ihre Ressourcen nicht nutzen kann. Unterbrechen Eine Person in einer Handlung oder Interaktion grob stören, ohne abzuwarten, bis die Handlung / Interaktion beendet ist. Der Person die Möglichkeit nehmen, ihre eigenen Ressourcen einzusetzen und selbsttätig zu sein. BMFSFJ IV/17

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