Konzept zur Berufsorientierung. an der Grund- und Oberschule Lindern

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1 Konzept zur Berufsorientierung an der Grund- und Oberschule Lindern Stand: September 2014 Vorwort Der Übergang von Schule in den Beruf ist für jeden Schulabgänger eine Herausforderung. Berufliche Chancen lassen sich kaum einschätzen, da gerade die Wirtschaft von ständiger Entwicklung lebt. Daher ist eine gute Vorbereitung auf die Berufswelt von hoher Bedeutung und die Unterstützung an dieser Stelle unerlässlich. Berufsorientierung nimmt einen enorm wichtigen Bestandteil im Schulalltag ein, sodass auch innerhalb der Schule auf diesen Baustein nicht mehr verzichtet werden sollte und kann. Innerhalb dieses Bausteines spielen für die Heranwachsenden viele Bereiche eine wesentliche Rolle. Die Jugendlichen befinden sich in einem Alter, in dem sie ihre persönlichen Interessen, Fähigkeiten und auch Talente näher kennenlernen. Hierbei allerdings einen eigenen Weg zu finden, gestaltet sich oftmals sehr schwierig. Aufgrund der enormen gesellschaftlichen Anforderungen und den immer mehr in den Vordergrund rückenden Medien, sind die Jugendlichen derart überlastet, dass die Unterstützung bei der Berufsfindung gefordert ist. Die Berufsorientierung nimmt eine besondere Stellung ein, denn sie soll den Schülerinnen und Schülern die Unterstützung bieten, die sie bei der persönlichen Berufswahl benötigen. Ein gelungener Übergang von der Schule in den Beruf basiert für die Jugendlichen sowohl auf der Einschätzung eigener Leistungen als auch auf dem Abgleich dieser mit den Anforderungen der Berufswelt. Um den Schülern ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten näher bringen zu können, bedarf es gut geplanter Maßnahmen, gepaart mit einem Kompetenzfeststellungsverfahren und eigener Praxiserfahrungen, um die Jugendlichen möglichst ausbildungsfähig auszustatten. In dieser Hinsicht erlangt auch die Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur, den berufsbildenden Schulen und den Betrieben eine besondere Wichtigkeit. Zielsetzung und Weiterentwicklung Im Vordergrund der Berufsorientierung stehen die individuellen Bedürfnisse der Jugendlichen. Diese sollen insbesondere durch ein Wechselspiel von Angeboten und Maßnahmen in und außerhalb des Unterrichtes befriedigt werden, um eine ganzheitliche Berufsvorbereitung gewährleisten zu können. 1

2 Erste Berührungspunkte erhalten die Jugendlichen in der 7. Jahrgangsstufe durch den Ersteinsatz des Berufswahlordners. Dieser begleitet sie nicht nur bis zum Schulabschluss, sondern darüber hinaus, da auch die berufsbildenden Schulen mit ihm in Abstimmung mit der Berufsberatung der Arbeitsagentur arbeiten. Er unterstützt in allen Fragen der Berufsorientierung, sodass z.b. neben Erfahrungen bei einem Praktikum oder einer Betriebserkundung auch eigene Fähigkeiten für den Berufsweg dokumentiert werden können. Abgerundet werden die berufsorientierenden Inhalte in den schulischen Unterrichtsfächern, die möglichst an den Maßnahmen der Berufsorientierung anschließen. Berufsorientierung - Inhalte Das Konzept zur Berufsorientierung der Grund- und Oberschule Lindern ist gemäß der aktuellen curricularen Vorgaben erstellt worden. Erarbeitet wurde es gemeinsam von Lehrkräften des Fachbereiches Arbeit/ Wirtschaft und der Sozialpädagogin, die das Hauptschulprofilierungsprogramm an der Schule begleitet. Zu allen berufsorientierenden Maßnahmen gehören auch solche in Kooperation mit Dritten, z.b. Maßnahmen zur Vertieften Berufsorientierung (VBO Agentur für Arbeit). Unter solche Maßnahmen können z.b. folgende Angebote fallen: regionale Betriebserkundungen, Aktivzirkel, Kommunikations- und Videotrainings, Berufsinformationsabende, Bewerbertrainings usw. Ausgewählte Angebote der VBO werden durch die Berufsberatung persönlich begleitet. Klasse 7 Klasse 8 Klasse 9/ 10 - Erste Kontakte mit der Berufsarbeit am Zukunftstag - Bewerbung um einen Praktikumsplatz für die Praxistage - Einführung des Berufswahlordners - Erkundung eines landwirtschaftlichen Unternehmens (Laub e.v.) - Praxistage: jeweils montags ein Halbjahr lang jeder Schüler besucht zwei verschiedene Betriebe - BBS-Modul: Praktikumstage an den Berufsbildenden Schulen Cloppenburg: fünf Montage in Folge in einem bestimmten Bereich (in dieser Zeit entfallen die Praxistage) - Berufsberatung der Agentur für Arbeit und BIZ (Berufsinformationszentrum) - Betriebserkundungen 2 - zwei- bis dreiwöchiges Blockpraktikum - Berufsberatung der Agentur für Arbeit - Betriebserkundungen - Besuch von Berufsinfomessen - schulinterner Berufsinfoabend - Kommunikations- oder Videotraining (Simulation von Vorstellungsgesprächen)

3 - Aktivzirkel - Teilnahme an einem Kompetenzfeststellungsverfahren (Kompetenzanalyse Profil AC) Berufsorientierung im AWT Unterricht Klasse 7 Verbraucher und Erwerbstätige im Wirtschaftsgeschehen - Bedürfnisse - Einkommen - Bedeutung der Arbeit - Entstehung von Berufen - Arbeitseinteilung - Bedeutung und Funktion des Geldes - Verbraucherverhalten - Konsum und Umwelt Ökonomisches und soziales Handeln in Unternehmen - Aufgaben und Ziele von Unternehmen - Betriebliche Grundfunktion - Merkmale von Arbeitsplätzen Praktikum - Intensive Praktikumsvorbereitung und Hilfe bei der Suche/ Verteilung der Praktikumsplätze Klasse 8 Die Aufgabe des Staates im Wirtschaftsprozess - Aufgaben der Gemeinde und Region - Aufgaben des Staates Ökonomisches Handeln regional, national und international - Regionaler Wirtschaftsraum - Beziehungen In- und Ausland Meine Berufswahl - Schreiben der Praktikumsberichte am PC - Austausch von Erfahrungen - Entscheidung für ein Blockpraktikum in der 9. Klassenstufe 3

4 Klasse 9/ 10 - Sozialversicherungen - Ausführliche Nachbereitung des Block-Praktikums - Formen der Entlohnung - Ökonomisches Handeln national und international - Verbraucher und Erwerbstätige im Wirtschaftsgeschehen - Die Aufgaben des Staates im Wirtschaftsprozess - Zunehmende Bedeutung des Dienstleistungssektors - Ursachen der Arbeitslosigkeit/ Funktionsweise des Marktes - Internetrecherchen - Betriebe erkunden über das Internet - Meine Berufswahl Andere Fächer Klasse 7 Hauswirtschaft - Bedeutung der Hausarbeit - Konsumverhalten Politik - Erkunden des Wohnraums (Gemeinde) Klasse 8/ 9/ 10 Deutsch - Bewerbungsschreiben und Lebenslauf - Berichte Mathematik - Prozentrechnung am Beispiel der Lohn-/ Gehaltsabrechnung Politik - Die Sozialversicherungen Profil Gesundheit - Soziales - Elternpraktikum (Baby-Projekt) - Berufe und Privatleben ein Balanceakt - Familien früher und heute - Kindertagesstätten 4

5 - Vorstellung verschiedener Berufsfelder - Zusammenarbeit mit dem Seniorenheim Spiele, Spaziergänge, Vorbereitung eines Seniorenfestes, etc. - Ernährungslehre Profil Technik - Projektarbeit Jahrgangs- und fächerübergreifend - Projekt Nikolausmarkt (Herstellen und Verkaufen eigener Produkte) - Schülerfirma (Fit for school Brötchen) Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen Zusammenarbeit mit Berufsbildenden Schulen Die Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Seit dem Schuljahr 2010/11 besteht das Angebot von Seiten der Berufsbildenden Schulen am Museumsdorf und Technik, dass die Schülerinnen und Schüler im Rahmen von Berufsorientierungsmodulen (BBS-Module) in verschiedenen Fachbereichen in Theorie und Praxis unterrichtet werden. Es besteht die Möglichkeit an insgesamt sechs Modulen (á 48 Stunden) teilzunehmen und dadurch einen Einblick in die verschiedenen Berufsfelder zu erhalten. So erproben die Schülerinnen und Schüler, ob die Anforderungen eines Moduls bzw. Fachbereiches mit ihren Fähigkeiten und Neigungen übereinstimmen. Außerdem sollen die Schülerinnen und Schüler so mehr Sicherheit für den Übergang in die Berufsbildende Schule bzw. in die Berufsausbildung erlangen. Zusammenarbeit mit Betrieben Durch die Kooperation mit ortsansässigen Betrieben können die Schülerinnen und Schüler sowohl Informationen über das Ausbildungsangebot vor Ort als auch über die Anforderungen der Betriebe bezüglich der Ausbildung erhalten. Daher gehört die Zusammenarbeit mit den Betrieben zu einer der wichtigsten Aufgaben der Berufsorientierung. Um die Schülerinnen und Schüler unserer Schule bei dem Übergang von der Schule in den Beruf zu unterstützen, wurden bereits in den letzten Jahren durch Kollegen des 5

6 Fachbereiches Arbeit/ Wirtschaft und die Sozialpädagogin in Zusammenarbeit mit ortsansässigen Betrieben folgende Maßnahmen organisiert und durchgeführt: - Betriebsbesichtigungen (regional und überregional) - Praxistage - Praktika - Berufsinfoabend (Betriebe in der Schule) Zusammenarbeit mit Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe Es besteht eine enge Zusammenarbeit mit Jugendhilfeangeboten. Besonders hervorzuheben ist die Nähe zum Caritas-Sozialwerk und insbesondere zum Pro-Aktiv Center. So kann bereits bei Bedarf zum Ende der Schulzeit eines Schülers/ einer Schülerin der Kontakt hergestellt und somit gewährleistet werden, dass Schülerinnen und Schüler auch nach dem Verlassen der Schule weiter betreut werden können (praktisches Übergangsmanagement). Bei Bedarf können weitere Jugendhilfedienste bei freien Trägern der Jugendhilfe im Landkreis (Tagesgruppen, Haus Don Bosco, usw.) in Anspruch genommen werden. Darüber hinaus besteht auch Kontakt zwischen der Schule und dem Jugendamt und der Erziehungsberatungsstelle in Cloppenburg. So können bereits im Vorfeld Absprachen getroffen werden, die helfen, einen erfolgreichen Schulabschluss zu erreichen und damit einen Übergang in das Berufsleben zu ermöglichen. Zusammenarbeit mit Vereinen und anderen Institutionen Zur Verbesserung der Ausbildungsfähigkeit werden darüber hinaus regelmäßig unterrichtsunterstützende bzw. -ergänzende Maßnahmen angeboten. So konnten in den letzten Jahren in Zusammenarbeit mit außerschulischen Partnern z.b. folgende Angebote für die Schülerinnen und Schüler bereit gestellt werden: - Agentur für Arbeit (Maßnahmen der Vertieften Berufsorientierung (VBO) in Kooperation mit anderen Partnern wie z.b. CSW (siehe unten), Berufsberatung, Berufsinformationszentrum) - Caritas Sozialwerk (Berufsorientierungsseminar, Kommunikations- und Videotraining, hamet II) - BNW (ABV-Modul) 6

7 - Bildungswerk Löningen (PC-Kurs IT-Handlungskompetenzen prepared4future ) - JUMP (JUMP! self marketing, JUMP! net-training) - Suchtpräventionswoche in Zusammenarbeit mit der Fachstelle für Suchtprävention (Frau Thesing) und dem Jugendbeauftragten der Polizei (Herr Nienaber) Zusammenarbeit mit der Leistelle Region des Lernens Es besteht eine Kooperation mit der Leitstelle Region des Lernens. Es finden monatlich gemeinsame Dienstbesprechungen zwischen dieser und den Projektmitarbeiterinnen und - mitarbeitern der Hauptschulprofilierung statt, bei denen Informationen ausgetauscht, sowie Neuerungen und Planungen bekannt gegeben werden. Außerdem werden gemeinsame Projekte geplant, die dazu dienen sollen, den Schülerinnen und Schülern den Übergang von der Hauptschule zur Berufsbildenden Schule oder in den Beruf zu erleichtern. Besondere Unterstützung wird über den engen Kontakt bezüglich der Berufsorientierungsmodule der berufsbildenden Schulen Cloppenburg erfahren. Zusammenarbeit mit der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Unterstützung erhält die Schule durch einen Berufsberater, der in bestimmten Abständen Klassen- und Einzelgespräche durchführt. Zudem werden gemeinsame Einführungsveranstaltungen für das Berufsinformationszentrum (BIZ) organisiert. Für die Durchführung der Maßnahmen der Vertieften Berufsorientierung (VBO) stellt die Agentur für Arbeit in Kooperation mit der Gemeinde Lindern einen wichtigen Partner dar. Bereits während der Planung dieser Maßnahmen findet eine Abstimmung mit der zuständigen Fachkraft der Berufsberatung statt. Zusammenarbeit mit dem Fachberater Berufsorientierung Der Fachberater für Berufsorientierung steht der zuständigen Fachkonferenzleitung Arbeit/ Wirtschaft und der Sozialpädagogin als Ansprechpartner zur Verfügung. 7

8 Mitarbeit der Eltern Klasse 7 - Zukunftstag (Praktikumsplätze besorgen/ bereitstellen) Klasse Aktive Unterstützung bei der Organisation des Nikolausmarktes Klasse 9/ 10 - Unterstützung der Schülerinnen und Schüler beim Berufsinformationsabend Info durch Agentur für Arbeit (Berufsberatung) und Schule zu den Ausbildungsmöglichkeiten an weiterführenden Schulen oder der dualen Ausbildung Einige Eltern: Bereitstellung der eigenen Ressourcen/ Darstellung des eigenen Betriebes und der dortigen Abläufe zur Information der Schülerinnen und Schüler (inkl. Ausbildungsmöglichkeiten) - Teilnahme an der Berufsberatung (Einzelberatung) der Agentur für Arbeit Dokumentation des Berufsorientierungsprozesses an unserer Schule - Praktikumsmappen (Kl. 8/ 9) - Berufswahlordner - Zertifikate Umsetzung Die Berufsorientierung soll an der Oberschule Lindern während des Unterrichts, außerhalb des Unterrichts und durch zusätzliche Maßnahmen den Schülerinnen und Schülern eine möglichst ausführliche Auseinandersetzung mit der bevorstehenden Berufswahl ermöglichen. Die Feststellung eigener Fähigkeiten und Stärken steht hierbei im Mittelpunkt der Berufsorientierung und soll helfen, eigene Wunschvorstellungen fester werden zu lassen. So unterstützt der regelmäßige Umgang mit der Berufsorientierung, sich möglichst erfolgreich auf den Ernst des Lebens vorzubereiten. 8

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