Grundlagen zur Wheatstone'schen Brückenschaltung

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1 Grundlagen zur Wheatstone'schen Brückenschaltung Stand: Herleitung der Brückengleichung Die Brückenschaltung besteht aus zwei parallelgeschalteten Spannungsteilern. Beide Spannungsteiler werden von einer gemeinsamen Spannungsquelle mit der Brückenpeisespannung versorgt. Die Diagonalspannung zwischen den Spannungsteilern wird als Differenzspannung bezeichnet. U1 1 4 U4 U2 2 3 U3 Durch Anwenden des ohmschen Gesetzes erhält man: U1 U2 = 1 2 ; U4 U3 = 4 Gl. 1 3 Durch Anwenden der Maschenregel erhält man: U1+U2= ; U4 +U3= Gl. 2 Durch Einsetzen von Gl. 2 in Gl. 1 erhält man 1+2 =U1 1 ; 3+4 = U4 4 ; Gl. 3 Die Differenzspannung erhält man durch Anwendung der Maschenregel: U1 U4 = 0 Gl. 4 Durch Einsetzen von Gl. 4 in Gl. 3 erhält man die Brückengleichung: = = f (1, 2, 3, 4) Gl. 5 Durch Anwenden des totalen Differentials gelangt man zur n Form der Brückengleichung: 1 Δ = f 1 Δ1 + f 2 Δ2 + f 3 Δ3 + f 4 Δ4 Gl. 6 Δ = Δ1 1 Δ2 2 + Δ3 3 Δ4 Gl Alternativ, aber sehr mühevoll gelangt man zur n Forn der Brückengleichung, indem man für die Subtraktion die beiden Terme in Gl. 5 auf einen gemeinsamen Nenner bringt, für i wird i+δi geschrieben, alles wird ausmultipliziert, und alle quadtratischen Terme Δi 2 werden dann vernachlässigt... Tel +49 (0) , Fax +49 (0) , 1

2 Brückengleichung für die DMS-Viertelbrücke Für die Spannungsanalyse mit Dehnungsmessstreifen und für die Shunt-Kalibrierung ist es interessant, wie groß der Fehler durch Anwendung der n Brückengleichung ist. Im Folgenden werden die exakte Lösung hergeleitet und der Fehler beziffert, der durch Anwendung der n Brückengleichung entsteht. In der Spannungsanalyse mit Dehnungsmessstreifen gelten folgende Bedingungen: 1 = + Δ; 2 = 3 = 4 = Gl 8 Durch Einsetzen von Gl. 8 in Gl. 5 erhält man: + Δ = 2+Δ 1 Gl. 9 2 Durch Erweitern der beiden Terme auf einen gemeinsamen Nenner: = Δ 4+2Δ = Δ Δ = 1 Δ Δ Gl Der nichtlineare Anteil in der Gleichung für die Dehnungsmessstreifen Viertelbrücke ist: 1 1+ Δ Gl Die mit der n Brückengleichung berechnete Brückenverstimmung ist zu groß. In der Spannungsanalyse mit Dehnungsmessstreifen stellt sich die umgekehrte Frage: Die aus der gemessenen Brückenverstimmung berechnete Widerstandsänderung (bzw. Dehnung) ist zu klein. In der Praxis wird die Brückenverstimmung gemessen, um daraus die Widerstandsänderung (bzw. Dehnung) zu berechnen. Im Folgenden wird die exakte Lösung für die DMS Viertelbrücke hergeleitet: Berechnung der Dehnung aus der gemessenen Brückenverstimmung Aus Gleichung 10 erfolgt durch Umstellen: (4+2Δ) = Δ ; 4 + Δ (2 1) = 0 ; Δ (1 2 ) = 4 ; Gl. 12 Δ = Der nichtlineare Anteil für die DMS Viertelbrücke ist in Gleichung 13 als Korrekturfaktor ausgewiesen. Die mit den linearen Gleichungen ermittelte Dehnung muss mit dem Korrekturfaktor multipliziert werden, um die exakte Lösung zu erhalten. 2 Tel +49 (0) , Fax +49 (0) ,

3 1 c= 1 2 / in mv/v Gl. 13 Lösung Ɛ in µm/m Korrekturfaktor c exakte Lösung Ɛ1 in µm/m 0, , ,0001 0, , ,0004 0, , ,0016 0, , ,0100 0, , ,0400 0, , ,1601 0, , , , , , , , ,0101 Tabelle 1: Korrekturfaktor c als Funktion der linearen Dehnung bzw. der gemessenen Brückenverstimmung Der Korrekturfaktor kann als eine Funktion der gemessenen Brückenverstimmung ausgewiesen werden. Legt man einen k-faktor von 2,0 zugrunde, kann zur Orientierung auch eine entsprechende Dehnung ausgewiesen werden. 1, ,00800 Korrekturfaktor --> 1, , , , Dehnung in µm/m --> Abbildung 1: Korrekturfaktor als Funktion der (n) Dehnung. Bei einer mit den linearen Gleichungen für eine Viertelbrücke mit k-faktor errechneten Dehnung von 1000µm/m beträgt die tatsächliche Dehnung 1001 µm/m. Tel +49 (0) , Fax +49 (0) , 3

4 Gleichungen zur Bestimmung des Shunt-Widerstands Durch die Parallelschaltung eines Shunt-Widerstands p an einem der vier Brückenwiderstände ergibt sich eine Widerstandsänderung Δ: Δ = p +p Gl. 14 Umgeformt als relative Widerstandsänderung erhält man: Δ = p +p 1 Δ = +p Gl. 15 Setzt man Gl. 15 in Gl. 12 ein und verwendet den Korrekturfaktor c aus Gl. 13 für den nichtlinearen Anteil, dann erhält man: +p = 4 c +p = c 1 p = ( c 1) Gl. 16 Mit Gleichung 16 ist es nun möglich, den erforderlichen Shunt Widerstand in Abhängigkeit von der gewünschten Brückenverstimmung / zu bestimmen Wenn der Term 1/c berücksichtigt wird, erhält man die exakte Lösung, ohne den Term 1/c die Lösung. 4 Tel +49 (0) , Fax +49 (0) ,

5 Auswahl von Shunt-Widerständen Die Tabelle 2 zeigt, dass ein Shunt-Widerstand von Ohm eine Brückenverstimmung von 1,000 mv/v verursacht. Lösung exakte Lösung / in mv/v Korrekturfaktor c p in Ohm p1 in Ohm 0,005 1, ,01 1, ,02 1, ,05 1, ,1 1, ,2 1, ,5 1, , , , Tabelle 2: Shunt-Widerstand p als Funktion der Brückenverstimmung (Gl. 16, 13) (k- Faktor = 2, Brückenwiderstand = 350 Ohm) Die Tabelle 3 zeigt, dass ein Shunt-Widerstand von Ohm eine Dehnung von 2000 µm/m simuliert und eine Brückenverstimmung von 0,998 mv/v verursacht. exakte Lösung Lösung Lösung exakte Lösung Ɛ1 in µm/m Ɛ in µm/m / in mv/v p in Ohm p1 in Ohm 10 9,9999 0, ,9996 0, ,9984 0, ,99 0, ,96 0, ,84 0, , , , , Tabelle 3: Shunt-Widerstand p und Dehnungen Ɛ und Ɛ1 als Funktion der Brückenverstimmung (Gl. 16, 13, 12). (k-faktor = 2, Brückenwiderstand = 350 Ohm) Tel +49 (0) , Fax +49 (0) , 5

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