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1 Roadmap 2050: Prognosen der Entwicklung der Landwirtschaft und möglich Reduktionsmaßnahmen sowie Potenziale in Österreich Priv.Doz. Dr. Barbara Amon Berechnen der Emissionen aus der Landwirtschaft Aktivitätsdaten X Emissionsfaktor = Emission Tierzahl N-Ausscheidung Wirtschaftsdüngersysteme Düngerausbringung

2 Emissionsquellen Sektor Landwirtschaft Methanemissionen Wiederkäuer Methanemissionen Wirtschaftsdünger Lachgasemissionen Wirtschaftsdünger Lachgasemissionen Böden Indirekte Lachgasemissionen Emissionsquellen Sektor Landwirtschaft Trend seit 1990: -11,0 % GHG -14,2 % CH4-7,9 % N2O Anteile innerhalb LW konstant

3 Einflüsse auf umwelt- und klimarelevante Emissionen aus der Landwirtschaft Einflüsse auf die Nitrifikation

4 Einflüsse auf die Denitrifikation Einflussfaktoren auf die Methanbildung Licht Dunkelheit (obligatorisch) ph 6-8 Wassergehalt >50% Konz. Vorläufersubstanz (H 2, CO 2,Acetat,u.ä. hoch. Menge an abbaubarer Organ. Subst. hoch Methanogenese Redoxpotential < 300mV C/N-Verhältnis Sauerstoff fehlend (obligatorisch) Temperatur 3-60 C Sulfat/Nitrat gering

5 Emissionsprognosen und Minderungsmaßnahmen brauchen Passende Emissionsfaktoren Genaue Aktivitätsdaten Optimiertes Emissionsinventar Emissionsfaktoren: Forschungsschwerpunkt Emissionen des Institutes für Landtechnik

6 Forschungsschwerpunkt Emissionen des Institutes für Landtechnik Ziel der Forschungen des Institutes für Landtechnik ist eine nachhaltige und umweltverträgliche Landbewirtschaftung, das Erhalten der bäuerlichen Kulturlandschaft, ein Vermeiden hoch intensiver Produktionsverfahren, ein Vermeiden nicht tierfreundlicher Massentierhaltung. Bei der Bewertung wird Wert auf einen ganzheitlichen Systemansatz gelegt, der den spezifischen Bedingungen und Vorteile der österreichischen Landwirtschaft Rechnung trägt. Österreichische Emissionsfaktoren für Milchvieh Anbindehaltung Festmistlagerung und kompostierung Flüssigmistbehandlung Methanemissionen Flüssigmist Sommer und Winter Schrägbodenstall für Mastschweine

7 Aktivitätsdaten: TIHALO-Umfrage zu Tierhaltung und Wirtschaftsdüngermanagement in Österreich Tierhaltung in Österreich Warum interessiert uns das? Die Landwirtschaft ist zur Emissionsreduktion verpflichtet Reduktionsmaßnahmen müssen objektiv nachweisbar sein ohne genaue Kenntnis der Tierhaltung nur über den Abbau der Tierbestände möglich Verhandlungen über sinnvolle emissionsmindernde Maßnahmen setzen eine sichere Kenntnis des Wirtschaftsdüngermanagements und der Tierhaltung voraus

8 Tierhaltung in Österreich Wie sind wir vorgegangen? Erheben der Tierhaltung in Österreich mittels Fragebogen (im Jahr 2005) Zufällige Auswahl von rund Betrieben aus der INVEKOS-Datenbank Berechnen der Emissionen für verschiedene Betriebstypen Region Erschwerniszone Betriebsform Fazit Es liegen für 2005 genaue und objektive Daten zur Tierhaltung in Österreich vor. Die Österreichische Emissionsinventur wurde mit diesen Daten aktualisiert. Praxisnahe Optionen zur Emissionsminderung und deren Kosten können berechnet werden. Die Umfrage muss alle fünf Jahre aktualisiert werden.

9 Österreichisches Emissionsinventar Einbau Österreich spezifischer Daten in das Emissionsinventar 2008: Revision of the NH 3 inventory N Flow model TIHALO-Daten Ö-Daten zu N-Ausscheidung und E-Faktoren 2010: Revision of the GHG inventory TIHALO-Daten Ö-Daten zu E-Faktoren (e.g. MCF Flüssigmist, N 2 O deep litter) Daten zu GHG-Reduzierung durch Biogaserzeugung

10 Mögliche Maßnahmen zur Emissionsminderung Minderungsmaßnahmen und GROBE Reduktionspotentiale Maßnahme Milchleistungssteigerung auf kg pro Kuh und Jahr weniger Raufutter bei Rindern (außer Kühen) Festmist- statt Flüssigmistsysteme Reduktion des Mineraldüngereinsatzes Phasenfütterung bei Schweinen Separierung Biogas Effekt -37 % CH 4 ent.ferm. -23 % N 2 O manure man. - 9 % CH 4 ent.ferm. etwa -25 % THG bei Rindern 65 % THG bei Schweinen manure man. 6 % N 2 O aus agr. soils - 12 % N 2 O aus manure man. 50 % THG bei Schweinen 37 % THG bei Rindern aus manure man 20 % THG bei Schweinen 60 % THG bei Rindern aus manure man

11 Aktuelle Prognose des Umweltbundesamtes Milchkühe: Zahl leicht steigend Andere Rinder: Zahl etwa gleich bleibend Schweine: Zahl leicht sinkend Schafe, Ziegen, Geflügel: Zahl leicht sinkend Mineraldüngereinsatz: sinkend Quelle: Anderl, M., Braun, M., Böhmer, S., Gössl, M., Köther, T., Krutzler, T., Lampert, C., Pazdernik, K., Purzner, M., Poupa, S., Sporer, M., Storch, A., Stranner, G., Wiesenberger, H., Weiss, P., Zechmeister, A., Zethner, G. (2011). GHG projections and assessment of policies and measures in Austria. Reporting under Decision 280/2004/EC, 15th March 2011, REP-0331 Fazit Genaue Analyse der Ist-Situation und der künftigen Entwicklung erforderlich Analyse muss auf Bundesländerebene erfolgen Minderungsmaßnahmen müssen sich in Inventar abbilden Nebeneffekte von Minderungsmaßnahmen müssen berücksichtigt werden Aktuelle Daten zu Tierhaltung und Wirtschaftsdüngermanagement sind erforderlich Nur mit solider Datengrundlage und Analyse können Aussagen zum Umfang möglicher Minderungsmaßnahmen getroffen werden

12 Universität für Bodenkultur Wien University of Applied Life Sciences and Natural Resources Department für Nachhaltige Agrarsysteme Institut für Landtechnik Priv.Doz. Dr. Barbara Amon Peter Jordan-Straße 82, A-1190 Wien Tel.: , Fax: Rinderhaltung in Österreich share [%] loose housing system tied stall dairy cattle suckling cows other cattle

13 Fest- und Flüssigmist in der Rinderhaltung share [%] solid system [%] liquid system [%] dairy cattle suckling cows other cattle Weidehaltung von Rindern no grazing grazing share [%] dairy cattle suckling cows other cattle

14 Abdeckung von Güllegruben share [%] slurry volume [%] 11 2 no cover solid cover natural crust Flüssigmistausbringung share [%] broadcasting slurry volume [%] 6.8 band application

15 Forschungsschwerpunkt Emissionen des Institutes für Landtechnik Emissionen aus der Rinderhaltung: Milchkühe Anbindestall Flüssigmist Milchkühe Anbindestall Festmist Maststiere Tretmiststall Emissionen während der Festmistlagerung: Kompostierung Stapelmistlagerung Forschungsschwerpunkt Emissionen des Institutes für Landtechnik Emissionen während der Flüssigmistlagerung: unbehandelter Flüssigmist Biogasgülle Flüssigmistseparierung Belüftung EM-Zusatz verschiedene Abdeckungen

16 Klimarelevante Emissionen aus der Milchviehanbindehaltung bei Kompostierung und anaerober Lagerung des Festmistes Emissionen aus einem Tretmiststall für Mastbullen mit viel und wenig Einstreu

17 N 2 O-Emissionen aus dem Stall und während der Lagerung des frischen Mistes bei viel und wenig Einstreu Versuche zur Flüssigmistlagerung

18 Emissionen von Rinderflüssigmist (Lagerung und Ausbringung): Behandlung unbehandelt separiert Biogas NH 3 % 100,0 177,7 101,4 GHG % 100,0 63,3 41,0 Strohdecke Belüftung 141,3 186,4 129,6 57,7

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