Liebe Konfi 3-Kinder, liebe Mitfeiernde hier im Gottesdienst, Ansprache beim Konfi 3-Familiengottesdienst mit Abendmahl am in Steinenbronn

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1 Ansprache beim Konfi 3-Familiengottesdienst mit Abendmahl am in Steinenbronn Liebe Konfi 3-Kinder, liebe Mitfeiernde hier im Gottesdienst, Ich möchte Ihnen und euch eine Geschichte erzählen von einem König, der Schweres erlebt hatte und damit nicht zurechtgekommen ist. Aber am Ende ist es ihm dann doch gelungen. Ich habe dazu ein paar Bilder mitgebracht, das erste seht ihr jetzt auf der Leinwand: Das Märchen vom Rosenkönig In einem Land lebte glücklich und zufrieden ein König mit seiner Königin und den Königskindern. Keiner seiner Untertanen erinnerte sich mehr daran, dass der König in jungen Jahren in einen schrecklichen Krieg hatte ziehen müssen. Und auch der König hatte es fast vergessen. Anfangs musste er immer wieder an die furchtbaren Schlachten denken. Aber dann pflanzte er eines Tages einige zarte Rosenstöckchen in seinen Garten und entdeckte, dass er bei dieser Arbeit die düsteren Erinnerungen vergessen konnte. So ging der König jeden Tag ein bisschen zu seinen Rosen, und eines Tages hatte er den Krieg ganz vergessen. Als er heiratete und die Königin wunderschöne Königskinder gebar, da schien sein Glück perfekt. Doch eines Tages wurde der König unruhig. Die alten Erinnerungen kehrten zurück. Schnell lief er in den königlichen Garten und beschäftigte sich mit den Rosenstöcken. Doch die Bilder der Vergangenheit wollten nicht weichen.

2 Erst als er einige neue Rosen pflanzte, wurde er wieder fröhlich. Die Königin und die Königskinder wunderten sich, dass der König von Tag zu Tag länger im Garten blieb. Aber da die Gartenarbeit dem König sichtlich gut tat, ließen sie ihn gewähren. Nach einiger Zeit machte die Gartenarbeit keine Freude mehr. Aber sobald er weniger Rosen pflanzte, kamen die düsteren Erinnerungen und machten ihm Angst. Armer König. Da fing er an, im ganzen Schloss Blumenkübel mit Rosenstöcken aufzustellen. In den Zimmern, auf allen Gängen, sogar auf den Toiletten und in der Küche pflanzte er Rosen. Ein Diener nach dem anderen verließ das Schloss, weil für ihn einfach kein Platz mehr war. Und auch Besucher kamen immer weniger. Keine Feste wurden mehr gefeiert. Zunächst versuchten die Königin und die Königskinder, die vielen Rosen zu übersehen. Das war gar nicht so einfach, denn die Rosen stachen, wenn sie ihnen zu nahe kamen. Manchmal zogen sie sich sogar Schutzanzüge an und begannen selber, die Rosenstöcke hin und herzurücken, aber mehr und mehr zogen sie sich in ihre eigenen Gemächer zurück, weil es die einzigen Orte waren, in denen noch keine Rosen wuchsen. Die schwere Gartenarbeit schwächte den König, und er verletzte sich jetzt oft an den Dornen. Die Königin konnte es nicht mehr ertragen, wie sehr der König litt, doch was sie auch sagte und tat, sie konnte ihm nicht helfen. Eines Tages stach sich der König wieder einmal heftig an einem Dorn.»So geht es nicht weiter«, stöhnte er.»ich tue mir und allen, die ich lieb habe, weh. Es muss doch eine andere Lösung als Rosenpflanzen geben- Und so machte er sich auf die Suche, bis er in einem Winkel seines Reiches einem sehr weisen Mann begegnete. Viele Wochen und Monate blieb er dort. Er redete und weinte, hörte zu und lernte, mit seinen Erinnerungen zu leben. Und manchmal ruhte er nur einfach aus. Schließlich sandte er einen Boten in sein Schloss, und die Königin und die Königskinder besuchten ihn und den weisen Mann.

3 Und auch sie redeten und weinten, hörten zu und lernten. Und manchmal ruhte sich die Königin einfach nur aus, während die Königskinder mit dem weisen Mann lachten und spielten. Als sie wieder einmal den König besuchten, lächelte der weise Mann und sagte ihnen, dass sie heute den König mit zurück auf sein Schloss nehmen dürften. Zurückgekehrt machten sie sich gemeinsam ans Werk: Als erstes trugen sie die meisten Rosenstöcke aus dem Haus. Aber nicht alle, an einige hatten sie sich so gewöhnt, dass sie sie einfach nicht mehr missen wollten. Und auch im Garten ließen sie die schönsten Rosenstöcke stehen. An lauen Sommerabenden erfreuten sie sich mit ihren Gästen an dem Duft der Rosen, der mit der Luft genau die richtige Mischung bildete - nicht mehr schwer, so dass man zu ersticken drohte, und doch würziger als die Luft außerhalb des Gartens. Manchmal fragte ein Gast, warum sie den Rosen nicht einfach die Dornen abbrechen würden. Dann antwortete der König:»Rosen und Dornen haben mich viel gelehrt, ich möchte nichts vergessen. Und zu einem Rosenkönig gehört beides - Rosen und Dornen.«Dornen und Rosen gehören zusammen das stimmt, oder? Es gibt keine Rose ohne Dornen. Und doch, obwohl die Rosen Dornen tragen, sind sie für viele die schönsten Blumen, die es gibt. Vielleicht ja für euch auch. Aber dass ein König zum Gärtner wird, das ist doch etwas Besonders, findet ihr nicht? Ein König regiert doch und repräsentiert, er befiehlt und besucht seine Untertanen. Er ist reich und glücklich, so denken wir. Dieser König war reich, aber unglücklich.

4 Die Erinnerungen an den Krieg, den er erlebt hat, ließen ihn nicht los. Er hat Schlimmes erlebt und große Ängste ausgestanden, seine Seele ist verwundet und verletzt worden. Andererseits hat er im Krieg selbst andere verletzt und wahrscheinlich auch getötet. Beides, Schuld und Angst, haben sich wie ein großer Schatten über sein Leben gelegt. Sie haben sich wie eine Wolke vor die Sonne geschoben, so dass er nicht mehr glücklich sein konnte. So passiert das immer wieder: Schuld, Verletzungen der Seele, Ängste machen uns unfrei und unglücklich. Der König will die bösen Gedanken verdrängen und pflanzt Rosen. Das ist etwas sehr Schönes, nur unser König übertreibt es mit dem Rosenpflanzen. Als er merkt, dass er beim Rosenpflanzen am wenigsten düstere Gedanken hat, hört er mit dem Pflanzen gar nicht mehr auf, und sein ganzes Haus erstickt vor lauter Rosenbüschen. So machen das Menschen immer wieder. Sie werden mit irgendetwas in ihrem Leben nicht fertig, mit erlebten Kränkungen, mit Ängsten, mit ihrer Schuld. Sie suchen etwas, was ihnen gut tut, aber sie übertreiben es damit, und dann wird die Lust zur Last. Der eine trinkt zu viel und wird alkoholkrank, der andere zockt zu viel und wird spielsüchtig, wieder jemand anders will laufend mit anderen zusammen zu sein und hält es nicht aus, einmal etwas allein zu machen. Die Suche nach einem Ausweg, die Sehnsucht danach wird zur Sucht. Und dann landen sie in der Sackgasse, sie tun sich und anderen sehr weh mit ihrem Verhalten. Da, das erste Mal denkt der König darüber nach, dass sich etwas ändern muss, dass er sich nicht mehr selber helfen kann. Er sucht nach einem Helfer, einem Heiler und findet den weisen Mann. Menschen, die in einer Sucht feststecken, finden Hilfe in einer Suchtklinik und bei einer Rehamaßnahme. Leute, die einen Burnout haben, gehen in eine Kur. Manche fangen, wenn s ihnen richtig schlecht geht, das erste Mal nach langem wieder richtig an zu beten. Sie wenden sich an Christen, sie lassen sich von Gott helfen. Gott ist so wie der weise Mann in der Geschichte. Er kann uns aus unseren Sackgassen heraushelfen. Es hilft uns, wenn wir ihn im Gebet um Hilfe bitten und beim Beten darüber nachdenken, was wir tun können. Gott will uns unsere Schuld vergeben, er wird das tun, wenn wir ihn ernsthaft darum bitten. Haben wir wirklich etwas Schlimmes getan, ist es gut, wenn wir nicht nur im Stillen Gott um Vergebung beten, sondern zu einem Christen gehen, es ihm sagen und mit ihm zusammen beten. Haben wir wirklich vor etwas große Angst, dann ist es notwendig, dass wir nicht nur im Stillen Gott bitten, dass er die Angst wegnimmt, sondern dass wir zu Menschen gehen, die uns dabei helfen können. Den Mut dazu, den will uns Gott geben. Der König hat am Ende wieder in ein geregeltes Leben zurückgefunden und konnte wieder glücklich sein. Er hat immer noch Rosen gepflegt, aber nur noch wenige. So war es wieder etwas Schönes, wenige Rosen machen Freude. Bei manchen, die in einer Sucht gefangen gewesen sind,

5 wird es nie wieder ganz so, wie es war. Menschen, die alkoholabhängig waren, trinken ihr ganzes weiteres Leben lang keinen Tropfen Alkohol mehr. Sonst würden sie wieder süchtig werden. Aber abgesehen davon können sie ganz normal leben. Vor allem sind sie glücklich, oft glücklicher als sie zuvor je waren. Denn sie wissen jetzt, was es bedeutet, nicht in einer Sucht gefangen zu sein. Aus zwei Gründen reichen wir beim Abendmahl in unserer Kirche nicht Wein, sondern Traubensaft. 1. Wegen den Kindern, für sie wäre Wein nicht gut. Und 2. Wegen denen, die keinen Alkohol trinken wollen oder ihn nicht trinken dürfen, weil sie einmal alkoholkrank waren. Er ist bereit uns aus Sackgassen herauszuführen, in die wir uns selbst hineinmanövriert haben. Ich lade Sie und euch ein ihm zu vertrauen. Ich möchte schließen mit Worten aus der Bibel, aus 1 Petr 5,5-7: Dort heißt es: 5 Den Hochmütigen stellt sich Gott entgegen, aber wer bescheiden über sich denkt, den lässt er seine Gnade erfahren. 6 Beugt euch unter die starke Hand Gottes; er wird euch erhöhen, wenn die Zeit dafür gekommen ist. 7 Und legt alle eure Sorgen bei ihm ab, denn er sorgt für euch. Als es ihm wieder gut geht, sagt der König: Rosen und Dornen haben mich viel gelehrt. Krisenzeiten im Leben sind nicht schön, aber sie lehren uns etwas, was wir nachher nie mehr vergessen möchten. Wir reifen durch Krisen. Manche Charakterstärke und Charakterschönheit würde es nicht geben, hätten die Menschen sie nicht in Lebenskrisen gewonnen. Es ist nicht gut, den Krisen im Leben auszuweichen. Es ist nicht gut, so zu tun, wie wenn wir immer standhaft und stark sein könnten. Dann werden wir hochmütig und stolz, und dann lassen wir uns nicht helfen, auch nicht von Gott. Auch nicht von Jesus, der auferstanden ist und uns unsichtbar nahe ist. Jesus ist bereit uns als Helfer und Heiland zur Seite zu stehen, uns Schuld zu vergeben, die Verwundungen unserer Seele zu heilen.

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