Geschäftsbericht. Seite 6 SIWF ISFM. INTERVIEW Werner Bauer hält das Teaching hoch Seite 5. SCHWERPUNKT Fortbildungsdiplom auf Knopfdruck

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1 INTERVIEW Werner Bauer hält das Teaching hoch Seite SCHWERPUNKT Fortbildungsdiplom auf Knopfdruck Seite 6 SIWF ISFM Geschäftsbericht Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF

2 Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF «Das SIWF sorgt für kompetente Ärztinnen und Ärzte» der Leitsatz des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung ist Aufgabe und Programm zugleich. Als selbständiges und unabhängiges Kompetenzzentrum gewährleistet das SIWF die Weiter- und Fortbildungsqualität in der Schweiz auf hohem Niveau. Das SIWF vereinigt alle wichtigen Akteure und Institutionen im Bereich der ärztlichen Bildung. Weitere Informationen finden Sie in diesem Geschäftsbericht auf den Seiten 14 und 15 sowie online unter Das SIWF in Wort und Bild Acht der neunzehn Mitglieder des SIWF-Vorstands sind im Geschäftsbericht 2010 porträtiert. Als Vertreterinnen und Vertreter verschiedener für die ärztliche Weiter- und Fortbildung relevanter Organisationen bringen sie auf den Punkt, welche Bedeutung das SIWF für die ärztliche Bildung in der Schweiz hat. 2 G e s c h ä f t s b e r i c h t

3 Die Geschäftsleitung des SIWF: Hans Rudolf Koelz, Werner Bauer, Jean Pierre Keller und Christoph Hänggeli. Das SIWF der ärztlichen Bildung verpflichtet Wir freuen uns, dieses Jahr den Geschäftsbericht des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF neu gestaltet zu präsentieren. Er beschreibt die vielfältigen Aufgaben, Dienstleistungen und Projekte des SIWF und zeigt, wie Geschäftsleitung, Vorstand, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Instituts sich dafür engagieren, unser Motto «Das SIWF sorgt für kompetente Ärztinnen und Ärzte» täglich umzusetzen. Auch wenn die zentrale Bedeutung der ärztlichen Bildung für das schweizerische Gesundheitswesen unbestritten ist, geben die gegenwärtigen Rahmenbedingungen, der Ärztemangel und das Problem der Ressourcenverteilung Anlass zur Sorge. Wir sind aber zuversichtlich, dass wir in Zusammenarbeit mit den Fachgesellschaften und Fakultäten, mit Bund und Kantonen und vor allem mit den Weiterbildungsstätten unseren Auftrag erfüllen können. Ihnen allen danken wir für ihre Unterstützung. Dr. med. Werner Bauer Präsident SIWF Dr. med. Jean Pierre Keller Vizepräsident SIWF Prof. Dr. med. Hans Rudolf Koelz Vizepräsident SIWF Christoph Hänggeli, Rechtsanwalt Geschäftsführer SIWF g e s c h ä f t s b e r i c h t

4 Prof. Dr. med. Peter Villiger [ Chefarzt und Klinikdirektor am Inselspital Bern ] «Die Qualität der ärztlichen Weiter- und Fortbildung in der Schweiz stimmt heute und auch morgen. Dafür steht das SIWF ein.» Dr. med. Christina Kuhn [ Präsidentin der Medizinalberufekommission ] «Das SIWF gewährleistet die Qualität der ärztlichen Weiterbildung und deren Verbindung zur Ausbildung.» 4 G e s c h ä f t s b e r i c h t

5 Inter view «Wir wollen die Weiterbildung nachhaltig stärken» Werner Bauer ist seit Juni 2010 Präsident des Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF. Er will die Finanzierung der ärztlichen Bildung auf eine solide Basis stellen und ihre hohe Qualität wirksam sichern. Wie unterscheidet sich die Weiterbildung heute von Ihrer Assistenzzeit? Sicher treffe ich heute flachere Hierarchien und eine strukturiertere Weiterbildung an als früher und die zeitliche Belastung ist geringer geworden. Das heisst natürlich auch, dass ich in einer vergleichbaren Zeitspanne nicht gleich viel ärztliche Erfahrung am Krankenbett sammeln kann. Somit muss man die Weiterbildung in bestimmten Disziplinen so umstrukturieren, dass die nötige Kompetenz erreicht werden kann. Was tut das SIWF, um die Qualität der ärztlichen Weiterbildung zu verbessern? Ein wichtiges Qualitätsinstrument ist unsere jährliche Umfrage bei den Ärztinnen und Ärzten in Weiterbildung, deren Resultate wir online publizieren. Ferner visitieren wir die Weiterbildungsstätten, mit denen jeweils ein sehr konstruktiver Austausch stattfindet. Zudem wollen wir bewirken, dass Spitäler Anreize erhalten, gute Weiterbildungen anzubieten, und dafür auch belohnt werden. Dr. med. Werner Bauer, Facharzt für Innere Medizin und Onkologie-Hämatologie, setzt für die hochstehende Qualität der ärztlichen Bildung auf die Zusammenarbeit aller beteiligten Akteure aus Medizin und Öffentlichkeit. Die Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten kostet wer soll sie finanzieren? Da muss ich zunächst klar festhalten: Weiterzubildende erbringen qualifizierte Dienstleistungen und arbeiten kostengünstiger als Fachärzte, gerade im 24-Stunden-Betrieb. Eine fundierte Weiterbildung ist unverzichtbar, um den kompetenten Ärztenachwuchs für unser Land sicherzustellen. Deshalb ist die Finanzierung der ärztlichen Weiterbildung auch eine öffentliche Aufgabe. Um diese Finanzierung zu sichern, engagiert sich das SIWF gemeinsam mit allen beteiligten Akteuren in einer Plattform der Gesundheitsdirektorenkonferenz und des Bundesamtes für Gesundheit, die bis Frühsommer 2011 ihre Vorschläge präsentiert. Welche Ziele verfolgen Sie für die Weiter- und Fortbildung? Wir müssen die ärztliche Bildung stets auf dem neusten Stand des medizinischen Wissens und der gesellschaftlichen Anforderungen halten. Es gilt, den Stellenwert des «Teaching» bei unseren Weiterbildenden trotz der grossen Belastungen in der täglichen Arbeit hoch zu halten. Dies gelingt dank der Zusammenarbeit mit den Fakultäten, den Fachgesellschaften und den Weiterbildungsstätten aber nur, wenn die Finanzierung der Weiterbildung nachhaltig gesichert ist. g e s c h ä f t s b e r i c h t

6 Schwerpunkte 2010 Mit Innovation für eine starke ärztliche Weiter- und Fortbildung 2010 hat das SIWF in wegweisenden Projekten Meilensteine gesetzt. Dazu gehören das Weiterbildungsprogramm «Allgemeine Innere Medizin» und die elektronische Fortbildungsplattform. Auch das «e-logbuch» und die Akkreditierung sind auf der Zielgeraden. «Allgemeine Innere Medizin»: Weiterbildungsprogramm in Kraft Drei berufstitel haben bisher die ärztliche Grundversorgung geprägt: Allgemeinmedizin, Innere Medizin und Praktischer Arzt. Diese Inkongruenz zur auch für die Schweiz verbindlichen EU- Richtlinie bildete den Ausgangspunkt einer an die bundesbehörden gerichteten diplomatischen Note der EU-Kommission. Nach langer Vorbereitung konnte das SIWF im berichtsjahr gemeinsam mit der Schweizerischen Gesellschaft für Innere Medizin und der Schweizerischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin das neue Weiterbildungsprogramm «Allgemeine Innere Medizin» verabschieden. Es bündelt die Ressourcen und stärkt damit die Hausarztmedizin. Die modular aufgebaute Weiterbildung setzt sich aus einer dreijährigen basis- und einer zweijährigen Aufbauweiterbildung zusammen. Assistenzärztinnen und -ärzte haben dabei viel Spielraum bei der Wahl von Art und Dauer der Fachdisziplinen, die sie für ihr künftiges berufliches Wirkungsfeld als geeignet ansehen. Der Übergang zwischen den beiden Richtungen Hausarzt und Spitalinternist ist fliessend. Dank des einheitlichen Titels ist auch in der späteren berufsausübung ein Wechsel zwischen Spitalund Praxistätigkeit jederzeit möglich. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel «Eine neue Epoche: das Weiterbildungsprogramm Allgemeine Innere Medizin» (www.saez.ch > Archiv > 2010 > 49). Fortbildungsplattform: Diplom auf Knopfdruck Die Fortbildung gehört gemäss Medizinalberufegesetz (MedbG) zu den gesetzlich geregelten berufspflichten. Ihre Kontrolle obliegt nicht mehr den berufsorganisationen, sondern den zuständigen kantonalen Gesundheitsbehörden. Das SIWF bietet zusammen mit den 45 Fachgesellschaften im Sinne einer Dienstleistung ein Fortbildungsdiplom an, das Gesundheitsbehörden und Krankenversicherer anerkennen. Der einfachste Weg zum Fortbildungsdiplom führt über die neu entwickelte Fortbildungsplattform des SIWF. Hier lassen sich Fortbildungsaktivitäten in einem persönlichen Protokoll laufend erfassen, und nach der dreijährigen Fortbildungsperiode können die Fortbildungs- Fortbildungsdiplome Das SIWF stellt zusammen mit den Fachgesellschaften Fortbildungsdiplome aus, mit welchen sich die Erfüllung der gesetzlichen Fortbildungspflicht und die Besitzstandfortbildung nachweisen lassen. > Fortbildung 6 G E S C H ä F T S b E R I C H T

7 S C H W E R P U N K T E diplome selbst ausgedruckt werden. Voraussetzung dafür sind 150 Credits, welche die zuständige Fachgesellschaft validiert hat. Das Fortbildungsdiplom dient als Nachweis sowohl für die gesetzliche Fortbildungspflicht wie auch für die geforderte besitzstandsfortbildung. Mehr dazu erfahren Sie im Artikel «ärztliche Fortbildung: Eine neue ära hat begonnen» (www.saez.ch > Archiv > 2010 > 50). Facharzttitel 44 Weiterbildungsprogramme stehen den Assistenzärztinnen und -ärzten zur Auswahl; bei Unklarheiten erstellt das SIWF gerne einen Weiterbildungsplan. > Weiterbildung AssistenzärztInnen e-logbuch: Start der Pilotphase Weiterbildung einfach planen und dokumentieren dank e-logbuch. Die Logbücher, welche das SIWF seit 2009 schrittweise auf der basis von PDF-Dokumenten einführt, dienen den Assistenzärztinnen und -ärzten als Hilfsmittel für die Planung und Dokumentation der Weiterbildung. Das 2010 in Zusammenarbeit mit der Firma Adjumed entwickelte Online- bzw. e-logbuch wird den administrativen Aufwand reduzieren und die Erteilung des Facharzttitels beschleunigen. Im e-logbuch werden alle Angaben zur Dokumentation der Weiterbildung online verwaltet. Das System ergänzt die Logbuchformulare automatisch mit den aus dem FMH-ärzteregister bekannten Angaben über Personen und Weiterbildungsstätten. Ebenso erstellt es Zusammenfassungen, womit Mehrfacherfassungen und manuelle Datenübertragungen sowie das separate Ausfüllen des Diplomgesuchs am Ende der Weiterbildung entfallen. Im ersten Quartal 2011 sollen die e-logbücher für Chirurgie, Handchirurgie sowie Allgemeine Innere Medizin in betrieb genommen werden. den Assistenzärztinnen und -ärzten sowie den Weiterbildenden ein strukturiertes Feedback zum Stand der Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Assessments sind so gestaltet, dass sie sich mit geringem Aufwand in den Klinikbetrieb integrieren lassen. Chirurgie, Psychiatrie, Intensivmedizin, Oto-Rhino-Laryngologie, Anaesthesiologie und Allgemeine Innere Medizin sind Fachbereiche, welche bereits mit Pilotprojekten begonnen oder ihr Interesse angemeldet haben. Akkreditierung des SIWF: Ziel in Sicht Die Vorbereitungen für die Akkreditierung der Weiterbildungsordnung durch das Eidgenössische Departement des Innern sind im berichtsjahr abgeschlossen worden. Das Organ für Akkreditierung und Qualitätssicherung (OAQ) führt das periodische Evaluationsverfahren durch. Dabei haben externe Experten die Selbstbeurteilungen aller Fachgesellschaften geprüft; zudem wurden ausgewählte Kliniken visitiert. Das OAQ verarbeitet beide Analysen zu einem bericht, zu dem sich auch die Medizinalberufekommission (MEbEKO) äussern wird. Die erneuerte Akkreditierung, die allenfalls Auflagen oder Empfehlungen beinhaltet, ist auf Mitte 2011 zu erwarten. Assessment: plangemässe Fortschritte Das Institut für Medizinische Lehre der Universität bern hat das Konzept des Arbeitsplatz basierten Assessments (AbA) in der ärztlichen Weiterbildung zusammen mit dem SIWF und interessierten Fachgesellschaften entwickelt. Regelmässig durchgeführte Mini-CEX (Mini- Clinical Evaluation Exercises) und DOPS (Direct Observation of Procedural Skills) vermitteln G E S C H ä F T S b E R I C H T

8 Prof. Dr. med. Jean-Daniel Tissot [ Directeur des programmes médicaux, Centre hospitalier universitaire vaudois ] «Das SIWF definiert und validiert die ärztlichen Weiterbildungsprogramme, damit sie den Gesundheitsbedürfnissen der Schweiz entsprechen.» Dr. med. Mitsuko Kondo Oestreicher [ Adjointe du directeur médical, Hôpitaux Universitaires de Genève ] «Assistenzärztinnen und -ärzte leisten unverzichtbare Arbeit. Das SIWF setzt sich dafür ein, dass sie eine exzellente Weiterbildung erhalten.» 8 G e s c h ä f t s b e r i c h t

9 Dienstleistungen 2010 Kompetenz und Engagement für die Weiter- und Fortbildung Das SIWF hat sich auch 2010 um sämtliche Belange der Erteilung von ärztlichen Weiterbildungstiteln und der Anerkennung von Weiterbildungsstätten gekümmert. Dies schliesst die Unterstützung aller im SIWF vertretenen Organisationen mit ein. Erteilung von Titeln Im Jahr 2010 hat die Titelkommission (TK; s. Seite 15, Abb. 1) insgesamt 1271 Facharzttitel erteilt. Damit bleibt die Zahl der Titelerteilungen seit 2008 auf hohem Niveau stabil. Besassen vor fünf Jahren lediglich 14 % aller Titelerwerber ein ausländisches Arztdiplom, gingen % aller Facharzttitel an Ärztinnen oder Ärzte mit ausländischem Arztdiplom. Zusätzlich zur Beurteilung der Titelgesuche erstellte die TK 930 Weiterbildungspläne (2009: 874), die rechtsverbindlich Auskunft über bereits erfüllte Voraussetzungen eines Weiterbildungsprogramms geben. An der fortlaufenden Online-Befragung zur Weiterbildung haben 39 % aller neu diplomierten Fachärztinnen und -ärzte teilgenommen. Die Umfrage hat zum Ziel, die Dienstleistungen des SIWF zu verbessern und Informationen über die Akzeptanz der Weiterbildungsprogramme zu erhalten. Die Ergebnisse 88 % beurteilten die Leistungen der Mitarbeitenden des SIWF als sehr gut oder gut zeigen, dass das SIWF auf Erfolgskurs ist. Anerkennung der Weiterbildungsstätten Die Weiterbildungsstättenkommission (WBSK; s. Seite 15, Abb. 1) hat im Berichtsjahr 187 neue Weiterbildungsstätten (WBS) anerkannt (davon 104 Arztpraxen), 118 WBS re-evaluiert bzw. bestätigt, 63 WBS von der Liste der anerkannten Institutionen gestrichen (davon 51 Arztpraxen) und 8 Gesuche um Neuanerkennung abgelehnt (7 davon Arztpraxen). WBS werden insbesondere dann re-evaluiert, wenn bei der Revision eines Weiterbildungsprogramms die Kriterien für die Anerkennung ändern oder wenn die verantwortliche Leitung wechselt. Das SIWF sichert die Weiterbildungsqualität durch die Weiterbildungskonzepte, die Visitationen und die Assistenzärzte-Umfrage zur Weiterbildungsqualität. Bei den Visitationen prüfen drei Experten vor Ort die Weiterbildungsverhältnisse, die Umsetzung des Weiterbildungskonzeptes sowie die Einhaltung der geforderten Kriterien. Im Berichtsjahr führte das SIWF 93 Visitationen nach dem neu konzipierten und standardisierten Verfahren durch. In 76 Fällen hat die WBSK die WBS definitiv eingeteilt, davon 38 mit einer Auflage. Auch 2010 hat die ETH Zürich (Institute for Environmental Decisions, Consumer Behavior) im Auftrag des SIWF die Assistenzärzte-Umfrage zur Weiterbildungsqualität durchgeführt. Bei g e s c h ä f t s b e r i c h t

10 D I E N S T L E I S T U N G E N dieser 14. Umfrage wurden 9698 Assistenzärztinnen (55 %) und -ärzte (45 %) an rund 1200 Weiterbildungsstellen befragt. Die Rücklaufquote betrug 66 %. Die Resultate der in mehrere Themenfelder gegliederten Umfrage sind vor allem für die Leiterinnen und Leiter der WbS und für die Weiterzubildenden nützlich. Insgesamt vermitteln die Ergebnisse das bild einer hohen Weiterbildungsqualität und eines guten Arbeitsklimas. Die vereinzelten WbS, die ungenügend abschneiden, werden der zuständigen Fachgesellschaft gemeldet. Diese hat über die notwendigen Massnahmen, in der Regel eine Visitation, zu entscheiden. Die auf publizierte Detailauswertung der Umfrage erlaubt interessante Schlussfolgerungen auch im Hinblick auf die zukünftige Gestaltung der ärztlichen bildung. Pathologie Plastische, Rekonstruktive und ästhetische Chirurgie Pneumologie Praktischer Arzt Rheumatologie Revidierte Fähigkeitsausweise Interventionelle Schmerztherapie (SSIPM) Notarzt (SGNOR) Klinische Notfallmedizin (SGNOR) Sachkunde für dosisintensives Röntgen (KHM) Sachkunde für dosisintensives Röntgen (SGK) Sachkunde für dosisintensives Röntgen (USGG) Weiterbildungsumfrage Wie zufrieden sind die Assistenzärztinnen und Assistenzärzte der Schweiz mit der ärztlichen Weiterbildung? Die jährliche Umfrage zeigt es schwarz auf weiss und leistet so einen wichtigen Beitrag zur Sicherstellung der Weiterbildungsqualität. > Weiterbildung allgemein Weiterbildungsprogramme Vorstand und Plenum des SIWF revidierten im berichtsjahr an vier Sitzungen insgesamt 16 Weiterbildungsprogramme (Facharzttitel und Fähigkeitsausweise). Neu geschaffen wurde der Fähigkeitsausweis Phytotherapie. Revidierte Facharzttitel Allgemeine Innere Medizin Chirurgie Gynäkologie und Geburtshilfe Ophthalmologie Orthopädische Chirurgie und Traumatologie des bewegungsapparates In den Fachgebieten Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie sowie Handchirurgie wurde 2010 die sanktionierende Facharztprüfung eingeführt. Somit werden nun sämtliche eidgenössischen Facharzttitel nur nach bestandener Facharztprüfung erteilt. Auslanddienst Über Anfragen an den Auslandsdienst des SIWF und ebenso zahlreiche Telefonate von ärztinnen und ärzten aus über 70 verschiedenen Ländern zeigen, dass die Schweiz nach wie vor ein begehrtes Einwanderungsund attraktives Weiterbildungsland ist. Deutlich weniger Schweizer ärztinnen und ärzte interessieren sich für eine Tätigkeit im Ausland; ihre Favoritendestinationen sind Kanada und die USA. Schwerpunkte und Fähigkeitsausweise Neben den Facharzttiteln bietet das SIWF zusätzliche Qualifikationen an. Diese Schwerpunkte und Fähigkeitsausweise lassen sich mehrheitlich nur als Mitglied der FMH erwerben. > Weiterbildung AssistenzärztInnen > «Grundlagen» 10 G E S C H ä F T S b E R I C H T

11 D I E N S T L E I S T U N G E N Einsprachekommissionen Die Einsprachekommission Weiterbildungstitel (EK WBT; s. Seite 15, Abb. 1) behandelte im berichtsjahr von 60 neu eingegangenen Einsprachen deren 46. Zwei Einsprecher haben 2010 Entscheide der EK WbT ans bundesverwaltungsgericht weitergezogen. Zusätzlich ist eine beschwerde beim bundesgericht hängig. bei der Einsprachekommission Weiterbildungsstätten (EK WBS; s. Seite 15, Abb. 1) gingen sechs neue Einsprachen ein und vier wurden behandelt. Der ausführliche Jahresbericht der Einsprachekommissionen ist auf > SIWF Grundlagen > Geschäftsberichte publiziert. Ombudsstelle für Assistenzärztinnen und -ärzte Kandidaten und Weiterbildner haben die Möglichkeit, bei Problemen eine Vermittlungsperson anzurufen. Dieses Angebot ist auch 2010 von Assistenzärztinnen und -ärzten rege genutzt worden. Leider kommt es immer wieder vor, dass Weiterbildner ihrer Pflicht nicht nachkommen, den Kandidaten das FMH-Zeugnis innert nützlicher Frist auszustellen. Dr. med. Max Giger, Präsident des SIWF bis Juni Dank an den Gründer des SIWF Max Giger lenkte bis im Juni 2010 als oberster Verantwortlicher für die ärztliche Weiter- und Fortbildung über eine Dekade lang die Geschicke der federführenden Institutionen KWFb und SIWF. Dank unermüdlichem Einsatz ist es ihm gelungen, die Qualität der ärztlichen Weiter- und Fortbildung in der Schweiz bedeutend zu steigern. So hat er die Visitationen an den Weiterbildungsstätten, die Arbeitsplatz basierten Assessments und die Logbücher eingeführt Instrumente, die heute zu den wichtigsten Standbeinen der Qualitätssicherung gehören. Als Krönung seiner Laufbahn kann zweifellos die Gründung des selbständigen Schweizerischen Instituts für ärztliche Weiter- und Fortbildung bezeichnet werden. Max Gigers Engagement für die Unabhängigkeit der Weiter- und Fortbildung von der berufs- und Tarifpolitik wurde mit der Schaffung des SIWF belohnt. Ohne sein vielfältiges Netzwerk in ärzteschaft und Politik wäre es sicher nicht gelungen, im Medizinalberufegesetz die Zuständigkeit für die Erteilung der Facharzttitel bei der ärzteschaft zu behalten. Die Verleihung des Ehrenzeichens der deutschen ärzteschaft durch die bundesärztekammer «in Anerkennung seiner Lebensleistung» zeigt, dass Max Giger auch international Impulse gesetzt hat. Internationale Kontakte waren für ihn auch immer Quelle der Inspiration und zugleich Massstab zur Optimierung der Weiterbildungsprojekte in der Schweiz. Max Giger hat sich um die Zukunft der ärzteschaft verdient gemacht, sie ist ihm zu grossem Dank verpflichtet. G E S C H ä F T S b E R I C H T

12 Dr. med. Marie-Claire Desax [ Assistenzärztin, Spital Olten ] «Im SIWF kann sich auch der VSAO für transparente Weiterbildungsprogramme und zugunsten der Jungärzte einsetzen.» Prof. Dr. med. Jürg Hafner [ Leitender Arzt, UniversitätsSpital Zürich ] «Die Schweizer Ärzteschaft gestaltet dank dem SIWF ihre Weiter- und Fortbildung selbständig und auf höchstem internationalem Niveau.» 12 G e s c h ä f t s b e r i c h t

13 Rita Ziegler, lic. oec. HSG [ Vorsitzende der Spitaldirektion des UniversitätsSpitals Zürich ] «Das SIWF arbeitet eng mit den Weiterbildungsstätten zusammen eine zentrale Voraussetzung für erfolgreiche Weiterbildung.» Prof. Dr. med. Thomas Rosemann [ Leiter des Instituts für Hausarztmedizin der Universität Zürich ] «Für die Bedürfnisse der Assistenzärztinnen und -ärzte sucht das SIWF immer nach pragmatischen Lösungen.» g e s c h ä f t s b e r i c h t

14 Organisation Das SIWF sorgt für kompetente Ärztinnen und Ärzte Seit April 2009 organisiert das SIWF als selbstständige Institution im Auftrag des Bundes die ärztliche Weiter- und Fortbildung. Es bezieht alle Partner aktiv in seine Arbeit ein und sorgt mit schlanken Strukturen für effiziente Abläufe. Das Schweizerische Institut für ärztliche Weiterund Fortbildung SIWF begleitet diplomierte Ärztinnen und Ärzte nach der Ausbildung durch die gesamte Berufslaufbahn. Es stellt sicher, dass sie eine qualitativ hochstehende und auf den Bedarf der Bevölkerung ausgerichtete Weiterund Fortbildung erhalten. Während die Weiterbildung zu einem Facharzttitel die eigenverantwortliche Berufsausübung zum Ziel hat, sollen mit der lebenslangen Fortbildung die in der Ausund Weiterbildung erworbenen Kompetenzen erhalten und im Einklang mit der Entwicklung der Medizin aktualisiert werden. Das SIWF vereinigt als selbständiges und unabhängiges Organ der FMH alle wichtigen Akteure aus dem Bereich der ärztlichen Weiter- und Fortbildung. Die breite Abstützung und Das SIWF vereinigt alle wichtigen Akteure der ärztlichen Bildung. insbesondere die Einbindung der öffentlichen Institutionen unterstreicht das Bekenntnis zur Transparenz und leistet einen wichtigen Beitrag zur Glaubwürdigkeit des SIWF. Die Vereinigung aller Regelungs- und Finanzkompetenzen in einer Hand gewährleistet die effiziente Umsetzung der vom Bund akkreditierten Weiterbildungsvorschriften. Das Medizinalberufegesetz (MedBG) bildet die Grundlage und den Rahmen für die Tätigkeit des SIWF. Innovative Strukturen Das SIWF besteht aus drei Gremien: Plenum, Vorstand und Geschäftsleitung. Im Plenum sind alle wesentlichen Partner vertreten: Die Fachgesellschaften, die fünf medizinischen Fakultäten, der Verband Schweizerischer Assistenz- und Oberärztinnen und -ärzte (VSAO), der Verein der leitenden Spitalärzte der Schweiz (VLSS), die öffentlichen Institutionen wie die Gesundheitsdirektorenkonferenz, das Bundesamt für Gesundheit und die Medizinalberufekommission, sowie H+ Die Spitäler der Schweiz und die in der Delegiertenversammlung der FMH repräsentierten Dachverbände. Im Vorstand des SIWF sitzen die Delegierten aller grossen Fachgesellschaften, der medizinischen Fakultäten, des VSAO, des VLSS und der öffentlichen Institutionen sowie von H+. Die Geschäftsleitung setzt sich aus dem Präsidenten, den zwei Vizepräsidenten und dem Geschäftsführer zusammen. Separate Organe sind eingesetzt für die Erteilung der Facharzttitel (Titelkommission), die Anerkennung der Weiterbildungsstätten (Weiterbildungsstättenkommission) und für die Beurteilung von Einsprachen (Einsprachekommissionen). Die Geschäftsstelle des SIWF bildet die administrative Drehscheibe und koordiniert alle angegliederten Organisationen. Sie dient Ärztinnen und Ärzten, Institutionen und Behörden als Anlaufstelle in allen Belangen der ärztlichen Weiter- und Fortbildung. 14 G e s c h ä f t s b e r i c h t

15 O R G A N I S A T I O N SIWF FMH Einsprachekommission WB-Titel (3 MG) Präsident SIWF Generalsekretariat FMH Präsident FMH Standeskommission Einsprachekommission WB-Stätten (3 MG) WB-Stättenkommission (78 MG) Geschäftsleitung SIWF (4 MG) Vorstand SIWF (19 MG + 9 stg) Delegiertenversammlung Geschäftsstelle SIWF Geschäftsführer Generalsekretär Präsidium Zentralvorstand Geschäftsprüfungskommission Titelkommission (84 MG) Plenum SIWF (56 MG + 35 stg) Rechenschaftspflicht Ärztekammer Öffentliche Inst. bag, GDK, etc. Med. Fakultäten (5) Fachgesellschaften (45) VSAO (basisorganisation) VLSS (basisorganisation) Dachverbände (7) Kant. Ärztegesellschaften (24) Ärztinnen und Ärzte / Mitglieder FMH / Urabstimmung Geschäftsleitung SIWF Präsident W. bauer Vizepräsident J. P. Keller Vizepräsident H. R. Koelz Geschäftsführer Ch. Hänggeli Repräsentation des SIWF, Koordination der Projekte Weiterbildungsstätten Weiterbildungsprogramme, Fortbildung Operative Leitung, Personal, Recht Ex-officio-Mitglieder: Vorstand SIWF Ständige Gäste: SGAM Th. Rosemann SGC b. Muff SGGG P. Hohlfeld SGIM J. Pfisterer SGP Ch. Aebi-Ochsner BAG Ch. Pfister BAG O. Glardon SGPP M. C. G. Merlo VLSS HU. Würsten VSAO M.-C. Desax VSAO R. Stolz GDK E. Mariéthoz H+ R. Ziegler Medizinische Fakultäten: Basel R. bingisser Bern P. Villiger Genf P. Giannakopoulus Lausanne J.-D. Tissot Zürich R. Wüthrich IML Ch. beyeler MEBEKO Ch. Kuhn Vom Plenum gewählte Vorstandsmitglieder: SGKPT M. Kondo Oestreicher SGAR T. Cassina SGDV J. Hafner SGPath G. Cathomas SGPneu S. Stöhr MEBEKO H. Hoppeler MEBEKO V. Schreiber Wb Weiterbildung MG, stg Mitglieder, ständige Gäste bag bundesamt für Gesundheit GDK Gesundheitsdirektorenkonferenz VSAO Verband der Schweizer Assistenzund Oberärztinnen- und ärzte VLSS Verein der leitenden Spitalärzte der Schweiz SGAM Schweiz. Gesellschaft für Allgemeinmedizin SGC Schweiz. Gesellschaft für Chirurgie SGGG Schweiz. Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe SGIM Schweiz. Gesellschaft für Allgemeine Innere Medizin SGP Schweiz. Gesellschaft für Pädiatrie SGPneu Schweiz. Gesellschaft für Pneumologie SGPP Schweiz. Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie SGKPT Schweiz. Gesellschaft für Klinische Pharmakologie und Toxikologie SGAR Schweizerische Gesellschaft für Anästhesiologie und Reanimation SGDV Schweiz. Gesellschaft für Dermatologie und Venerologie SGPath Schweiz. Gesellschaft für Pathologie H+ H+ Die Spitäler der Schweiz IML Institut für medizinische Lehre der Universität bern MEbEKO Medizinalberufekommission G E S C H ä F T S b E R I C H T

16 Rechnung 2010 / budget 2012 IST 2010 Budget 2010 Budget 2011 Budget 2012 in TCHF in TCHF in TCHF in TCHF Ertrag Facharzttitel (2010: 1257) Titel Praktischer Arzt (2010: 106) FMH-Schwerpunkt (2010: 336) äquivalenzbestätigung (2010: 41) Auskünfte/Weiterbildungspläne Wb-Titel Handchirurgie/Neuropathologie Diplom-Nachdrucke beschwerdegebühren Zertifizierungsgebühren Fähigkeitsausweise Visitationen Weiterbildungsstätten Anerkennung Fortbildungsveranstaltungen durch FMH Diplomgebühren Übrige Erträge Total Ertrag Aufwand 1. Aufwand für Drittleistungen Entschädigung TK (Fachgesellschaft SGPP) Entschädigung SIWF Entschädigung Projektleiterin FAP Entschädigung Visitationsteam Spesen Anlässe (Saalmiete, Konsumationen etc.) Diplome Weiterbildungstitel Diplome Schwerpunkte Aufwand für Projekte (Experten / Referenten) Projekt E-Plattform Fortbildung Projekt Logbuch Projekt Umfrage Assistenten Projekt Akkreditierung Projekt Management-Weiterbildung Projekt Visitationen / Wb-Konzepte Projekt Assessment (IML) Projekt Finanzierung Weiterbildung Projekt Facharztprüfungen Projekt Weiterbildungsnetze Total Aufwand für Drittleistungen G E S C H ä F T S b E R I C H T

17 R E C H N U N G / b U D G E T IST 2010 Budget 2010 Budget 2011 Budget 2012 in TCHF in TCHF in TCHF in TCHF 2. Personalaufwand Löhne (ab inkl. Vizepräsidenten) Entschädigung TK Entschädigung SIWF Entschädigung AG FbO Entschädigung Vizepräsidenten SIWF Entschädigung WbSK Entschädigung Visitationsteam Sozialversicherungsaufwand Übriger Personalaufwand Arbeitsleistungen Dritter Total Personalaufwand Sonstiger Betriebsaufwand Unterhalt und Reparaturen Fahrzeug- und Transportaufwand Verwaltungs- und Informatikaufwand Total Sonstiger Betriebsaufwand Ausserordentlicher Erfolg Auflösung Rückstellungen * 0 Total Ausserordentlicher Erfolg Interne Verrechnungen Leistungen, die das SIWF bei der FMH «einkauft» a) Interne Verrechnungen gem. Kostenstellenrechnung ICT Traduction EDV-Support Rechtsdienst Übrige abzüglich Leistungen an FMH b) Interne Verrechnungen nach Pauschalen Miete büromaterial / Drucksachen / Porti Telefon / buchhaltung G E S C H ä F T S b E R I C H T

18 R E C H N U N G / b U D G E T IST 2010 Budget 2010 Budget 2011 Budget 2012 in TCHF in TCHF in TCHF in TCHF EDV ärztekammer / Delegiertenversammlung Zentralvorstand Generalsekretär / Präsident FMH ärzteregister / Mitgliedschaft (DLM) Total Interne Verrechnungen Total Aufwand Aufwand Ertrag Unternehmensgewinn (+) / -verlust (-) Rückvergütungen vor / nach Titelerwerb Ausgleich für Rückvergütungen ERGEBNIS KOSTENRECHNUNG * für 2011 stehen noch Rückstellungen von CHF zur Verfügung 18 G E S C H ä F T S b E R I C H T

19 Impressum Herausgeber Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung SIWF, Bern Redaktion Fabienne Hohl, Jacqueline Wettstein, Verbindung der Schweizer Ärztinnen und Ärzte FMH, Bern Konzeption by the way communications, Bern Gestaltung grafikraum, Bern Fotos F1online, Frankfurt (Titelbild) Annette Boutellier, Bern (Porträts) Druck Vogt-Schild Druck AG, Derendingen ISSN (Print), (online) g e s c h ä f t s b e r i c h t

20 SIWF ISFM SIWF Schweizerisches Institut für ärztliche Weiter- und Fortbildung ISFM Institut suisse pour la formation médicale postgraduée et continue FMH, Elfenstrasse 18, Postfach 170, 3000 Bern 15 Telefon , Fax , 20 G e s c h ä f t s b e r i c h t

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