Aktion Kindersicherer Straßenverkehr Tempo 30 vor Schulen

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1 Aktion Kindersicherer Straßenverkehr Tempo 30 vor Schulen Kuratorium für Verkehrssicherheit Projektleitung Angelika Ledineg KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 1

2 Inhalt 1 Ausgangslage Umsetzung des Projektes Verkehrsorganisatorische Maßnahmen: Geschwindigkeitsbegrenzung (Tempo 30) Schutzweg mit Beleuchtung Gestalterische Maßnahmen Bauliche Maßnahmen Bodenmarkierung (Zick-Zack-Linien) Aktionstafeln Verkehrserziehung: Gestaltung der Aktionstafeln Information und Aktion: Wettbewerb in Graz KOntakt Anhang Bilddokumentation Skizze Gesamtkonzept KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 2

3 1 AUSGANGSLAGE Auf Österreichs Straße verunglückt alle zwei Stunden ein Kind. Die Zahlen sind alarmierend: Jedes Jahr verunfallen im Straßenverkehr rund Kinder, 600 davon auf dem Schulweg. Es ist Tatsache, dass noch immer auf Kinder im Straßenverkehr und bei der Straßenraumgestaltung zu wenig Rücksicht genommen wird. Kinder sind keine kleinen Erwachsenen. Sie nehmen ihre Umwelt aus einer eigenen Perspektive wahr. Sie sehen, hören, denken, fühlen und bewegen sich anders als Erwachsene und fühlen sich häufiger unsicher, wenn sie sich alleine im Straßenraum aufhalten. Kinder finden sich in dem für sie undurchschaubaren Gewirr aus Schildern, Regeln und physikalischen Gesetzen noch nicht zurecht. Sie reagieren spontan und sind leicht ablenkbar. Sie haben noch kein realistisches Gespür für Gefahren, können Entfernungen und Geschwindigkeiten nicht richtig einschätzen und nach einem anstrengenden Schultag sinkt ihre Konzentrationsfähigkeit. Ihr Blickfeld ist deutlich geringer als das von Erwachsenen, so sehen sie Fahrzeuge, die sich seitlich nähern, erst viel später. Grundsätzlich ist es Aufgabe der Behörden, für möglichst sichere Schulwege zu sorgen. Technische und organisatorische Maßnahmen sind notwendig, um die Kinder auf ihrem Weg zur Schule zu schützen. Die einsame Warntafel und der Zebrastreifen sind für die Sicherheit der Kinder oft zu wenig aber es muss auch nicht unbedingt eine kostspielige Umfahrung sein. Mit dem Projekt Tempo 30 vor Schulen kann die Sicherheit der Kinder mit einfachen Maßnahmen erhöht werden. Zielsetzung: Die Verkehrssicherheit muss erhöht werden speziell für die Kinder, tatsächlich aber für alle Verkehrsteilnehmer. KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 3

4 2 UMSETZUNG DES PROJEKTES Durch die Kombination einzelner Maßnahmen soll die Sicherheit der Kinder erhöht werden: 2.1 Verkehrsorganisatorische Maßnahmen: Die Geschwindigkeit beeinflusst ganz entscheidend den Bremsweg des Autofahrers. Kann der Lenker mit 30 km/h noch vor dem Fußgänger bremsen, so kollidiert er mit 50 km/h beinahe ungebremst mit dem Fußgänger. Die Behörden (Bürgermeister, Bauämter, Straßenverwaltung...) und Verkehrs- bzw. Straßenplaner können bereits mit baulichen und gestalterischen Elementen auf die Bewegungsräume der Kinder im Straßenverkehr hinweisen und damit an sensiblen Straßenstellen eine langsamere und rücksichtsvollere Fahrweise unterstützen Geschwindigkeitsbegrenzung (Tempo 30) Bei höheren Geschwindigkeiten orientiert sich der Fahrzeuglenker auf weiter entfernte Ziele seine seitlich Wahrnehmung wird eingeschränkt. Demgegenüber ist bei geringeren Geschwindigkeiten die seitliche Das Verletzungs- und Tötungsrisiko für Fußgänger ist gegenüber anderen Verkehrsteilnehmern wesentlich erhöht. Ausschlaggebend für den Verletzungsgrad von Fußgängern ist die Geschwindigkeit des Kraftfahrzeuges. Das Risiko, als Fußgänger getötet zu werden, ist bei 50 km/h gleich vier Mal so hoch wie bei 30 km/h! Wahrnehmung des Fahrzeuglenkers wesentlich größer. KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 4

5 2.1.2 Schutzweg mit Beleuchtung Vor allem im ländlichen Bereich müssen die Schutzwege für die Umsetzung des Projektes nach den neuesten Kriterien gestaltet bzw. beleuchtet sein Bodenmarkierung (Zick-Zack-Linien) Durch die Bodenmarkierungen wird der Autofahrer noch einmal darauf hingewiesen, dass er sich in einem Bereich befindet, wo erhöhte Aufmerksamkeit gefordert ist. Verstärkt wird diese noch durch den Schriftzug Schule Gestalterische Maßnahmen Das Aufstellen der Tempo 30-Tafeln alleine ist zu wenig. Messungen des Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV) zeigen, dass immer wieder Geschwindigkeitsbeschränkungen von 30 km/h im Ortsgebiet vom größten Teil der Fahrzeuglenker überschritten wird. Begleitende gestalterische Maßnahmen sind unbedingt erforderlich, um eine Absenkung der Fahrgeschwindigkeiten zu erreichen Aktionstafeln Die Aktionstafeln werden in regelmäßigen Abständen mit Plakaten versehen, die von den Kindern gestaltet werden. Kinder sollen dabei ihrer Phantasie freien Lauf lassen und sich durch die begleitende Verkehrserziehung mit dem Projekt identifizieren. Durch das regelmäßige Auswechseln der Plakate wird die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöht Bauliche Maßnahmen Mit sinnvollen baulichen Maßnahmen wird verstärkt auf die Bewegungsräume der Kinder im Straßenraum hingewiesen und damit an sensiblen Straßenstellen eine langsamere und rücksichtsvoller Fahrweise unterstützt. KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 5

6 Die Gestaltung wird so vorgenommen, dass vor allem bei Dämmerung, schlechter Sicht Im Rahmen der Bildnerischen Erziehung sollen die Kinder ohne Vorgaben die Bilder gestalten. Motive können völlig frei gefunden werden, können aber auch mit Verkehrserziehung zu tun haben. Da es sich dabei um sehr große Plakate handelt (70 x 100 cm), wird es notwendig sein, dass mehrere Kinder gleichzeitig an einem Bild arbeiten. Durch die Einbringung von mehreren Ideen an einem Bild, sind interessante Ergebnisse zu erwarten. Es werden nur die Materialien verwendet, die vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zur Verfügung gestellt werden. Das Papier muss eine Mindeststärke aufweisen, damit keine Verformungen entstehen. Bei den Farben handelt es sich um Acrylfarben von hoher Qualität (lichtbeständig). Zusätzlich werden den Schulen noch Pinsel in verschiedenen Stärken und Abdeckfolien und Dunkelheit der Bereich sehr gut zu sehen ist. 2.2 Verkehrserziehung: Das Kuratorium für Verkehrssicherheit nimmt mit der Schule Kontakt auf. Direktoren und Lehrer werden anschließend in einem persönlichen Gespräch über das Projekt genau informiert. Damit die Schüler das Projekt verstehen, ist es notwendig, begleitend dazu verstärkt Verkehrserziehung im Unterricht einzubauen. Vorschläge dafür werden vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zur Verfügung gestellt. Die Schüler sollten auch sehr sorgfältig mit den Verkehrsverhältnissen im Bereich der Schule vertraut gemacht werden Gestaltung der Aktionstafeln zur Verfügung gestellt. Wenn die Bilder fertig sind, sucht die Schule fürs erste einmal die 10 schönsten Bilder aus, die vom Kuratorium für Verkehrssicherheit zum Laminieren abgeholt werden. Die Aktionstafeln werden in regelmäßigen Abständen, ca. alle ein bis zwei Monate mit den laminierten Bildern versehen. Das Auswechseln ist notwendig, damit immer wieder die Aufmerksamkeit der Autofahrer erhöht wird. KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 6

7 2.3 Information und Aktion: Nach den verkehrsorganisatorischen Maßnahmen ist es wichtig Bevölkerung und Autofahrer auf den neu gestalteten Schulbereich aufmerksam zu machen. Möglichkeiten: Informationskampagne für Autofahrer direkt vor der Schule (z.b. Aktion Apfel- Zitrone) Information der Eltern im Rahmen eines Elternabends oder durch Elternbriefe Wettbewerb in Graz Im Sommer 2004 wurden die Bereiche vor den 20 Schulen in Graz gestaltet und die Aktionstafeln aufgestellt. Im September 2004 wurde die Aktion in Graz mit einem großen Wettbewerb der Öffentlichkeit vorgestellt. Jede der 20 Schulen suchte sich für den Bewerb zwei Bilder aus, die vom KfV rechtzeitig vor Schulbeginn auf den Aktionstafeln angebracht wurden. Die Plakate wurden mit Nummern 1 bis 40 versehen. Die Grazer Woche startete 2 Wochen vor Schulbeginn mit der Berichterstattung. Leser bzw. Autofahrer wurden aufgefordert, das für sie originellste Plakat zu wählen. Dazu mussten Stimmzettel an die Redaktion geschickt werden. Den Schulen wurden attraktive Preise zur Verfügung gestellt. KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 7

8 3 KONTAKT Kontakt: Angelika Ledineg, Projektleitung, Kuratorium für Verkehrssicherheit, Landesstelle Steiermark, Brückenkopfgasse 1, 8020 Graz Tel KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 8

9 4 ANHANG 4.1 Bilddokumentation Malen KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 9

10 Auszug Bilder KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 10

11 Finalisten Grazer Wettbewerb KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 11

12 Markierung KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 12

13 Aktionstafeln KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 13

14 Beispiele Standorte KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 14

15 4.2 Skizze Gesamtkonzept KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 15

16 KURATORIUM FÜR VERKEHRSSICHERHEIT 16

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