Stagnierendes Wasser. Wasseraustausch gewährleisten,

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1 ABA BEUL Special Hygiene-Fakten Stagnierendes Wasser Sauberes Wasser ist unersetzlich Im Gesetz zur Verhütung und Bekämpfung von Infektionskrankheiten beim Menschen ist die Qualität des Trinkwassers in Deutschland im Hinblick auf die Gesundheit in Paragraph 37 wie folgt definiert: Wasser für den menschlichen Gebrauch muss so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit, insbesondere durch Krankheitserreger, nicht zu befürchten ist. Es gibt sehr gute Gründe dafür, die Qualität unseres Trinkwassers per Gesetz zu schützen: Nach dem Sauerstoff ist Wasser die Substanz, die wir am dringlichsten zum Leben brauchen. Weil also Wasser mit der Atemluft unser wichtigstes Über-Lebensmittel ist, hängt unsere Gesundheit ganz wesentlich von einer optimalen Trinkwasserhygiene ab. Das Problem kommt von innen Die Versorger legen deshalb ein besonderes Augenmerk darauf, Trinkwasser stets in notwendiger Güte und in ausreichender Menge zur Verfügung zu stellen. Die Aufbereitung und der Transport bis zum Verbraucher geschehen mit hohem technischen Aufwand, unterliegen einer strengen öffentlichen Kontrolle und werden vom Versorger verantwortet. Doch endet diese Verantwortung beim Anschluss an das Gebäude. Was von dort aus auf dem Weg bis zu den Wasseranschlüssen innerhalb des Hauses mit dem Trinkwasser geschieht, liegt allein in der Verantwortung des Gebäudeeigentümers. Er hat dafür Sorge zu tragen, dass das Wasser auch dann noch hygienisch einwandfrei ist, wenn es beim Verbraucher ankommt. Stillstand bedeutet Gefahr Dabei gibt es zahlreiche Risiken, die die Qualität des Trinkwassers negativ beeinflussen können. Ein besonderes Problem ist es, wenn das Wasser in den Leitungen stagniert. Wo kein regelmäßiger Austausch des Trinkwassers stattfindet, kann es schon nach verhältnismäßig kurzer Zeit zu physikalischen, chemischen und/oder biologischen Verunreinigungen kommen (siehe Infobox auf Seite 2). Werden bei der Planung, dem Bau und dem Betrieb einer Anlage Fehler gemacht, entstehen solche Verunreinigungen zwangsläufig. Das Trinkwasser entspricht dann schnell nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen: denn sowohl Mikroorganismen als auch Krankheitserreger finden im Fall des Falles ideale Bedingungen für Entstehung und Wachstum. Mit welchen Bakterien und Viren dabei zu rechnen ist, haben wir auf den Innenseiten separat aufgelistet. Solchen Entwicklungen kann mit einer intelligenten Sanitärtechnik vorgebeugt werden; sie stellt die betriebstechnischen Voraussetzungen für einen hygienekonformen Betrieb sicher. Die Lösung beginnt mit der Planung Schon der Planer einer Anlage hat also dafür Sorge zu tragen, dass der Installateur eine hygienisch unbedenkliche Trinkwasserinstallation für Kalt- wie auch für Warmwasser vornehmen kann. Diese Installation muss den regelmäßigen Wasseraustausch gewährleisten,

2 Totleitungen ausschließen und den Leitungsquerschnitt auf den tatsächlichen Bedarf auslegen. Doch selbst wenn Planer und Installateur alles richtig machen, ist stagnierendes Wasser nicht immer zu vermeiden weder im Privathaushalt noch in öffentlichen Gebäuden. Die selten genutzte Gästedusche oder eine Urlaubsreise führen im Privathaushalt zu langen Stagnationszeiten. In einer Schule steht das Wasser während der Ferienzeiten wochenlang in den Leitungen. Es gibt viele Möglichkeiten und Ursachen, warum aus Leitungen über einen längeren Zeitraum hinweg kein Wasser entnommen wird. So können auch in Krankenhäusern, Altenheimen, Hotels, Sporthallen, Kasernen und Verwaltungsgebäuden lange Stagnationszeiten auftreten. Und wenn Wasser nicht fließt, ist eine Kontamination nicht zu vermeiden. Um solche Stagnationen zu verhindern und die Hygiene des Trinkwassers jederzeit sicherzustellen, ist eine automatische Zwangsspülung unumgänglich. Wodurch kann Wasser verunreinigt werden? Physikalische Verunreinigung Trinkwasser muss vollkommen klar, ohne Eigengeruch und geschmacksfrei sein. Verfärbungen, Eintrübungen oder Gerüche des Wassers deuten auf eine physikalische Verunreinigung durch feinste Partikel hin (z.b. durch Eisen, Kalk oder Sand). Ein derart verunreinigtes Wasser entspricht nicht mehr den gesetzlichen Bestimmungen, ist aber zumeist nicht gesundheitsgefährdend. Chemische Verunreinigung Auch chemische Fremdstoffe wie Schwermetalle oder organische Stoffe haben im Trinkwasser nichts zu suchen und werden deshalb von den Versorgern eliminiert. Werden für die Hausinstallation jedoch nicht zertifizierte Materialien genutzt, können solche Stoffe z.b. durch Herauslösung aus minderwertigen Materialien wieder ins Trinkwasser gelangen. Mikrobiologische Verunreinigung Eine Verunreinigung mit Mikroorganismen ist nicht nur die größte, sondern auch die häufigste Gefahr für unser Trinkwasser. Wasserleitungen sind eine ideale Brutstätte für viele Arten von Bakterien oder Viren, zumal dann, wenn die Leitungen selten genutzt werden. Auch die Wassertemperatur hat großen Einfluss auf die Entstehung solcher Mikroorganismen, von denen im Einzelfall eine ernstzunehmende Gefahr für unsere Gesundheit ausgeht, wenn sie in zu hoher Konzentration auftreten.

3 Bakterien, Viren & Co. Legionellen Legionellen (Legionella) gehören zu den stäbchenförmigen Bakterien und sind in stehendem Wasser bzw. in stehenden Gewässern nahezu allgegenwärtig, sofern die Wassertemperatur zwischen 25 und 50 C liegt. Derzeit kennt man rund 50 Legionellen-Arten. Für den Menschen besonders gefährlich ist die Legionella pneumophila, denn sie stellt nicht nur einen Anteil von bis zu 90 Prozent am Legionellen-Vorkommen überhaupt, sondern ist auch Auslöser der Legionellose, besser bekannt als Legionärskrankheit, die für Menschen einen tödlichen Ausgang nehmen kann. Mit Legionellen kontaminiertes Wasser kann zwar jederzeit gefahrlos getrunken werden. Gefährlich wird es aber, wenn das bakterienhaltige Wasser z.b. beim Duschen, Luftbefeuchter oder in Whirlpools als Aerosol eingeatmet wird und die feinen Wassertröpfchen so bis in die tieferen Lungenbereiche gelangen. Um das Wachstum von Legionellen wirksam zu vermindern, muss am Austritt einer Warmwasseranlage ständig eine Temperatur von mindestens 60 C gegeben sein. In Anlagen mit Zirkulationsleitungen darf die Temperatur nicht unter 55 C fallen. Und natürlich ist stagnierendes Wasser unbedingt zu vermeiden. Pseudomonaden Auch die Pseudomonaden gehören zu den Stäbchenbakterien. Man findet sie überall dort, wo Feuchtigkeit und Sauerstoff zugleich vorhanden sind, also etwa in Duschen, an Wasserarmaturen und in Toiletten. Im Temperaturbereich zwischen 15 und 30 C vermehren sie sich besonders gut. Die Wasserversorger eliminieren die Pseudomonaden aus dem Trinkwasser. Doch werden bei Wasserinstallationen in Gebäuden bisweilen auch unzulässige Werkstoffe eingesetzt, die insbesondere bei langen Stagnationszeiten ihrerseits Stoffe ans Wasser abgeben. So können sich an manchen Werkstoffen Keime festsetzen und Biofilme bilden, in denen sich wiederum Pseudomonaden ansiedeln, um später ins Leitungssystem ausgeschwemmt zu werden. Man spricht in einem solchen Fall von einer retrograden Kontamination. Die bekannteste Art dieser Bakterien ist die Pseudomonas aeruginosa, die für den Menschen sehr gefährlich werden kann. Dies geschieht im Übrigen nicht durch das Trinken kontaminierten Wassers, sondern vor allem durch eine Schmierinfektion. Lungenentzündungen, Harnwegsoder auch Wundinfekte gehören zu den schweren gesundheitlichen Folgen für den Menschen. Außerdem sind diese Bakterien immun gegen eine Vielzahl von Antibiotika. Sie sind in der Lage, eine Enzymabwehr gegen andere Medikamente zu entwickeln. Vor allem nicht regelmäßig durchströmte Wasserleitungen sind ein willkommener Nährboden für diese Bakterien. Biofilm Biofilme bilden sich in erster Linie auf den Grenzflächen zwischen Wasser und Feststoffen. Sie entstehen, wenn Mikroorganismen sich dort ansiedeln, und werden als Schleimschicht, Kruste oder Belag wahrgenommen. Wie schnell ein Biofilm wächst, ist von vielen Faktoren abhängig, etwa der Fließgeschwindigkeit des Wassers, dessen Temperatur oder auch der Beschaffenheit der Oberfläche. Biofilme begünstigen die Ansiedlung von Legionellen oder Pseudomonaden und breiten sich bevorzugt dort aus, wo das Wasser über längere Zeiträume nicht fließt. Amöben Auch Amöben sind in stagnierendem Wasser häufig anzutreffende Besucher. Weil sie in der Lage sind, ihre Gestalt ständig zu verändern, nennt man sie auch Wechseltierchen. Die Einzeller gehören zu den einfachsten bekannten Lebensformen und finden sich bevorzugt in stehendem Wasser oder

4 in Feuchtgebieten. Die Aufnahme von amöbenverseuchtem Trinkwasser kann beim Menschen zur sogenannten Amöben-Ruhr führen, einer schweren Darminfektion. Atypische Mykobakterien Atypische Mykobakterien werden so genannt, weil sie im Gegensatz zu den normalen Mykobakterien beim Menschen keine Tuberkulose hervorrufen können; in diesem Punkt also eine Ausnahme bilden. Auch die atypischen Mykobakterien sind weit verbreitet und beinahe überall anzutreffen, im Regelfall aber für den Menschen nicht gefährlich. Nichtsdestotrotz stellen sie für Menschen mit angegriffenem Immunsystem eine Bedrohung dar, denn sie können Lungen- oder Hautinfektionen verursachen. Der bevorzugte Lebensraum dieser Bakterien ist verschmutztes Wasser mit einem geringen Sauerstoffanteil. Warmwasser Warmes Wasser bietet für zahlreiche Bakterienarten im Temperaturfenster zwischen 30 und 50 C einen idealen Lebensraum. Mit der richtigen Planung kann man die Ansiedlung solcher Keime deutlich vermindern. Planungs-Check Warmwasser: am Austritt einer Warmwasseranlage muss ständig eine Temperatur von 60 C gegeben sein, in Anlagen mit Zirkulationsleitungen darf die Temperatur nicht unter 55 C fallen alle Warmwasserleitungen müssen effektiv gedämmt sein der Wassererwärmer/Speicher muss kleinstmöglich dimensioniert sein alle Leitungen müssen kleinstmöglich dimensioniert sein Stagnation muss vermieden werden überflüssige Warmwasserleitungen sind zu vermeiden der Wassererwärmer sollte dezentral platziert sein Kaltwasser Auch in kaltem Wasser können sich Bakterien und Keime bilden, vor allem dann, wenn es stagniert und/oder sich erwärmt. Bei der Planung gilt es, einige entscheidende Punkte zu berücksichtigen. Planungs-Check Kaltwasser: ein regelmäßiger Austausch des Wassers ist sicherzustellen am Austritt einer Kaltwasseranlage muss ständig eine Temperatur von < 20 C gegeben sein, im Idealfall sind es < 15 C alle Kaltwasserleitungen müssen effektiv gedämmt sein Kaltwasserleitungen dürfen nicht durch Warmwasserleitungen erwärmt werden alle Leitungen müssen kleinstmöglich dimensioniert sein Stagnation muss vermieden werden

5 Mit dem Risiko planen Probleme mit der Trinkwasserhygiene kann man in jedem Gebäude bei richtiger Planung vermeiden. Dabei muss berücksichtigt werden, dass Gebäude in unterschiedliche Risiko-Klassen eingeteilt werden: Hohes Risiko Spezialabteilungen in Krankenhäusern, z.b. Intensivstationen oder Transplantationsabteilungen Hier sind alle Planungen individuell mit den Verantwortlichen des Krankenhauses abzustimmen. Mittleres Risiko Krankenhäuser allgemein Alten-/Pflegeheime Hotels/Pensionen Sanitäranlagen in Sporthallen/ auf Sportplätzen Siedlungen mit Zentralheizung Duschanlagen in Schulen Duschräume in Schwimmbädern Kasernen In dieser mittleren Risiko-Klasse muss das Wasser im System für mindestens eine Stunde täglich auf 60 C aufgeheizt werden. Im Gesamtsystem darf die Wassertemperatur nicht unter 55 C fallen. Die Einhaltung dieser Temperaturen muss alle zwei Monate kontrolliert werden. Geringes Risiko Wohnblöcke Sanitäranlagen in Schulen Verwaltungs- und Bürogebäude Auch in dieser niedrigsten Risiko-Klasse muss das Wasser im System für mindestens eine Stunde täglich auf 60 C aufgeheizt werden. Im Gesamtsystem darf die Wassertemperatur nicht unter 55 C fallen.

6 ABA BEUL GmbH Manufaktur für Armaturen und Gussbauteile Dieselstraße 11 D Attendorn Tel.: Fax: Stand 03/13 Bestellnummer

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