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1 Fächer cherübergreifende Kompetenzen Diagnostik und Evaluation Prof. Dr. Anne Levin Referenten: Manja Götze, Oliver Piatkowski Gliederung Einleitung Problemlösen Selbstreguliertes Lernen Soziales Lernen Übung 1

2 Fächer cherübergreifende Kompetenzen Konzepte und Indikatoren Erziehungs- und Bildungsauftrag der Schule: Vermittlung fachlichen Wissens und Könnens Erziehung soziales Lernen Erwerb allgemeiner Arbeitstechniken 2 Fächer cherübergreifende Kompetenzen sind Problemlösen Selbstreguliertes Lernen Soziales Lernen => komplexe Handlungskompetenzen, d.h. Kognitive Leistungen Motivation: Interesse, Selbstbewertung, Zielorientierung Volitionale Faktoren: Bereitschaft, Handlungsabsichten in konkrete Handlungen umsetzen 3

3 Problemlösen Zielorientiertes Denken und Handeln in nicht routinierten Situationen 4 Phasen der Problemlösung Ziel festlegen Ausgangssituation analysieren Lösungsstrategie festlegen und Lösungsschritte planen Lösungsplan ausführen Lösung evaluieren 5

4 Problemlösekompetenz Konzept der Problemlösekompetenz nach Sternberg und Kaufmann (1998) analytische Fähigkeiten kreative Fähigkeiten praktische Fähigkeiten 6 Diagnose von Problemlösekompetenzen Analytisches Problemlösen Dynamisches Problemlösen 7

5 Analytisches Problemlösen Darstellung einer Problemsituation und Zielen statische Problemstellungen schriftlich bearbeitet Problembearbeitung als Produkt erfasst schlussfolgerndes Denken Beispiel 8 Beispiel Analytisches Problemlösen Konzept der Projektaufgabe als schriftliches Verfahren: Vorhaben zur Energieeinsparung an der Schule Aufteilung in mehrere Arbeitsschritte: Suchen, Erfassen, Systematisieren, Ordnen, Evaluieren, Verarbeiten, Kombinieren mit einzelnen Aufgabenstellungen -> Ergebniserfassung in schriftlichen Tests 9

6 Beispiel Analytisches Problemlösen Temperatur messen Ihr habt euch entschieden, mit dem Energiesparen bei der Heizung zu beginnen. Ihr wollt deshalb in allen Schulräumen die Temperatur messen. Dafür muss einiges vorbereitet und ausgewertet werden. A) ausreichend Thermometer besorgen B) Die Ergebnisse an der Infowand in der Pausenhalle aufhängen. C) Protokollbögen auswerten. D) Temperatur-Protokollbögen vorbereiten. E) Temperatur messen. In welcher der folgenden Reihenfolge könnt ihr die notwendigen Dinge tun? a) D-A-E-C-B b) A-D-E-B-C c) D-E-A-C-B d) D-A-C-E-B 10 Dynamisches Problemlösen Handeln in komplexen simulierten Situationen: komplexe, authentische Testaufgaben Prozessmerkmalen, Strategien und Lösungen mit PC erfassen Interaktion und deren Auswirkungen auf die sich verändernde Umwelt erfassen Beispiel 11

7 Beispiel Dynamisches Problemlösen Energieeinsparungsmöglichkeiten untersuchen: Struktur und Wirkungszusammenhänge erschließen Kenntnisse in einem Test zeigen In Steuerungsphase Ziel erreichen 12 Indikatoren der Problemlösekompetenz Prozesskontrolle Wissenserwerb Handlungserfolg -> analytisches + dynamisches Problemlösen = Problemlösekompetenz 13

8 Möglichkeiten zur schulischen Förderung Transfer: bewusst, motiviert, üben Kein allgemeines Training, sondern Anknüpfung an konkreten Inhalte, thematisiert in Unterrichtssituationen Fächerübergreifende Kompetenzen: eher durch außerschulische Faktoren determiniert 14 Selbstreguliertes Lernen Psychologische Grundlagen Möglichkeiten zur schulischen Förderung 15

9 Psychologische Grundlagen Ziel von selbstreguliertem Lernen selbstständig Ziele setzen Anwendung von Lernstrategien selbstständige Motivation eigene Bewertung der Zielerreichung Lernstrategiekorrektur 16 Psychologische Grundlagen 3 Ebenen von selbstreguliertem Lernen: Wahl kognitiver Strategien Regulation des Lernprozesses Selbstständige Zielsetzung 17

10 Möglichkeiten zur schulischen Förderung Lehrer als Vermittler weniger konkrete Handlungsaufforderungen mehr Eigenverantwortung und Entscheidungen für die Schüler 18 Soziale Kompetenz Konzept und Grundlagen Bedeutung von sozialem Lernen für die Schule 19

11 Konzept und Grundlagen Soziale Kompetenz ist eine gesellschaftliche Anforderung sozial kompetent: Erreichung persönlicher Ziele bei gleichzeitigem Erhalt positiver sozialer Beziehungen 20 Konzept und Grundlagen Voraussetzung: die Fähigkeit, die Perspektive anderer Personen zu übernehmen Einflussfaktoren: kooperatives Verhalten individualistisches Verhalten konkurrenzorientiertes Verhalten 21

12 Bedeutung von sozialem Lernen für die Schule sozialer Interaktionsort Schule Fördernd für die soziale Kompetenz: Schüler übernehmen Mitverantwortung für die Schule klare Regeln Gruppenunterricht und Rollenspiele 22 Methoden zur Messung sozialer Kompetenzen Soziale Kompetenzen - kognitive Leistungstests Sozialverhalten - Verhaltensbeobachtung 23

13 Methoden zur Messung sozialer Kompetenzen Kognitive Leistungstests Identifikation anhand von Bildern/Filmen, die Gesichter bzw. Personen zeigen Identifizierung der Beziehung zwischen zwei Personen 24 Methoden zur Messung sozialer Kompetenzen Kognitive Leistungstests Ordnen von Bildern zu einer sinnvollen Geschichte Erklärung für das Zustandekommen emotionaler Zustände Zuordnen von Namen und Gesichtern Wissensfragen zum menschlichen Verhalten 25

14 Methoden zur Messung sozialer Kompetenzen Verhaltensbeobachtung Interview Präsentation Rollenspiel Gruppenübung Gruppendiskussion 26 Problemlösen und Soziale Kompetenz Übung! 27

15 Auswertebogen Gibt es klare Rollenverteilungen? Welche? Wie wird mit Meinungsverschiedenheiten umgegangen? Wie schnell kam es zu einer Einigung? Welche Veränderungen gibt es im Verlauf der Gruppenarbeit? Könnest Du sie in Phasen einteilen? Was fällt dir noch auf? 28 Reflexion Aspekte zur Erfassung von Sozialkompetenz Kooperationsfähigkeit Kommunikationsfähigkeit mitmenschliche Sensibilität Rücksichtnahme Konfliktfähigkeit Empathie 29

16 Literatur Klieme, E.; Artelt, C.; Stanat, P. (2001): Fächerübergreifende Kompetenzen: Konzepte und Indikatoren. In Weinert, F. E. (Hrsg.) (2001): Leistungsmessung in Schulen. Weinheim: Beltz. S

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