Stagnation in der europäischen Energiebranche April 2014

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1 Stagnation in der europäischen Energiebranche

2 Agenda 1. Energie-Trilemma 2. Transformation des Business-Modells 3. Transaktionen 4. Auswirkung auf die Schweiz Slide 2

3 Energie-Trilemma Slide 3

4 Politische Entscheidungsträger verstärken die Marktunsicherheit Politische Entscheidungsträger tragen die Verantwortung für Versorgungssicherheit bei gleichzeitiger Bezahlbarkeit und Nachhaltigkeit Die Spannungen zwischen diesen Zielen verstärken sich zunehmend Viele Verantwortliche von Energieunternehmen sehen die Regulierung derzeit in der Krise Mehr als die Hälfte denkt, dass die Politik signifikante Unsicherheit verursacht hat, die Investitionen erschwert Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 4

5 Effiziente regulatorische Rahmenbedingungen sind zentral 80% der Energieunternehmen denken, dass die regulatorischen Rahmenbedingungen v.a. Netzinvestitionen stärker fördern soll 76% sind der Meinung, dass Elektrizitätssystem verstärkt integriert und der Planungsprozess für neue Energieinfrastruktur vereinfacht werden muss Demgegenüber gehen nur 27% bzw. 38% davon aus, dass CO2-Preise und weitere Marktliberalisierungen nötig sind Ein Unbundling der Verteilnetze resp. der Übertragung von den anderen Aktivitäten sehen nur 31% bzw. 43% als Notwendigkeit Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 5

6 Es müssen noch diverse Hindernisse überwunden werden bis zur Energiewende Vor allem die im Vergleich zu anderen Produktionstechnologien hohen Kosten der erneuerbaren Energien verhindern einen stärkeren Ausbau und machen starke Subventionierung nötig 20% der Energiebranche sind der Meinung, dass die Probleme bis 2030 nicht gelöst sein werden Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 6

7 Die Energiebranche ist zuversichtlich bzgl. der Netzparität der erneuerbaren Energien bis 2030 Viele in der Energieindustrie denken, dass erneuerbare Energien bis ins Jahr 2030 ohne Staatliche Unterstützung wettbewerbsfähig sein werden Vor allem bei den Solar, Biomasse und onshore Windkraftwerken gehen die Fachleute davon aus, dass sie keine Subventionen mehr benötigen werden im Jahr 2030 Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 7

8 Die Versorgungsicherheit wird in den Industrieländern vermehrt zum Problem Infolge des Nachfragewachstums kombiniert mit dem Ausstieg aus fossilen Energien wird vor allem in Europa und den anderen westlichen Märkten eine Verschlechterung der Versorgungssicherheit und damit vermehrte Blackouts erwartet Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 8

9 Investitionen und Bezahlbarkeit Das Wachstum der Stromnachfrage erfordert Investitionen von $ Mrd. bis 2035 Rund drei Viertel der Energieunternehmen sagen jedoch, dass es seit der Finanzkrise und dem Rückgang des Wirtschaftswachstums schwieriger ist Kapital aufzubringen Im Vergleich zu den Energieunternehmen die es einfach finden an Kapital für Produktions- oder Leitungsinvestitionen zu kommen, finden mehr als doppelt so viele Unternehmen, dass es schwierig ist In Anbetracht des grossen Kapitalbedarfs müssen daher alternative Finanzierungsmöglichkeiten gefunden werden Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 9

10 Kommende Investitionen umfassen vor allem Ersatz und Upgrade bestehender Kapazität Energieunternehmen werden künftig vor allem in Ersatz und Upgrade von bestehender Kapazität investieren Um den entsprechenden Kapitalbedarf zu decken, werden strategische Partnerschaften mit Finanzinvestoren oder Staatsfonds immer häufiger Alternativ werden Kooperationen zwischen vor- und nachgelagerten Unternehmen der Energiewertschöpfungskette eingegangen Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 10

11 Gesättigte Heimmärkte veranlassen EVU Auslandinvestitionen zu tätigen Aufgrund gesättigter Heimmärkte versuchen Energieunternehmen vermehrt ihre Wachstumsstrategie im Ausland zu verfolgen In der Zukunft erwarten deshalb fast die hälfte der Energieunternehmen den grössten Wettbewerbsdruck durch ausländische Mitbewerber Rund ein Viertel der Energieunternehmen erachtet sektorfremde Unternehmen mit starken Marken als zukünftige Konkurrenten Quelle: 12th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 11

12 Transformation des Business-Modells Slide 12

13 Bis 2030 werden sich die Business-Modelle stark verändern 41% der Unternehmen antizipieren eine Transformation ihres Business-Modells Nur etwa 6% der Unternehmen gehen davon aus, dass sich ihr Business- Modell nicht stark verändern wird Die regionalen Unterschiede sind jedoch gross Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 13

14 Kostenreduktion und Effizienzsteigerung haben höchste Priorität Die Energiebranche geht davon aus, dass langfristig grosses Kostensenkungs- und Effizienzsteigerungspotential besteht Rund ein Drittel geht gar davon aus, dass dieses Potential bei mehr als 20% liegt Vor allem in Europa planen die Unternehmen ihre Kosten bei gleichzeitiger Effizienzsteigerung stark zu senken Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 14

15 Die Asset Performance hat das grösste Verbesserungspotential Effizienzgewinne und Verbesserungen bei der Asset Performance wirken dem erwarteten Margendruck im sich wandelnden Marktumfeld entgegen Die Energiebranche sieht bei der Asset Performance das grösste Verbesserungspotential Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 15

16 Transformation der Business-Modelle ein Mix aus Grosskraftwerken und dezentraler Produktion Nur ein kleiner Teil der Energiebranche erwartet, dass zentralisierte Produktion und Transmission zukünftig eine tragende Rolle bei der Deckung der wachsenden Nachfrage einnehmen werden Anstatt dessen wird eine Nachfragedeckung durch einen Mix aus Grosskraftwerken und dezentraler Produktion erwartet Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 16

17 Dezentrale Produktion hat je nach Region unterschiedlichen Einfluss auf das Business-Modell Die dezentrale Produktion wird sich je nach Region unterschiedlich stark auf das Business-Modell auswirken In Europa sehen es die Verantwortlichen der Energieunternehmen als eher unwahrscheinlich, dass die verstärkt dezentrale Produktion signifikante Veränderungen des Business-Modells nach sich ziehen wird Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 17

18 Die strategische Ausrichtung fokussiert künftig auf Services zur dezentralen Produktion Die Mehrheit der Verantwortlichen in der Energiebranche glaubt, dass in Zukunft eine Strategie, die auf die Erbringung von Services im Zusammenhang mit dezentraler Produktion fokussiert, erfolgreich sein wird Unternehmen müssen zudem Hindernisse abbauen um gut positioniert zu sein im neuen Marktumfeld um Kunden akquirieren zu können Nicht zuletzt wird aber auch versucht in neue Märkte einzutreten Quelle: 13th Annual Global Power & Utilities Survey Slide 18

19 Transaktionen Slide 19

20 Regionale Aktivitäten auf dem globalen Transaktionsmarkt Quelle:, Power & Renewable Deals, 2014 outlook and 2013 review Slide 20

21 Das globale Transaktionsvolumen belief sich 2013 auf $ 119 Mrd. Transaktionen erneuerbarer Energien haben gegenüber dem Vorjahr zugenommen obwohl der Gesamtumfang der Transaktionen abgenommen hat Die grenzübergreifenden Transaktionen sind von $ 35 Mrd. auf $ 40 Mrd. bzw. von 25% auf 34% des gesamten Transaktionsvolumens angestiegen Quelle:, Power & Renewable Deals, 2014 outlook and 2013 review Slide 21

22 Investitionen von institutionellen Investoren sind Rückläufig Während strategische Investoren und Infrastruktur Fonds 2013 etwa gleich viel investierten wie im Vorjahr, gingen die Investitionen von institutionellen Investoren signifikant zurück, weil Regierungen und Staatsfonds weniger investierten Quelle:, Power & Renewable Deals, 2014 outlook and 2013 review Slide 22

23 Regionale Verteilung der Transaktionen Quelle:, Power & Renewable Deals, 2014 outlook and 2013 review Slide 23

24 Die Transaktionsaktivität in Europa ist rückläufig Die Anzahl der Transaktionstargets ist in Europa gegenüber dem Vorjahr um 3% gesunken Der Gesamtwert der Transaktionstargets reduzierte sich gar um 16% auf $44 Mrd. Im Gegensatz zur globalen Entwicklung sind in Europa vor allem Versicherungen, Pensionskassen und Finanzinvestoren sowie asiatische Investoren als Käufer aktiv In Europa lässt sich zudem eine Konsolidierung der Gasnetze beobachten, die hauptsächlich auf die Übernahmeinteressen der Finanzinvestoren und Versicherungen zurückzuführen ist Quelle:, Power & Renewable Deals, 2014 outlook and 2013 review Weiter lässt sich beobachten, dass die EVU ihre Desinvestitionsprogramme vorantreiben Slide 24

25 Auswirkung auf die Schweiz Slide 25

26 Aufgrund schwieriger nationaler Rahmenbedingungen investieren EVUs im Ausland Einsprachen seitens der Bevölkerung und Naturschutzorganisationen sowie die Vielzahl einzuhaltender Vorschriften und langwierige Bewilligungsverfahren erschweren bzw. verzögern den Bau von Wind-, Biomasse- oder Photovoltaikanlagen. Investitionsprojekte in neue Wasserkraftwerke (inkl. Pumpspeicher) werfen aufgrund der aktuellen Marktgegebenheiten zu wenig Rendite ab und werden daher sistiert. Aufgrund der regulatorischen Rahmenbedingungen und der geografischen Nähe investieren Schweizer EVU hauptsächlich in Deutschland und Frankreich. In den vergangenen zwei Quartalen wurden u.a. folgende Transaktionen publiziert: Kauf eines 150 MW Windpark-Portfolios in Deutschland (Brandenburg und Niedersachsen) durch Swisspower Renewables AG 49% Beteiligung an neun onshore Windparks (100 MW) in Frankreich durch Axpo Kauf einer 90% Beteiligung an einem fertig geplanten Windpark-Projekt (28 GWh p.a.) in Portugal sowie an einem Windpark (67 GWh p.a.) in Sachsen-Anhalt durch EKZ Slide 26

27 Aufgrund hoher anstehender Investitionen werden EVU und Finanzinvestoren kooperieren EVU werden zwecks Diversifikation nicht nur im Bereich der Stromproduktion sondern auch im Stromvertrieb bzw. Endkundengeschäft Investitionen tätigen. Aufgrund des hohen anstehenden Investitionsvolumens in der Schweizer Energiebranche werden Kooperationen zwischen EVU und Finanzinvestoren in den nächsten Jahren zunehmen. Im Februar 2014 hat BKW Energie AG angekündigt, mit der Fontavis AG (Anlageberaterin von UBS Clean Energy Infrastructure Switzerland) eine langfristige Zusammenarbeit bei der Entwicklung, der Realisierung, beim Betrieb und bei der Finanzierung von erneuerbaren Energien und Infrastrukturanlagen in der Schweiz einzugehen Slide 27

28 Kontakt Slide 28

29 Dr. Marc Schmidli Branchenleiter Energie und Versorgung, Schweiz Dr. Marc Schmidli Partner Corporate Finance T: M: PricewaterhouseCoopers AG Birchstrasse Zürich Phone Fax Slide 29

30 Vielen Dank This publication has been prepared for general guidance on matters of interest only, and does not constitute professional advice. You should not act upon the information contained in this publication without obtaining specific professional advice. No representation or warranty (express or implied) is given as to the accuracy or completeness of the information contained in this publication, and, to the extent permitted by law, PricewaterhouseCoopers AG, its members, employees and agents do not accept or assume any liability, responsibility or duty of care for any consequences of you or anyone else acting, or refraining to act, in reliance on the information contained in this publication or for any decision based on it All rights reserved. In this document, refers to PricewaterhouseCoopers AG which is a member firm of PricewaterhouseCoopers International Limited, each member firm of which is a separate legal entity.

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