I. Beschlussvorschlag: 1. Der Umweltausschuss nimmt die Fällung einer Pappel an der K222 (Wilkenburg) zur Kenntnis

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1 Stadt Hemmingen Beratungs- /Beschlussvorlage öffentlich Vorlage Nr. 001/2011 nicht öffentlich Datum: Beratungsfolge Sitzungsdatum 1. Umweltausschuss Betreff: Baumfällliste 2011 zum persönlichen Eintrag Einstimmig Ja Nein Enthaltung Es wurde ein von der Vorlage abweichender Beschluss gefasst Finanzielle Auswirkungen: Ja Nein Auswirkungen für die Umwelt: Ja Nein Auswirkungen für Familien: Ja Nein I. Beschlussvorschlag: 1. Der Umweltausschuss nimmt die Fällung einer Pappel an der K222 (Wilkenburg) zur Kenntnis 2. Der Umweltausschuss empfiehlt 2.1. den Erhalt der 23 Linden an der Hiddestorfer Straße; 2.2. die Aufastung von 4 Linden neben zwei Laternen; 2.3. das Versetzen einer Laterne; 2.4. eine Baumscheibensanierung bei drei Linden. II. Begründung: Zu 1.: Mit Schreiben vom teilt die Straßenmeisterei Ronnenberg mit, dass bis zum eine dreistämmige Pappel, ca. 600 m nach der Ortsdurchfahrt Wilkenburg, zwecks Verkehrssicherung gefällt werden muss. Eine Nachpflanzung erfolgt bei der nächsten Pflanzaktion der Straßenmeisterei in Hemmingen Zu 2.: 13 Anlieger der Hiddestorfer Straße beantragen mit Schreiben vom zwischen Pattenser Feldweg und Hoher Eschenweg 23 Linden zu entfernen. (Das Schreiben ist als Anlage beigefügt). Die Anwohner führen in Ihrem Schreiben eine Reihe von Gründen für die beantragte Entfernung der Linden an. In den Ausführungen zu den einzelnen Punkten nimmt die Verwaltung aus fachlicher Sicht wie folgt Stellung: 1. Verkehrsbehinderung: Der durchschnittliche Durchmesser der Baumstämme beträgt 23 cm, wobei der "dünnste" Baumstamm einen Durchmesser von 18 cm und der "dickste" Baumstamm einen Durchmesser von 30 cm hat. Von daher sollte die beschriebene Sichtbehinderung nicht allzu gravierend sein. Bei der Aufhängung von Wahlplakaten sind die Parteien aufgerufen, eventuelle Sichtbehinderungen zu vermeiden. Seite 1 von 3

2 Wenn bei extremen Wettersituationen Äste abbrechen oder Bäume umstürzen, sind Schäden an Gebäuden in der Regel durch die Gebäudeversicherung (Sturmschäden) abgedeckt. Letztendlich entscheidet ein Gutachter der Versicherung ob und wer den Schaden bezahlt. Die Bäume werden im Baumkataster geführt und 2-mal jährlich kontrolliert. Wenn diese als verkehrssicher eingestuft sind und trotzdem einen Schaden verursachen, haftet die Stadt in der Regel nicht. Um die schlimmsten Verwerfungen des Gehweges zu beseitigen, wird an drei Stellen im Laufe des Jahres mit einer Baumscheibensanierung Abhilfe geschaffen. Die Kosten für die Sanierung belaufen sich auf rd. 5000,00 EUR für drei Baumscheiben. Mit der Beseitigung kleinerer und verkehrsgefährdender Unebenheiten wurde bereits im letzten Jahr eine Firma beauftragt, die witterungsbedingt hier noch nicht tätig werden konnte. 2. Ausleuchtung: Auf der linken Straßenseite stadtauswärts ist bei 3 Laternen eine Beeinträchtigung der Ausleuchtung im Sommer gegeben. Nach dem Laubfall ist die Ausleuchtung durch die kahlen Äste nur marginal beeinträchtigt. Eine Verbesserung der Beleuchtung bei 2 Laternen im belaubten Zustand der Linden soll im Frühjahr eine Aufastung der nebenstehenden Bäume mit sich bringen. Eine dritte Laterne wird versetzt werden, da sie sehr dicht an einem Baum steht, der Zwischenraum zwischen den Bäumen aber sehr groß ist. Die Kosten für diese Umsetzung der Laterne belaufen sich auf ca. 1500,00 EUR. Da die Linden an der Nordseite der Häuser stehen, ist eine Verschattung der Häuser nicht möglich. 3. Verschmutzung der Anwohnerbebauung: Das Problem mit den Honigtau ausscheidenden Blattläusen ist bei allen Linden in allen Städten vorhanden. Dennoch gehören die Linden nach wie vor zu den beliebtesten Straßenbäumen. Bislang wurde auch nach Recherchen der Verwaltung in keiner Stadt deswegen Linden gefällt. Der Honigtau selbst lässt sich mit warmen Wassern relativ leicht entfernen. Wirksame Mittel gegen die Blattläuse gibt nicht. Nach Auskunft des Betriebshofes werden bei den jährlichen Pflegemaßnahmen an den Bäumen über die Grenze von Anliegergrundstücken ragende Äste und Zweige zurückgeschnitten. Als Hauptgrund für die eingegangenen Pflanzen in den Vorgärten ist sicherlich auch die Verschattung durch die südlich stehenden Häuser zu sehen. 4. Belastung durch Laub, Verschattung der Häuser: Das Problem mit dem Laubfall im Herbst und der Entsorgung haben alle Anlieger an Straßenbäumen. Eine Vergütung der Entsorgung ist in der Straßenreinigungssatzung und verordnung nicht vorgesehen. Gegen Laub in den Dachrinnen helfen Laubschutznetze, die in jedem Baumarkt günstig zu bekommen sind. Bei der vorherrschenden Windrichtung aus Westen, dürfte auch nur sehr wenig Laub von den Linden in die Dachrinnen geweht werden. Die Sinkkästen und Straßenabläufe werden zweimal jährlich gereinigt. 5. Einschränkung des Winterdienstes: Baumscheiben sind schon vorhanden, nur sind diese hier nicht durch Borde vom Gehweg abgetrennt. Wenn ein Gehweg nicht 1,50 m breit ist, muss auch nicht auf 1,50 m geräumt werden. Baumscheiben müssen nicht schneefrei sein, da auch im schneelosen Zustand niemand über die Baumscheiben läuft. Seite 2 von 3

3 Fazit: Die angesprochenen schriftlichen Äußerungen stammen aus einem Brief an einen Anlieger, der bereits 2008 einen Antrag auf Fällung der Linden stellte. Der Umweltausschuss hat damals eine Fällung abgelehnt. (Auszug aus dem Brief: "Innerhalb von Städten erfüllen Bäume eine wichtige Funktion in Bezug auf das Kleinklima. Genannt sei hier nur die Produktion von Sauerstoff durch die Aufnahme von CO 2, Kühlung und Erhöhung der Luftfeuchtigkeit im Sommer und sind darüber hinaus Lebens-, Brutund Nahrungshabitat für viele Tierarten. Diese "Wohlfahrtseigenschaften" der Bäume können bei einer Entfernung nicht von den angrenzenden Gärten kompensiert werden".) Als Alternative zur Fällung schlagen die Antragsteller eine Verpflanzung vor. Diese ist mit hohen Kosten verbunden und es ist fraglich ob die Bäume das Umsetzen überleben. Das alternative Umsetzen der Linden wurde bereits 2008 auf Grund hoher Kosten von der Verwaltung abgelehnt (mindestens EUR pro Baum) Ein Anwachsen der Bäume nach dem Umsetzen ist sehr unwahrscheinlich, zudem käme noch ein hoher Aufwand für die Anwuchspflege hinzu. Da zudem Leitungen in diesem Bereich liegen ist fraglich, ob die Umsetzung technisch möglich ist. Auch eine Fällung der Linden ist mit hohen Kosten verbunden, zumal der Verlust mit Neupflanzungen ausgeglichen werden müsste. Die Entfernung der Linden an der Hiddestorfer Straße ohne eine Neupflanzung wäre ein erheblicher Verlust für das Stadtbild. Die Fällung der Bäume ist mit ca. 500 EUR pro Baum zu veranschlagen, so dass hierfür Kosten von rd ,00 EUR anfallen. Für eine Nachpflanzung von hochstämmigen und schmalkronigen Bäumen (z.b. Pyramideneiche oder -hainbuche) ist mit Kosten von 700,00 bis 1200,00 EUR pro Baum zu rechnen, hinzu kommt für die Herstellung der Pflanzgruben rd. 500,00 EUR pro Baum, also zusätzlich EUR. Insgesamt fallen damit für das Fällen der Bäume und die Ersatzpflanzungen Kosten in Höhe ca ,00 EUR bis ,00 EUR an. Bei einer Fällung aufgrund der hier aufgeführten Gründe würde ein Präzedenzfall geschaffen und weitere Anträge anderer Anlieger könnten nicht mehr begründet angelehnt werden. Bei ca Straßenbäumen in Hemmingen würde sich das Fehlen eines Großteils dieser Bäume sehr negativ auf das Stadtbild und das Stadtklima auswirken. Der Zustand der Linden ist als gut bis sehr gut eingestuft, sie sind gesund und verkehrssicher, daher schlägt die Verwaltung den Erhalt der Linden, sowie die Umsetzung der im Beschlussvorschlag genannten Maßnahmen vor. Bearbeiter/-in der Vorlage Fachbereich Mitzeichnung Erste Stadträtin Bürgermeister Bau und Umwelt Freddi Rieger Herr Schedler Frau Steinhoff Herr Schacht-Gaida Seite 3 von 3

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