Machen Sie mit Ihrem Geld doch, was SIE wollen!

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1 Machen Sie mit Ihrem Geld doch, was SIE wollen! Einführung Ethik-Investment 1

2 Finanzmarkt - Grundstruktur InvestorIn SparerIn InvestorIn SparerIn Geldinstitut (Bank, Versicherung, Vermögensverwaltung, ) Unternehmen Unternehmen Kredite Zinsen 2

3 Anleihen - Grundstruktur AnlegerIn Anleihe Anleihe Projekt AnlegerIn Anleihe AnlegerIn Anleihe Anleihe Geldinstitut Öffentliche Hand od. Großunternehmen Projekt Anleihe Anleihe AnlegerIn Anleihe Projekt Anleihe Kredite Investitionen Zinsen Erträge 3

4 n - Grundstruktur AktionärIn nges. Geldinstitut AktionärIn AktionärIn Das Unternehmen nimmt via n Geld auf in Höhe des Ausgabepreises und zahlt je nach Geschäftserfolg und Entscheidung der Aktionärsversammlung eine jährl. Dividende. Die AktionärInnen (ver-)kaufen n: - am Erstausgabetermin zum Ausgabepreis. - später zum jeweiligen Kurswert. 4

5 Investmentfonds AnlegerIn Geldinstitut Unternehmen nfonds a AnlegerIn nfonds b Unternehmen AnlegerIn AnlegerIn gemischter Fonds c Unternehmen AnlegerIn gemischter Fonds d Anleihe x Anleihe y Anleihe z 5

6 Ethik-Investment? Ethik-Investment unterscheidet sich methodisch NICHT von anderen Formen der Geldanlage, ABER der/die InvestorIn übt eine inhaltliche Kontrolle darüber aus, was mit dem investierten Geld geschehen darf bzw. was nicht. 6

7 Ethik-Investment! Der/die ethisch orientierte AnlegerIn spielt unter den am Finanzmarkt geltenden Regeln und mithilfe der dort üblichen Methoden mit, ABER mit einem anderen Spielinteresse als dem konventionellen shareholder value. 7

8 Shareholder Value? meint die Werte / das Interesse der AnteilsinhaberInnen konventionell: Maximale (bzw. optimale) Rendite des eingesetzten Kapitals um jeden Preis. ethisch: Rendite ja, aber unter Einhaltung der vom/von der InvestorIn festgelegten ethischen Standards (Regeln, Ziele, ) 8

9 Ethik Anleger-Interessen Rendite Liquidität Rendite? Risiko Ethik Risiko Liquidität! Rendite Ethik Risiko Liquidität 9

10 ethisch? bedeutet hier: von (moralischen) Werten geleitet besagt noch nichts inhaltliches über diese Werte selbst / über die jeweilige Moral als Basis wertorientierten Handelns Es bedarf also einer inhaltlichen Definition / Konkretisierung der handlungsleitenden Werte! 10

11 ethisch z.b. Humanistische Moral Liberale Moral Ökologisches Ethos Christliche / katholische Soziallehre 11

12 Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden Leitfaden zur Bewertung von WP- Emittenten nach ethischen Kriterien und zwar auf Basis der Christlichen Soziallehre dient zur Entwicklung von spezifischen Ethik-Investment-Produkten für christlich orientierte AnlegerInnen 12

13 Frankfurt-Hohenheimer Leitfaden Naturverträglichkeit (z.b. Ressourcenverbrauch, Umwelteinflüsse, Recyclingfähigkeit, Gesundheit, ) Sozialverträglichkeit (z.b. Arbeitsrecht, Arbeitsorganisation, Sozialrecht, Betriebsklima, Lohngerechtigkeit, ) Kulturverträglichkeit (z.b. Inkulturation des Unternehmens bzw. seiner Produkte, externe Anspruchsgruppen, gesellschaftlicher Grundwertekatalog, ) 13

14 Ethik-Investment - Ansätze vermeidend: Ausschluss bestimmter Wertpapiere (manchmal mit Umsatzgrenzen aus bestimmten Geschäftsfeldern) Ethik der weißen Weste fördernd: Bevorzugung bestimmter Wertpapiere (z.b. aufgrund ihrer Branchenzugehörigkeit, Domizilierung, ) Best-in-Class : Kein a-priori-ausschluss; Bevorzugung jener Wertpapiere, die innerhalb einer bestimmten Branche den definierten Ethik-Kriterien am besten entsprechen ( Ethik-Wettbewerb ) Politische Ethik 14

15 Ethik-Rating (Ethische Bewertung von Wertpapieren) NB.: Die InvestorInnen definieren zwar die anzuwendenden ethischen Kriterien sie verfügen i.d.r. aber nicht über das nötige Know-how bzw. Datenmaterial zur Filterung der Wertpapiere nach diesen Kriterien. Spezialisierte RATING-Agenturen bewerten Unternehmen bzw. Staaten nach einer Vielzahl von ethischen Indikatoren und mit einer vielfältigen Methodologie (umfangreiche Fragebögen, Unternehmensreports, Audits, Internet-/Medien-Recherche, Kooperation mit NGOs, ) 15

16 ACHTUNG!!! Bei der Beurteilung von Ethik-Investment-Produkten kommt es nicht nur auf die definierten Ethik-Kriterien an, sondern auch auf die Qualität des ethischen Rating-Verfahrens: Trennung von Rating- und Investmentprozess? Methodologie des Rating-Verfahrens? Ökonomische (Un-)Abhängigkeit der Rating-Agentur? Häufigkeit von Rating-Updates? Transparenz des Rating-Prozesses? 16

17 Ethik-Investment nach FHL Unternehmen werden regelmäßig von professioneller Rating-Agentur nach FHL bewertet InvestorIn deklariert die für ihn/sie relevanten Ethik- Kriterien Rating-Agentur filtert aus der Liste der bewerteten Unternehmen jene heraus, die den Ethik-Kriterien des/der InvestorIn entsprechen InvestorIn investiert direkt oder beauftragt einen professionellen Finanzdienstleister zur Entwicklung eines Investment-Produkts (z.b. n- Fonds) auf Basis der Liste der ethisch entsprechenden Wertpapiere 17

18 Ethik-Investment - Produkte 18

19 Förder-Sparbücher Prinzip: a) Einfaches Sparbuch mit teilweisem Zinsverzicht zugunsten eines Fonds zur Finanzierung bzw. Förderung ökologischer oder sozialer Projekte. eigentlich eine Spende b) Mit den Spareinlagen werden ausschließlich zweckgebundene, gewissen ethischen Kriterien genügende Kredite vergeben. Meist kleine Bindungsfrist (zumindest ½ Jahr) etwas höherer Zinssatz. z.b.: GLS Gemeinschaftsbank: Verschiedene Fördersparbriefe (Öko- Energie, Frauen, Entwicklungshilfe, Bildung etc.). Mit den Einlagen werden zinsgünstige Kredite in den betr. Branchen vergeben; man kann zusätzlich einen freiwilligen Zinsverzicht zugunsten der zufördernden Projekte leisten. [http://www.gls.de/] Steyler Bank: Verschiedene Sparbücher und Festgeldanlagen zur Finanzierung von Missions- und Entwicklungsprojekten der Steyler Missionare. [http://www.steyler-bank.at] 19

20 Ethik-Lebensversicherungen Prinzip: Fondsgebundene Polizzen; d.h. die Versicherung veranlagt nur in Fonds/Wertpapiere, die bestimmten ethischen Kriterien entsprechen z.b.: Continentale Lebensversicherung AG ( LifeTime Öko ) Skandia Leben AG (Fondsgebundene Lebensversicherung Konzeptgeneration) Wiener Städtische (in Kooperation mit Bankhaus Schelhammer&Schattera) 20

21 Öko- / Sozial-Anleihen Prinzip: Forderungs(wert)papiere, mit denen Großschuldner (öffentl. Hand, Großunternehmen, Banken) Darlehen an genau definierte (z.b. ökologische od. soziale) Zwecke gebunden! aufnehmen. z.b.: Umweltanleihen der Rep. Österreich: Zur Finanzierung von Umweltschutzinvestitionen (z.b.: Bau von kommunalen Kläranlagen) Eurofima-Anleihe: Zur ausschließlichen Finanzierung von rollendem Material für europ. Staatsbahnen; höchste Bonität (AAA) Europarat-Anleihe: Zweckgewidmete Anleihe für Flüchtlingsversorgung und -wiedereingliederung in den Herkunftsund Aufnahmeländern. ELAG-Sozialanleihe (der Caritas Linz): Anleihe zur Instandhaltung, Wiederinstandsetzung von Immobilien, die (auch) sozial-caritativen Anliegen dienen (in Partnerschaft mit Caritas Kroatien, Rumänien, Slowakei) 21

22 Ethik-Investmentfonds Prinzip: Wertpapier-Bündel von ethisch (ökologisch, sozial, politisch) geprüften Unternehmen Anwendung (tw. auch gemischt) von: Negativ-Kriterien Positiv-Kriterien Best-in-Class-Ansatz Politische Hebelwirkung erst bei entsprechender Größe, da mit Ausnahme von Kapitalerhöhungen bzw. Neuemissionen von n das veranlagte Geld ja nicht direkt den ausgewählten Unternehmen zufließt, sondern über die anonyme Börse dem Vorbesitzer der n. Eher indirekte Hebelwirkung über die Image-Politik der Unternehmen. 22

23 Ethik-Investmentfonds Mittlerweile auch in Österreich ein breiter Markt. VORSICHT! Die Konzepte und ethische Seriosität bzw. Strenge ist sehr unterschiedlich. z.b.: Kepler KAG (RLB OÖ.): Kepler Ethiknfonds bzw. EthikRentenfonds (auch kombinierbar); wird von diözesanem Ethikbeirat betreut. [http://www.kepler.at] RaiBa Jungholz (Tirol): Don Bosco Ethik fructus omnibus (Mischfonds mit Fokus auf Themen der Kinder- und Jugendentwicklung) [http://www.donboscoethikfonds.at] Bankhaus Schelhammer&Schattera: Verschiedene Superior-Fonds [http://www.schelhammer.at] Öko-Investmentklub Austria: In monatlichen Klubtreffen wird direkt über die weitere Anlage-Politik entschieden 23

24 Direktbeteiligungen Prinzip: Junge Firmen brauchen Geld zum Geschäftsaufbau und setzen statt auf teure Bankkredite auf privates Eigenkapital in Form von stillen Gesellschaften bzw. Kommanditeinlagen, die zudem steuerbegünstigt sind. Relativ hohes Risiko; aber auch hohe Ertragschancen; je nach Branche relativ gut kalkulierbar (gerade im Öko-Sektor dzt. relativ gut). z.b.: Windkraftanlagen Sehr sichere Sonderform: OIKOCREDIT: Befristete Genossenschaftseinlagen, mit denen dann zinsvergünstigte Darlehen an ausgewählte Entwicklungsprojekte vergeben werden; zunehmend gehen Oikocredit-Gelder an lokale kleine Kreditgenossenschaften, die ihrerseits einheimisches Sparkapital mobilisieren können und zudem wertvolle Beratungsund Weiterbildungsdienstleistungen anbieten. [http://www.oikocredit.org/site/at] 24

25 Kritische AktionärInnen / Engagement Kritische AktionärInnen nehmen teil an jährlichen Aktionärsversammlungen und nehmen auf Basis ihres Frage- und Stimmrechts Einfluss auf Unternehmenspolitik durch kritische Fragen, Kritik der Unternehmensführung, Antragstellung, Entlastung / Wahl der Aufsichtsräte, Mitbestimmung über Dividendenzahlungen und manchmal auch über Aufsichtsratvergütungen. Neue Entwicklung: Vereine (NGOs) üben diese kritische Funktion durch Sitz- und Stimmrechtsübertragung in Vertretung für ethisch interessierte InvestorInnen aus. Engagement : Ähnlicher Ansatz aber über direkte Dialogprozesse mit den Unternehmen. ( z.b. CRIC) 25

26 Basis-Information ksoe (http://www.ksoe.at): - Dossier Geld und Ethik: ethische Geldanlagen - Internet-Plattform (weiterführende Informationen; u.a. Liste von Finanzberatern mit Ethik- Kompetenz) - Lehrgangs- und Bildungsangebote Geld und Ethik für professionelle Finanzdienstleister, Finanzverantwortliche aus kirchl. & gemeinnützigen Organisationen, privat Interessierte. GABRIEL Klaus/SCHLAGNITWEIT Markus: Das gute Geld. Ethisches Investment, TYROLIA (Innsbruck) CRIC Corporate Responsibility Interface Center e.v.: ÖGUT Österr. Ges. f. Umwelt & Technik: 26

27 DANKE für Ihre Aufmerksamkeit! 27

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