Auf dem Weg zu gesunder Arbeit. Herausforderung für Betriebsräte Gunther Kollmuß

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1 Auf dem Weg zu gesunder Arbeit Herausforderung für Betriebsräte Gunther Kollmuß

2 Jochen Malmsheimer, Kabarettist 2

3 3

4 Betriebswirtschaftliche Optimierung der Betriebe hat Ressourcen abgebaut die viel dazu beigetragen haben die Gesundheit der Beschäftigten zu erhalten. Kritische Modelle der Personalführung Indirekte Steuerung der Beschäftigten.Zielsetzung ist, dass der einzelnen Beschäftigte so handeln, als ob sie selber Unternehmer wären Zielvereinbarungen (z.t. auch anhand ökonomischer Kennziffern) Übertragung komplexer Aufgaben die die Beschäftigte eigenständig ausführen Kritische Arbeitszeitmodelle (Vertrauensarbeitszeit) Entgrenzung von Arbeit 4

5 5

6 Diskussion Guter Arbeit Der Begriff Gute Arbeit ist idealtypisch, subjektiv und dadurch letztlich unscharf Drei zentrale Ebenen auf denen die (individuelle) Beurteilung Guter Arbeit erfolgt Ver-und Beteiligungsgerechtigkeit (Lohn, Entwicklungsmöglichkeiten) Erhalt der Gesundheit (Arbeitssicherheit-und Gesundheitsschutz) Sicherheit der Beschäftigung (Arbeitsplatz, Qualifikation) Unterschiedliche Instrumente zur Beschreibung DGB Gute Arbeit Index Viele Studien erfassen einzelne Aspekte (Stressreport, Gesundheitsberichte der Krankenkassen etc.) 6

7 DGB-Index Gute Arbeit Diskussion zur Guten Arbeit wird von Gewerkschaften forciert 7

8 Spitzenreiter psychischer Anforderungen seit 2006 unverändert Und nicht zuletzt sollte der Befund, dass Multitasking, zumindest bei aufmerksamkeitsintensiven Prozessen, offenbar nicht möglich ist und die Arbeitsproduktivität und -qualität gefährdet, Eingang in die betriebliche Praxis finden. Quelle: Stressreport 2012; Seite 180 8

9 Hoher Einfluss von BR und IGBCE Betriebsräte und Gewerkschaften sind auf allen Ebenen tätig, die Gute Arbeit beeinflusst Informations-und Beteiligungsrechte nach dem BetrVG Beteiligung in den Aufsichtsräten Beteiligung in den Berufsgenossenschaften, Arbeitsagenturen, Krankenkassen, Arbeitsgerichten Tarifverträge zur Gestaltung der Lebens-und Arbeitsbedingungen Lobbyarbeit durch Gewerkschaften gegenüber Bundes-und Landesregierungen und auf Ebene der EU 9

10 Thesen 1. Bei der Gestaltung von Arbeitsbedingungen sind Betriebsräte und Gewerkschaften überwiegend kollektiv tätig. Diese Handlungsebene muss auch die zentrale Ebene bleiben 2. Da Gute Arbeit subjektiv ist, die Arbeitsbedingungen sehr unterschiedlich sind, müssen wir den Blick stärker auf den einzelnen Arbeitsplatz richten. 3. Allein durch die steigende Komplexität und die zusätzlich benötigten Zeitressourcen ist dies mit den herkömmlichen Strukturen nicht zu leisten! 4. Daher brauchen wir hier die systematische Einbindung der Beschäftigten 10

11 Fokus Arbeitsplatz Eine systematische Auswertung der Tätigkeit hilft Probleme zu erkennen und die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen. Nur so können Belastungen für jeden spürbar FAIRbessert werden. 11

12 Psychische Belastung ist die Gesamtheit aller erfassbaren Einflüsse, die von außen auf den Menschen zukommen und psychisch auf ihn einwirken. Psychische Beanspruchungen sind die unmittelbaren Auswirkungen der psychischen Belastungen im Individuum (in Abhängigkeit von seinen jeweiligen überdauernden und augenblicklichen Vorraussetzungen, einschließlich der individuellen Bewältigungsstrategien.) DIN EN ISO

13 13

14 14

15 Stress entsteht im Gehirn No Brain No Pain! (Kein Hirn Kein Schmerz) 15

16 Stress wird zum Problem wenn es keine Erholung gibt! 16

17 Quelle: DGUV Arbeit & Gesundheit; ; Seite 11 Es sind die Prozesse und die Unternehmenskultur nicht die Beschäftigten die verhindern das Prioritäten entsprechend gesetzt werden! 17

18 Es gibt nichts Gutes, außer man tut es! Über Arbeitsbedingungen, die zu massiven (psychischen) Belastungen führen, muss man reden, bevor große Probleme entstehen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Arbeitsumfeld positiver zu gestalten im Team, mit Vorgesetzten, mit Experten oder mit dem Betriebsrat auf gewerkschafts-und betriebspolitischer Ebene. FAIRbesserungsdialoge! Bevor das Kind in den Brunnen fällt 18

19 Hemmschwelle senken Dialog suchen! Die Diskussion um eine systematische Erfassung psychischer Belastungen am Arbeitsplatz ist derzeit aus unterschiedlichen Gründen schwierig Viele Vorgesetzte / Unternehmernehmen die steigende Belastung der Beschäftigten nach wie vor nicht ernst. Die Verantwortung zur Reduzierung der Belastung wird auf den einzelnen Übertragen Schwache Führungskräfte haben keine Interesse ihre Schwächen öffentlich zu dokumentieren Es gibt eine große Hilflosigkeit wie die Diskussion angelegt werden kann und eine (z.t. berechtigte) Angst vor möglichen Maßnahmen (incl. der Angst diese nicht umsetzten zu können) Viele Beschäftigtehaben kein Interesse ihre Belastungen zu offenbaren. Angst vor Verlust des Arbeitsplatzes oder gar des Beschäftigungsverhältnisses Bestehende Konflikte mit Kollegen/- innen und / oder Vorgesetzten Frust, da bereits geäußerte Kritik nicht berücksichtigt wurde oder sie gar Repressalien bekommen haben 19

20 Belastungserfassung im eigenem Umfeld Häufige Themen einer systematischen Belastungserfassung innerhalb einer Abteilung sind Kommunikations-und Verständnisprobleme Schnittstellenprobleme Diese sind häufig (nur) im Rahmen der eigenen Abteilung zu bewältigen! 20

21 Der FAIRbesserungsdialog. Teil einer regulären Besprechung Einführung / Anliegen Basiswissen Erfassung der Belastungen Abschluss 21

22 Die Kraft der Gemeinschaft 22

23 Wie geht s weiter nach einem FAIRbesserungsdialog Entweder: Oder: Die Gruppe sagt: Alles ist okay! Dann freuen wir uns mit ihnen! Im Arbeitsumfeld gibt es etwas zu FAIRbessern. Einfach umzusetzende Idee FAIRbesserer sorgt für die klare und verbindliche Absprache in der Gruppe. Wer macht, wann, was? Komplexe Idee FAIRbesserer organisiert einen separaten Termin mit Gruppe und Entscheidern Ziel ist die Idee handhabbar zu machen. Nur so können Maßnahmen zur Reduzierung / Vermeidung der Belastungen generiert werden. Unklare / vielfältige Belastungssituation FAIRbesserer organisiert die systematische Belastungserfassung Organisation eines Termins mit externer Moderation zur Gefährdungsbeurteilung Dabei begleiten die die FAIRbesserer aktiv aktiv die die Umsetzung der der Maßnahmen! Die Die beste Idee Idee ist ist nur nur so so stark stark wie wie die die Leute, die die sie sie tragen. 23

24 Leitlinie Gesundheit Gesundheit ist ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens und nicht nur das Fehlen von Krankheit oder Gebrechen Wenn wir es schaffen, die Arbeitsbedingungen so zu gestalten, dass dieser Zustand an jeden einzelnen Arbeitsplatz erreicht wird, Dann haben wir Gute Arbeit! Definition der WHO Dem Arbeits- und Gesundheitsschutz muss daher wesentlich mehr Aufmerksamkeit entgegengebracht werden 24

25 Mitarbeiter werden immer wertvoller! FAIRbesserer unterstützen sie. 25

26 Der Betriebsrat muß Prozesse begleiten! 1. Die Gefährdungsbeurteilung stellt nicht die Lösung, sondern die Erfassung der Gefährdung in den Vordergrund 2. Die Lösung muss der Gefährdung entsprechen. Sie muss mit Beteiligung aller Betroffenen erarbeitet werden. 3. Daher brauchen wir eine stärkere Prozessorientierung BV zur Gestaltung der Gefährdungsbeurteilung zur Erfassung psychischer Belastungen Beteiligung und Qualifizierung regeln Erfassung, Auswertung und Begleitung der beschlossenen Maßnahmen aus den Gefährdungsbeurteilungen Ergänzender Hinweis: Die Die Hans-Böckler Stiftung hat hat in in ihrer ihrer Reihe Reihe Betriebs- und und Dienstvereinbarungen eine eine aktualisierte Broschüre zu zu BV BV für für Gefährdungsbeurteilungen herausgegeben. Die Die Publikation ist ist über über den den Buchhandel zu zu beziehen. Romahn, Regine; Gefährdungsbeurteilungen; Bund-Verlag, Frankfurt; Auflage ISBN ISBN

27 Fairplay ist mehr als nur Fair Pay! Mehr FAIRness bei der Verteilung der Gewinne. Mehr FAIRness bei der Anerkennung von Leistung. Mehr FAIRness bei der Verteilung von Belastungen. Mehr FAIRness in der Zusammenarbeit mit Vorgesetzen. Vielen Dank für ihre Aufmerksamkeit! 27

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