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1 Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Kurs 00091, KE 1 und 2, SS Fakultät für Wirtschaftswissenschaft 1. Einsendearbeit zum Kurs 00091: Kurseinheit: Finanzierungs- und entscheidungstheoretische Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre Die Einsendearbeit bezieht sich inhaltlich auf die Kurseinheiten 1 und 2 zur Erlangung der Teilnahmeberechtigung an der Prüfung zum Modul Finanzierungs- und entscheidungstheoretische Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre Hinweise: 1. Die Einsendearbeit umfasst 4 Aufgaben. 2. Insgesamt sind max. 100 Punkte erreichbar. 3. Bei jeder Aufgabe bzw. Teilaufgabe ist die erreichbare Punktzahl vermerkt. 4. Sie benötigen mindestens 50 Prozent der insgesamt erreichbaren Punktzahl, damit diese Einsendearbeit als erfolgreich bearbeitet gelten kann. 5. Nur bei Ankreuzaufgaben bzw. Markierungsaufgaben kann (falls nicht explizit eine Begründung gefordert wird) auf die Angabe eines Lösungsweges bzw. eines Rechenansatzes bzw. eine Skizzierung des Lösungsgedankens verzichtet werden. 6. Erkennbar nicht selbständig erstellte Lösungen werden mit 0 Punkten als nicht bestanden bewertet.

2 Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Kurs 00091, KE 1 und 2, SS Kurs 00091: Finanzierungs- und entscheidungstheoretische Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre Einsendearbeit 1 (SS 2012) Inhaltlicher Bezug: KE 1 und 2 Aufgabe 1: 12 Punkte Kommentieren Sie kurz folgende Aussagen: 1) In einem Vorlesungsskript, das an der Fachhochschule Mittelwürzbach kursiert, ist folgende Passage zu lesen: Wird einer GmbH ein Gesellschafterdarlehen gewährt, so ist die Haftungsmasse der Gesellschaft natürlich kleiner, als wenn statt des Darlehens in gleicher Höhe Einlagen eingebracht worden wären! Beurteilen Sie diese Aussage! 2) Der Alleingesellschafter einer GmbH, der im Rahmen einer Kreditaufnahme seiner GmbH sein gesamtes Privatvermögen als selbstschuldnerische Bürgschaft zur Verfügung gestellt hat, haftet im Insolvenzverfahren genau so, wie er als Einzelkaufmann haften würde! Aufgabe 2: 24 Punkte Betrachtet sei eine Kapitalgesellschaft, die zu Beginn des Geschäftsjahres 2012 bei einem Gesamtvermögen von 4500 Gesamtverbindlichkeiten in Höhe von 4000 aufweist und im Laufe des Geschäftsjahrs keinerlei weitere Verbindlichkeiten eingehen wird. Der Fremdkapitalzins beträgt 10% p. a. und die Gesamtrendite kann im Geschäftsjahr 2012 zwischen den Extremwerten 5% und 15% schwanken. a) Bestimmen Sie den Verschuldungsgrad der Gesellschaft und geben Sie an, welche Renditen die Eigen- und Fremdkapitalgeber bestenfalls und schlechtestenfalls auf die von ihnen eingesetzten Mittel erzielen werden! b) Erläutern Sie die Hebelwirkung (Leverage) des Verschuldungsgrades! (12 P.) (12 P.)

3 Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Kurs 00091, KE 1 und 2, SS Aufgabe 3: 24 Punkte a) Ein Arbeitskreis soll einen Finanzierungsvorschlag erarbeiten und dem Vorstand zur endgültigen Entscheidung vorlegen. In diesem Arbeitskreis wird konkret über die Durchführung einer Kapitalerhöhung nachgedacht. Der Finanzierungsbetrag in Höhe von 2,7 Mio. Euro soll durch die Ausgabe von jungen Aktien mit einem Nennwert von 5 Euro/Stück gedeckt werden. Die FINANZ AG hat bisher 1,5 Mio. Aktien mit einem Nennwert von 5 Euro/Stück ausgegeben. Der Börsenkurs einer Aktie beläuft sich vor der Ankündigung auf 27 Euro. Im Arbeitskreis wird einhellig davon ausgegangen, daß der Börsenkurs nach der Ankündigung auf 30 Euro je Aktie steigen wird. 1) Wie wird dieser Kursanstieg üblicherweise auch genannt und welche Höhe hat er? 2) Berechnen Sie das Bezugsverhältnis, den Wert des Bezugsrechtes und den Börsenkurs der Aktien nach vollzogener Kapitalerhöhung unter der Annahme, daß die Kursprognose auch wirklich eintritt! b) Der stellvertretende Leiter des Arbeitskreises hat folgenden Gegenvorschlag erarbeitet: (4 P.) (10 P.) (10 P.) Es werden insgesamt Stück junge Aktien zu einem Kurs von 9 Euro begeben. Das Bezugsrecht für die Altaktionäre wird jedoch ausgeschlossen. Stattdessen werden die Aktien ausschließlich den Mitarbeitern angeboten. Bei diesem Preis für die jungen Aktien ist damit zu rechnen, daß die Mitarbeiter auch tatsächlich alle Aktien zeichnen werden. Da dann die Mitarbeiter zugleich auch Teilhaber an der FINANZ AG sind, steigt deren Motivation. Dies würde, so argumentiert der stellvertretende Arbeitskreisleiter, zu einer Neubewertung des Unternehmens am Finanzmarkt und (bei isolierter Bewertung der erwarteten Mehrarbeit der Mitarbeiter und Vernachlässigung von Kursverwässerungseffekten) zu einem Anstieg des Börsenkurses auf 35 Euro führen. Wie hoch wird der Börsenkurs nach vollzogener Kapitalerhöhung sein, wenn alle Zahlen so eintreten, wie es der stellvertretende Leiter prognostiziert hat?

4 Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Kurs 00091, KE 1 und 2, SS Aufgabe 4: 40 Punkte Im Folgenden sind 7 Geschäftsvorfälle eines Unternehmens in der Rechtsform der AG beschrieben; alle aufgeführten Zahlungen, Überweisungen etc. erfolgen stets zu Lasten des Bankguthabens. a) Tragen Sie in die nachfolgende Tabelle jeweils ein, in welchem Ausmaß (Vorzeichen und Betrag) sich diese Vorgänge innerhalb des betrachteten Geschäftsjahres als Veränderungen der Liquiditätsbestände, also in Einzahlungen (+) oder Auszahlungen ( ), sowie als Innenfinanzierung bzw. Innendefizit (IF + oder ), als Außenfinanzierung (AF) oder als Form (Investition, Tilgung oder Ausschüttung) der Mittelverwendung (MV) niederschlagen! Tragen Sie Ihre Antworten in Mio. Euro in folgende Tabelle ein! Bestimmen Sie außerdem die vier Summen! (14 P.) Zahlungen MV IF AF (+/ ) (+/ ) (1) Die AG verkauft Waren für 70 Mio. Euro; 50% davon werden sofort bezahlt, der Rest wird gestundet. (2) Die Gesellschaft gibt neue Anleihen im Nennwert von 5 Mio. Euro zum Kurs von 9,5 Euro pro 10-Euro- Anleihe aus. (3) Für die Anschaffung einer neuen (Produktions-) Maschine zum Preis von 20 Mio. Euro werden 18 Mio. Euro zu Lasten des Bankguthabens der AG bezahlt; den Restbetrag stundet der Lieferant. (4) Die AG überweist an die Hypo-Bank zur Bedienung eines Annuitätendarlehens 12 Mio. Euro, von denen 80% auf den Tilgungsanteil der Annuität entfallen. (5) An die Gesellschafter AG werden Dividenden von 6 Mio. Euro ausgeschüttet. (6) An Lieferanten von Werkstoffen leistet die AG Zahlungen von 8 Mio. Euro. (7) Der Marktpreis der bei der AG vorhandenen Vorräte sinkt von 20 Mio. Euro auf 10 Mio. Euro, was durch eine Abschreibung von 10 Mio. Euro buchmäßig erfasst wird. Summe

5 Grundlagen der Betriebswirtschaftslehre, Kurs 00091, KE 1 und 2, SS b) Fassen Sie die im Aufgabenteil a) angegebenen Transaktionen entsprechend Abbildung 8 in KE 2 des Kurses zu einem systematischen Überblick über Mittelherkunft und -verwendung zusammen. c) Markieren Sie die folgenden Aussagen mit R, wenn Sie diese für zutreffend halten, F, wenn Sie diese nicht für zutreffend halten, und?, wenn die Aussage je nach den weiteren Rahmendaten zutreffen kann, aber nicht zwingend muss, (14 P.) und begründen Sie jeweils kurz Ihre Entscheidung! (1) Die A-GmbH blickt auf eine wechselvolle wirtschaftliche Vergangenheit zurück. Die A-GmbH weist für das abgelaufene Jahr einen Jahresfehlbetrag von 8 Mio. Euro aus. Dann ist der A-GmbH nach den gesetzlichen Vorschriften eine Ausschüttung... a)... von mehr als 12 Mio. Euro erlaubt. b)... von höchstens 4% bezogen auf das Stammkapital erlaubt. c)... generell verboten. (2) Die Finanzierung durch Einlagen eines Stillen Gesellschafters ist eine Form der Eigenfinanzierung. (3) Die Erzielung von Umsatzerlösen zählt zur Außenfinanzierung, da das Geld ja von außen, nämlich von den Kunden, kommt. (4) Im Insolvenzfall wird das verbliebene Unternehmensvermögen gleichmäßig an alle Gläubiger verteilt. (5) Wenn es im Zuge der Insolvenz eines Unternehmens zu zwangsweisen Liquidation kommt, steht den Gläubigern nur das verbliebene Unternehmensvermögen zur Verfügung. d) Welche Zusammenhänge bestehen zwischen der Höhe des bilanziell ausgewiesenen Eigenkapitals eines Unternehmens und dem aus Sicht der Unternehmensgläubiger wichtigem Haftungspotential des Unternehmens?

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