Outperformance-Zertifikate und Sprint-Zertifikate

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1 Outperformance-Zertifikate und Sprint-Zertifikate

2 Outperformance-Zertifikate sind ein relativ neues Mitglied der Zertifikatefamilie, einer Gruppe von intelligenten Finanzinstrumenten mit klar definierten Auszahlungsprofilen. Sie als Investor erwerben durch den Kauf dieser Zertifikate den Anspruch auf einen Geldbetrag oder auf Lieferung von Aktien. Die Art der Tilgung entscheidet sich am Fälligkeitstag. Notiert der Basiswert, beispielsweise eine Aktie, zu diesem Zeitpunkt unter dem Basisbetrag, erhalten Sie als Inhaber eines Outperformance-Zertifikates den Basiswert. Sollte der zugehörige Basiswert darüber notieren, bekommen Sie den Basisbetrag zuzüglich eines Zusatzbetrages ausbezahlt. Die Höhe dieser Summe errechnet sich aus der Differenz zwischen Kurs des Basiswertes und Basisbetrag multipliziert mit einem Hebelfaktor. Das Outperformance-Zertifikat spielt seine Stärken daher vor allem in Aufwärtstrends aus. Denn Sie als Anleger nehmen an steigenden Kursen des Basiswertes überproportional teil. Weiterer Vorteil: Während bei anderen Zertifikatearten beispielsweise bei Discount-Zertifikaten die Ertragschancen von vornherein begrenzt sind, bieten Outperformance-Zertifikate ein unbegrenztes gehebeltes Gewinnpotenzial. Doch auch die Sicherheit kommt nicht zu kurz. Konservative Anleger können sich für PROTECT- Outperformance-Zertifikate entscheiden. Diese Variante verknüpft die Chance auf überproportionale Gewinnmöglichkeiten mit einer intelligenten Teilabsicherung gegen Kursverluste des Basiswertes. Eine Alternative zu den Outperformance-Zertifikaten bieten Sprint-Zertifikate. Bei diesen Investments sind die Gewinnmöglichkeiten zwar begrenzt. Dafür partizipieren Sie als Investor innerhalb einer bestimmten Bandbreite gleich doppelt von Kurssteigerungen des Basiswertes. Auf den folgenden Seiten erfahren Sie, wie die beiden modernen Finanzinstrumente im Detail funktionieren. Darüber hinaus erklärt die Broschüre die Funktionsweise anhand von Beispielen und gewährt Ihnen einen Blick hinter die Kulissen. Viel Spaß bei der Lektüre!

3 Inhalt Die Grundlagen 6 Das Wichtigste in Kürze 6 Der Emittent 7 Allgemeine Einführung 8 Der Outperformance-Mechanismus 9 Die Basiswerte: Aktien und Indizes 10 Das Erfolgspotential 11 Das Ertragsprofil 11 Zertifikat oder Aktie? 12 Der Aufbau 12 Exkurs: Optionen 13 Die Rolle der Dividenden 14 PROTECT-Outperformance-Zertifikate mehr Sicherheit 17 Das Ertragsprofil 18 Zertifikat oder Aktie? 19 Verschiedene Szenarien 19 Der Aufbau 22 PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate attraktivere Konditionen dank mehrerer Basiswerte 23 Das Ertragsprofil 23 Verschiedene Szenarien 25 Outperformance-Cap-Zertifikate die Lösung bei kleinen Dividenden 27 Das Ertragsprofil 27 Der Aufbau 28 Outperformance-Quanto-Zertifikate Rendite plus Währungsschutz 29 Das Ertragsprofil 30 Der Aufbau 30 Sprint-Zertifikate die Alternative 33 Das Ertragsprofil 34 Der Aufbau 35 Tipps für die Praxis 37 Die Auswahl 37 Die Kursentwicklung 40 Der Handel 42 Zertifikate als Geldanlage 43 Hinter den Kulissen 44 Die Besteuerung von Privatanlegern 45 Impressum 46

4 Die Grundlagen Die Grundlagen Die Grundlagen Der Emittent Das Wichtigste in Kürze Grundsätzlich zeichnen sich Zertifikate durch ein hohes Maß an Transparenz aus. Das Auszahlungsprofil am Laufzeitende ist klar definiert. Dabei ist jedes Zertifikat anders. Den Unterschied machen Parameter wie der Basisbetrag, die Laufzeit oder der Hebelfaktor aus. Die Zertifikat-Visitenkarte zeigt ein Beispiel: Der Emittent ist die Bank, die das Zertifikat auf den Markt bringt. 1 Daimler Outperformance-Zertifikat ISIN DE 000 SDL 41L 9 Basisbetrag 5 66,50 Euro Hebelfaktor 6 1,25 Bezugsverhältnis 7 1 zu 1 Bewertungstag Juni Die Bezeichnung Outperformance-Zertifikat charakterisiert den Typ des Zertifikates. 3. Die Daimler-Aktie ist der Basiswert, auf den sich das Zertifikat bezieht. Neben Aktien können sich Outperformance- Zertifikate auch auf Indizes beziehen, wie etwa den DJ EURO STOXX Die ISIN-Nummer identifiziert das Zertifikat eindeutig. Alternativen hierzu sind die Wertpapierkennnummer (WKN) oder die Valorennummer in der Schweiz. 5. Der Basisbetrag ist die entscheidende Kursmarke bei Outperformance-Zertifikaten. Sobald der Basiswert diese Grenze überschreitet, nimmt der Anleger überproportional an Kursbewegungen des Basiswertes teil. 6. Der Hebelfaktor definiert die Outperformance-Rate des Zertifikates. Ein Hebel von 1,25 bedeutet, dass der Auszahlungsbetrag des Zertifikates am Ende der Laufzeit um 1,25 Euro steigt, wenn der Basiswert um 1 Euro zulegt (und bereits über dem Basisbetrag notiert). 7. Das Bezugsverhältnis sagt aus, auf wie viele Einheiten des Basiswertes sich das Zertifikat bezieht. 8. Am Bewertungstag wird auf Basis des Schlusskurses des Basiswertes die Auszahlung des Zertifikates festgestellt. Ein Outperformance-Zertifikat wird von einem Emittenten konzipiert und zum Kauf angeboten. Dabei handelt es sich meist um bekannte inländische Banken, Sparkassen oder genossenschaftliche Institute sowie um die deutschen Tochtergesellschaften internationaler Investmentbanken. Gegenwärtig bieten in Deutschland alle wichtigen Emissionshäuser Outperformance-Zertifikate an. Da es sich bei Outperformance-Zertifikaten aus rechtlicher Sicht um Inhaberschuldverschreibungen handelt, nimmt der Emittent die Rolle des Schuldners ein. Der Emittent erhält den Erlös aus dem Verkauf des Zertifikates und ist im Gegenzug verpflichtet, eine bestimmte Leistung zu erbringen, die in den Zertifikatsbedingungen für das Outperformance-Zertifikat genau festgelegt ist. Bei Outperformance-Zertifikaten auf Aktien zahlt der Emittent bei Fälligkeit einen Geldbetrag, wenn der Kurs des Basiswertes über dem Basisbetrag liegt. Notiert der Basiswert auf oder unter dieser Schwelle, kann der Emittent alternativ Aktien liefern. Da der Emittent die Rolle des Schuldners einnimmt, ist die Bonität also die Fähigkeit, Zahlungsverpflichtungen zu erfüllen von besonderer Bedeutung. Zwar gilt die Bonität der Kreditinstitute in Deutschland als zweifelsfrei. Doch die Verpflichtungen aus Zertifikaten unterliegen im Gegensatz zu Giro-, Termin- und Spareinlagen nicht der Einlagensicherung. Bei einer Insolvenz gibt es also keinen Schutz. Ebenso sollten Sie als Anleger auf die Expertise des Emittenten achten. Der Emittent sollte über ein umfassendes Know-how bei Zertifikaten und anderen verbrieften Derivaten verfügen. Diese Erfahrung garantiert Ihnen, dass Ihre Wünsche und Interessen berücksichtigt werden, die Zertifikate attraktiv ausgestattet sind und börsentäglich Preise gestellt werden, zu denen Sie kaufen und auch verkaufen können. Der Emittent sollte zudem über ein umfassendes Serviceangebot zum Thema verfügen und jederzeit aktuelle Kurse veröffentlichen. Sal. Oppenheim zählt nicht nur zu den führenden Emittenten von Zertifikaten. Das Bankhaus verbindet auch mit Erfolg Innovation und Tradition. Seit der Gründung im Jahr 1789 war Sal. Oppenheim zu jeder Zeit ein Motor des Fortschritts offen für neue Entwicklungen in Industrie und Wirtschaft, offen für Kunst und Kultur und natürlich immer offen für innovative Finanzprodukte. Sal. Oppenheim ist heute die führende Privatbank Europas. Sie befindet sich seit nunmehr 218 Jahren ausschließlich im Besitz von Privatpersonen. Diese Unabhängigkeit ist ein wichtiges Fundament für den geschäftlichen Erfolg. Der Schwerpunkt der Tätigkeit liegt auf der Vermögensverwaltung und dem Investment Banking. Sal. Oppenheim betreut und verwaltet ein Vermögen von derzeit 148 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme betrug Mitte 2007 rund 38 Milliarden Euro bei einem Eigenkapital von über 2 Milliarden Euro. Über Mitarbeiter arbeiten an 30 Standorten in Deutschland und in Europa. Verpflichtung zur Zahlung oder zur Lieferung von Aktien Bonität des Emittenten für Anleger von großer Bedeutung Derivate-Expertise und umfassender Service ein wichtiges Kriterium Innovation und Tradition seit mehr als 200 Jahren 6 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 7

5 Die Grundlagen Die Grundlagen Bei Zertifikaten und anderen Derivaten in der Spitzengruppe Im Bereich der strukturierten Produkte zählt Sal. Oppenheim zu den führenden Emissionshäusern in Europa. Über Optionsscheine, Turboscheine, Aktienanleihen, Discount-, PROTECT- Bonus-, Outperformance-, TWIN-WIN-, VICTORY-, EXPRESS- und sonstige Zertifikate werden privaten und institutionellen Anlegern in Deutschland, der Schweiz, in Italien und Österreich derzeit angeboten. Bezogen auf die Umsätze zählt das Privatbankhaus in Deutschland zu den Top 5. Für institutionelle Anleger strukturiert das Bankhaus auch innovative Portfolioangebote im Rahmen von Privatplatzierungen oder OTC-Geschäften. Der Outperformance-Mechanismus Ähnlich wie bei anderen Zertifikaten ist auch bei Outperformance-Papieren das Auszahlungsprofil klar festgelegt. Die entscheidenden Merkmale sind der Basiswert, auf den sich das Zertifikat bezieht, der Basisbetrag, die Laufzeit und der Hebelfaktor. Beispiel: ein Outperformance-Zertifikat auf die Aktie der XY AG mit einem Basisbetrag von 100,00 Euro, einer Laufzeit bis zum 22. Juni 2009 und einem Hebelfaktor von 1,5. Allgemeine Einführung Beliebtes Anlageinstrument mit vielfältigen Varianten Zertifikate sind moderne Geldanlageinstrumente, die sich einer immer größeren Beliebtheit erfreuen. Das Derivate-Forum, ein Zusammenschluss der führenden Emittenten, zu dem auch Sal. Oppenheim gehört, schätzt, dass deutsche Anleger Ende 2006 schon mehr als 120 Milliarden Euro in Zertifikaten investiert haben. Der Begriff Zertifikat ist keine rechtlich geschützte Bezeichnung. Es ist ein Sammelbegriff für verschiedene Arten von derivativen Wertpapieren. In den vergangenen beiden Jahren hat sich bei verbrieften Derivaten die Einteilung in Hebelprodukte, wie Optionsscheine und Turboscheine, sowie Anlageprodukte durchgesetzt. Zu den Anlageprodukten zählen Anlagezertifikate und strukturierte Anleihen. Basiswert Basisbetrag Elemente des Outperformance-Zertifikates Hebelfaktor Laufzeit Zertifikate mit unterschiedlichen Chanceund Risiko-Profilen Sal. Oppenheim als einer der führenden Emittenten bietet bereits eine Vielzahl verschiedener Zertifikate an. Dazu zählen beispielsweise Indexzertifikate, die bekannte Börsenindizes wie den DAX oder den DJ EURO STOXX 50 eins zu eins nachbilden, oder auch Basket-Zertifikate, die sich auf einen Aktienkorb beziehen. Ausgefeilte Produkte wie Bonus-, VICTORY-, Discount- und TWIN-WIN-Zertifikate komplettieren die Palette. Das Risiko ist bei Zertifikaten deutlich geringer als bei Hebelprodukten. Die einzelnen Typen weisen aber deutliche Unterschiede in ihrem Risikoprofil auf. Am risikoärmsten sind Garantiezertifikate, die ihrem Besitzer eine Rückzahlung in Höhe des Ausgabepreises sichern. Mit Airbag- und Bonus-Zertifikaten setzen Investoren auf Teilabsicherungsstrategien. Der Käufer von Outperformance- und Sprint-Zertifikaten, die in dieser Broschüre vorgestellt werden, geht ein Kursrisiko ein, das mit dem der zugrunde liegenden Aktien oder Indizes vergleichbar ist. Genau wie die Risiken unterscheiden sich auch die Gewinnchancen der einzelnen Zertifikatevarianten. So wie bei anderen Geldanlagen gilt: Je höher das Risiko, umso größer ist auch die Renditemöglichkeit. Es liegt auf der Hand, dass ein Garantiezertifikat, das Kursverluste ausschließt, geringere Ertragschancen bietet als beispielsweise ein Bonus-Zertifikat. Der Anleger hat prinzipiell mehrere Möglichkeiten, um in die XY-Aktie zu investieren. Er kann die Aktie direkt erwerben oder mit einem Zertifikat indirekt einsteigen. Am ersten Verkaufstag ist das Outperformance-Zertifikat in der Regel genauso teuer wie die zugrunde liegende Aktie. Beide Investments kosten im Beispiel also 100,00 Euro. Dieser Preis entspricht auch dem Basisbetrag, der die entscheidende Kursgrenze bei dem Zertifikat darstellt. Die Laufzeit des Outperformance-Zertifikates ist von vornherein begrenzt. Im Beispiel läuft das Zertifikat bis Juni Für die Rückzahlung ist die Höhe des Basiswertes am Bewertungstag, hier der 22. Juni 2009, relevant. Der Börsenhandel wird meist schon an diesem Tag eingestellt. Notiert die XY-Aktie am Bewertungstag unter dem Basisbetrag von 100,00 Euro, erhält der Inhaber des Outperformance-Zertifikates eine Aktie pro Zertifikat. Notiert die XY-Aktie dagegen über dem Basisbetrag, erhält der Anleger einen Geldbetrag, der sich wie folgt errechnet: Auszahlungsbetrag = Basisbetrag + (Aktienkurs Basisbetrag) x Hebelfaktor Am Bewertungstag entscheiden sich die Rückzahlungsmodalitäten Bei einem Aktienkurs von 110,00 Euro würde der Inhaber des Zertifikates also 115,00 Euro erhalten (100,00 + [110,00 100,00] x 1,5). Die Gutschrift des Geldbetrages bzw. die Lieferung der Aktien erfolgt spätestens am Fälligkeitstag, der meist fünf Bankarbeitstage nach dem Bewertungstag terminiert wird. Im Beispiel ist der Fälligkeitstag der 29. Juni outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 9

6 Die Grundlagen Das Erfolgspotenzial Vergleichbare Erstverkaufspreise bei Aktie und Zertifikat Standardaktien, Indizes: umfangreiches Angebot an Basiswerten Am ersten Verkaufstag kann der Investor zu etwa gleichen Kursen in die Aktie oder das Outperformance-Zertifikat einsteigen. Da bei fallenden Notierungen der Emittent mit Aktien tilgen kann, ist das Verlustrisiko vergleichbar. Die Gewinnchancen sind hingegen aufgrund des Hebelfaktors beim Outperformance-Zertifikat größer. Was die reine Kursentwicklung angeht, ist das Ertragsprofil des Outperformance-Zertifikates einem Direktinvestment in eine Aktie überlegen. Allerdings kommt der Aktionär zusätzlich in den Genuss der Dividendenzahlungen. Der Zertifikatskäufer muss darauf verzichten. Denn der Emittent benötigt die Ausschüttungen, um die Struktur des Outperformance-Zertifikates zu finanzieren. Die Anzahl der Dividendentermine während der Laufzeit und die erwartete Höhe der Dividenden beeinflussen daher maßgeblich die Höhe des Hebelfaktors. Doch dazu später mehr. Die Basiswerte: Aktien und Indizes Im vorhergehenden Beispiel bezieht sich das Outperformance-Zertifikat auf die Aktie der XY AG. In der Praxis sind einzelne Aktien die häufigsten Basiswerte. Sal. Oppenheim bietet aktuell Outperformance-Zertifikate auf etwa 40 verschiedene Aktien an. Zu den Basiswerten zählen DAX- Werte wie Allianz, BASF, Daimler, Deutsche Bank, Deutsche Telekom, Lufthansa oder Volkswagen sowie beliebte Standardtitel aus dem europäischen Ausland wie etwa Fortis N.V., Royal Dutch Shell Group, Total S.A. oder Unicredito Italiano S.p.A. In der Regel bezieht sich ein Zertifikat auf eine Aktie (Bezugsverhältnis eins zu eins). Es wäre aber auch denkbar, dass sich ein Outperformance- Zertifikat auf einen Bruchteil, zum Beispiel ein Zehntel einer Aktie, bezieht. Das Erfolgspotenzial Das Ertragsprofil Der Wert eines Outperformance-Zertifikates am Laufzeitende lässt sich leicht ausrechnen. Die folgende Grafik zeigt das Ertragsprofil eines Zertifikates auf die Aktie der XY AG am Laufzeitende: OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Rückzahlungswert in Euro Outperformance-Zertifikat Aktie Aktienkurs in Euro Neben Outperformance-Zertifikaten auf einzelne Aktien bietet Sal. Oppenheim Index- Outperformance-Zertifikate an. Diese beziehen sich auf den DJ EURO STOXX 50 Index oder auf den NIKKEI 225. Der DJ EURO STOXX 50 Index ist ein Kursbarometer, das die wichtigsten 50 Aktien der Eurozone zusammenfasst. Das Bezugsverhältnis beträgt hier 100 zu 1. Das bedeutet, 100 Zertifikate beziehen sich auf einen DJ EURO STOXX 50 Index bzw. ein Zertifikat orientiert sich an einem Hundertstel des Index. Der NIKKEI 225 beinhaltet die 225 größten und wichtigsten japanischen Titel, die an der Börse Tokio gehandelt werden. Index-Outperformance-Zertifikate bieten den Vorteil, dass Sie als Investor nicht nur in eine Aktie einsteigen, sondern in eine größere Anzahl. Beim DJ EURO STOXX 50 Index investieren Sie gleich in 50 Titel. Sie erzielen also durch den Kauf eines Index-Outperformance-Zertifikates eine breite Risikostreuung und senken somit Ihr Anlagerisiko. Das dargestellte Zertifikat auf die XY-Aktie ist mit einem Basisbetrag von 100,00 Euro und einem Hebel von 1,5 ausgestattet. Notiert am Bewertungstag die XY-Aktie unter dem Basisbetrag von 100,00 Euro, erhält der Inhaber des Zertifikates die zugrunde liegenden Aktien. Der Rückzahlungswert ist somit bei Aktie und Outperformance-Zertifikat identisch. Bei Kursen über dem Basisbetrag greift der Outperformance-Mechanismus. So hat das Zertifikat bei einem Aktienkurs von 120,00 Euro einen Auszahlungswert von 130,00 Euro. Bei einem Kursanstieg auf 130,00 Euro wären es sogar 145,00 Euro. Exakt diesen Betrag, der auch als innerer Wert bezeichnet wird, bekommt der Anleger am Fälligkeitstag gutgeschrieben. 10 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 11

7 Das Erfolgspotenzial Das Erfolgspotenzial Zertifikat oder Aktie? Die Frage, ob das Outperformance-Zertifikat oder ein Direktinvestment in eine Aktie die bessere Alternative gewesen wäre, lässt sich recht einfach beantworten. Die folgende Tabelle zeigt, dass das Kursverlustrisiko bei Aktie und Outperformance-Zertifikat identisch ist vorausgesetzt, der Anleger ist am Erstverkaufstag eingestiegen, als die Kurse von Zertifikat und Aktie identisch waren. Bei Kursen über dem Basisbetrag von 100,00 Euro spielt das Outperformance-Zertifikat seine Stärken aus. Dank des Hebelfaktors von 1,5 ist der Gewinn beim Zertifikat stets um 50 Prozent höher als bei einem direkten Investment in die Aktie. Bei einem Kursanstieg auf beispielsweise 130,00 Euro bringt das Zertifikat einen Gewinn von 45 Prozent, während der Aktienkauf 30 Prozent Kursgewinn zuzüglich Dividendenrendite gebracht hätte. RENDITEN VON AKTIE UND OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH Exkurs: Optionen Optionen, die an Terminbörsen wie der Eurex gehandelt werden, gehören neben Futures zu den Termingeschäften. Eine Option ist das Recht, einen bestimmten Basiswert (zum Beispiel eine Aktie oder einen Index) zu einem klar festgelegten Basispreis zu kaufen (Call) oder zu verkaufen (Put). Dieses Recht gilt während einer bestimmten Laufzeit. Das Bezugsverhältnis sagt aus, wie viele Optionen nötig sind, um eine Einheit des Basiswertes zu kaufen oder zu verkaufen. Bei einem Bezugsverhältnis von 10 zu 1 beziehen sich zehn Optionen auf eine Einheit des Basiswertes. Das Recht kann der Inhaber der Option während der Laufzeit ausüben. Dann spricht man von einer Amerikanischen Option. Das Pendant hierzu ist die Europäische Option, die der Inhaber nur am Laufzeitende ausüben kann. Für dieses Recht zahlt der Käufer einen Preis, den Optionspreis, der sich wiederum aus dem inneren Wert und dem Zeitwert zusammensetzt. Optionen zählen neben Futures zu den Termingeschäften Aktienkurs Outperformance-Zertifikat Aktie Art der Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Verlust 70,00 Aktie 70,00-30,0% -30,0% 80,00 Aktie 80,00-20,0% -20,0% 90,00 Aktie 90,00-10,0% -10,0% 100,00 Aktie 100,00 0,0% 0,0% 110,00 Geldbetrag 115,00 15,0% 10,0% 120,00 Geldbetrag 130,00 30,0% 20,0% 130,00 Geldbetrag 145,00 45,0% 30,0% 140,00 Geldbetrag 160,00 60,0% 40,0% Optionspreis = Innerer Wert + Zeitwert Hierbei wird der innere Wert einer Option nur vom Kurs des Basiswertes beeinflusst. Eine Kaufoption (Call) auf eine Aktie gewinnt an Wert, wenn der Kurs der zugrunde liegenden Aktie steigt. Und sie verbilligt sich, wenn der Basiswert fällt. Bei einer Verkaufsoption (Put) ist es umgekehrt. Somit setzt der Anleger mit Call-Optionen auf steigende Notierungen, während er mit Put-Optionen von fallenden Preisen des Basiswertes profitiert. Die inneren Werte von Calls und Puts auf Aktien lassen sich wie folgt berechnen: Innerer Wert (Call) = (Aktienkurs Basispreis)/Bezugsverhältnis Innerer Wert (Put) = (Basispreis Aktienkurs)/Bezugsverhältnis Kombination aus Aktie und Call-Optionen Der Aufbau Bei Fälligkeit ist das Auszahlungsprofil klar festgelegt. Der Inhaber bekommt den inneren Wert des Zertifikates in Form eines Geldbetrages oder einer Aktie gutgeschrieben. Während der Laufzeit kann der Kurs des Outperformance-Zertifikates allerdings von seinem inneren Wert abweichen. Der Grund hierfür liegt in der Struktur des Zertifikates. Wie bei den meisten verbrieften Derivaten investiert der Anleger indirekt in Optionskomponenten. Bei Outperformance-Zertifikaten kauft der Investor eine Aktienoption mit Basispreis null (Zero-Strike-Call), der die Aktie ohne Dividendenanspruch nachbildet, sowie Kaufoptionen (Calls) auf diese Aktie. Outperformance-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Optionen Der Kurs des Outperformance-Zertifikates setzt sich somit aus zwei Einzelteilen zusammen: dem Aktienkurs und dem Optionspreis. Um in die Struktur des Zertifikates etwas tiefer einzusteigen, sind daher Kenntnisse über Optionen nötig. Der folgende Exkurs erklärt die Grundlagen. Während sich der innere Wert einer Option recht einfach ermitteln lässt, gestaltet sich die Berechnung des Zeitwertes deutlich schwieriger. Der Käufer der Option zahlt einen Aufpreis auf den inneren Wert für die Chance, dass sich der Basiswert in die gewünschte Richtung bewegt und den inneren Wert der Option vergrößert. Der Zeitwert nimmt während der Laufzeit ab und sinkt am Fälligkeitstag auf null. Dabei erfolgt der Zeitwertverlust nicht linear. Er beschleunigt sich während der Laufzeit und ist kurz vor Fälligkeit besonders groß. Der Zeitwert wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst. Er ist beispielsweise umso größer, je länger die Laufzeit der Option ist. Wenn bis zum Fälligkeitstag ein langer Zeitraum verstreicht, ist es schließlich wahrscheinlicher, dass der Basiswert die gewünschte Bewegung vollzieht und die Option einen zusätzlichen inneren Wert ansammelt. Auch die vom Markt erwartete Schwankungsbreite (implizite Volatilität) des Basiswertes beeinflusst den Zeitwert. Eine steigende implizite Volatilität erhöht den Optionspreis, während eine rückläufige Volatilität die Option verbilligt. 12 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 13

8 Das Erfolgspotenzial Das Erfolgspotenzial Der Einfluss der Volatilität ist bei Optionen aus dem Geld und am Geld sehr hoch. Als aus dem Geld bezeichnet man eine Option, deren Basiswert unter (Call) bzw. über (Put) dem Basispreis notiert. Bei Optionen im Geld steht der Basiswert über (Call) bzw. unter (Put) dem Basispreis. Optionen werden als am Geld bezeichnet, wenn der Basiswert in der Nähe des Basispreises notiert. Neben Laufzeit und Volatilität wird der Zeitwert bei Optionen von den erwarteten Dividenden des Basiswertes sowie vom Zinsniveau beeinflusst. Einflussfaktor Optionspreis Call Optionspreis Put Basiswert steigt + Längere Laufzeit + + Implizite Volatilität steigt + + Erwartete Dividende steigt + Zinsniveau steigt + Natürlich fällt der Hebelfaktor umso größer aus, je mehr Dividende für den Kauf der Optionen zur Verfügung steht. Denn in diesem Fall kann der Emittent mehr Call-Optionen erwerben. Eine hohe erwartete Dividende wirkt sich somit positiv auf den Hebel aus. Nicht ohne Grund sind die Hebelfaktoren bei Outperformance-Zertifikaten auf dividendenstarke Titel wie Daimler oder die Deutsche Telekom aktuell besonders attraktiv. Eine lange Laufzeit wirkt sich ebenfalls positiv auf den Hebelfaktor aus. Zwar sind Optionen mit längeren Laufzeiten teurer. Doch es vergehen mehr Ausschüttungstermine und die erwartete zu vereinnahmende Gesamtdividende wächst. Bleibt die implizite Volatilität des Basiswertes als letzte wichtige Einflussgröße. Wie im Exkurs bereits aufgezeigt wurde, ist der Optionspreis bei einer hohen Schwankungsbreite des zugehörigen Basiswertes höher. Somit kommt den Outperformance-Zertifikaten eine niedrige Volatilität entgegen. Der Emittent kann in einer solchen Situation mit der einbehaltenen Dividende mehr Optionen erwerben und damit einen höheren Hebelfaktor realisieren. Niedrige Volatilität für Outperformance-Zertifikate vorteilhaft Optionen zeichnen sich durch hohe Gewinnchancen bei ebenfalls hohen Risiken aus. Mit Optionsscheinen, Turboscheinen und anderen Hebelprodukten können risikofreudige Anleger Gewinne von 100 Prozent und mehr erzielen, aber auch Totalverlust erleiden. Aus diesem Grund ist für den Erwerb dieser Produkte die Termingeschäftsfähigkeit nötig. Bevor eine Bank ihren Kunden Optionsscheine oder Turbos verkauft, muss sie sie über die besonderen Risiken aufklären. Einflussfaktor Höhe des Hebelfaktors Hohe Dividende + Lange Laufzeit + Hohe implizite Volatilität Höhe der Dividenden für den Hebelfaktor entscheidend Die Rolle der Dividenden Der Exkurs an den Terminmarkt hat gezeigt, dass der Preis von Outperformance-Zertifikaten von zahlreichen Komponenten beeinflusst wird, weil in den Zertifikaten Optionen verborgen sind. So kann der Preis des Outperformance-Zertifikates während der Laufzeit von seinem inneren Wert abweichen. Der Auszahlungsbetrag bei Fälligkeit richtet sich dagegen nur nach dem Kurs des Basiswertes und dem vorher festgelegten Hebelfaktor. Der Zeitwert der Optionen hat sich zu diesem Zeitpunkt auf null reduziert. Es ist klar, dass Zertifikate mit hoher Hebelwirkung besonders hohe Outperformance-Chancen bieten. Bei der Frage, wie groß der Hebelfaktor letztendlich ausfällt, kommt der Dividende eine entscheidende Bedeutung zu. Wie bei vielen verbrieften Derivaten verzichtet der Investor auch bei Outperformance-Zertifikaten auf diese Ausschüttungen. Einen Teil davon verwendet der Emittent zum Kauf von Call-Optionen. Oder anders formuliert: Der Anleger investiert seine Dividenden indirekt in Kaufoptionen. Diese Optionen können ihren Wert während der Laufzeit vervielfachen oder im ungünstigsten Fall wertlos verfallen. Wie die Tabelle zeigt, bieten hohe Dividendenrenditen, lange Laufzeiten und niedrige implizite Volatilitäten das ideale Umfeld für Outperformance-Zertifikate. Die Dividenden haben einen entscheidenden Einfluss auf die Attraktivität der Outperformance- Zertifikate. Bei Zertifikaten auf Aktien von sehr ausschüttungsfreudigen Gesellschaften sind besonders hohe Hebelfaktoren möglich. Andererseits ist hier auch die entgangene Dividende besonders hoch. Investoren sollten daher stets genau auf die Ausschüttungen achten. Die folgende Übersicht zeigt die möglichen Renditen von einer Aktie und einem Outperformance- Zertifikat im Vergleich. Es handelt sich wiederum um das Zertifikat auf die XY-Aktie. Dieses Investmentpapier hat eine Laufzeit von zwei Jahren. Der Hebelfaktor beträgt 1,5. Während der Laufzeit zahlt die XY AG zweimal Dividende: im Frühjahr des nächsten und des übernächsten Jahres. Natürlich steht noch nicht fest, wie hoch die Ausschüttungen genau ausfallen werden. Es gibt aber Dividendenschätzungen von Aktienexperten. In unserem Beispiel prognostizieren Analysten eine Dividende von 1,90 Euro für das kommende Jahr. Zwölf Monate später soll die Ausschüttung dann auf 2,10 Euro steigen. Diese Schätzungen fließen in die Berechnung der Optionen und somit der Outperformance-Zertifikate ein. Höhe der Dividende und Anzahl der Ausschüttungstermine beachten Bei Dividenden sind die Schätzungen der Analysten relevant 14 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 15

9 Das Erfolgspotenzial PROTECT-Outperformance-Zertifikate Der Einfachheit halber vernachlässigen wir Transaktionskosten, Steuern und mögliche Erträge aus der Wiederanlage der Dividenden. Wir gehen davon aus, dass dem Käufer des Outperformance- Zertifikates während der Laufzeit 4,00 Euro Dividende entgehen. In der Praxis ist die entgangene Dividende meist geringer. PROTECT-Outperformance-Zertifikate Mehr Sicherheit Ferner gehen wir davon aus, dass der Aktionär die Dividenden nicht reinvestiert. Die Wiederanlage der Ausschüttungen hat ohnehin nur geringen Einfluss. Die Dividendenzahlung von 2,10 Euro je Aktie im übernächsten Jahr fällt nicht ins Gewicht, weil das Zertifikat kurz darauf ausläuft. Die 1,90 Euro je Aktie, die die XY AG ein Jahr zuvor ausschüttet, könnte der Investor immerhin für ein Jahr anlegen. Outperformance-Zertifikate sind ein ideales Investment für steigende Aktienmärkte. Denn in einem solchen Szenario erzielt der Inhaber aufgrund der Hebelwirkung überdurchschnittliche Renditen. Sollte es entgegen der Markteinschätzung aber zu fallenden Notierungen kommen, erleidet der Anleger Verluste. Zwar fällt der Kursverlust in der Regel nicht höher aus als bei einem Direktinvestment in eine Aktie. Doch im Gegensatz zu Bonus- oder Airbag-Zertifikaten bieten klassische Outperformance-Zertifikate keine Sicherung gegen Turbulenzen an den Aktienmärkten. RENDITEN VON AKTIE UND OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH (INKL. DIVIDENDEN) Aktienkurs Outperformance-Zertifikat Aktie inkl. Dividende Art der Wert der Gewinn/ Wert Wert Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Aktie Dividende Verlust 70,00 Aktie 70,00-30,0% 70,00 4,00-26,0% 80,00 Aktie 80,00-20,0% 80,00 4,00-16,0% 90,00 Aktie 90,00-10,0% 90,00 4,00-6,0% 100,00 Aktie 100,00 0,0% 100,00 4,00 4,0% 110,00 Geldbetrag 115,00 15,0% 115,00 4,00 12,0% 120,00 Geldbetrag 130,00 30,0% 130,00 4,00 14,0% 130,00 Geldbetrag 145,00 45,0% 145,00 4,00 24,0% 140,00 Geldbetrag 160,00 60,0% 160,00 4,00 44,0% Wie die Übersicht zeigt, verschiebt sich der Punkt, ab dem das Outperformance-Zertifikat überlegen ist, nach oben. Während bei reiner Betrachtung der Kursentwicklung das Outperformance- Zertifikat ab einem Kurs von 100,00 Euro überlegen ist, bedarf es nun einem Anstieg auf 108,00 Euro. Ab dieser Grenze schneidet das Outperformance-Zertifikat auch unter Berücksichtigung der Dividendenzahlungen besser ab. Doch auch für dieses Problem gibt es eine Lösung. Sie trägt den Namen PROTECT-Outperformance-Zertifikat. Diese Variante bietet genau wie die klassischen Outperformance-Zertifikate einen Hebel zur überdurchschnittlichen Partizipation an steigenden Aktienkursen. Darüber hinaus bietet die PROTECT-Variante als Ergänzung eine Teilabsicherung. Als zusätzliche Eigenschaft ist das PROTECT-Zertifikat mit einem PROTECT-Level ausgestattet. Unterschreitet der Basiswert diese Grenze während der Laufzeit nicht, erhält der Anleger bei Fälligkeit mindestens eine Rückzahlung in Höhe des Basisbetrages. Sollte der Basiswert jedoch den PROTECT-Level verletzen, wandelt sich das PROTECT-Zertifikat in ein klassisches Outperformance-Zertifikat um. Der Inhaber des Zertifikates muss dann Verluste tragen, wenn der Basiswert am Laufzeitende unter dem Basisbetrag notiert. Falls sich das Zertifikat auf Aktien bezieht, bekommt er am Laufzeitende den Basiswert geliefert. Bei Outperformance- Index-Zertifikaten zahlt der Emittent einen Geldbetrag, der sich am dann gültigen Kurs des Basiswertes orientiert. Der Outperformance-Mechanismus bleibt also auch bestehen, wenn der Basiswert zuvor in einer Schwächephase den Sicherheitslevel verletzt. PROTECT-Level PROTECT-Zertifikate gegen Turbulenzen an den Aktienmärkten Bei verletztem Sicherheitslevel erlischt der Teilschutz Basiswert Elemente des PROTECT-Outperformance-Zertifikates Basisbetrag Laufzeit Hebelfaktor 16 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 17

10 PROTECT-Outperformance-Zertifikate PROTECT-Outperformance-Zertifikate Zu den vier Basiselementen eines klassischen Outperformance-Zertifikates kommt mit dem PROTECT-Level, der die Teilabsicherung definiert, ein fünftes Element hinzu. Das Ertragsprofil Die folgende Grafik zeigt das Auszahlungsprofil eines PROTECT-Outperformance-Zertifikates auf die XY AG am Laufzeitende. Genau wie die Beispiele aus den vorhergehenden Abschnitten hat auch dieses Zertifikat eine Laufzeit von zwei Jahren. Der Hebelfaktor beträgt 1,3. Der Basisbetrag liegt bei 100,00 Euro, der Sicherheitslevel bei 80,00 Euro. Die XY-Aktie ist während der Laufzeit nie auf oder unter 80,00 Euro gesunken. Zertifikat oder Aktie? Die Frage, ob das PROTECT-Outperformance-Zertifikat oder die Aktie die bessere Alternative ist, müssen sich Investoren auch hier stellen. Während sich diese Frage bei der CLASSIC-Variante allein mit dem Schlusskurs der XY-Aktie beantworten lässt, müssen Anleger bei PROTECT- Zertifikaten auch auf den Verlauf schauen. Im ersten Schritt vergleicht die folgende Tabelle Aktie und PROTECT-Outperformance-Zertifikat unter der Prämisse, dass die XY-Aktie den PROTECT-Level nicht verletzt hatte, wenn sie am Bewertungstag über dieser Schwelle notiert. RENDITEN VON AKTIE UND PROTECT-OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH Der Teilschutz macht den Unterschied zur CLASSIC- Variante aus PROTECT-OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Rückzahlungswert in Euro PROTECT-Outperformance-Zertifikat 80 Aktienkurs in Euro Genau wie das CLASSIC-Outperformance-Zertifikat beschert auch die PROTECT-Variante dem Anleger überdurchschnittliche Kursgewinne, sobald die XY-Aktie über den Basisbetrag von 100,00 Euro steigt. Bei einem Kursanstieg auf 120,00 Euro würde der Inhaber des Zertifikates am Laufzeitende 126,00 Euro bekommen, bei einem Anstieg auf 130,00 Euro wären es 139,00 Euro. Die Sicherheitsfunktion macht den Unterschied zur CLASSIC-Variante aus. Sollte die XY-Aktie am Laufzeitende beispielsweise bei 88,00 Euro notieren, würde der Inhaber des Zertifikates trotzdem 100,00 Euro je Zertifikat erhalten. Die entscheidende Voraussetzung hierfür ist, dass die XY-Aktie nie auf oder unter den PROTECT-Level von 80,00 Euro fällt. Das PROTECT- Outperformance-Zertifikat bietet dem Anleger für diese Teilabsicherung gegen Kursverluste jedoch einen geringen Hebel. Aktie Aktienkurs PROTECT-Outperformance-Zertifikat Aktie Art der Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Verlust 85,00 Geldbetrag 100,00 0,0% -15,0% 90,00 Geldbetrag 100,00 0,0% -10,0% 95,00 Geldbetrag 100,00 0,0% -5,0% 100,00 Geldbetrag 100,00 0,0% 0,0% 110,00 Geldbetrag 113,00 13,0% 10,0% 120,00 Geldbetrag 126,00 26,0% 20,0% 130,00 Geldbetrag 139,00 39,0% 30,0% 140,00 Geldbetrag 152,00 52,0% 40,0% Verschiedene Szenarien Das vorhergehende Beispiel hat gezeigt, dass das Zertifikat aufgrund des Sicherheitsmechanismus im Vergleich zur Aktie immer die bessere Alternative ist. Nur wenn die XY-Aktie am Bewertungstag exakt in Höhe des Basisbetrages notiert, ist die Kurs-Performance zwischen Zertifikat und Aktie identisch. Doch wie geht das Duell zwischen Aktienkauf und PROTECT-Outperformance- Zertifikat aus, wenn der PROTECT-Level verletzt wird? Die folgende Grafik zeigt, welches Investment bei verschiedenen Szenarien die bessere Alternative wäre. 18 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 19

11 PROTECT-Outperformance-Zertifikate PROTECT-Outperformance-Zertifikate PROTECT-OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT IM SZENARIEN-VERGLEICH Kurs der XY-Aktie Laufzeit in Monaten Szenario 1 Szenario 2 Szenario 3 Szenario 4 Szenario 5 Szenario 1: Die XY-Aktie zeigt von Beginn an einen klaren Aufwärtstrend. Die Aktie steigt während der Laufzeit kontinuierlich. Am Bewertungstag notiert sie bei 138,40 Euro. Dank des Hebelfaktors von 1,3 steigt der Wert des PROTECT-Outperformance-Zertifikates auf 149,92 Euro. Es bringt dem Anleger somit einen höheren Ertrag. Szenario 2: Zu Beginn der Laufzeit erleidet die XY-Aktie zunächst eine Schwächephase. Der Kurs stürzt auf 71,84 Euro und damit unter den PROTECT-Level von 80,00 Euro. Die Sicherheitsfunktion erlischt daraufhin. Aus dem PROTECT-Outperformance-Zertifikat wird ein klassisches Outperformance-Zertifikat. Aber die XY-Aktie erholt sich bald kräftig. Sie notiert bei Fälligkeit deutlich über dem Basisbetrag bei 148,40 Euro. Der Hebelfaktor bleibt trotz des erreichten PROTECT-Levels unberührt. Das Zertifikat bringt am Laufzeitende eine Rendite von 62,9 Prozent und ist im Vergleich zur Aktie die bessere Alternative. Szenario 5: Die XY-Aktie bleibt während der gesamten Laufzeit im Abwärtstrend. Sie fällt unter den PROTECT-Level und notiert auch bei Fälligkeit darunter. So bekommt der Zertifikatsinhaber auch in diesem Szenario eine XY-Aktie pro Zertifikat. Er muss genau wie der Aktionär einen Verlust von 31,8 Prozent hinnehmen. Bei den verschiedenen Kurssimulationen hat die PROTECT-Funktion nur im Szenario 3 gewirkt. In den ersten beiden Szenarien benötigte der Investor den Teilschutz im Nachhinein nicht, weil der Basiswert bei Fälligkeit über dem Basisbetrag notierte. In den Szenarien 4 und 5 wurde die Schutzfunktion gelöscht, weil die XY-Aktie den Sicherheitslevel verletzte. Schlusskurs Wert Rendite Rendite XY-Aktie Zertifikat Aktie Zertifikat Szenario 1 138,40 149,92 38,4% 49,9% Szenario 2 148,40 162,92 48,4% 62,9% Szenario 3 83,11 100,00-16,9% 0,0% Szenario 4 89,49 89,49-10,5% -10,5% Szenario 5 68,20 68,20-31,8% -31,8% Abgesehen von Szenario 3 wäre somit ein klassisches Outperformance-Zertifikat gegenüber der PROTECT-Variante immer die bessere Alternative gewesen. Dennoch macht es für konservative Anleger Sinn, zugunsten von mehr Sicherheit auf etwas Hebel zu verzichten. Auch wenn die Bewertung einer Aktie günstig erscheint und das Börsenumfeld für steigende Notierungen spricht, so bestimmen auch unvorhersehbare Faktoren die Finanzmärkte. Aktienkurse können beispielsweise infolge von politischen Krisen oder Missmanagement unter Druck geraten. PROTECT-Outperformance-Zertifikate bieten Ihnen einen attraktiven Teilschutz vor solchen Ungereimtheiten. Szenario 3: Die XY-Aktie steigt zunächst auf etwa 122,09 Euro. Danach erleidet der Titel jedoch eine Schwächephase. Der Kurs sinkt permanent und notiert am Bewertungstag bei 83,11 Euro. Da der Kurs nie unter den PROTECT-Level fiel, greift der Teilschutz. Der Inhaber des Zertifikates bekommt 100,00 Euro. Während der Aktionär einen Verlust von 16,9 Prozent erleidet, endet das Investment für den Zertifikatskäufer mit plus minus null. Szenario 4: Die XY-Aktie verliert während der Laufzeit an Wert. Dabei stürzt sie zwischenzeitlich unter den PROTECT-Level. Daraufhin geht der Teilschutz verloren. Bevor das Zertifikat fällig wird, klettert die Aktie wieder über den Sicherheitslevel. Sie schließt aber unter dem Basisbetrag bei 89,49 Euro. Der Inhaber des Zertifikates erhält Aktien geliefert und erleidet daher genau wie der Aktionär einen Verlust von 10,5 Prozent. 20 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 21

12 PROTECT-Outperformance-Zertifikate PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate Der Aufbau PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate Zugunsten der Teilabsicherung fällt der Hebelfaktor kleiner aus Auch bei PROTECT-Outperformance-Zertifikaten verzichtet der Investor auf mögliche Dividenden. Im Gegensatz dazu erhält er eine Teilabsicherung und die Chance auf überdurchschnittliche Gewinne im Aufwärtstrend. Es liegt auf der Hand, dass der Hebel eines PROTECT- Zertifikates etwas niedriger ausfallen muss als bei einem vergleichbaren klassischen Outperformance-Zertifikat. Denn der Anleger erhält bei der PROTECT-Variante eine Teilabsicherung, die klassische Outperformance-Zertifikate nicht bieten. Die Sicherheitsfunktion wird durch eine geringere Outperformance-Rate erkauft. Ein Teil der einbehaltenen Ausschüttungen fließt jetzt in die Absicherung. Konkret werden so genannte Down-and-Out-Put-Optionen gekauft. Diese exotischen Optionen bieten eine Teilabsicherung bis zu einem bestimmten Niveau, beispielsweise bis zu 80 Prozent des Ausgangskurses. Damit der Teilschutz greift, darf der Basiswert den PROTECT-Level nie berühren oder unterschreiten. Passiert das dennoch, wird aus dem PROTECT-Outperformance-Zertifikat ein klassisches Outperformance-Zertifikat. PROTECT-Outperformance-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Option + Down-and-Out-Put-Option Genau wie bei CLASSIC-Outperformance-Zertifikaten sind hohe Dividenden und lange Laufzeiten auch bei der PROTECT-Variante von Vorteil. Denn je mehr Geld der Emittent in Call- Optionen und Down-and-Out-Puts investieren kann, umso attraktiver fallen später Hebelfaktor und Teilabsicherung aus. Attraktivere Konditionen dank mehrerer Basiswerte PROTECT-Outperformance-Zertifikate bieten aufgrund des eingezogenen PROTECT-Levels eine erhöhte Sicherheit. Für diese verzichten Sie allerdings im Gegensatz zur CLASSIC-Variante auf einen höheren Hebelfaktor. PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate bieten Ihnen beides: einen Risikopuffer und attraktive Hebelfaktoren. Möglich wird dies dadurch, dass dieser neuen Variante mehrere Basiswerte zugrunde liegen, wobei allerdings nur derjenige mit der niedrigsten Performance für die Auszahlung des Zertifikates maßgeblich ist. Hierdurch sind bessere Konditionen in Form von niedrigeren PROTECT-Leveln oder höheren Hebelfaktoren möglich. Dies geht jedoch einher mit einem erhöhten Risiko im Gegensatz zu PROTECT-Outperformance-Zertifikaten mit einem Basiswert, da die Kursverläufe aller Basiswerte den Zertifikatspreis maßgeblich beeinflussen können. Das Prinzip der neuen PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate unterscheidet sich nur geringfügig von dem eines PROTECT-Outperformance-Zertifikates mit nur einem Basiswert. Das Produkt wird mit Basispreisen in Höhe der Emissionsniveaus der jeweiligen Basiswerte und PROTECT-Level, die den prozentual gleichen Abstand zu den jeweiligen Emissionsniveaus aufweisen, ausgestattet. Sollten alle Basiswerte am Bewertungstag oberhalb ihres jeweiligen Basispreises schließen, erhält der Anleger zusätzlich zum Nominalbetrag die gehebelte prozentuale Differenz zwischen Schlusskurs und Basispreis des Basiswertes am Bewertungstag, der die schlechteste Performance bezogen auf den Emissionszeitpunkt aufweist, multipliziert mit dem Nominalbetrag. Falls ein oder mehrere Basiswerte unterhalb ihres Basispreises schließen, erleiden Sie keinen Verlust, sofern kein Basiswert während der Laufzeit seinen individuellen PROTECT-Level berührt hat. In diesem Fall würde das Zertifikat zum Nominalbetrag getilgt. Die MULTI-Variante bezieht sich auf mehrere Basiswerte Der Basiswert mit der schlechtesten Performance ist maßgeblich für die Rückzahlung Die Chance auf eine Outperformance bei Kursanstiegen der Basiswerte oberhalb der individuellen Basispreise bleibt wie bei den klassischen Varianten selbst dann bestehen, wenn ein PROTECT- Level erreicht wurde. Sollte in diesem Fall allerdings der Basiswert mit der bezogen auf den Emissionszeitpunkt schlechtesten Performance unterhalb seines Basispreises schließen, so richtet sich die Rückzahlung des Zertifikates nach der Entwicklung dieses Basiswertes. Das Ertragsprofil Die folgende Grafik zeigt das Auszahlungsprofil eines PROTECT-MULTI-Outperformance- Zertifikates am Laufzeitende. Das Produkt bezieht sich nun nicht mehr wie bisher auf die Aktie der XY AG, sondern auf die Aktien der Large Cap AG, Mid Cap AG und Small Cap AG. Der Nominalbetrag wurde auf 100,00 Euro festgelegt, der Hebelfaktor beträgt 3,0. Die individuellen PROTECT-Level wurde auf 70 Prozent der Emissionsniveaus der Aktien gesetzt. Das Auszahlungsprofil an sich gleicht dem der klassischen Variante. Zu berücksichtigen ist lediglich, dass für die Höhe der Rückzahlung immer nur der Schlusskurs des Basiswertes maßgeblich ist, der am Bewertungstag bezogen auf den Emissionszeitpunkt die schlechteste Entwicklung aufweist. 22 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 23

13 PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate PROTECT-MULTI-OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT Verschiedene Szenarien Ein Beispiel soll die Funktionsweise eines PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikates verdeutlichen: Rückzahlungswert in Euro PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikat 70 Aktienkurs in Euro Aktie RENDITEN VON AKTIE UND PROTECT-MULTI-OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH Nominalbetrag EUR 100,00 Laufzeit 2 Jahre Hebelfaktor 3,0 PROTECT-Level 70% SZENARIOANALYSE EINES PROTECT-MULTI-OUTPERFORMANCE-ZERTIFIKATES Gezeigt wird der Basiswert mit der niedrigsten Performance. Annahme: Kein PROTECT-Level während der Laufzeit erreicht. Sofern alle Basiswerte am Bewertungstag über ihren individuellen Basispreisen schließen, hebelt das Zertifikat die Gewinne mit dem Faktor 3,0. Sollte also der Basiswert mit der schlechtesten Performance am Laufzeitende 10 Prozent über seinem Basispreis notieren, so würde das Zertifikat 130 Euro auszahlen. Basiswert Startniveau Basispreis PROTECT-Level (70%) A: Large Cap AG EUR 160,00 EUR 160,00 EUR 112,00 B: Mid Cap AG EUR 80,00 EUR 80,00 EUR 56,00 C: Small Cap AG EUR 35,00 EUR 35,00 EUR 24,50 Falls jedoch der Basiswert mit der schlechtesten Performance unterhalb seines Basispreises schließt, zahlt das Zertifikat den Nominalbetrag von 100,00 Euro zurück, falls während der gesamten Laufzeit kein Basiswert seinen jeweiligen PROTECT-Level erreicht hat. Andernfalls würde eine Zahlung in Höhe des Nominalbetrags multipliziert mit der Kursentwicklung des Basiswertes erfolgen, der am Bewertungstag bezogen auf den Emissionszeitpunkt die schlechteste Performance aufweist. Wenn also zum Beispiel die Aktie der Small Cap AG 20 Prozent unter ihrem Basispreis notieren sollte und sowohl die Large Cap AG- als auch die Mid Cap AG-Aktie eine positive Kursentwicklung vollzogen hätten, dann würde das Zertifikat bei einem zuvor erreichten PROTECT- Level den Betrag von 80,00 Euro auszahlen. 1 2 Verlauf Aktie Alle Aktien schließen am Laufzeitende über ihrem jeweiligen Basispreis Sämtliche PROTECT-Level bleiben unberührt und Aktie A und B schließen am Laufzeitende unter ihrem Basispreis Kurs am Bewertungstag (Performance) A: EUR 200,00 (25%) B: EUR 88,00 (10%) C: EUR 42,00 (20%) A: EUR 128,00 (-20%) B: EUR 72,00 (-10%) C: EUR 35,00 (0%) Rückzahlung PROTECT-MULTI- Outperformance-Zertifikat EUR 130,00 (EUR 100,00 + gehebelte Performance Aktie B) EUR 100,00 (Nominalbetrag) 3 PROTECT-Level mindestens in einem Fall verletzt und alle Aktien schließen am Laufzeitende über ihrem jeweiligen Basispreis A: EUR 200,00 (25%) B: EUR 88,00 (10%) C: EUR 36,75 (5%) EUR 115,00 (EUR 100,00 + gehebelte Performance Aktie C) 4 PROTECT-Level mindestens in einem Fall verletzt und Aktie B und C schließen am Laufzeitende unter ihrem Basispreis A: EUR 200,00 (25%) B: EUR 72,00 (-10%) C: EUR 24,50 (-30%) EUR 70,00 (Aktie C weist schlechteste Performance auf) 24 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 25

14 PROTECT-MULTI-Outperformance-Zertifikate Outperformance-Cap-Zertifikate In der Szenarioanalyse wird deutlich, dass bei einem Anstieg aller Basiswerte das Zertifikat überproportional partizipiert (Szenario 1). Diese Möglichkeit bleibt selbst dann bestehen, wenn vorher der PROTECT-Level von einem oder mehreren Basiswerten erreicht wurde (Szenario 3). Szenario 2 zeigt, dass der PROTECT-Level die Auszahlung des Nominalbetrags bis zu einem gewissen Grad vor fallenden Kursen schützt. Im Szenario 4 wird allerdings das erhöhte Risiko dieser Zertifikatsvariante deutlich, da der Anleger hier einen Verlust einfährt, obwohl sich ein Basiswert positiv entwickelt hat. Outperformance-Cap-Zertifikate Die Lösung bei kleinen Dividenden Wie bereits mehrfach beschrieben, kommt bei Outperformance-Zertifikaten der Dividende eine zentrale Rolle zu. Doch nicht bei allen Aktien liegen die Dividendenrenditen bei 3 Prozent und mehr. Gerade Unternehmen, die schnell wachsen, schütten oftmals nur einen kleinen Teil der Gewinne aus. Bei diesen Aktien fehlt deshalb die Basis für attraktive Outperformance-Zertifikate. Es wären lediglich Zertifikate mit sehr geringen Hebelfaktoren oder mit sehr langen Laufzeiten denkbar. Dennoch bietet Sal. Oppenheim auch Outperformance-Zertifikate auf Aktien mit niedrigen Dividendenrenditen an, zum Beispiel auf die Adidas-Aktie. Weil die Dividendenrendite für einen attraktiven Hebelfaktor nicht ausreicht, muss der Emittent eine neue Lösung finden. Sie heißt Outperformance-Cap-Zertifikat. Der Cap als Lösung bei zu geringen Dividendenrenditen Cap Basiswert Elemente des Outperformance-Cap-Zertifikates Basisbetrag Laufzeit Hebelfaktor Das Ertragsprofil Wie es der Name schon andeutet, weist dieser Zertifikatetyp einen wesentlichen Unterschied zu klassischen Outperformance-Zertifikaten auf: Die Gewinnmöglichkeiten sind begrenzt. Der Anleger nimmt zwar zunächst überproportional an den Kurssteigerungen des Basiswertes teil, aber nur bis zu einer vorher festgelegten Kursgrenze, dem Cap. Die folgende Grafik zeigt das Auszahlungsprofil eines Outperformance-Cap-Zertifikates. Das Beispiel bezieht sich diesmal auf die YZ AG, die nur eine niedrige Dividende ausschüttet. Das Zertifikat hat wieder einen Basisbetrag von 100,00 Euro und eine Laufzeit von zwei Jahren. Der Hebelfaktor beträgt 1,4. Die Kursgrenze (Cap) liegt bei 125,00 Euro. Daraus errechnet sich ein Höchstbetrag von 135,00 Euro. 26 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 27

15 Outperformance-Cap-Zertifikate Outperformance-Quanto-Zertifikate PROTECT-OUTPERFORMANCE-CAP-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER YZ AG 160 Outperformance-Quanto-Zertifikate Rendite plus Währungsschutz Kombination aus Kauf und Verkauf von Call-Optionen Rückzahlungswert in Euro Aufgrund der Hebelwirkung zeigt das Outperformance-Cap-Zertifikat genau wie die beiden anderen Varianten eine überlegene Kursentwicklung, sobald die YZ-Aktie den Basisbetrag von 100,00 Euro übersteigt. Allerdings ist die überproportionale Partizipation auf einen Korridor begrenzt. Nur bis zum Cap von 125,00 Euro wirkt der Outperformance-Mechanismus. Sobald die YZ-Aktie den Höchstbetrag von 135,00 Euro übersteigt, ist das Direktinvestment in die Aktie die bessere Alternative. Der Aufbau PROTECT-Outperformance-Cap-Zertifikat Aktienkurs in Euro Natürlich ist eine Struktur mit einer Gewinnbeschränkung nicht optimal. Ohne diesen Zusatz wäre es allerdings bei Aktien mit niedrigen Dividendenrenditen nicht möglich, ein Outperformance-Zertifikat mit akzeptablem Hebelfaktor zu konzipieren. Wenn die Dividende niedrig ausfällt, steht ein geringerer Geldbetrag für den Kauf der Call-Optionen zur Verfügung. Somit ist eine weitere Einnahmequelle nötig. Einen zusätzlichen Ertrag zur Finanzierung der Outperformance-Struktur bringt der Verkauf von Call-Optionen. Bei diesen Optionen liegt der Basispreis in Höhe des Caps. Aktie In den bisherigen Kapiteln haben Sie klassische Outperformance-Zertifikate kennengelernt sowie die beiden Sonderformen mit PROTECT-Level oder Cap. Sämtliche Zertifikate haben sich auf Basiswerte bezogen, die aus Deutschland oder der Eurozone stammen. Genauso gut können Outperformance-Zertifikate aber auch Basiswerte aus den USA, Großbritannien, Japan oder der Schweiz haben. Der entscheidende Unterschied: Diese Aktien oder Indizes notieren nicht in Euro, sondern in der jeweiligen Landeswährung. Bei einem Investment außerhalb der Eurozone sollten Sie sich als Anleger daher Gedanken über die Fremdwährung machen. Bei Aktien, die in US-Dollar, Japanischen Yen, Britischen Pfund oder Schweizer Franken notieren, kommen zu den gewöhnlichen Kursschwankungen noch mögliche Differenzen auf der Devisenseite hinzu. Ein Engagement in Fremdwährung kann zusätzliche Wechselkurserträge bringen. Es kann aber auch zu Verlusten führen, wenn die ausländische Devise gegenüber dem Euro an Wert verliert. Sie sollten sich deshalb entscheiden, ob Sie sich den Chancen und Risiken der Fremdwährung aussetzen wollen. Doch auch wenn Sie von Wechselkursdifferenzen nichts wissen wollen, müssen Sie auf die Chancen, die Aktienmärkte auf anderen Kontinenten bieten, nicht verzichten. Sal. Oppenheim bietet Quanto-Zertifikate an, die Währungsschwankungen von vornherein ausschalten. Dabei lassen sich sowohl die klassische Variante als auch PROTECT-Zertifikate mit einem Währungsschutz versehen, der die Bezeichnung Quanto trägt. PROTECT-Level Währungsschutz Währungsschutz mit Outperformance- Quanto-Zertifikaten Outperformance-Cap-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Optionen Call-Optionen (Basis = Cap) Basiswert Elemente des PROTECT-Outperformance-Quanto-Zertifikates Basisbetrag Bei Outperformance-Cap-Zertifikaten verzichtet der Investor zugunsten eines höheren Hebelfaktors auf die unbegrenzten Gewinnmöglichkeiten, die klassische Outperformance- Zertifikate bieten. Laufzeit Hebelfaktor 28 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 29

16 Outperformance-Quanto-Zertifikate Outperformance-Quanto-Zertifikate Das Ertragsprofil Genau wie klassische Outperformance-Zertifikate bieten auch Outperformance-Quanto- Zertifikate die Chance auf überdurchschnittliche Gewinne. Sobald der Basiswert über dem Basisbetrag notiert, kommt der Hebelfaktor zum Tragen. Bei PROTECT-Outperformance- Quanto-Zertifikaten erhalten Sie die gewohnte Teilabsicherung. Sollte der Basiswert nicht unter den PROTECT-Level fallen, erhalten Sie mindestens den Nominalbetrag zurück. Bei ausländischen Basiswerten können Anleger jedoch von möglichen Zinsdifferenzen profitieren. Bei Investments in Japan erzielen Investoren einen Vorteil von dortigen Zinsen, die niedriger sind als im Euroraum. Die Zinsdifferenz zwischen den verschiedenen Wirtschaftsregionen kann eine höhere Outperformance-Rate ermöglichen. Durch den Währungsschutz wird das Investment so gestellt, als würde der Wechselkurs zwischen Euro und Fremdwährung konstant bleiben. Für den Auszahlungsbetrag bei Fälligkeit ist daher nur der Kurs des Basiswertes relevant und nicht der Devisenkurs. Der Aufbau Im Vergleich zu Outperformance-Zertifikaten ohne Währungssicherung weist die Quanto- Variante keine Unterschiede im Aufbau auf. Die Struktur beinhaltet wiederum den Kauf einer Aktie oder eines Index plus den Erwerb von Call-Optionen auf den jeweiligen Basiswert. Bei der PROTECT-Variante kommt der Kauf von Down-and-Out-Puts als weiteres Element hinzu. Bei der Variante mit Gewinnbeschränkung (Cap) verkauft der Emittent Call-Optionen, um die Struktur attraktiver zu gestalten. Zur Finanzierung werden auch hier die Dividenden verwendet. Allerdings stellt sich gerade bei Investments außerhalb der Eurozone die Frage, ob die Ausschüttungen genügen, um einen interessanten Hebelfaktor zu schaffen. Denn was die Dividendenrenditen angeht, sind europäische Unternehmen zurzeit wesentlich attraktiver. Dennoch stoßen Sie als Anleger durchaus auf Zertifikate mit außereuropäischen Basiswerten, die hohe Hebelfaktoren besitzen. Sal. Oppenheim bietet beispielsweise ein PROTECT- Outperformance-Quanto-Zertifikat auf den japanischen NIKKEI 225-Index an, das neben einer Teilabsicherung einen recht hohen Hebelfaktor von 1,53 aufweist. Diese Konditionen überraschen auf den ersten Blick. Denn japanische Unternehmen gelten nicht gerade als spendabel. Die durchschnittliche Dividendenrendite von Nippons Leitindex liegt unter 1 Prozent. 30 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 31

17 Sprint-Zertifikate Sprint-Zertifikate Die Alternative Die bisher vorgestellten Outperformance-Zertifikate sind für Aufwärtsbewegungen an den Aktienmärkten ideal. Anleger nehmen mit diesen Produkten überproportional an Kurssteigerungen des Basiswertes teil. Abgesehen von Outperformance-Cap-Zertifikaten sind die Gewinnmöglichkeiten sogar unbegrenzt. Dabei beweisen diese Investmentprodukte einen langen Atem. Bei Laufzeiten von zwei Jahren oder länger können Investoren eine kontinuierliche Überrendite erzielen. Doch genau wie sich ein Langstreckenläufer auf kurzen Strecken schwertut, werden auch Outperformance-Zertifikate bei kurzfristigen Engagements von anderen Investmentpapieren überholt. Wenn es auf einen schnellen Spurt ankommt, haben beispielsweise Sprint-Zertifikate klare Vorteile. Sprint-Zertifikate als Alternative für die Kurzstrecke Sprint-Zertifikate bieten teilweise eine deutlich höhere Hebelwirkung als klassische Outperformance-Zertifikate. Innerhalb einer bestimmten Bandbreite, zwischen Start- und Stoppkurs, hebeln die Sprint-Zertifikate Kursveränderungen des Basiswertes um das Zweifache. Sie agieren mit einem Hebelfaktor von zwei und verschaffen sich nach dem Start einen Vorteil. Im Gegensatz zu den meisten Outperformance-Zertifikaten sind die Gewinnmöglichkeiten hier allerdings begrenzt. Ein Sprint-Zertifikat ist also quasi ein Outperformance-Cap-Zertifikat mit einem Hebel von 2,0 und einer relativ kurzen Laufzeit. Startkurs Basiswert Elemente des Sprint-Zertifikates Laufzeit Stoppkurs outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 33

18 Sprint-Zertifikate Sprint-Zertifikate Aktie < Startkurs Auszahlungsbetrag = Aktienkurs (Aktie wird geliefert) Startkurs < Aktie < Stoppkurs Auszahlungsbetrag = Startkurs + (Aktienkurs Startkurs) x 2 Aktie > Stoppkurs Auszahlungsbetrag = Startkurs + (Stoppkurs Startkurs) x 2 Der Aufbau Auch das Sprint-Zertifikat ist eine Kombination aus Aktie und Call-Optionen. Konkret wird eine Call-Option mit einem Basispreis in Höhe des Startkurses erworben. Diese Option sorgt für die zusätzlichen Kursgewinne. Bei Kursen oberhalb des Startpreises profitieren sowohl die Aktie als auch die Kaufoption von steigenden Notierungen und bringen dem Anleger die doppelte Performance. Das Ertragsprofil Das folgende Beispiel zeigt das Auszahlungsprofil eines Sprint-Zertifikates auf die XY AG. Der Startkurs beträgt 100,00 Euro, der Stoppkurs 120,00 Euro. Innerhalb dieser Bandbreite partizipiert der Inhaber des Zertifikates doppelt an Kurssteigerungen der XY-Aktie. Der maximale Gewinn ist auf 140,00 Euro (100,00 + [120,00 100,00] x 2) begrenzt. SPRINT-ZERTIFIKAT AUF DIE AKTIE DER XY AG Rückzahlungswert in Euro Sprint-Zertifikat Aktie Aktienkurs in Euro Was die reine Kursentwicklung angeht, sind Aktie und Sprint-Zertifikat bei Kursen unterhalb des Startkurses von 100,00 Euro gleichgestellt. Zwischen dem Startkurs und dem Höchstbetrag von 140,00 Euro bringt das Sprint-Zertifikat höhere Kursgewinne. Sollte die XY-Aktie über 140,00 Euro klettern, ist sie die bessere Alternative. RENDITEN VON AKTIE UND SPRINT-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH Aktienkurs Sprint-Zertifikat Aktie Art der Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Rückzahlung Verlust Verlust 70,00 Aktie 70,00-30,0% -30,0% 80,00 Aktie 80,00-20,0% -20,0% 90,00 Aktie 90,00-10,0% -10,0% 100,00 Geldbetrag 100,00 0,0% 0,0% 110,00 Geldbetrag 120,00 20,0% 10,0% 120,00 Geldbetrag 140,00 40,0% 20,0% 130,00 Geldbetrag 140,00 40,0% 30,0% 140,00 Geldbetrag 140,00 40,0% 40,0% 150,00 Geldbetrag 140,00 40,0% 50,0% Die Call-Option wird auch bei Sprint-Zertifikaten mit der Dividende finanziert. Darüber hinaus werden zwei Call-Optionen mit Basispreisen in Höhe des Stoppkurses verkauft. Der Ertrag aus dem Verkauf dieser Optionen dient der Finanzierung des höheren Hebelfaktors von 2,0. Im Auszahlungsprofil führen die verkauften Optionen später zu einer Gewinnbeschränkung. Die Rückzahlung ist auf den Höchstbetrag begrenzt. Sprint-Zertifikat = Zero-Strike-Call + Call-Option (Basispreis Startkurs) 2 Call-Optionen (Basispreis Stoppkurs) Eine hohe Dividendenrendite und eine lange Laufzeit sind prinzipiell auch hier von Vorteil. In der Regel ist die Höhe der vereinnahmten Ausschüttungen bei Sprint-Zertifikaten allerdings nicht so entscheidend wie etwa bei Outperformance-Zertifikaten, weil durch den Verkauf von zwei Call-Optionen eine zweite Einnahmequelle für die Finanzierung der Struktur zur Verfügung steht. 34 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 35

19 Sprint-Zertifikate Tipps für die Praxis Es stellt sich weiterhin die Frage, welchen Einfluss andere Faktoren wie etwa die implizite Volatilität auf das Zertifikat haben. Eine niedrige Schwankungsbreite verbilligt die Optionen. Bei einem Outperformance-Zertifikat würde eine niedrige implizite Volatilität des Basiswertes in der Regel zu einem höheren Hebelfaktor führen. Denn der Emittent könnte in diesem Fall mehr Call-Optionen erwerben. In einem Sprint-Zertifikat stecken aber drei Optionskomponenten. Einen Call mit Basispreis in Höhe des Startkurses erwirbt der Anleger indirekt. Gleichzeitig veräußert er indirekt zwei Calls mit Basispreis in Höhe des Stoppkurses. Da der Inhaber des Zertifikates gleichzeitig als Käufer und Verkäufer von Optionen auftritt, lässt sich der Einfluss von der Volatilität nicht so leicht erklären wie bei Outperformance-Zertifikaten. Die Frage ist, welche Komponente stärker von der Volatilität beeinflusst wird: die Call-Option mit Basispreis in Höhe des Startkurses oder die beiden Calls mit Basispreis in Höhe des Stoppkurses? Die Volatilitäten sind in der Regel bei verschiedenen Basispreisen unterschiedlich. Am Erstverkaufstag notiert der Basiswert gewöhnlich in der Nähe des Startkurses. Somit ist der Call am Geld, der gekauft wird, deutlich teurer als die beiden verkauften Calls, die weit aus dem Geld notieren. Eine niedrige Volatilität verbilligt den Call am Geld. Im Gegenzug bringt der Verkauf der beiden Calls aus dem Geld weniger. Unterm Strich kommt die niedrige Schwankungsbreite dem Sprint-Zertifikat tendenziell entgegen. Tipps für die Praxis Auf den bisherigen Seiten haben Sie eine Menge Theoretisches über Outperformance- und Sprint- Zertifikate erfahren. Das folgende Kapitel gibt Ihnen nun einige Tipps für die Praxis. Bei mehr als Anlagezertifikaten in Deutschland ist die Auswahl schließlich kein leichtes Unterfangen. Mehrere Zertifikatearten haben sich bereits etabliert. Und auch die Vielfalt der angebotenen Basiswerte ist groß. Die Auswahl Der erste Schritt ist die Auswahl des Basiswertes. Als Investor mit einem mittel- bis langfristigen Anlagehorizont entscheiden Sie sich sicherlich für eine Aktie oder einen Index, der steigende Kurse verspricht. Entscheiden Sie sich zunächst für den Basiswert und machen Sie sich Gedanken darüber, wohin sich dieser Titel in welchem Zeitraum bewegen könnte. Nutzen Sie diese Broschüre, um verschiedene Szenarien durchzuspielen, und prüfen Sie, ob der Basiswert Ihrem persönlichen Risikoprofil entspricht. Bei den meisten Standardwerten können Sie zwischen verschiedenen Outperformance- und Sprint- Zertifikaten auswählen. Es bietet sich daher an, dass Sie aus den verschiedenen Anlagezertifikaten zunächst die mit einer passenden Laufzeit herausfiltern. Die Laufzeit sollte mit Ihrem persönlichen Anlagehorizont übereinstimmen. Wenn Sie ein kurzfristiges Engagement über wenige Monate tätigen und dabei etwas offensiver agieren wollen, sind Sprint-Zertifikate meist die beste Alternative. Bei längerfristigen Investments kommt der Vorteil von Outperformance-Zertifikaten, die unbegrenzte Gewinnchancen bieten, zum Tragen. Für konservative Strategien bieten sich PROTECT- Outperformance-Zertifikate an, die neben der Chance auf überdurchschnittliche Gewinne auch einen Teilschutz bieten. Auswahl des Basiswertes als erster Schritt Wenn Sie zum Beispiel erwarten, dass die XY-Aktie an Wert gewinnen wird, sind Sie sowohl mit Outperformance- als auch mit Sprint-Zertifikaten gut beraten. Beide sind vor allem für Aufwärtsbewegungen des Basiswertes geeignet. Selbst der direkte Aktienkauf könnte eine Alternative sein. Doch welches ist die beste Variante? 36 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 37

20 Tipps für die Praxis Tipps für die Praxis Szenario-Analyse hilft bei der Auswahl Um diese Frage zu beantworten, ist ein klares Szenario nötig. Sie als Anleger sollten sich eine Meinung bilden, wohin die XY-Aktie in welchem Zeitraum steigen könnte. Weiterhin sollten Sie sich Gedanken über mögliche Rückschlaggefahren machen. Wie groß ist das Kursrisiko, wenn sich das Unternehmen doch nicht wie gewünscht entwickelt? Das klassische Outperformance-Zertifikat mit einem Hebel von 1,5 würde bei einem Kursanstieg der XY-Aktie auf 130,00 Euro einen Wert von 145,00 Euro ansammeln. Der Inhaber des Sprint- Zertifikates würde indes nur bis zu einem Aktienkurs von 120,00 Euro an den Gewinnen teilhaben. Er würde bei Fälligkeit den Höchstbetrag von 140,00 Euro erhalten. In dem folgenden Beispiel geht der Investor davon aus, dass die XY-Aktie in den nächsten 18 Monaten von 100,00 auf 130,00 Euro also um 30 Prozent steigen wird. Mit Verlusten rechnet der Anleger nicht. Aufgrund seiner günstigen Bewertung sollte der XY-Titel selbst im ungünstigsten Fall seitwärts tendieren. Der Investor will daher auf eine Absicherung verzichten. In dem Beispiel wäre also das Outperformance-Zertifikat die beste Alternative. Es würde dem Investor einen Gewinn von 45 Prozent bringen. Das Sprint-Zertifikat würde einen Wertzuwachs von 40 Prozent bringen, während die Aktie mit 30 Prozent Kursgewinn plus 4 Prozent Bruttodividendenerträge das Schlusslicht bildet. Im Beispiel ist das Outperformance- Zertifikat überlegen Das PROTECT-Outperformance-Zertifikat scheidet somit aus. Die Entscheidung fällt zwischen dem Aktienkauf, einem klassischen Outperformance-Zertifikat und einem Sprint-Zertifikat. AKTIE, OUTPERFORMANCE- UND SPRINT-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH Doch wie die Übersicht zeigt, verschiebt sich das Bild, sobald sich der Aktienkurs bei Fälligkeit ändert. Würde die XY-Aktie nur auf 120,00 Euro klettern, wäre das Sprint-Zertifikat die beste Alternative. Bei fallenden oder stagnierenden Kursen wäre der direkte Aktienkauf aufgrund der Dividenden die beste Variante. Denn die Ausschüttungen mindern indirekt den Einstiegspreis. 170 RENDITEN VON AKTIE, OUTPERFORMANCE- UND SPRINT-ZERTIFIKAT IM VERGLEICH 150 Outperformance-Zertifikat Aktienkurs Outperformance-Zertifikat Sprint-Zertifikat Aktie (inkl. Div.) Rückzahlungswert in Euro Sprint-Zertifikat Aktie Aktienkurs in Euro Die Grafik zeigt zunächst nur die Kursentwicklung des Trios. Es wird deutlich, dass das Sprint- und das Outperformance-Zertifikat dem direkten Aktienkauf stets überlegen sind, wenn man nur die Kursentwicklung betrachtet. Da die XY AG Dividenden ausschüttet, müssen auch diese mit in die Analyse einbezogen werden. Mit der XY-Aktie würde der Investor in diesem Szenario 30 Prozent Kursgewinn erzielen. Zudem schüttet die XY AG in den kommenden 18 Monaten zweimal Dividende aus. Nach aktueller Schätzung betragen die Dividenden 1,90 Euro für das nächste und 2,10 Euro für das übernächste Jahr. Der Aktionär kassiert also insgesamt 4,00 Euro. Bei einem Kaufpreis von 100,00 Euro beträgt der Bruttogewinn aus den Ausschüttungen 4 Prozent. Der Einfachheit halber verzichten wir erneut auf die Betrachtung von Steuern, Transaktionskosten sowie einer möglichen Wiederanlage der Dividenden. Das Investment des XY-Aktionärs würde bei Fälligkeit der beiden Zertifikate einen Wert von 134,00 Euro haben. Wert der Gewinn/ Wert der Gewinn/ Gewinn/ Rückzahlung Verlust Rückzahlung Verlust Verlust 70,00 70,00-30,0% 70,00-30,0% -26,0% 80,00 80,00-20,0% 80,00-20,0% -16,0% 90,00 90,00-10,0% 90,00-10,0% -6,0% 100,00 100,00 0,0% 100,00 0,0% 4,0% 110,00 115,00 15,0% 120,00 20,0% 14,0% 120,00 130,00 30,0% 140,00 40,0% 24,0% 130,00 145,00 45,0% 140,00 40,0% 34,0% 140,00 160,00 60,0% 140,00 40,0% 44,0% 150,00 175,00 75,0% 140,00 40,0% 54,0% Der folgende Chart zeigt das Beispiel unter Berücksichtigung der Dividenden. Es wird deutlich, dass alle drei Investmentalternativen ihre Vorzüge haben. Bei einem Aktienkurs unterhalb von 104,00 Euro ist der direkte Aktienkauf die beste Alternative. Dem Aktionär fließen während der Laufzeit des Zertifikates 4,00 Euro Dividende zu. Dieser Zusatzertrag mindert bei fallenden Märkten den Verlust und sorgt bei stagnierenden Kursen für einen kleinen Ertrag. Der Sprinter schneidet ab einem Aktienkurs von mehr als 104,00 Euro besser ab als Aktie und Outperformance-Zertifikat. Er ist aufgrund des größeren Hebels fortan die beste Alternative. Aufgrund des Caps ist der maximale Rückzahlungsbetrag jedoch auf 140,00 Euro begrenzt. So bringt das Outperformance-Zertifikat ab einem Kurs von 126,67 Euro den höchsten Gewinn. Besser als das Direktinvestment entwickelt sich das Outperformance-Zertifikat bereits ab einem Aktienkurs von 108,00 Euro. 38 outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate outperformance-zertifikate und sprint-zertifikate 39

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