Ausgewählte Fachbegriffe

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1 Ausgewählte Fachbegriffe Aufgeld/Aufschlag bei Wertpapieren. Betrag, um den der Ausgabepreis bei der Neuausgabe von Wertpapieren deren Nennbetrag überschreitet bzw. der Betrag, um den der Börsenkurs den inneren Wert der Anlage übersteigt. Auch das Aufgeld (Ausgabeaufschlag), das beim Kauf vieler Fonds vom Anleger zu zahlen ist, wird als Agio bezeichnet. Das Gegenteil ist Disagio. Benchmark Bonität Vergleichsmaßstab oder Bewertungsmethode für die Messung des Anlageerfolges eines Fonds. üblicherweise wird als Benchmark der jeweils marktrelevante Aktien oder Rentenindex verwendet. Ziel des Fondsmanagers ist es, eine bessere Wertentwicklung als der zugrunde gelegte Index zu erzielen. ("Den Index zu schlagen"). Call Die Bonität beschreibt die Kreditwürdigkeit und Zahlungsfähigkeit eines Schuldners (Emittenten). Sie ist ausschlaggebend für die Sicherheit einer Anleihe. Die Schuldnerbonität ist darum ein sehr entscheidendes Kriterium für die Anlageentscheidung. Internationale Ratingagenturen wie Standard & Poor_s (Abk.: S&P) überprüfen regelmäßig die Bonität von Schuldnern, die sich aufgrund von Entwicklungen im gesamtwirtschaftlichen/unternehmensspezifischen Umfeld ändert. Die Abstufungsmöglichkeiten reichen von _AAA_ (sehr gute Bonität) bis _D_ (sehr schlechte Bonität) bei Standard & Poor_s. Eine Kaufoption (Call) gewährt dem Käufer das vertraglich zugesicherte Recht, ein bestimmtes Basisgut zu vorher festgelegten Konditionen (Termin, Preis etc.) erwerben zu können. Es besteht keine Verpflichtung, sondern nur ein Wahlrecht. Wird eine Kaufoption nicht ausgeübt, verfällt sie wertlos

2 CAP Cash Flow Ein Cap ist die vertragliche Vereinbarung einer Zinsobergrenze, der ein nomineller Kapitalbetrag zugrunde liegt. übersteigt dabei ein Referenzzinssatz die vertraglich festgelegte Zinsobergrenze (Strike-Preis), so zahlt der Verkäufer dem Käufer des Cap die Differenz zwischen Referenzzinssatz und Zinsobergrenze. Die Ausgleichszahlung des Verkäufers erfolgt nur dann, wenn am Zinsfestlegungstermin der Referenzzinssatz oberhalb der vereinbarten Zinsobergrenze liegt. Die fälligen Zahlungen werden am Tage der Zinsperioden unter Berücksichtigung der Anzahl der Tage geleistet. Der Käufer eines Caps zahlt hierfür eine Prämie an den Verkäufer, entweder in Form einer Einmalprämie oder in regelmäßigen Zahlungsschritten. Der Cash Flow ist eine aus dem angelsächsischen Raum stammende Gewinnkennzahl zur Unternehmensanalyse. Er beschreibt den Zugang an flüssigen Mitteln in einer Abrechnungsperiode Seine Höhe ergibt sich im Wesentlichen aus der Addition von Jahresüberschuss, Steuern vom Ertrag und Einkommen, Abschreibungen sowie Veränderungen der langfristigen Rückstellungen. Aus seiner Höhe und Entwicklung lassen sich Rückschlüsse auf das Finanzierungspotenzial eines Unternehmens ziehen. Eine wichtige Größe zur Aktienanalyse ist das KCV (Kurs-Cash Flow-Verhältnis). Cost Average Effekt ( übersetzt: Durchschnittskosten-Effekt): Der Cost-Average-Effekt beschreibt die sinnvolle und günstige Nutzung von Anteilskursschwankungen. Durch regelmäßige Einzahlungen (wie z.b. Sparplänen) erreicht der Anleger, dass bei fallenden Kursen mehr Fondsanteile und bei steigenden Kursen weniger Fondsanteile erworben werden. In diesem Fall spricht man auch von "antizyklischem Investieren". Somit erzielt der Anleger bei einem längerfristig laufenden Fondssparplan einen günstigen Durchschnittspreis für die einzelnen Fondsanteile: Es werden bei niedrigen Preisen relativ viele Anteile und bei hohen Preis relativ wenige Anteile erworben. Der "Cost-Average-Affekt" ist um so größer, je länger die Dauer der Einzahlungen und je stärker die Preisschwankungen sind

3 DAX (Deutscher Aktienindex) Börsenindex, der an der Frankfurter Aktienbörse ermittelt wird. Der DAX wird aus den Kursen der 30 umsatzstärksten deutschen Aktien berechnet und ist der meistbeachtete Indikator für die Kursentwicklung an der deutschen Börse. Derivate Finanzinstrumente, deren Preise sich nach den Kursschwankungen oder den Preiserwartungen von anderen Investments richten. Derivate sind so konstruiert, dass sie die Schwankungen dieser Anlageobjekte überproportional nachvollziehen. Daher lassen sie sich sowohl zur Absicherung gegen Wertverluste als auch zur Spekulation auf hohe Kursgewinne desselben. Beispiele für Derivate: Optionen, Futures, Swaps. Disagio Wertpapier Abgeld. Die Geldsumme, bei der Neuausgabe von Wertpapieren, um den der Ausgabepreis deren Nennbetrag unterschreitet bzw. der Betrag, um den der Börsenkurs den inneren Wert unterschreitet. Gegensatz: Agio Eigenkapitalquote Das Eigenkapital wird bei der Eigenkapitalquote in Verhältnis zur Gesamtinvestition gesetzt. Aufgrund des Leverage-Effekts hat eine niedrige Eigenkapitalquote ein hohes Risiko für den Anleger zur Folge. Aus dem Gebiet der Innenfinanzierung beinhaltet der reine Eigenkaptitalfonds das geringste Riskopotential, bei dem der Finanzierungsplan nur aus Eigenkapital der Anleger besteht.

4 Emittent Ein Emittent ist der Herausgeber von Wertpapieren. Bei Aktien handelt es sich um Unternehmen; bei Anleihen kann es sich um Unternehmen, öffentliche Körperschaften, den Staat und andere Institutionen handeln. Euribor Euro Interbank Offered Rate Euro STOXX 50 Zinssatz, den europäische Banken voneinander verlangen beim Handel von Einlagen mit festgelegter Laufzeit. Europa Aktienindex, der 50 repräsentativer Aktienwerte aus den Ländern der Währungsunion teilnehmenden Ländern beinhaltet. Des weiteren gibt es den STOXX 50, der 50 ausgewählte Blue Chips aus ganz Europa umfasst. Europäische Zentralbank (EZB) Am 1. Januar 1999 übernimmt die EZB die geldpolitische Verantwortung von den nationalen Notenbanken mit der Einführung der Gemeinschaftswährung Euro. Am 1. Juli 1998 hat die EZB ihre Arbeit aufgenommen und damit ihren Vorläufer abgelöst, das Europäische Währungsinstitut (EWI). Sie ist, nach deutschem Vorbild, unabhängig von Weisungen politischer Instanzen. Wesentliches Entscheidungsgremium ist der Rat der EZB. Die Präsidenten der Notenbanken der zunächst elf Euro- Teilnehmerländer und das Direktorium der EZB gehören diesem an. Das sechsköpfige Direktorium besteht aus Präsident Wim Duisenberg (Niederlande), Vizepräsident Christian Noyer (Frankreich) und vier weiteren Mitgliedern, einer der vier ist Otmar Issing von der Bundesbank. Die Leitlinien der europäischen Geldpolitik werden vom EZB-Rat festgelegt. Die EZB formt das System der Europäischen Zentralbanken (ESZB) zusammen mit den nationalen Notenbanken der Euro-Teilnehmerländer. Der Sitz der Europäischen Zentralbank ist Frankfurt am Main.

5 FIBOR Frankfurt Inter Bank Offered Rate = Zinssatz aus dem Frankfurter Interbanken Handel. Vergleiche LIBOR Finanzierungs-Schätze Finanzierungs-Schätze sind kurzlaufende Schuldverschreibungen des Bundes (Laufzeit 1 und 2 Jahre), die nicht an der Börse gehandelt werden und bei denen die Zinsen bei Emission bereits abgezogen werden. D.h. der Anleger zahlt einen Betrag unter 100% ein und bekommt nach Laufzeitende 100% zurückgezahlt. Fixing Im Fixing an der Frankfurter Devisenbörse werden börsentägig gegen 13 Uhr die Kurse für die amtlich notierten Währungen unter Mitwirkung der Deutschen Bundesbank ermittelt. floating rate notes (FRN) Der englische Begriff beschreibt variabel verzinsliche Wertpapiere (Laufzeit 3 Monate bis 20 Jahre), bei denen der Coupon, d.h. die Verzinsung, variabel gestaltet ist und meist zu einem Referenzzinssatz angepaßt wird. Z.B. werden FRNs auf den LIBOR (London Inter Bank Offered Rate / Zins aus dem Londoner Interbankenhandel) oder FIBOR (Frankfurt Inter Bank Offered Rate / Zins aus dem Frankfurter Interbankenhandel) emittiert, mit einem Aufschlag auf den dort gehandelten Zins mit einer bestimmten Laufzeit (FIBOR und LIBOR werden meist mit einer Laufzeit von 1 bis 12 Monaten gehandelt). In Phasen mit inverser Zinsstruktur ist die Anlage von Geldern auf dem Geldmarkt besonders lukrativ, da die Renditen hier höher liegen als bei Anlagen mit längerer Zinsbindung. Dies führt in Zeiten einer inversen Zinsstrukturkurve zu einer verstärkten Nachfrage nach variabel verzinslichen Anleihen.

6 Floor Aufgrund starker Zinsschwankungen ist es für viele Investoren wichtig, ein aktives Zinsmanagement zu betreiben. Insbesondere Investoren mit variabel verzinslichen Anlagen (z.b. FRN) sind bei fallenden Zinsen erheblichen Ertragsrisiken ausgesetzt. Eine Möglichkeit zur Begrenzung dieser Risiken stellt die Vereinbarung einer festen Zinsuntergrenze, der sogenannte Floor, dar. Er bildet somit das Gegenstück zum Cap. Ein Floor ist ein Zinsoptionsgeschäft, bei dem eine vertragliche Vereinbarung einer Zinsuntergrenze eingegangen wird, bezogen auf einen zugrundeliegenden nominellen Kapitalbetrag. Der Käufer erwirbt gegen Zahlung einer Prämie das Recht, vom Verkäufer des Floors die Differenz zur Zinsuntergrenze zu erhalten, falls der Referenzzinssatz (z.b. 3 Monats-LIBOR) die vereinbarte Zinsuntergrenze an einem Zinsfestlegungstermin unterschreitet. Dadurch sichert sich der Investor eine Mindestrendite in Höhe des Floor-Basispreises abzüglich der Prämienzahlung. Fonds Genussschein Die von einer Kapitalanlagegesellschaft (Investmentgesellschaft) verwalteten Sondervermögen, die in Immobilien, Aktien, Rentenpapieren o. ä. angelegt sind. Man unterscheidet zwischen offenen Fonds (open end fund) und geschlossenen Fonds (closed end fund). Die letztere Form, bei der der Anleger keinen Anspruch auf Rücknahme seiner Anteile hat, ist in den angelsächsischen Ländern geläufig, in Deutschland aber verboten. Der Anleger hat über den Kauf von Anteilen an einem Fonds die Möglichkeit, sich an der Entwicklung aller im Fondsvermögen befindlichen Werte zu beteiligen. Dies ist besonders für Anleger interessant, die nicht ausreichend Zeit, Geld oder Lust haben, einzelne Anlagemöglichkeiten zu nutzen, und dennoch zum Beispiel in Aktien investieren wollen. Genussscheine stellen eine Anlageform zwischen Aktie und Anleihe dar. Sie verbriefen schuld- und eigentumsrechtliche Ansprüche verschiedener Art, vor allem den Anspruch auf Rückzahlung des Nominalwertes, meistens auch das Recht, am Reingewinn oder Liquiditätserlös einer Gesellschaft teil zu haben. Das Stimmrecht ist jedoch ausgeschlossen. Die Erfolgsbeteiligung der Genussscheine liegt dafür in der Regel über der Rendite festverzinslicher Wertpapiere. Im Konkurs- bzw. Liquidationsfall können Rückzahlungsansprüche des Genussscheininhabers erst nach der vollständigen Befriedigung aller anderen Gläubiger geltend gemacht werden.

7 Geregelter Markt Im Jahr 1987 an den deutschen Börsen eingerichtetes Marktsegment, das hinsichtlich der Anforderungen für die Zulassung, der nachzukommenden Publizitätspflicht usw. dem amtlichen Markt nachgeordnet, dem geregelten Freiverkehr vorgeordnet war. In manchen Fällen wurde er als Vorstufe für die Einführung der entsprechenden Werte in den amtlichen Markt angesehen. Die Kursermittlung erfolgte hier in Anlehnung an die Verfahrensweise des amtlichen Marktes. Der Geregelte Markt bot vor allem (noch) kleineren Firmen die Möglichkeit der Kapitalbeschaffung über die Börse. Der Börsenrat der FWB Frankfurter Wertpapierbörse hat am 19. November 2002 eine neue Segmentierung des Aktienmarktes an der FWB beschlossen. Mit der Neustrukturierung, die mit der Börsenordnung zum 01. Januar 2003 in Kraft tritt, entstehen für Aktien und aktienvertretende Zertifikate die beiden neuen Börsenzulassungssegmente General Standard und Prime Standard. Geschlossener Immobilienfonds Hypothekenbank In der Rechtsform ist der Geschlossene Immobilienfonds einer Personengesellschaft organisiert und hebt sich dadurch hervor, dass er stets nur an eine begrenzte Anzahl von Anlegern (Gesellschaftern) aufnimmt. Einen bestimmten Anteil des Fonds-Eigenkapitals übernimmt jeder Anleger und erbringt eine Bareinlage in entsprechender Höhe. Zur Erreichung des vertraglichen Gesellschaftszwecks und zum Erwerb der Fondsimmobilie werden diese Mittel, gegebenenfalls unter Hinzuziehung einer Fremdfinanzierung, benutzt. Hypothekenbanken sind Kreditinstitute, die sich auf das Beleihen von Grundstücken spezialisiert haben. Die Refinanzierung der Hypothekenkredite erfolgt durch Hypothekenpfandbriefe.

8 Hypothek Eine Hypothek ist eine dingliche Belastung eines Grundstücks durch Eintragung in das Grundbuch. Der Begünstigte hat ein Pfandrecht auf das Grundstück in Höhe seiner Forderung. Die Hypothek ist im Gegensatz zur Grundschuld zu dieser Forderung akzessorisch (d.h. von dieser abhängig), sodaß die Hypothek dem Gläubiger immer nur in Höhe der zugrundeliegenden Forderung zusteht und Einreden gegen die Forderung auch gegen die Hypothek geltend gemacht werden können. Hypothekenpfandbriefe Hypothekenpfandbriefe sind Schuldverschreibungen von Hypothekenbanken zur Refinanzierung ihrer Hypothekenkredite. Inverse Zinsstruktur Joint venture In der Regel notieren langfristige festverzinsliche Wertpapiere mit höheren Renditen als kurzfristige. Infolge von überproportionaler Kapitalnachfrage nach Papieren mit kurzer Laufzeit kann deren Verzinsung über die der langfristigen Papiere ansteigen. Dieser Zustand wird als inverser Markt oder inverse Zinsstruktur bezeichnet. In Deutschland fand dies zuletzt nach der Wiedervereinigung statt, als die öffentliche Hand und private Unternehmen einen hohen kurzfristigen Kapitalbedarf zur Finanzierung der Investitionen in den Neuen Bundesländern hatten. Kooperationsvereinbarung über den gemeinsamen Betrieb von Unternehmen, die einzubringenden Kapitalien, das zu liefernde Know-how, die aufzuteilenden Gewinne usw.

9 Konsortialführer Das führende Institut im Rahmen eines Emissions-Konsortiums. Siehe Konsortium. Konsortium Bei Neuemissionen sorgt ein Bankenkonsortium für die Plazierung der neuen Aktien im Rahmen einer vertraglichen Vereinbarung und der Bestimmung eines führenden Instituts (Konsortialführers). Leitzinsen Von der Bundesbank festgesetzter Zinssatz für die Abgabe von Zentralbankgeld ( Diskontsatz, Lombardsatz, -> Wertpapierpensionssatz). Die Leitzinsen beeinflußen das Zinsniveau am Geldmarkt Leverage Hebel(wirkung), durch den (die) ein eingesetztes Kapital von der eintretenden Entwicklung überproportional betroffen wird. Liegt z. B. der effektive Zinssatz für Kredite unterhalb der Verzinsung am Kapitalmarkt, kann der Anleger mit aufgenommenen und wieder am Kapitalmarkt investierten Geldern die Rentabilität seiner Anlagen mitunter erheblich erhöhen. Verkehrt sich der Zinstrend, verliert er dagegen überproportional. Von einer solchen Hebelwirkung mit den entsprechenden positiven oder auch negativen Konsequenzen spricht man auch im Zusammenhang mit Optionsscheinen und Optionen (vgl. Optionsscheine, Optionen, Hebeleffekt).

10 Leverage-Effekt (bei Fremdfinanzierung) LIBOR Kann ein Anleger Fremdkapital zu geringeren Zinsen oder günstigeren Konditionen aufnehmen als er mit einem Investment an Rendite erzielt, so spricht man von einen Leverage-Effekt, da der Anleger hier mehr Geld investieren kann als ohne zusätzliches Fremdkapital. Hat ein Investor z.b Euro und erzielt eine 10%ige Rendite (= Euro), so entsteht ein Leverage-Effekt, wenn er Euro Fremdkapital zu 8% (4.000 Euro Zinsen) bekommen kann. Die Differenz aus Zinsaufwand Euro und der zusätzlichen Rendite (10% auf Euro) Euro ergibt den Leverageeffekt in Höhe von Euro oder 10% auf sein eingesetztes Kapital. London Inter Bank Offered Rate=Zinssatz aus dem Londoner Interbanken Handel. Vgl. FIBOR. Lombardsatz Mantel Der Lombardsatz ist der Prozentsatz, den die Bundesbank den Banken für die Verpfändung von Wertpapieren berechnet und gibt die Konditionen an, zu denen sich Banken Liquidität beschaffen können. Der Lombardsatz zählt zu den Leitzinsen, da er wiederum die Konditionsgestaltung der Banken an ihre Schuldner mitbestimmt. Vergleiche Diskontsatz. Als Mantel bezeichnet der Börsianer die Urkunde, die bei Aktien und Anleihen die Rechte des jeweiligen Wertpapiers verbrieft.

11 Markt Als Markt bezeichnet man den Ort, an dem Angebot und Nachfrage für ein bestimmtes Gut zusammentreffen (z.b. der Arbeitsmarkt für das Angebot an Arbeitskraft oder die Wertpapierbörse für das Angebot an Wertpapieren). Dadurch bildet sich der (Markt-)Preis für dieses Gut. Vereinfacht dargestellt steigt der Preis bei hoher Nachfrage und sinkt bei niedriger Nachfrage. MDAX Der Midcap-Index der Deutschen Börse. Er setzt sich aus 50 liquiden Aktienwerten der zweiten Reihe zusammen und besteht aus allen Werten, die im im DAX 100, aber nicht im DAX enthalten sind. Der Index wird analog zum DAX während der Börsenzeit minütlich als Performance- und auch als Kursindex berechnet. Die Zusammensetzung des Index wird zweimal jährlich durch den Vorstand der Deutsche Börse AG auf Empfehlung des Arbeitskreises Aktienindizes überprüft (vgl. DAX) Rating Ein Rating ist eine systematische, qualitative Bewertung von Emittenten hinsichtlich ihrer Bonität. Es wird durch kodierte Bonitätsstufen ausgedrückt. Bekannte Agenturen, die Ratings durchführen, sind Standard & Poors oder Moody s. Des weiteren führt S&P auch eine Rating von Investmentfonds durch. Hierbei werden quantitative Daten (Performance und Volatilität) und qualitative Werte (Leistung des Fondsmanagements, etc) zur Beurteilung des Fonds verwendet. (Siehe S&P Rating) Gerade das Rating im Fondsbereich wird oft uneinheitlich verwendet. Zum Teil wird der Begriff "Rating" auch für rein quantitative Analysen eingesetzt. (z.b. bei Feri). Diese Risiko-Ertrags Analysen werden bei S&P als Ranking (Star-Ranking) bezeichnet. REIT (englisch = Real Estate Investment Trust) Reits sind börsennotierte US-Immobiliengesellschaften. Das Kapital ihrer Anteilinhaber werden zu mindestens 75 Prozent in den US-Immobilienmarkt investiert.

12 Shareholder Value Aus dem (Kurs-)Wert der entsprechenden Aktie multipliziert mit der Summe der gehaltenen Anteile besteht der Vermögenswert (Value), den ein Anteileigner (Shareholder) einer Aktiengesellschaft besitzt. Den Kurswert der Aktien und damit den Marktwert des Gesamtunternehmens zu maximieren, wird daher eine auf Shareholder Value angelegte Unternehmenspolitik versuchen. Managementstrategie, die eine Steigerung des Unternehmenswertes in den Vordergrund sämtlicher Entscheidungen stellt. Nur auf diese Weise wird gemäß dem Ansatz die gewünschte Steigerung des Börsenkurses erreicht. Das Prinzip des Shareholder Value, zu deutsch "Wert für den Aktionär", stammt ursprünglich aus den USA. Dort forderten zuerst institutionelle Anleger, beispielsweise Pensionsfonds von Firmen, die Aktionärsinteressen in den Mittelpunkt zu stellen. Heute wird das Shareholder-Value-Prinzip weltweit von Unternehmen angewandt. Umfassend wird darunter nicht allein eine kurzfristige Steigerung des Börsenkurses, sondern eine langfristige Optimierung der Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität verstanden. Standard-&-Poors-Index Einer der umfassendsten Aktienindizes des amerikanischen Wertpapiermarktes, in dem 100 bzw. 500 Aktienwerte - nach einem bestimmten, repräsentativen Querschnitt gewichtet - enthalten sind. Spekulationsfrist Gewinne aus dem Verkauf von Wertpapieren sind in bestimmten Fällen einkommensteuerpflichtig. Das trifft insbesondere für Aktien und Investmentanteile zu. Wenn ein Besitzer solche Wertpapiere vor Ablauf von zwölf Monaten, vom Tag des Erwerbs an gerechnet, wieder verkauft und dabei einen Gewinn erzielt, so liegt ein Spekulationsgeschäft vor. Gewinne aus solchen Spekulationsgeschäften, die eine Freigrenze von 512 Euro im Jahr übersteigen, sind steuerpflichtig. Veräußerungsgewinne, die nach Ablauf dieser Spekulationspflicht erzielt werden, sind dagegen steuerfrei. Seit dem wird bei Optionsscheinen nicht mehr zwischen dem Verkauf und der Ausübung von Optionsscheinen unterschieden. Beides gilt als Veräußerungsgeschäft. Ebenfalls steuerfrei, und zwar ohne Beachtung einer Frist zwischen Kauf und Verkauf, sind Gewinne aus der Veräußerung von Schuldverschreibungen und Schuldbuchforderungen wie Pfandbriefen, Kommunalobligationen, öffentlichen Anleihen oder Industrieobligationen.

13 Spread Gleichzeitiger Kauf und Verkauf von Kontrakten, deren Kurse miteinander in Verbindung stehen und die sich bezüglich der Fälligkeit unterscheiden. Dabei wird erwartet, daß aufgrund der Veränderung der Kursdifferenz ein Gewinn entsteht. Ein Händler, der eine Spread-Position eingeht, spekuliert auf relative Preisveränderungen zwischen verschiedenen Fälligkeiten eines Handelsgegenstandes an verschiedenen Börsen (inter-market-spread) oder zwischen verschiedenen Handelsgegenständen mit identischen Fälligkeiten an einer Börse (inter-commodity-spread). Stop-Loss-Order Bei Optionsscheinen: Bezeichnung der Spanne zwischen Geld- und Briefkurs. (Euro)STOXX In den USA weit verbreitete Art eines Verkaufsauftrags, der automatisch an die Börse gegeben wird, wenn ein bestimmter Wertpapierkurs erreicht bzw. unterschritten wird. Strategisch lassen sich solche Aufträge günstigstenfalls so plazieren, daß das Limit für eine solche Order automatisch der Kursentwicklung nach oben angepaßt wird und erst dann zum Zuge kommt, wenn der Wertpapierkurs innerhalb dieser Entwicklung einen Rückschlag um einen bestimmten Prozentsatz (z. B. 5 oder 10%) hinnehmen muß. STOXX und EUROSTOXX sind Warenzeichen von Dow Jones. Die US-Firma Dow Jones etablierte eine Indexfamilie um die verschiedenen, europäischen Märkte überschaubarer zu machen, indem sie Indices schufen, die die größten Unternehmen Europas enthielten und so auf einen Blick einen groben Überblick zu geben vermochte, was an einem Handelstag in Europa geschah. Zudem wurde mit der Einführung zwischen den 50 größten, europäischen Unternehmen allgemein (STOXX50) und den 50 größten, europäischen Unternehmen, die aus Ländern kommen, die zur Euro- Zone gehören (EUROSTOXX50), unterschieden. Insbesondere der EUROSTOXX hat sich zu einem der führenden Börsenbarometer Europas entwickelt. Der STOXX50 wird dagegen entgegen seiner Bedeutung häufig in den deutschen Medien vernachlässigt. Durch die Hinzunahme schweizerischer und britischer Unternehmen unterscheidet sich die Zusammensetzung der beiden Indices vor allem dadurch, dass der

14 STOXX eine wesentlich höhere Gewichtung der Pharmawerte beinhaltet Stückzins Der seit dem letzten Zinstermin bis zum Kauftag aufgelaufene Betrag, den der Käufer eines festverzinslichen Wertpapieres dem Verkäufer bezahlen muß. Verkaufsprospekt Es enthält alle Angaben von wesentlicher Bedeutung, die für die Beurteilung der Investmentanlage wichtig sind. Dem Anteilerwerber muß zusammen mit dem Rechenschaftsbericht und ggf. dem Halbjahresbericht das Verkaufsprospekt ausgehändigt werden. Zinseszins-Effekt Erhöht den Anlagebetrag, derwiederangelegte Ausschüttungen eines Investmentfonds, und damit den Zinserlös. Ein größerer Wertzuwachs des eingesetzten Kapitals ergibt sich somit im Vergleich zur regelmäßigen Entnahme der Erträge.

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