EPREUVE ECRITE D ALLEMAND. Durée de l'épreuve : 01h30

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1 EXAMENS D'ADMISSION EN SECTION DE RELATIONS INTERNATIONALES SESSION Juin 2012 EPREUVE ECRITE D ALLEMAND Durée de l'épreuve : 01h30 Master 1 «Animateurs de Cluster et Réseaux Territoriaux» Master 1 «Relations Internationales» Aucun dictionnaire n'est autorisé

2 Schriftliche Aufnahmeprüfung Deutsch Die Governance von Eurodistrikten am Oberrhein Anlässlich des 40. Jahrestages des Elyséevertrages haben Staatspräsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder am 22. Januar 2003 die besondere Bedeutung von Straßburg und seinen deutschen Nachbarn hervorgehoben, indem sie zu der Konstituierung eines Eurodistrikts Strasbourg-Kehl aufgerufen haben: Ebenso wünschen wir eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften, um das Entstehen neuer Verbindungen, insbesondere zwischen Bundesländern und französischen Regionen, ebenso wie die Fortentwicklung einer interregionalen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden zu begünstigen. Wir unterstützen die Schaffung eines Eurodistrikts Straßburg-Kehl mit guter Verkehrsanbindung, um neue Formen der Kooperation zu erforschen und europäische Institutionen aufzunehmen, und rufen zur Schaffung weiterer Eurodistrikte auf. Es ist festzuhalten, dass mit der Schaffung eines Eurodistrikts Strasbourg-Kehl bzw. Ortenau stärkere und neue Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gefunden werden sollten. Der Eurodistrikt sollte eine europäische Vorbildfunktion einnehmen, andere Grenzregionen wurden aber auch ausdrücklich zu der Konstituierung von Eurodistrikten aufgefordert. Da es hinsichtlich dieser Erklärung vorab keine Abstimmung und Koordination zwischen der nationalen, regionalen und kommunalen Ebene gegeben hat, waren die Politiker des Oberrheins nicht auf ein derartiges Vorhaben vorbereitet. Die konkrete Gestaltung eines Eurodistriktes, welches europäische Tragweite besitzen sollte, und die grenzüberschreitende Steuerung erwiesen sich jedoch als schwierig. Drei Problemfelder haben die Konflikte der grenzüberschreitenden Koordination gekennzeichnet: asymmetrische Beziehungen Schwierigkeiten des Mehrebenensystems mangelnde Ressourcen Aufgrund der asymmetrischen Beziehungen zwischen der großen Stadt Straßburg und der ländlich geprägten Ortenau mit seinen mittleren und kleineren Städten haben sich unterschiedliche Ziele und Ansätze manifestiert. Die Politiker der Ortenau haben bei der Schaffung eines Eurodistrikts eher versucht, konkrete Verbesserungen im Grenzalltag zu erreichen, während es Straßburg vor allem an der Vergrößerung seiner europäischen Ausstrahlung lag. Aufgaben 1) Fassen Sie kurz den Artikel zusammen 2) Welche Probleme können sich bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit ergeben? Nennen Sie konkrete Beispiele. 3) Berichten Sie anhand Ihrer eigenen Kenntnisse von anderen Eurodistriken oder grenzüberschreitenden Kooperationsräumen.

3 EXAMENS D'ADMISSION EN SECTION DE RELATIONS INTERNATIONALES SESSION Juin 2012 EPREUVE ECRITE D ALLEMAND Durée de l'épreuve : 01h30 Master 1 «Relations Internationales» Aucun dictionnaire n'est autorisé

4 Schriftliche Aufnahmeprüfung Deutsch Frankfurter Allgemeine Zeitung, «Die EU ist kein Kegelverein ass die Griechen am Sonntag (indirekt) über ihren Verbleib in der Währungsunion abstimmen, ist eine schwere Niederlage für die EU. Die gesamte Rettungspolitik der vergangenen zweieinhalb Jahre war darauf gerichtet, diesen Fall nie eintreten zu lassen. Die vielen Hilfsmilliarden, die langen Gipfelnächte, die immer neuen Sparbeschlüsse - all das sollte verhindern, dass die Eurozone, einst der Stolz der europäischen Einigung, jemals in Gefahr gerät, auseinanderzubrechen. Ein Projekt, das für die Ewigkeit gedacht war, steht nun nach gerade einmal zehn Jahren zur Disposition, wenn auch fürs erste nur in einem Land. In solch schweren Momenten heißt es, ruhig Blut zu bewahren; das ist die Stunde des Staatsmanns. Sollten die Griechen ein Parlament wählen, dessen Mehrheit die Abmachungen mit den Kreditgebern grundsätzlich in Frage stellt, kann man nicht einfach neues Geld nachschieben. Jede Regierung in der EU muss dann das Für und Wider der Griechenland-Hilfe neu prüfen. Gerade die Bundesregierung, die faktisch das letzte Wort hat, ist das den Steuerzahlern schuldig. Eine wichtige Annahme lautete bisher, dass es billiger sei, Griechenland zu stützen, als für die Folgen seines Ausscheidens aus dem Euro aufzukommen. So richtig überzeugt dieses Argument nicht mehr. Es ist zwar richtig: Ein griechischer Staatsbankrott würde die Steuerzahler in den anderen europäischen Ländern viel Geld kosten (die Schätzungen reichen von zweistelligen Milliardenbeträgen bis zu einer Billion Euro). Aber wenn Griechenland ein Dauerempfänger von Überweisungen aus dem Norden werden wollte, käme das auch teuer. [ ]Inzwischen muss man die Frage stellen, ob der politische Schaden für die EU nicht allmählich größer wird als der wirtschaftliche für die Griechen. Die EU wurde als Rechtsgemeinschaft gegründet, das war einmal ihre große Stärke. Nur mit einem gemeinsamen Recht bekommt man so viele Kulturen unter einen Hut. Die Eurorettung aber war nur um den Preis des Rechtsbruchs zu haben, denn für einen solchen Fall sahen die EU-Verträge keine Regeln vor ließ sich das noch mit den Umständen nach der Finanzkrise rechtfertigen. Zum Dauerzustand darf die Politik der Ultima ratio aber nicht werden, sonst hält sich in Europa bald keiner mehr an irgendein Gesetz. Die Griechen, die sich in die Währungsunion hineingelogen haben, haben jetzt in Brüssel wieder viel versprochen, aber das wenigste gehalten. Kleinere Anpassungen des Hilfsprogramms sind möglich; aber sollten die Griechen jetzt alles aufkündigen, was ihre Regierung vor ein paar Wochen unterschrieben hat, dann kann man das nicht einfach in gewohnter Manier wegverhandeln. Vertragsbruch darf nicht zur neuen Gemeinschaftsmethode werden, die Eurozone muss wieder ein Raum des Rechts werden. Wenn die Griechen daran nicht teilhaben wollen, müssen sie ihr Glück anderswo suchen. Aufgaben: 1) Fassen Sie kurz den Zeitungsartikel zusammen. 2) Beschreiben Sie anhand Ihrer eigenen Kenntnisse, wie es zur wirtschaftlichen und politischen Krise in Griechenland gekommen ist. 3) Wie soll Ihrer Meinung nach die EU abhängig von den Wahlergebnissen in Griechenland- reagieren?

5 EXAMENS D'ADMISSION EN SECTION DE RELATIONS INTERNATIONALES SESSION Juin 2012 EPREUVE ECRITE D ALLEMAND Durée de l'épreuve : 01h30 Master 2 " Communication internationale" Master 2 " Etudes Européennes" Master 2 " Coopération UE-PED" Aucun dictionnaire n'est autorisé

6 Schriftliche Aufnahmeprüfung Deutsch Frankfurter Allgemeine Zeitung, «Die EU ist kein Kegelverein ass die Griechen am Sonntag (indirekt) über ihren Verbleib in der Währungsunion abstimmen, ist eine schwere Niederlage für die EU. Die gesamte Rettungspolitik der vergangenen zweieinhalb Jahre war darauf gerichtet, diesen Fall nie eintreten zu lassen. Die vielen Hilfsmilliarden, die langen Gipfelnächte, die immer neuen Sparbeschlüsse - all das sollte verhindern, dass die Eurozone, einst der Stolz der europäischen Einigung, jemals in Gefahr gerät, auseinanderzubrechen. Ein Projekt, das für die Ewigkeit gedacht war, steht nun nach gerade einmal zehn Jahren zur Disposition, wenn auch fürs erste nur in einem Land. In solch schweren Momenten heißt es, ruhig Blut zu bewahren; das ist die Stunde des Staatsmanns. Sollten die Griechen ein Parlament wählen, dessen Mehrheit die Abmachungen mit den Kreditgebern grundsätzlich in Frage stellt, kann man nicht einfach neues Geld nachschieben. Jede Regierung in der EU muss dann das Für und Wider der Griechenland-Hilfe neu prüfen. Gerade die Bundesregierung, die faktisch das letzte Wort hat, ist das den Steuerzahlern schuldig. Eine wichtige Annahme lautete bisher, dass es billiger sei, Griechenland zu stützen, als für die Folgen seines Ausscheidens aus dem Euro aufzukommen. So richtig überzeugt dieses Argument nicht mehr. Es ist zwar richtig: Ein griechischer Staatsbankrott würde die Steuerzahler in den anderen europäischen Ländern viel Geld kosten (die Schätzungen reichen von zweistelligen Milliardenbeträgen bis zu einer Billion Euro). Aber wenn Griechenland ein Dauerempfänger von Überweisungen aus dem Norden werden wollte, käme das auch teuer. [ ]Inzwischen muss man die Frage stellen, ob der politische Schaden für die EU nicht allmählich größer wird als der wirtschaftliche für die Griechen. Die EU wurde als Rechtsgemeinschaft gegründet, das war einmal ihre große Stärke. Nur mit einem gemeinsamen Recht bekommt man so viele Kulturen unter einen Hut. Die Eurorettung aber war nur um den Preis des Rechtsbruchs zu haben, denn für einen solchen Fall sahen die EU-Verträge keine Regeln vor ließ sich das noch mit den Umständen nach der Finanzkrise rechtfertigen. Zum Dauerzustand darf die Politik der Ultima ratio aber nicht werden, sonst hält sich in Europa bald keiner mehr an irgendein Gesetz. Die Griechen, die sich in die Währungsunion hineingelogen haben, haben jetzt in Brüssel wieder viel versprochen, aber das wenigste gehalten. Kleinere Anpassungen des Hilfsprogramms sind möglich; aber sollten die Griechen jetzt alles aufkündigen, was ihre Regierung vor ein paar Wochen unterschrieben hat, dann kann man das nicht einfach in gewohnter Manier wegverhandeln. Vertragsbruch darf nicht zur neuen Gemeinschaftsmethode werden, die Eurozone muss wieder ein Raum des Rechts werden. Wenn die Griechen daran nicht teilhaben wollen, müssen sie ihr Glück anderswo suchen. Aufgaben: 1) Fassen Sie kurz den Zeitungsartikel zusammen. 2) Beschreiben Sie anhand Ihrer eigenen Kenntnisse, wie es zur wirtschaftlichen und politischen Krise in Griechenland gekommen ist. 3) Wie soll Ihrer Meinung nach die EU abhängig von den Wahlergebnissen in Griechenland- reagieren?

7 EXAMENS D'ADMISSION EN SECTION DE RELATIONS INTERNATIONALES SESSION Juin 2012 EPREUVE ECRITE D ALLEMAND Durée de l'épreuve : 01h30 Master 2 «Coopération Union Européenne Pays en Développement Master 2 «Intelligence Economique et Gestion du Développement International Aucun dictionnaire n'est autorisé 1

8 Schriftliche Aufnahmeprüfung Deutsch Die Governance von Eurodistrikten am Oberrhein Anlässlich des 40. Jahrestages des Elyséevertrages haben Staatspräsident Jacques Chirac und Bundeskanzler Gerhard Schröder am 22. Januar 2003 die besondere Bedeutung von Straßburg und seinen deutschen Nachbarn hervorgehoben, indem sie zu der Konstituierung eines Eurodistrikts Strasbourg-Kehl aufgerufen haben: Ebenso wünschen wir eine Stärkung der Zusammenarbeit zwischen Gebietskörperschaften, um das Entstehen neuer Verbindungen, insbesondere zwischen Bundesländern und französischen Regionen, ebenso wie die Fortentwicklung einer interregionalen Zusammenarbeit zwischen den Gemeinden zu begünstigen. Wir unterstützen die Schaffung eines Eurodistrikts Straßburg-Kehl mit guter Verkehrsanbindung, um neue Formen der Kooperation zu erforschen und europäische Institutionen aufzunehmen, und rufen zur Schaffung weiterer Eurodistrikte auf. Es ist festzuhalten, dass mit der Schaffung eines Eurodistrikts Strasbourg-Kehl bzw. Ortenau stärkere und neue Formen der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit gefunden werden sollten. Der Eurodistrikt sollte eine europäische Vorbildfunktion einnehmen, andere Grenzregionen wurden aber auch ausdrücklich zu der Konstituierung von Eurodistrikten aufgefordert. Da es hinsichtlich dieser Erklärung vorab keine Abstimmung und Koordination zwischen der nationalen, regionalen und kommunalen Ebene gegeben hat, waren die Politiker des Oberrheins nicht auf ein derartiges Vorhaben vorbereitet. Die konkrete Gestaltung eines Eurodistriktes, welches europäische Tragweite besitzen sollte, und die grenzüberschreitende Steuerung erwiesen sich jedoch als schwierig. Drei Problemfelder haben die Konflikte der grenzüberschreitenden Koordination gekennzeichnet: asymmetrische Beziehungen Schwierigkeiten des Mehrebenensystems mangelnde Ressourcen Aufgrund der asymmetrischen Beziehungen zwischen der großen Stadt Straßburg und der ländlich geprägten Ortenau mit seinen mittleren und kleineren Städten haben sich unterschiedliche Ziele und Ansätze manifestiert. Die Politiker der Ortenau haben bei der Schaffung eines Eurodistrikts eher versucht, konkrete Verbesserungen im Grenzalltag zu erreichen, während es Straßburg vor allem an der Vergrößerung seiner europäischen Ausstrahlung lag. Aufgaben 1) Fassen Sie kurz den Artikel zusammen 2) Welche Probleme können sich bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit ergeben? Nennen Sie konkrete Beispiele. 3) Berichten Sie anhand Ihrer eigenen Kenntnisse von anderen Eurodistriken oder grenzüberschreitenden Kooperationsräumen. 2

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